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12. April 2017

Vorbei: Mondrian Glass Tea House



Gestern machte mich eine Korrespondentin (danke nochmals, B.!) darauf aufmerksam, dass das Mondrian Glass Tea House auf dem Gelände der Fondazione Cini auf S. Giorgio Maggiore über den Winter abgebaut wurde.

Ach wie schade. 
3 Jahre lang habe ich jede Gelegenheit für einen kleinen Besuch und eine kontemplative halbe Stunde in dieser Oase genutzt, habe Menschen hinein begleitet und in den Kulturkalendern dieses Blogs den Besuch empfohlen. Dabei war die Sache als Nebenausstellung der Architekturbiennale 2014 ursprünglich als kurzzeitiges Event bis Anfang August angekündigt. Ich weiss nicht, wieso 3 Jahre daraus wurden, aber die Installation war ein Gewinn für die Insel S. Giorgio Maggiore und Venedig.


Juni 2014
Untere Hälfte: Terrassencafé, Mondrian Glass Tea House, Borges-Labyrinth
obere Hälfte; Ausstellungsräume Fondanzione Cini und Stanze del Vetro,
Squero (jetzt Auditorio Lo Squero), Sportplatz, Piscina,  D'arsena verde

Angekündigt war die Wiedereröffnung der Anlage am 3.4. nach winterlichen Wartungsarbeiten. Das war dann wohl nix. Das mitgelieferte "Beweisfoto" zeigt, dass möglicherweise an einer neuen Installation gearbeitet wird, was auf den Sommer hoffen lässt.

Seufzend schreibe ich eine Meldung in den aktuellen  Kulturkalender und empfehle die nachträgliche Lektüre des ausführlichen und gut bebilderten Artikels aus 'Designboom' vom 4.6.2014.  

April 2017  (C) B.W.
(jahreszeitlich gut zu sehen in der Mitte des Bildes:
Auditorium Lo Squero)


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12. Februar 2015

Elements of Venice - Buch verpasst!

Stadtplan Venedig in Giulia Foscari, Elements of Venice

Wie das passieren konnte: 
in der großen Einganghalle des zentralen Biennalegebäudes wurde im Juni 2014 in Dauerschleife ein Film zum Thema "Elements of Architecture" gezeigt. Gleichzeitig lag im abgedun-
kelten Raum (mit kleiner Spotlightbeleuchtung) das 15bändige Monsterbegleitwerk "Elements of Architecture" von Rem Koolhaas aus. Mag sein, dass dabei auch das Buch "Elements of Venice" von Giulia Foscari auslag, habe ich jedenfalls nicht gesehen. Da der offizielle Ausgabetermin des Buches aber der 27.6.2014 war, knapp getimet zur Biennaleeröffnung, mag es auch sein, dass es noch nicht ausgeliefert war. Gefunden habe ich jedenfalls einen hohen Posterblock, 86 x 58 cm, mit dem Titel 'Elements of Venice' und einem eigenartig gestalteten Plan Venedigs, von dem ich mir ein Blatt abriss und einpackte. Siehe Foto oben.


(Die großen Blöcke werden als Präsentationsmedium immer beliebter. Beim Goldenen Löwen für Angola spielte der Kontra-
punkt der schlichten Auslage dieser Posterblöcke mit den Fotos Edson Chagas im erlesenen Ambiente toscanischer Kunst der 13.-16. JH des Palazzo Cini eine Rolle. Die Beliebtheit betrifft auch die BesucherInnen: ein Poster von der Biennale ist dekora-
tiv nutzbarer als ein Folder oder eine kleine Broschüre, man sollte nur vorsorglich eine Papprolle für den Transport im Hand-
gepäck mitbringen.)


Dieser ungewöhnliche Plan befindet sich als Anhang in 36 Teilen und leicht verkleinertem Format im Buch, man kann ihn also scannen, ausdrucken, als Poster aufhängen, wenn man will. Ungewöhnlich auch, weil er viele Grundrisse wichtiger Gebäude enthält, nicht verwirklichte Planungen der Stadtentwicklung (wie z. B. die Theaterinsel im Bacino, geplant von Daniele Barbaro 1556), noch nicht realisierte Planungen der Gegenwart (wie z. B. die Friedhofserweiterung David Chipperfields), feinste Details des Arsenale, die beiden jährlichen Votivbrücken zur Salute und zum Redentore und vieles mehr, ein herrliches "Wimmelbild". Auf diesen Plan wird in den Kapiteln des Buches im Detail und gut nachvollziehbar mit Nummern verwiesen.

Bei der Arbeit Giulia Foscaris handelt es sich nicht um einen Führer, obwohl als Führer nutzbar (auch in seiner praktischen Form als handliches Klötzchen von 17x12x4 cm und dem Gewicht von knapp 700 Seiten, mit dem man sich zur Not auch verteidi-
gen könnte), auch nicht um die chronologische Stadtentwick-
lung, die natürlich alle Kapitel mitträgt. Vielmehr liegt 

"der Fokus dieses Buches auf den einzelnen architektionischen Elementen, nicht auf Gebäuden, der Suche jenseits herkömmlicher Beschreibungen nach den Schlüsseln, die auf der Basis von ideologischen, kulturellen und politischen Hintergründen den historischen Kontext aufspüren, der ihre Definition bildete. Anstatt darwinistisch vorzugehen, indem ich die lineare Evolotion der architektonischen "Spezies" darlege, habe ich mich darauf konzentriert, den corpus architecturae zu studieren. In einer Autopsie analysiere ich die Organe Venedigs, seine  architektonischen Elemente, eines nach dem anderen." 
(S. 28, Übersetzung von mir) 

Ein Blick ins Buch zeigt anhand der Piazza mit den ersten Seiten der "Verwandlung Venedigs" die Methode der Autorin. (In einem einstündigen Videovortrag Giulia Foscaris kann man mehr Inte-
ressantes davon sehen und erfahren, Buchinhalt ab ca. Min. 8). 


Entsprechend der Metamorphose der Piazza und ihrer Gebäude arbeitet Frau Foscari nun die Gebäudeelemente Fassade, Trep-
pe, Flur, Boden Rampe, Dach, Decke, Tür, Kamin, Fenster, Balkon und Wand durch, ihre Entwicklung und Veränderung im Lauf der Jahrhunderte, ihre Nutzung, Bedeutung, Funktion, Technik, sowohl in Einzelgebäuden wie auch in der Stadtentwick-
lung, Stadtökologie, Stadtgestaltung. Und berücksichtigt dabei Aspekte, die wirklich überraschen, aber auch die ich immer wieder gesehen, über die ich gelesen und auch geschrieben habe, aber eben mit dem sezierenden Blick der Architektin und Planerin. Und präsentiert der erstaunten Leserin eine enormes gesammeltes Wissen und eine Gesamtschau auf Venedig, die in dieser kompakten Form völlig neu ist und einfach begeistert.


Einmal angefangen, ist es fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Zunächst konnte ich mich gar nicht auf ord-
nungsgemäßes Lesen einlassen, so überwältigend sind Fotos, Pläne, Statistiken, Listen, Architekturzeichnungen und -CADgra-
phiken, spannend das Vor- und Zurückblättern, Verfolgen von Verweisen, unsortierte Herauspicken von Details, jede Seite ist aufregend und informativ. Die Details sind unendlich, ob Entwick-
lung von Außen- und Innentreppen, eine Liste von Feuersbrün-
sten im Laufe der venezianischen Jahrhunderte, die Auswirkun-
gen des napoleonischen Einschlags in Stadt und Lagune, Folgen der Tourismusentwicklung - die Themen sind umfassend. 

Die Sprache kommt manchmal sehr fachlich, immer informativ-knapp und blümchenfrei, deshalb überrascht immer wieder, auf wie wenigen Seiten ein Thema abgehandelt wird ohne verkürzt zu wirken. Sie ist allerdings englisch, ob eine deutsche Über-
setzung geplant ist, weiss ich nicht. Solange es sie nicht gibt, lohnt sich die Mühe aber unbedingt.

Die Schrift und Abbildungen sind teilweise winzig. Das ist ein echter Minuspunkt. Aber erschöpfende Texte, reiche Bebilderung UND physische Kompaktheit sind eben nur um den Preis kleiner Darstellung zu haben. 

Dieses Buch ist lehrreich. Und es macht VenedigliebhaberInnen glücklich. Es sollte auch nach vollendeter Lektüre weiter neben dem Bett liegen, denn besser kann man schlaflose Stunden nicht überbrücken.

Wie man sieht, hat mich dieses großartige Buch zum Glück doch noch gefunden. Denn es gibt freundliche verlässliche Mitdenker - das verpasste Buch wurde als Weihnachtsgeschenk überreicht. Überraschung! 
Und der eigenartige Plan wurde verständlich...


San Giorgio Maggiore, Riva und Bacino, Giulia Foscari, Elements of Venice

P. S. 
Einen Tag nach diesem Eintrag stellte Giulia Foscari ihr Werk auf ArchDaily vor.

Nachtrag 8.10.2015
Giulia Foscari ist für "Elements of Venice" mit einem der Preise des DAM Architectural Book Award 2015 für die besten 10 Architekturbücher ausgezeichnet worden.

"Titel: Elements of Venice

  • Verlag: Lars Müller Publishers, Zürich
  • Herausgeber: Giulia Foscari
  • Autoren: Giulia Foscari
  • Künstlerische Gestaltung: Giulia Foscari mit Integral Lars Müller
  • Fotografie/Illustration: Claire Scoville, Giulia Foscari
  • erhältlich u.a. bei Weltbild und Amazon (Sprache: Englisch)
Jurybegründung: Parallel zu Rem Koolhaas' „Fundamentals“ Ausstellung auf der Bi­ennale entstand dieses Buch. Anhand der gleichen 12 Elemente wird ein neuer analy­tischer Blick auf Venedig geworfen. Klein, kompakt und für die Tasche, überall mit Bil­dern, Geschichten, Grafiken und Infos hat die junge Venezianerin Giulia Foscari ein fundamentales Buch produziert, dem die zwei Jahre Mitarbeit im Büro OMA anzumerken sind. Ein Maß für alle, die Venedig meinen zu kennen. Ein echter Architektur- und Rei­seführer, der nur nicht so genannt wird."


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27. August 2014

Venedig 2014 - Kulturtermine im Herbst und Winter

Anschluss an die Kulturtermine des ersten Halbjahres 2014 - z. T. sind sie noch gültig bis Saison- oder Jahresende.
Die Liste wird laufend ergänzt.

Und hier geht es weiter mit den Kulturterminen ab Januar 2015.


Alle Fotos: Reste des venezianischen Kultursommers 2014

Einige venezianische Museen nehmen teil am Google Art Projekt: ist man fußsskrank, will in Ruhe besichtigen, keinesfalls im Pulk und/oder Details ranzoomen? Hier zum Beispiel: Dogenpalast, Ca' PesaroMuseo Correr,  Ca' Rezzonico.



Veranstaltungen im Rahmen der Architekturbiennale bis Ende November.
Siehe auch Bloglabel Biennale 2014

Ab 15.8. Filme in der Architekturbiennale. Gezeigt werden 22 Filme in voller Länge, die als Teil der Monditalia in kurzen Ausschnitten als Dauerschleife gezeigt werden. Gelegenheit, in außergewöhnlicher Umgebung herausragende, teilweise alte oder selten gezeigte Filme zu geniessen. Jeweils 16 oder 17 Uhr, in den Corderie des Arsenale.




Ausstellungen und Museen

Seit Januar 2014, verlängert bis 15.2.2015 Dogenpalast, Geschichte und Geschichten von Dogen und Dogaressen 

5.6.-23.11. Fondazione Querini Stampalia, Sonderausstellung über den venezianischen Architekten Carlo Scarpa "The Mark of Carlo Scarpa"

14.6.-30.11. Ca' Rezzonico Porzellan aus der Sammlung Marino Nani Mocenigo

12.7.-26.10. S. Marta (ehemalige Kirche) Night of Wonders, Ausstellung zum Horrorkonzert von Pink Floyd im Becken vor S. Marco am 15.7. 1989. Nicht, dass ich diese Ausstellung für wichtig hielte, sondern vielmehr ist der Innenausbau der entkernten Kirche wirklich interessant und sehenswert. (Siehe auch Eintrag vom 25.10.2009.) Gelegenheit zur Besichtigung unbedingt nutzen! (Haltestelle der Linien 4 und 5 S. Marta.)

7.9., Sonntag freier Eintritt im Archäologischen Museum und in den Prunkräumen der Biblioteca Marciana. Eingang nicht über das Museo Correr, sondern über die Tür Piazza S. Marco 17

13.9.-8.12. Casa Tre Oci, 2 Fotoausstellungen: Venezia si difende, zum 1. Weltkrieg in Venedig; und Lewis Hine - Building a Nation

14.9.-11.1.2015 Le Stanze del Vetro, Tommaso Buzzi at Veneni. Alle Glaskunst-Ausstellungen auf S. Giorgio Maggiore haben mich bisher sehr beeindruckt. Eintritt frei.

20.9. Tag des Europäischen Erbes 2014, Programm für die staatlichen Museen Venedigs, für 1 € Eintritt bis Mitternacht

20.9.-11.1.2015 Palazzo Grimani, Hiroshige. Ausstellung der Sammlung der Ca' Pesaro, Museum für Orientalische Kunst. Zu japanischer Kunst habe ich selbst kaum Zugang, aber einen Besuch des Museums Palazzo Grimani empfehle ich immer und überzeugt unabhängig von jeder laufenden Ausstellung in den Räumen. Verlängert bis 1.März 2015.

27.9.-22.11. Die letzten Venezianer, Torre Massimiliana auf Sant'Erasmo. MiDoFr 14:00-18:00 Uhr, SaSo 10:00-18:00 Uhr. Schön, dass durch diese Fotoausstellung des deutschen Reisefotografen Karl Johantges die Torre Massimiliana wieder einmal geöffnet ist.

3.10.-8.3.2015 Palazzo Fortuny Winterausstellung: Luisa Casati

3.10.-19.12. Uomini in Laguna 1958-1978. Fotoausstellung von Lorenzo Bullo in der Casa del Cinema bei S. Stae, direkt hinter dem Palazzo Mocenigo. Mo-Fr 9-13, 15-22 Uhr. Eintritt frei.

10.10.-23.11. Palazzo Loredan am Campo S. Stefano Toots Zynsky Glaskunstausstellung  (Siehe auch Palazzo Loredan unter Führungen und Workshops)

15.10.-2.11. Naturkundemuseum am Canal Grande, Abissi - Wettbewerb Unterwasserfotografie 

31.5.-4.1.2015 Ca' Pesaro am Canal Grande,  From Rauschenberg bis Jeff Koons  
21.11.-7.12., Ca' Pesaro am Canal Grande, Museum Calling Artist - Gianluca & Massimiliano De serio

28.8.-28.9. Lido und Isola di San Servolo, OPEN, jährliche Ausstellung zeitgenössischer Skulpturen im öffentlichen Raum

10.-14.9., Sacca Fisola, Festival delle Arti Giudecca

20.9.-19.1.2015 Peggy Guggenheim Collection am Canal Grande, AZIMUT/H. Continuity and Newness, weitere Guggenheim-Termine im Herbst/Winter
Neues Familienprogramm Okt. 2014-Mai 2105

25.10.-7.11., Burano, Ausstellung der Gruppe Brut Movement "Anticipazioni", täglich 14-18 Uhr. 

22.11.-20.12., Serra dei Giardini, Natural Recall, Ausstellung umweltorientierter zeitgenössischer Grafik. Eine kleine Vorschau. Haltestelle Giardini.

5.12.-15.3.2015, Museo Correr am Markusplatz, The Poetry of Light. Zeichnungen aus der National Gallery Washington 

21.12.-17.1.2015, Magazini di Sale, Dorsoduro, Coexistence, Ausstellung von Gegenwartskunst der Adria-Anrainerstaaten. Mittwoch bis Montag 11-18 Uhr, Eintritt frei. Haltestelle S. Spirito oder Zattere.



Musik und Theater

Konzerte im Palazetto Bru Zane 27. und 28.9. Programm und Buchung; 2., 10., 16., 17., 25. und 2.10.; 15. und 27.11., 11.12.; 25.1.2015; 10. und 16.2.2015; 7.3.2015

Teatro La Fenice, Spielplan 2014/2015
Für Kurzentschlossene besteht die Möglichkeit, sich morgens an der Theaterkarte auf die Liste setzen zu lassen, um kurz vor der Vorstellung eine zurückgegebene Karte zu erwerben. Was auch finanziell ein Schnäppchen sein kann.


Theatro Marinoni (Ex-ospedale al mare auf dem Lido) Septemberprogramm
(siehe auch Eintrag vom 28.7.2012)

6.9., 20:00 Uhr, Kirche San Salvador, Hommage an Caterina Corner, Königin von Zypern. Konzert am Vorabend der Regata Storica. Werke von Vivaldi, Pergolesi, Porpora. Eintritt frei

8.9. 20:00 Uhr, Teatro La Fenice, Konzert zu Ehren des 90. Geburtstags von Luigi Nono

10.-14.9., Sacca Fisola, Festival delle Arti Giudecca
11.9., 17 Uhr, Villa Hériot, "Pueblo que canta, non morirá" Lieder von Kireg und Widerstand mit Margot Galante Garrone. Ein Konzert im Rahmen des Festival delle Arti Giudecca. Eintritt frei.

11.-23.9. Scuola Grande di San Giovanni Evangelista: Feierlichkeiten, Gottesdienste, Konzerte anlässlich der Feier der Kreuzeserhöhung in verschiedenen Lokaliatäten (siehe auch unter "Tradition"

14., 21., 27.9. Festival Galuppi 2014 Konzertpogramm (Torcello, Frari, Fenice)

27.9, 17:00 Uhr, Ca' d'Oro, Konzert zu Ehren von Giorgio Franchetti, Eintritt frei für Museumsbesucher bis zur Belegung der vorhandenen Plätze. Ein Konzert im Innenhof der Ca' d'oro ist sicher nicht frei von störenden Nebengeräuschen, aber eine beneidenswerte Erfahrung des Publikums. Programm

20./21.9. und 3.-12.10. Biennale die Venezia, Festival Internazionale della Musica Contemporanea

3.10.-9.11. Scuola Grande und Kirche S. Giovanni Evangelista, Venetia Antiqua Ensemble,  Konzerte Barockmusik, Programm. Ein interessantes Programm, ein Baróckkonzerte in der Kirche gegenüber der Scuola Grande durfte ich schon erleben und empfehle das Angebot.

7.10. 18:30 Uhr, Basilica di San Marco, Aufführung einer Messe nach einer Handschrift von Baldassare Galuppi aus der Markusbibliothek, mit doppeltem Chor und Orchester.

14.10. 18:00 Uhr,  San Giorgio Maggiore, Chorkonzert Kantorei St. Nicolai Elmshorn (mehr Infos per Klicks auf das Foto);19:00 gesungene Vesper der Benediktiner von S. Giorgio M.

31.10. 20:00 Uhr, Scuola grande di S. Rocco, Händel in Venedig. Programm aus den Bibeloratorien mit "Coro e orchestra barocca A. Palladio". Der Eintritt ist frei und die Musik in diesem wunderbaren Raum sicher ein Erlebnis.


8.12. 17:00 Uhr, Basilika SS. Giovanni e Paolo, jährliches Gran Concerto per l'Immacolata. Capella Marciana mit Werken von Cavalli Gabrieli, Grandi, Monteverdi. Eintritt frei mit der Bitte um eine Spende (siehe Link).

13.-20.12., Palazzo Mora, 2. Venice International Performance Art Week. unter dem Titel 'Ritueller Körper - politischer Körper'.

17./18.12. jeweils 20 Uhr, Basilica di San Marco, Weihnachtskonzert mit der Capella Marciana. Verbunden mit Kosten, aber sicher ein goldglänzender musikalischer Traum in dieser Kirche. (Veranstaltung des Fenice, nicht IM Fenice.)

20.12. 18:00 Uhr Conservatorio Benedetto Marcello, Weihnachtskonzert im Palazzo Pisani hinter dem Campo S. Stefano, mit LehrerInnen und SchülerInnen des Konservatoriums, sicher in gewohnt festlicher Stimmung.

22.12. 20:00 Fenice Liederabend Debussy, Weill, Satie mit Monica Bacelli  

30.12./1.1., La Fenice, Konzerte zum Jahreswechsel


                   


Führungen und Workshops

Führungen in den Prunkräumen der Bibliotheka Marciana

Führungen im Palazetto Bru Zane - ich habe bei der ArtNight an einer Hausführung teilgenommen, sehr empfehlenswert!  

Führungen im Teatro La Fenice - ebenfalls sehr empfehlenswert, Karten können auch spontan an der Theaterkasse gekauft werden.

Führungen in der Ca' Fosari Universität (Siehe auch Eintrag vom 3.2.2013)

30.8. Naturschutzgebiet Ca'Roman, 20:00-22:30 Uhr, Zwischen Kröten und Fledermäusen, Führung auch für Kinder geeignet, Anmeldung erforderlich

Sept. 2014-Mai 2015 Termine der Führungen im Palazzo Loredan (Campo S. Stefano) Bericht Eintrag vom 17.3.13

10.-21.9. Festival delle Ville Venete, Programm.  Nicht in Venedig, sondern Kulturveranstaltungen verschiedenster Art: Führungen, Vorträge, Konzerte etc. in Villen des Veneto. 

16.9., 14:00-18:30 Uhr, zweite Kulturerbeführung im Arsenale. Schriftlichliche Anmeldung unbedingt erforderlich, da nur 40 Personen teilnehmen können.
(Siehe auch Eintrag vom 5.7.14 zur ersten Kulturerbeführung im Arsenale.

19.9.-31.10. Sotto El Fèlze 2014, Veranstaltungen der HandwerkerInnen des Bootsbaus in Venedig. Hochinteressante Angebote (Anmeldung erforderlich, kostenlos) inkl. eines Bootsausflugs (Anmeldung erforderlich, 60 € Beitrag für Nichtmitglieder) zum Canale contorta Sant'Angelo)

20.9. Europäischer Tag des Kulturerbes, Offene Tür im Arsenale. Programm

26.9. Villa Hériot, 10:30 und 17:00 Uhr Führungen im Rahmen von Venetonight
26.9. Universität Ca' Foscari, Programm Venetonight
26.9. Venetonight, Universität IUAV Führung Calatravabrücke

26.9. Venetonight, Universität Ca' Foscari, Diverse Führungen
26.9. Venetonight, Universität Ca'Foscari, 17:00 Uhr Forschung erklärt für Kinder

27./28.9. Isole in Rete - Festival della Laguna Veneta, Inseln im Netz, der zweite Termin in diesem Jahr mit kostengünstigem Transport (3 €/Tag), breitem Angebot von Besichtigungen und  Führungen auf den Inseln der Laguna Nord (die Programme sind heute, 31.8., noch nicht online, aber sicher bald) und Verpflegungsmöglichkeiten für verschiedene Budgets. Sehr zu empfehlen. (Siehe auch Eintrag 'Isole in Rete' Mai 2014 und ältere Einträge zur Laguna Nord)

3.-5.10. Festival dei Giardini Veneziani 2014. 12 Angebote mit Führungen in Kloster-, Privat-, Palastgärten, mit dem "Fest des Baumes", Musikbegleitung, Wandermeditation und Früchteproben.


27.10., 14:00-18:30 Uhr Dritte Wanderung durch das Kulturerbe Arsenale. (Siehe auch Eintrag 1. und 2. Wanderung im ersten Halbjahr 2014.) Diesmal ist der Treffpunkt nicht an der Celestia, sondern bei S. Pietro di Castello. Anmeldeformular.


12,. 13. und 17.11. Drei Studientage zu den Ergebnissen der jahrelangen archäologischen Grabung und Forschung auf Torcello inkl. der Vorstellung der zweibändigen Publikation "Torcello Scavata";  Information, Links zu Anmeldung und Programm

November/Dezember Termine der Führungen für Familien in den städtischen Museen (italienisch)




Tradition und Folklore

7.9. Regata Storica außerdem:  Programm und Tickets 

14.9. Scuola Grande di San Giovanni Evangelista Fest der Kreuzeserhöhung, feierliche Prozession mit der Reliquie des "Wahren Kreuzes"
16:00-17:30 Uhr Basilica dei Frari: Kreuzesanbetungsfeier, 17:30 Prozession von der Frari zu Scuola Grande di S. Giovanni


4./5.10. Stadtteilfest "GATARIGOLE" auf dem schönen Campo S. Giacomo dell'Orio. Musik, Kunst, Poetry Slam, Kinder. 

5.10. Festa del Mosto auf Sant'Erasmo mit Essen, Musik, Regatta, Kinderprogramm, Verkauf von Gemüse etc., zu erreichen mit Linie 13 von Fondamente Nove. (Programm über den Link 'Locandina')

21.11. Festa della Salute, lange Öffnung der Kirche bis spät in die Nacht auch in den Tagen davor. Feierlicher Gottesdienst mit Patriarch am 21.11.; nicht verpassen: köstliche Fritelle mit Zitronenzucker auf dem Süssigkeitenmarkt hinter der Kirche. (Die in diesem Video aber nicht vorkommen.)

1.12.-6.1.2015 Inverno veneziano. Ist nach Einstellung des Weihnachtsmarktes ein kleines Angebot in der Zeit zum Jahresende. Schlittschuhlaufen auf dem Campo S. Polo ist z. B. enthalten und Sylvester auf dem Markusplatz. 
Programm 
Nachtrag 10.12.: Die Sylvesterfeier zieht um vom Markusplatz an die Riva zwischen Pietà und Arsenale. Die offizielle Begründung ist der große freie Raum am Ufer und die bessere Sicht auf das Mitternachtsfeuerwerk, feierlich illuminierte Fassaden und Schiffe; der inoffizielle Grund ist wohl die unsägliche Erfahrung des letzten Jahres, als 80.000 BesucherInnen eine unbeschreibliche Müllhalde und Berge von Flaschenscherben hinterließen. 

1.1.2015 12:00 am Strand 'Blue Moon' am Lidο> traditionelles Neujahrsschwimmen. Ich glaube nicht, dass viele TouristInnen dabei anzutreffen sind, aber wers mag, sollte die Chance nützen. 




Nicht vergessen: jeden 1. Sonntag im Monat
freier Eintritt in staatlichen Museen!


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3. August 2014

Werkbund - Ausstellung im Palazzo Tron

Modell GRAFT
In einem Beitrag zur Architekturbiennale klagte eine Bloggerin, sie hätte "Modelle" vermisst. Sind vielleicht wirklich nicht mehr der Mainstream, aber z. B. die Griechen und Ungarn haben sehr hübsche im Angebot; die Modelle der Parlamentsgebäude, die Österreich an die Wände gepappt hat, sind vermutlich nicht gemeint. 

Tolle Modelle zu besichtigen gab es in der leider bereits beendeten Ausstellung "This is modern" des Deutschen Werkbunds im Palazzo Tron, einer der Sitze der Universität IUAV, Fakultät für Architektur. 25 deutsche Architekturbüros waren um Vorschläge für einen neuen Nationenpavillon für Deutschland gebeten worden.

Das Nationenkonzept der Biennale wird im Kunstbereich seit längerem kontrovers diskutiert. Die Selbstdarstellung Deutschlands durch die Architektur des Pavillons Germania weckt geradezu Leidenschaften. Aus meiner Sicht gehört Architektur zur Kulturgeschichte und ist damit auch ein wich-
tiges Medium der historischen Orientierung und politischen Auseinandersetzung. Teile deutscher Geschichte noch im 21. Jahrhundert zu verschweigen, vertuschen, leugnen und im Falle von Architektur abzureißen ist natürlich indiskutabel. Unabhängig davon über einen Neubau nachzudenken (Australien baut gerade neu, warum, weiß ich nicht. Der alte Pavillon mit dem "Keller"raum gefiel mir gut.) und Ergebnisse zu präsentieren ist legitim und das Ergebnis hat zum Teil überrascht, war auf jeden Fall eine spannende Ausstellung. 



Blick aus dem Wassertor der Ca'Tron auf das Apartment Richard Wagners 
Der Besuch der Ca'Tron und ihres Gartens (aus dem man mehr machen könnte) als Uni-Gebäude ist eigentlich auch ohne Ausstellung möglich. Der Aufbau der Modelle im geräumigen Androne genau gegenüber dem Seitentrakt der Ca'Vendramin-Calergi, bei weit geöffnetem Wassertor, war allerdings schon sehr beeindruckend. Hier gab es Modelle satt und detaillierte Beschreibungen der Planung - keine Computermonitore, keine Videowände.
In einem der Seitenräume konnte man Veröffentlichungen des Werkbundes (und Ausstellungsplakate etc.) erwerben, sich mit freundlichen jungen RepräsentantInnen unterhalten; außerdem gab es jede Menge Werbematerial, Imagebroschüren etc. von Sponsorfirmen kostenlos. 

Ein Teil der Vorschläge beruht auf Neubauten, die ich schon erstaunlich finde (z. B. die palladianische Inspiration von Uwe Schröder oder der Hammer von GRAFT, die dezentere, klare Struktur von A&P, der Bunker von Kleihues). Die meisten Wettbewerber arbeiten mit dem alten Gebäude und lassen sich z. T. schöne Sachen einfallen (wie die Treppen- und Dachidee von Grüntuch, die Säulen von Dudler, Säulen & Dach von Patzschke


Mein Favorit von hps, tschoban, voss
Mein Favorit ist die geniale Idee von nps tschoban voss: Entkernung des alten Pavillons und Entfernung des Daches sowie dschungelmäßige Innenbepflanzung der "Ruine". Schrä-
ger Aufsatz einer gläsernen Schachtel für die Ausstellungen + gläserner Altana, die beide einen grandiosen Blick über das San-Marco-Becken und die Inseln erlauben. Das würde ich schon gerne erleben.


Alle ausgestellten Beiträge auf Competition online


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13. Juli 2014

5 x Kultur und 1 Fluch auf S. Giorgio Maggiore

Heinz Mack, The sky over nine columns & Palladiofassade S. Giorgio M.
Kulturobjekt 1 ist zu sehen, ohne dass man die Insel über-
haupt betritt: Heinz Macks "
Der Himmel über neun Säulen". Immer ein anderer Anblick je nach Wetter, Tageszeit, Aussichtspunkt (Riva, Dogana, Gefängnis, Dachboden des Dogenpalastes, vom Wasser aus...). 
Von Nahem kommen die Goldreflexe auf dem Wasser dazu, die immobilen Hintergründe (S. Giorgio selbst, das immer über-
wältigende Panorama von Dogenpalast, Piazzetta, Campanile und Dogana, der Himmel, das Wasser) und die mobilen (Wasserfahrzeuge aller Arten und Größen) und das wechseln-
de Licht auf dem Gold der Säulen. Die dramatischen roten Sonnenuntergänge Venedigs finden hier eine neue Ausdrucks-
möglichkeit und der Einbruch der Dunkelheit zieht noch mehr der täglichen AbendfotografInnen an. Die Säulen sind eine wahre Spielwiese für Fotoexperimente, und da wir alle mit einer Kamera in der Hosen-, Jacken-, Fototasche durch Venedig wandern, gibt es mittlerweile sicher unzählige Fotos der "Nine Columns", alle verschieden trotz des gleichen Objekts. Entsprechend gibt es einen Wettbewerb für FotografInnen, überhaupt finde ich die Website zu dieser Skulptureninstallation sehr gelungen, z. B. den Menupunkt "Story".

(Bis 23.11., kostenlos)



Kulturobjekt 2 ist leider nur nachmittags geöffnet, zumindest war es das im Juni, was ich zu spät kapiert habe und die Zeit für den zusätzlichen schnellen Hupfer aus dem Vaporetto plötzlich nicht mehr reichte. Blöd! Es ist der nationale Beitrag Angolas "Beyond Entropy Angola" zur Architekturbiennale, kuratiert von der Non-profit-company Beyond Entropy, die auch schon den mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneten Beitrag Angolas zur Kunstbiennale 2013 "Beyond Entropy Africa" konzipierte. 
(Bis 23.11., 2. Tür nach der schmalen Stelle an der Fonda-
menta der Marina von S. Giorgio Maggiore, kostenlos)



Stanze del Vetro - Santillana Objekt
Kulturobjekt 3 ist die derzeitige Ausstellung in den 'Stanze del Vetro', den 'Glasräumen', mit Werken der Geschwister Laura de Santillana und Alessandro Diaz de Santillana. Wunderbare In-
spirationen in Glas, still, unprätentiös ausgestellt in äußerst zurückhaltender Umgebung (wie immer in diesen Räumen), teilweise geradezu meditativ, auch der Blick auf die Rückseite der Insel S. Giorgio ist unverstellt. Sehr empfehlenswert.

(Bis 3.8., tägl. außer Mittwoch 10-17 Uhr, hinter dem Terras-
sencafé rechts, 1. Tür links, kostenlos)



Glass Tea House Mondrian & Centro Branca im Hintergrund
Kulturobjekt 4 ist das "Glass Tea House Mondrian", eine Installation aus Bambusumfriedung, Wasserbecken, Glaskubus, Trittsteinen und Meditationsobjekten im Randbereich. Es liegt zwischen den Stanze del Vetro und dem Klostergarten der Benediktiner von S. Giorgio Maggiore, wird von außen begleitet von der Palladio-Architektur und den Glocken von S. Giorgio, von innen von zwei weiß gekleideten Frauen (Pyjama), die immer wieder die Trittsteine und die Steinplatten der Anlage mit Wasser benetzen (Gießkanne, Hände) und schwimmende Blätter aus dem blauen Becken fischen. Es soll Teezeremonien geben, ich habe keine erlebt. Aber die Anlage des Gartens ist in ihrer ruhigen Geometrie (die überraschenderweise durch die Gebäude des Centro Branca, in denen ich den Oktober 2013 verbrachte, nicht gestört, sondern verstärkt wird) auch ohne Zeremonie eine wunderbare Meditation oder Konzentration, je nach Bedarf. Wer sich Zeit nimmt, wird dafür belohnt. Wer Glück hat, muss das Glass Tea House Mondrian nicht mit allzu vielen BesucherInnen teilen. 
(Bis 3.8., Eingang in der Hecke gegenüber Stanze del Vetro, kostenlos)  


Raum, in dem der Restaurationsfilm zu sehen ist

Für das Kulturobjekt 5 begibt man sich in die Kirche und verlässt sie wieder durch das Querschiff links, wo man auf dem Flur landet, der zum Cam-
panile führt. In diesem Flur ist auf der linken Seite die Tür zu einem großen Raum geöffnet, dessen Funktion mir kirchen- oder kloster-
technisch nicht klar ist. Er liegt hinter dem Querschiff, links vom Alterraum, aber durch den Flur getrennt davon. Sehr hohes Kreuzgewölbe, holzverkleidete Wände, sparsame Wandbema-
lung, Altar mit Altar-
bild. 

Hier wird als Dauer-
schleife ein Film ge-
zeigt über die Restau-
rierung des S. Giorgio auf der Vierungskuppel der Kirche. Finanziert von der jungen Fonda-
zione Swarovski. Swarovski war und ist auch in diesem Jahr biennalemäßig in Venedig beteiligt (z. B. 2013 durch eine riesige Linse in S. Giorgio Maggiore und eine Protzyacht an der Riva, 2014 durch das Glitzertor zur Ausstellung Monditalia im Arsenale), aber in diesem Fall tut man offensichtlich Gutes  und schweigt darüber. Denn außer diesem bescheidenen aber sehr interessanten Film (italienisch, englische Untertitel) und einer kleinen Broschüre die am Eingang der Kirche ausliegt, findet sich im Internet nichts außer dem Fotobericht eines/einer französischen Bloggers/Bloggerin über die Installation und Einweihung der restaurierten Statue. Wer sich für Restaurationsfragen interessiert, sollte sich den Film inkl. differenzierter Details nicht entgehen lassen, alle anderen sind vielleicht neugierig, diesen Raum zu sehen, der sonst verschlossen ist. Wie lange diese Vorführung noch dauert weiß ich leider nicht. 



Von oben: Stanze del Vetro, Glass Tea House Mondrian, Klostergemüsegarten
Da ich mich immer auf den Campanile von S. Giorgio liften lasse, wenn ich die Gelegenheit habe, aber in diesem Fall das Glass Tea House Mondrian von oben sehen wollte, fuhr ich auf den Turm und fand ein Vorhängeschloss, befestigt an der kleinen Reling in Kopfhöhe an der Aussichtplattform, und zwar von JÜRGEN. Ich war sprachlos. Als Beweis für JÜRGENS unendliche Dämlichkeit habe ich das Ding fotografiert. Es folgt 1 Fluch.



JÜRGEN, Du Staubmilbe, musst Du wirklich als Beleg Deiner Existenz ein Schloss auf diesen Turm tragen? Wenn Du schon keinen Respekt vor Turm und Stadt hast, und ich mich frage, was Du eigentlich hier wolltest - bist Du auch noch zu blöd, die Symbolik eines Schlosses zu verstehen? 
Verboten - Ausgeschlossen - Eingesperrt - Kein Zutritt? 
So wie all die anderen IdiotInnen, die als Liebessymbol (!!) Schlösser an Brücken hängen? Dir und jeder/m anderen Hirnlosen, der/die die Hand an diesem Turm legt, soll sie festschnappen wie das Schloss, für immer und unwiderruflich.


Der restaurierte S. Giorgio


5. Juli 2014

Sommerführungen im Arsenale

Informationswand in der Tesa 105 -
Nördliches Eingangsgebäude ins Arsenale (Haltestelle Bacini) 
Am 6. Februar 2013 ist ein großer Teil des Arsenale aus dem Staatsbesitz (Verteidigungsministerium) in den Besitz der Stadt Venedig zurück gegeben worden. Neben der verblei-
benden militärischen und der wirtschaftlichen Nutzung der Riesenfläche und vorhandenen Bebauung (Thetis, ACTV, M.O.S.E. etc.) sollen künftig auch Bürgerinstitutionen, -initiativen, Vereine etc. in den Genuss des jetzt städtischen Geländes kommen. Daran wird noch gearbeitet und auch die BürgerInnen sollen an dieser Planung beteiligt werden.


Die Stadt ist erfreulich bemüht, das Gelände in die Öffentlichkeitsarbeit einzubeziehen, BürgerInnen reinzulassen und zu informieren unter dem Titel PartecipArsenale. Damit haben auch interessierte TouristInnen erfreulicherweise diese Möglichkeit (nicht der Partizipation, aber der Besuche). Im Sommer 2013 gab es z. B. die ersten Nachtführungen, die ein großer Erfolg waren.

Im Winter 2014 wurden kostenlose Führungen durch die Biennale-Räume des Arsenale angeboten, im April gab es ein Wochenende der offenen Tür und die Nachtführungen im Arsenale finden wieder statt an allen Donnerstagen im Juli und am 7. und 14. August (jeweils um 20 Uhr und 20:30 Uhr für Gruppen bis 40 Personen. Anmeldung erforderlich und nur möglich bis 16 Uhr am jeweiligen Donnerstag unter den beiden angegebenen Mailadressen). Ich finde es eine großartige Idee, nicht die heißen und stickigen Juli- und Augusttage, sondern die langen warmen Abende nach Sonnenuntergang für diese Führungen zu nutzen.

Am 27.6. gab es die erste (von geplanten 6) Führungen zum Thema "Kulturerbe Arsenale", eine umfassende Tour von 4 Stunden, inkl. Bootsfahrt durch das D'arsenabecken. Die Comune Venezia hat dazu gestern ein schönes Video veröf-
fentlicht.




VenezianerInnen (nicht TouristInnen) sind im September eingeladen zu einem Tag der Bürgerbeteiligung. Für den Termin am 5.7. ging nicht die gewünschte Zahl Anmeldungen ein (wie auch, Urlaubszeit!), die Sache wurde verschoben auf den 20.9. und man darf auf die Ergebnisse gespannt sein.

Das Museo Storico Navale hängt sich dran und bietet neu-
erdings Führungen durch den Schiffspavillon (Padiglione delle nave) an, samstags 14:30 und 16 Uhr, sonntags 11, 12:30, 14:30 und 16 Uhr. Ich habe darüber am 19.7.2008 berichtet und empfehle den beeindruckenden Besuch, vor allem auch für interessierte Kinder, sehr.


Dass die Biennale ihr Arsenalegelände an Freitagen und Sams-
tagen bis einschließlich September erst um 21 Uhr schließt, ist bekannt, soll aber hier auch empfohlen sein, z. B. als ent-
spannter Abschluss eines Biennaletages in den Giardini delle vergini oder im Café am Kran.



Siehe auch Eintrag "Venedig 2014 - Termine Kultur und Tradition"  12.1.2014

Schwerverkehr im Arsenale

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29. Juni 2014

Die Biennale 2014 ist: leer

Architekturbiennale oder Ethno-Museum?
Leer ist nicht nur der erste, sondern der gesamte Eindruck, bevor es differenzierter wird. Das mag daran liegen, dass die Ausstellungsdauer von 3 Monaten (Sept./Okt./Nov.) verdop-
pelt wurde auf 6 Monate (plus Juni/Juli/Aug.). Da verteilen sich die BesucherInnen eben großzügig im Gelände und freuen sich, dass sie weder bei Kassenhäuschen noch Sanitärräumen Schlange stehen müssen und für eine Flasche Wasser oder ein Brötchen umstandslos an den leeren Tresen treten, bedient werden, Platz nehmen. 



Neue Bar-Terrasse hinter dem deutschen Pavillon
Das Angebot an Bars wurde erweitert (die hirnundmagen-
verdrehende Rehberger-Bar leider unverändert, aber jetzt menschenleer, ha): in den Giardini wurden im hinteren Bereich links der Brücke viele Tische und Bänke aufgestellt und anstelle der kleinen Kaffeebude eine reguläre gläserne Bar eingerichtet. 



Eine weitere gläserne Bar steht ganz neu hinter dem deutschen Pavillon und auf mehreren Ebenen wurde im Baum-
schatten eine noch nach frischem Holz duftende große Terrasse bis zum russischen Pavillon angelegt, die eine der spektakulärsten Aussichten Venedigs bietet. Ein neues Highlight, das man nicht verpassen sollte! Das gesamte Panorama von Stadt, Inseln, Bacino, umwerfend! Viele Plätze für viele BesucherInnen! Leider nicht geöffnet mangels BesucherInnen, was mich nicht hindert, frische Kirschen und Müsliriegel auszupacken und sie schwes-
terlich mit 3 Tauben zu teilen, die mit mir am Tisch Platz nehmen. 


Im Arsenale Novissimo wurde ebenfalls eine neue Bar eröffnet, in der Tesa 105, die quasi der Eingangsbereich ist, wenn man von der Haltestelle Bacini kommt. Also im eintrittsfreien Be-
reich des Arsenales, in dem bei Kunstbiennalen viele Aus-
stellungen untergebracht sind und der bisher leider ohne jede Versorgung war. Ein angenehm hoher weißer Raum, kühl und großzügig leer mit Blick aufs schattenlose Arsenalebecken und menschenleere Ausstellungsgelände in der Sonne gegenüber. Ein paar Tische mit großen Sonnenschirmen am Ufer draußen.

Da die geplante Brücke zwischen Torre della porta nuova und Giaggandre immer noch nicht gebaut ist, gibt es eine "Navet-
ta", ein kleines Motorboot, das zu festen Zeiten vom Arsenale ins Arsenale Novissimo übersetzt (wo es nur 2 Ausstellungen gibt), ich vermute, in umgekehrter Richtung gegen Vorlage einer gültigen Eintrittskarte.


Der von mir zu Kunstbiennalen immer wieder empfohlene Eingang durch das geöffnete Fenster in der Arsenalemauer steht nicht zur Verfügung, eben weil es hier "nur" 2 Aus-
stellungen gibt (genau: Tesa 100, Across Chinese Cities - überwältigende Menge an Details, für die man bei Interesse wirklich Zeit aufwenden sollte; und Tesa 92, India The Revealed Mysteries, jenseits der Biennale mit extra Eintritt von 12 € indische Gegenwartskunst, hatte für mich keine Priorität). 


Soviel zu den praktischen Dingen.


Friedrich Mielke erklärt wunderbar
Die Biennale in 3 Teilen unter dem Gesamttitel "Fundamentals" braucht Inhaltsverzeichnisse (die ich erst am Ort annähernd kapiere) - "Elements" im zentralen Pavillon der Giardini, "Mond-
italia
" in der Tana des Arsenale und 66 nationale Auftritte unter dem Titel "Absorbing Modernity"  in den Pavillons in Giardini, Arsenale, Stadt. Die Bedeutung von "absorbing" bleibt zweideutig - wird die Moderne absorbiert oder absorbiert sie? 

"Elements" hätte wohl ein Quilt sein sollen der die Basisteile von Architektur darstellt, ist aber ein Patchwork höchst ver-
schiedener Einzelteile geworden, hergestellt von höchst ver-
schiedenen Leuten/Arbeitsgruppen und ohne inneren Bezug. Da hat der Kurator  R. K. gepennt. Das Ergebnis, das mehr sein sollte als die Summe seiner Einzelteile, strahlt hier einfach nicht aus. Wer Sammlungen von 300 Türklinken sieht, von Toiletten oder kostbaren Häusermodellen aus Indonesion und Papua Neuguinea, sich von beweglichen Trennwänden, Pro-
duktionsprozessen von Fenstern oder Rolltreppen beeindruc-
ken lässt, hat danach genau die Einzelteile im Kopf, aber kein Konzept, weder zur Architektur noch zu ihrer Bewertung.

 
Detail der Nationalausstellung Neuseeland (Palazzo Pisani, calle delle erbe)

Jede/r findet die Details, die ihm/ihr gefallen, mich hat sehr tief beeindruckt und belehrt der Film über Friedrich Mielke und dessen Vortrag; auch der erstaunliche Film über die Tunnels von Welbeck Abbey
Aber der (hier unterstellte!) Sinn der Recherche und Ausstel-
lung von "Elements", falls es nicht die Chance für 100 oder mehr Koolhaas-StudentInnen ist, in ihr CV "Mitarbeit an der 14. Architekturbiennale" zu schreiben, ist mir wohl eher ver-
borgen geblieben.



Perspektiven im Pavillon Griechenland
Dagegen hat mir "Monditalia" in Übereinstimmung mit anderen BesucherInnen gut gefallen, der derzeit am besten besuchte Teil der Biennale. Was auch an den Anteilen von Tanzbiennale (Mitte Juni bis Mitte Juli) und quasi Filmbiennale liegen mag, die hier munter mit eingebaut werden. In der Tana/den Corde-
rie finden den ganzen Tag auf verschiedenen Bühnen Proben statt (die Aufführungen laufen abends ohne mich als Zuschau-
erin). 

82 Filmfragmente vor allem italienischer Regisseure des letzten Jahrhunderts, aber auch von den verehrten Angelopoulos, Godard, Straub, Tarkowskij etc. werden in Dauerschleifen gezeigt. Das ist nett, an Clips sind wir einerseits gewöhnt, und eine einzelne Szene, mehrfach hintereinander gesehen, ist andererseits ein ungewohntes Seherlebnis eines längst bekannten Films.

Die "Monditalia" besteht neben diesem Entertainment aber vor allem aus italienischen Problemprojekten - Sachen, die gründ-
lich schief oder aus dem Ruder liefen, die sich nicht retten ließen, Naturkatastrophen, Fehlplanungen. Zum Teil geht es auch um Architektur, aber eigentlich um das gesellschaftliche Chaos Italiens, das auf seine Weise so deprimierend ist wie das Griechenlands, das mir vertrauter ist. 


Um wieder zwei Beispiele zu nennen, die mich besonders be-
eindruckt haben: Assisi Laboratory über die Folgen des Erd-
bebens 2012 und die Probleme des Tourismus in dieser kleinen Stadt; und La Maddelana, die Insel, auf der 2009 der G 8-Gipfel stattfinden sollte, der kurzfristig von Berlusconi in das Erdbebengebiet von L'Aquila verlegt wurde. Die Perspektiv-
losigkeit der kostenorientierten "Restaurierung" in Assisi und der verschwendeten Mittel auf La Maddalena sind (mir) uner-
träglich, die Trauer der gezeigten Menschen und die Vergeblichkeit ihrer Arbeit brechen einem (mir) schier das Herz. 


Auf YouTube gibt es viele interessante Videos aus "Monditalia", die einen Blick wert sind. 


Ungarische Sitzbänke

Von den nationalen Präsentationen bleiben wie immer 

Rätsel (z. B. Ägypten, Groß Britannien, Schweiz (der Pavillon in den Giardini) überfordern mich); 

Ärger (z. B. Griechenland - müssen in dieser an sich sehr be-
eindruckenden Ausstellung die Erklärungen zu Modellen auf 1,20 m Höhe sein, in winziger Schrift und mich zu einer idio-
tischen, unbequemen Leseposition zwingen? Israel - was haben diese Sandzeichner mit dem politischen Aspekt der Siedlungspolitik der letzten 50 Jahre zu tun, der mich inte-
ressiert? Marocco - alle paar Jahre wiederholt sich die Idee, einen Pavillon 1/2 m hoch mit Sand einzustreuen, diesmal also Marocco. Ich mag keinen Sand in den Schuhen!); 


Beeindruckende Erfahrungen (z. B. USA - ein Büro mit Spiegelwand, was für ein Alptraum! Polen - politische Ge-
schichte anhand eines einzelnen Monumentes. Neuseeland und Süd Afrika - koloniale und postkoloniale Architekturgeschich-
te. Ungarn - eine sympathische Ausstellung, Modelle und Fotos, die die Laiin nicht überfordern und auch die ungarische Möblierung im hinteren Teil des Biennalegeländes mit schönen Sitzgelegenheiten gefällt mir);


Überzeugende Präsentationen (z. B. Dänemark - ein ästhe-
tisches, inspirierendes Erlebnis. Canada - Nunavut, ein fremder Kosmos, kreativ und informativ dargestellt. Nordischer Pavillon mit Tanzania, Kenia und Zambia - "Entwicklungs-" und Koope-
rationsprojekte ohne postkoloniale Ausbeutung).



Ich stoppe befehlsgemäß vor dem Grabmonument im polnischen Pavillon
Die Frage nach der Absorbierung der/durch die Moderne liegt außerhalb meiner Kompetenz. In den Jubel um Rem Koolhaas konnte ich noch nie einstimmen, und es gibt in meiner Sammlung von Berichten und Besprechungen genügend kriti-
sche und würdigende Stimmen von Fachmenschen zu Rem Koolhaas, seinem Konzept, seiner fachlichen Leistung als Di-
rektor der Biennale und seinem Anspruch als globalem Archi-
tektur-Platzhirsch. Der Mann ist bekanntrmaßen ursprünglich Journalist und Bedeutungen von Menschen, Dingen und Bewertungen ändern sich. Die Biennale dauert noch weitere volle 5 Monate, zu früh, Bilanzen zu ziehen.  



Hier wird "echt" gebaut: neuer australischer Pavillon

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