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6. Februar 2016

Einladung an Bord - Sea Shepherd Conservation Society

Quelle und (c) Website Sea Sheperd

Eine Woche zu Gast in der Marina von Vento di Venezia ist die BOB BARKER der Sea Shepherd Conservation Society. Das Schiff ist ein Symbol der Verteidigung der marinen Ökosysteme und besonders der Wale. Ein berühmter Protagonist im Umweltschutz der Meere.

Heute, 6.2. liegt sie an der Riva dei Sette Martiri und lädt an Bord ein, kostenlose Führungen werden bis Sonntagmittag angeboten, Spenden verstehen sich von selbst. Am Sonntagmittag, 7.2., fährt die Bob Barker zurück an den Liegeplatz auf der Insel La Certosa, es gibt um 14 Uhr in den Räumen von Vento di Venezia eine öffentliche Pressekonferenz. Auch werden wieder Führungen an Bord angeboten. An beiden Tag kann man originale Merchandise erwerben - eher untypische Mitbringsel aus Venedig, aber eine einmalige Gelegenheit.

http://nuovavenezia.gelocal.it/venezia/cronaca/2016/01/28/news/la-nave-che-difende-le-balene-attracca-a-venezia-1.12855773?refresh_ce

Auch ohne persönlichen Besuch an Bord kann für die aktuelle Reise der Bob Barker gespendet werden über die Fundraisingseite  Buona Causa


Haltestelle zur Riva dei Sette Martiri: Arsenale und Giardini, Linien 1. Zur Certosa: La Certosa Linien 4.1. und 4.2., Stop beim Personal anmelden und bei der Rückfahrt den Knopf an der Haltestelle drücken.


Quelle und (c) Website Sea Sheperd

6.2. Nachmittag:
Pech. Die Bob Barker ist am Morgen auf ihrem Weg zur Riva aufgelaufen. Bericht der Nuova vom Vormittag (mit einem Video aus einem Vaporetto) und Bericht des Gazzettino. Schlepper und Hafenmeister arbeiten daran, das Schiff wieder flott zu machen. Die Lagune ist ein bisschen flacher als mancher Ozean, vor allem bei Ebbe :-)  ...

6.2. Nacht:
Bis zum Abend ist es gelungen, die Bob Barker flott zu machen. Sie ist zur Marina an der Certosa (zoomen bitte) zurück gekehrt und empfängt dort, wie geplant, morgen BesucherInnen zu Führungen an Bord.

7.2. 9:00 Uhr:
Infopoint geöffnet ab 10 Uhr an der Anlege Certosa. Besuche an Bord von etwa 13-19 Uhr. Aus dem heutigen Facebookeintrag von Sea Shepherd Italia: 
Dalle ore 10:00 sarà attivo l'Info Point dove sarà disponibile il merchandise ufficiale e presso cui sarà possibile portare tutte le donazioni volte al rifornimento della nave.
Alle ore 14:00 si terrà la Conferenza, con la presenza eccezionale dello storico Capitano della MV Bob Barker, Alex Cornelissen, CEO di Sea Shepherd Global, l'attuale Capitano, Antonio Sueiras Zaurin, l'equipaggio internazionale di bordo e il Vice Presidente di Sea Shepherd Italia, Enrico Salierno.
Nella mattinata verranno eseguite verifiche tecniche a bordo della nave, prevediamo che queste attività impegneranno tutta la mattina, per questo motivo purtroppo non siamo ancora in grado di confermare la possibilità di effettuare le visite a bordo, non appena avremo aggiornamenti li comunicheremo sulla pagina dell'evento. In caso la possibilità di effettuare visite fosse confermata, queste si terranno nel pomeriggio (orario indicativo: dalle ore 13:00 alle ore 19:00).
Ci scusiamo ancora una volta per il disagio e ringraziamo tutti per il sostegno.
Per gli Oceani!


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22. Januar 2016

Venezianisch-byzantinische Importe in Glienicke

Byzantinischer Kaiser am Campiello Angaran,
Zwilling des Kaisers aus dem Klosterhof,
dessen Original sich in Washington, Dumbarton Oaks befindet
Bei Recherchen zur Entwicklung des Parkprojektes auf der Insel Certosa (Eintrag vom 19.8.2014) stieß ich auf einen kurzen Film zur Geschichte der Insel, den ich damals für Projektwerbung hielt. Bei Licht betrachtet ist er aber die praktische Umsetzung eines Sommerkurses zum digitalen Visualisieren der Internationalen Universität Venedig, die ihren Sitz auf S. Servolo hat. Und, so gesehen, ein nettes Projekt. (12 weeitere Einträge zum Thema La Certosa hier.)


Ausstellung 'Acqua e Cibo', Dogenpalast 26.9.15-14.2.16
Ansicht der Insel Certosa 17. JH
In der Mitte der zentrale (kleinere) Kreuzgang unterhalb der Kirche
"Isola della Certosa"  enthält von 2:57 bis 3:05 die überraschende Information, dass "(18)50 Prinz Carl von Preussen den zentralen Kreuzgang kaufte und nach Berlin verlegte". Oha. Ich stellte mir das vor wie den Kauf eines schottischen Schlosses und seinen kompletten Wiederaufbau in Kalifornien durch einen U.S. Milliardär. 
Zu Beginn meiner Recherchen war kein venezianischer Kreuzgang in Berlin zu finden, dafür aber ein Mosaik in Potsdam, das vom Bruder Prinz Carls, Kronprinz Friechrich Wilhelm IV. auf Murano gekauft worden war. Dann traf ich im www auf den Kunsthistoriker Gerd-H. Zuchold und seine penible, präzise, perfekte Forschungsarbeit, was zu allen weiteren Schritten führte. (Siehe Buchhinweise am Ende des Eintrags.)

Angeleitet von Heinrich Menu von Minutoli, seinem Erzieher seit dem 9. Lebensjahr, entwickelte Prinz Carl (1801-1883) leidenschaftliches Interesse für Geschichte, Archäologie und alte Kunst. Und sich selbst, neben seiner pflichtschuldigen Militärkarriere als Preussenprinz, seit seiner ersten Italienreise im Alter von 21 Jahren zum Sammler. Laut G.-H. Zuchold zum qualifizierten Sammler, denn "da er auch als Kind nie bedeutende Ansätze einer eigenschöpferischen künstlerischen Veranlagung zeigte, ... verlegte er sich auf das Sammeln von Kunst, und hier gelang ihm in der Tat eine Leistung, deren Bedeutung erst langsam ins Bewußtsein gerufen wird: er legte nämlich die erste Sammlung byzantinischer Kunstwerke im modernen Europa dort an, wo byzantinische Kunst nicht heimisch ist, deren Sammeln also mehr als beispielsweise in Italien einen bewußtseins- und willensmäßigen Akt bedeutete." 


Klosterhof von außen mit 2 Bogenhallen, Vorhof, Säule mit 'Markuslöwen',
in der Mitte der verschlossene Innenhof  
An seinem Sommersitz, heute Schlosspark Glienicke, ließ er in kleiner Entfernung zum Schloss ein Museum zur Aufnahme seiner venezianisch-byzantinisch-mittelalterlichen Sammlung bauen, den Klosterhof. (Er erscheint mittlerweile ausführlich im Wikipedia-Eintrag zu Glienicke, 2014 war das noch nicht nicht der Fall.) Wie Hunold begründet, ist der Architekt des Klosterhofs wohl nicht Ferdinand von Arnim, sondern Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) selber und Friedrich August Stüler, der das Neue Museum in Berlin baute und nach dem Tod des Architekten Ludwig Persius die Friedenskirche in Potsdam (siehe oben). 


Innenhof des Klosterhofs, wie er durch das schmiedeeiserne
Portal zu sehen ist. Säulen aus dem Kreuzgang von
Sant' Andrea della Certosa, Brunnenkopf, die Apsis gestaltet
mit dem (leeren) Sarkopharg des Pietro d' Abono, Säulen,
Formelle, einem Atlanten und weiteren Objekten aus der
byzantnischen Sammlung Prinz Carls.
Die Repliken des Kaiserrelief (s. u.) und der Marmorikone der Agiosoritissa
hängen im rechten Gebäudeteil.
Zur architektonischen Gestaltung von Carls Museum wurden auf La Certosa im bereits weitgehend abgerissenen Kloster Sant' Andrea noch vorhandene Säulen des zentralen (kleineren) Kreuzgangs akquiriert. Hunold belegt mit Dokumenten des Staatssarchivs Venedig, dass, folgend der napoleonischen Schließung des Klosters "bereits 1807 die besten und kostbarsten Stücke verkauft" waren, und dass in Reiseführern der Jahre 1815 und 1819 Sant' Andrea als "schon abgerissen" bezeichnet wird. (Grabplatten und ähnliche Relikte, die weder verkauft noch von Kirchen oder Museen übernommen wurden, werden heute im Seminario Patriarcale aufbewahrt.)
Vor 1811 schlug der damalige venezianische Bürgermeister Daniele Renier die Umnutzung der Certosa als Friedhof vor (und nicht, wie geplant, als Militärstützpunkt der Österreicher), um die vollständige Zerstörung der Kirche von Sant'Andrea zu verhindern, "eines der besten Werke von Pietro Lombardo, ... voll von ausgezeichneten Kunstwerken, reich an preziösen Marmorarten, versehen mit außerordentlichen Malerein, kurzum eine der Zierden der Stadt". Wie wir wissen, wurde nichts daraus, gerettet wurde S. Michele, eine andere Zierde der Stadt. 


1845 wurde das größte Klostergebäude als Kaserne erneuert (heute der letzte Ruinenhaufen auf der Insel), und alle anderen Gebäude unwiederbringlich vernichtet. Hunold vermutet, dass Prinz Carl gerade noch rechtzeitig ein eher kleines Kontingent der wenigen Überreste für seinen Klosterhof ergattern (lassen) konnte. Sein kleines kostbares Museum im Wald oberhalb der Havel, übers Wasser 'verbunden' mit den Sakralbauprojekten seines Bruders, der Friedenskirche in Potsdam und der Heilandskirche in Sacrow, wurde also durch gezielt gekaufte Relikte der Kartause in der Lagune aufgebaut. In seine Mauern wurden planvoll Spolien aus der Sammlung integriert, und die Sammlung byzantinischer Kunst fest eingebaut. (Sie enthielt natürlich auch 'nicht-venezianische' Kostbarkeiten wie den Goslarer Kaiserstuhl, die ich hier nicht berücksichtige.) 


Die letzte Ruinenhaufen auf La Certosa, ehemaliges Kloster-
dann Kasernengebäude. Stand November 2015
Die Provinienz der Kreuzgangssäulen von der Certosa ist belegt. Andere sind selbst erklärend, wie z. B. das Affenrelief vom Turm in Pisa (Austauschteil, das bei einer Restaurierung des schiefen Turmes zum Verkauf stand) oder die Platte mit der Stiftungsinschrift der Scuola S. Giovanni Battista aus Murano. Mögliche Provinzienzen von vielen Einzelstücken erläutert Hunold mit Hilfe seiner kunsthistorischen Expertise, durch Werkvergleiche von Künstlern und Meistern. 
Trotz seiner Kompetenz kann er aber häufig nur vermuten, dass ein Stück "wohl aus dem Andreas-Kloster auf der Insel Certosa" sei. Denn die große Plünderung Konstantinopels 1204 und folgend die jahrundertelange 'Verlegung' massenweiser Kunst- und Kirchenschätze, Heiligenreliquien und ganzer Heiliger überschwemmte die Lagune mit allem, was der Verschönerung und dem Ruhm Venedigs diente. Alles, was nicht eindeutig einheimischen Künstlern zuzuordnen ist, kann also Werk eines Künstlers aus dem byzantinischen Reich sein. Das trifft vor allem auf die vielen dekorativen Patere, Formelle, Säulenteile etc. zu, die einen weiten Weg durch Zeit und Raum hinter sich haben können. 


Stiftungstafel der Scuola S. Giovanni Battista di Murano. Text transkiribiert und übersetzt bei Hunold: 
"Am 30. Oktober des Jahres 1374, als der edle und gelehrte Herr Gabriele Zaccharis Bürgermeister von Murano war, wurde dieses Gebäude errichtet. Oberer war währenddessen Herr Gabriele Buxelo und seine Brüder Vorsteher der Suola der Flagellanten von S. Giovanni Battista in Murano. Herr Iacomelo Damolin, Herr Olivier Darpo, Herr Matteo Roso, Herr Nicholeto von Greguol, Herr Giovanni Capo di Vetro, Herr Paris Sartor, Herr Nicholo del Soler, der Kaufmann Herr Alvise, Herr Meneghelo aus Stra, Herr Anthonio Zio, der Brotbäcker Herr Benvenuto, Herr Marcho Santo".

Große Teile der Klosterhof-Installation Prinz Carls sind überhaupt inzwischen, wie Hunold belegt, weitergewandert. Als erster nutzte sein Enkel Friedrich Leopold (1865-1931) den materiellen Wert und das ging weiter so bis zur historischen Zäsur des 2. Weltkriegs - 1937 z. B. wurden das 'Kaiserrelief' und eine marmorne Marienikone (Agiosoritissa) an amerikanische Sammler verkauft und befinden sich heute in Sicherheit im Museum Dumbarton Oaks in Washington. Im Klosterhof sieht man Repliken beider Werke aus Beton.


Campiello Angaran bei S. Pantaleon
Zum Rundrelief (Tondo) des byzantinisches Kaisers (der im verschlossenen Innenhof des Klosterhofs vom Gitter aus leider nicht zu sehen ist) gibt es einen originalen "Zwilling" in Venedig (bei S. Pantalon rechts, in der Ecke hinter der Bank, Campiello Angaran). Man kann also dort seine Schönheit, Würde und überraschende Größe bewundern. Er ist privates Eigentum, sein Besitzer gab ihn schon für eine Ausstellung her, aber nicht für eine Museumsaufbewahrung, sondern will ihn traditionstreu als Schmuck an seinem Haus behalten. Wissenschaftlich ist er noch ein Rätsel - wurden 2 Kaiserreliefs aus dem Osten nach Venedig geschafft? War es eines, von dem in Venedig eine leicht abweichende Nachbildung gemacht wurde? Wenn ja, wann? Wie sind die Unterschiede der beiden Werke einzuschätzen? Das Deutsche Studienzentrum in Venedig stellte noch detailliertere Fragen (und fand keine abschließenden Antworten) auf einer Studientag am 5.3.2015, von dem ich leider zu spät erfahren und ihn verpasst habe. 
Giuseppe Tassini schreibt in seinen "'Curiosità Veneziane" unter den Text zum Stichwort "Angaran detto Zen, Campiello, a S. Pantaleone" einen kleinen Nachsatz: "Am Campiello Angaran ist in eine Hauswand eingelassen ein Medaillon aus griechischem Marmor, in das ein orientalischer Kaiser in seiner Tracht eingemeißelt ist, eine Arbeit des IX. Jahrhunderts (wahrscheinlich ein Bildnis des Kaisers Leon VI.). Irrtümlicherweise meinte Zanotto, Lorenzo Tiepolo hätte den Marmor aus den Marmorbrüchen von Mongioja nach Venedig schaffen lassen." Auch kein Konsens zum Thema also.


Verschlossenes Portal vom Vorhof zum Innenhof .
2  Säulenpaare aus rostrotem Marmor von der Insel La Certosa,
von Holzlatten geschützt.Originalpatera im Giebel.
Verpatzte Mosaikrestaurierung der 50er Jahre. 2 Heiligenfiguren,
ersetzt bei der Restaurierung.
In Kleinglienicke war ich im April 2015. Nachdem ich rechtzeitig vorher per Mail die Parkverwaltung und das Bezirksamt Zehlendorf kontaktiert hatte, wurde für mich (danke nochmal für diese unklomplizierte Bürgerfreundlichkeit!) sogar der schon seit den Zeiten Prinz Carls immer verschlossene innere Bereich des Klosterhofs aufgeschlossen, inklusive eines hochinteressanten Gesprächs mit den beiden angetretenen Fachfrauen. 
Der Klosterhof ist ein wunderbarer ästhetischer Raum im Wald über der Havel. Eine Komposition alter und sehr sehr alter Gebäudeteile und Kunstobjekte, eine helle Offenheit des Raums und ein Schweben in der Zeit  an einem sonnigen Frühlingstag. Eine Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Die Perfektion des sinnlichen Erlebens wird für mich vor allem bestimmt durch die Balance der Architektur und die Symmetrie der eingepassten Kunstwerke - ein Wechsel zwischen Einzelwerken und Paarinstallationen (von denen mehrfach ein altes Exemplar durch eine Nachbildung des 19. JH ergänzt wurde, um eben diese Symmetrie künstlich herzustellen), sowie die ästhetisch sehr kluge und sensible Kombination von Werken, die ursprünglich überhaupt nicht zu einander gehörten. 


'Markussäule' im Vorhof des Klosterhofs
Basis ist eine Säulentrommel vom Poseidon-Tempel des Cap Sounion,
Säule und korinthisches Kapitell byzantinisch, 11. JH. ,
der Löwe  besteht aus Originalspolien und modernen Ergänzungen
Das kann ja sehr schief gehen, wie z. B. beim "Markuslöwen" auf einer Säule im Vorhof, der offensichtlich aus lauter Spolien zusammengesetzt wurde und aussieht wie eine hinkende Katze mit Teddybärengesicht und angeschnallten Flügeln. 

Aber der Fuss der Säule! Er besteht (wissenschaftlich durch Luigi Beschi 1972 nachgewiesen) aus einer Säulentrommel des Poseidontempels vom Cap Sounion in Attika, zwei weitere dieser Trommeln liegen als Dekoration weiter unten im Park beim Schloss, weitere stehen, zu einer Säule aufgerichtet, im Garten der Palazzina Briati (Universitätsgebäude) in Venedig. Es gibt diese Säulentrommeln im Park des Fürsten von Pückler (der mit Peter Josef Lenné den Kleinglienicker Park gestaltete) in Muskau, aber anscheinend ist deren Provinienz noch nicht überprüft und deshalb nicht belegt. Es scheint aber naheliegend, dass sie gleichen Ursprungs sind wie die Säulenteile in Kleinglienicke und Venedig. Zwei Säulen aus Sounion wurden 1825/26 (also mitten im Aufstand der Griechen gegen die osmanische Herrschaft) von österreichischen Flottenkommandanten nach Venedig gebracht. Noch eine spannende Geschichte...


Säulentrommeln vom Poseidon-
Tempel auf Cap Sounion gestalten auch
den Schlosspark
(vergrößern bitte jeweils anklicken)
Säulentrommeln vom Poseidon-
Tempel auf Cap Sounion
Garten der Palazzina Briati


Spannend ist auch der Brunnenkopf ('vera da pozzo') im Innenhof des Klosterhofs und gut durch das verschlossene Gittertor zu sehen (4. Foto von oben). Er wird von Hunold auf das 1. Viertel des 11. JH datiert und ist aus einem Block aus den Steinbrüchen von Aurisina bei Triest gearbeitet. Einen Brunnenkopf mit frei stehenden Ecksäulen gibt es meines Wissens in Venedig nur noch im Innenhof des Palazzo Vendramin Calergi (Spielkasino) und dort bei offener Landtür (ist auch der Eingang zum Wagnermuseum, Calle Larga Vendramin) zu besichtigen.
(Selbstverständlich haben Preussens den Brunnenkopf nicht als SPRINGbrunnen verwendet, wie im Wikipediaeintrag zum Klosterhof steht. Was hätte mitten im Wald springen sollen? Der Springbrunnen befindet sich im inneren Garten des Schlosses, dessen Wände übrigens von römischen, griechischen, karthagischen... Spolien bedeckt sind. Überwältigend.)



Brunnenkopf im Innenhof des Palazzo Vendramin Calergi (Kasino)
mit 4 freistehenden Säulen ähnlich dem Klosterhof-Brunnenkopf,
der aber älter ist.
Der Klosterhof ist in einem relativ guten Zustand, wenige Kriegsschäden wurden in den 50er Jahren restauriert. Die Reparatur des Madonnenmosaiks über dem Eingangsportal,  beschädigt durch Zielübungen Steine werfender Kinder, nicht Bomben, ist leider völlig daneben gegangen. (Hunold liefert in seiner Monographie die dazu gehörige Korrespondenz mit dem ausführenden Berliner Handwerksbetrieb.) 
Dringend restaurierungsbedürftig ist der Mosaikboden des Kreuzgangs, der ebenfalls original aus der Lagune stammt. Seit der Nachkriegsrenovierung hat das Mosaik teilweise keinen festen Kontakt mehr zum darunterliegenden Boden und kann bei jedem Schritt Schaden nehmen. Und natürlich ist prinzipiell Instandhaltung nötig, wofür die Mittel fehlen. Trotz des Statussymbols "Weltkulturerbe" verlottert der Park Kleinglienicke, sagt Anett Kirchner am 6.3.2014 im Tagesspiegel und erklärt auch sehr genau, warum. Am 10.1.2015 wiederholt sie ihre Klage anlässlich der 200-Jahre-Peter-Josef-Lenné-Feier, ich finde, ihre Kritik sollte dringend gehört werden. 

Fahrradtour, die den Park Kleinglienicke mit dem Klosterhof einbezieht, veröffentlicht vom Tagesspiegel am 28.7.2014.
Anreise mit ÖPNV: Bus 316 von Berlin Wannsee nach Schloss Glienicke in 14 Minuten.



Buchhinweise:

Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, 1984
Gerd-H. Zuchold: 
Byzanz in Berlin, Der Klosterhof im Schlosspark Glienicke
vergriffen, darf als Teil der Schriftenreihe Berlin Forum "nicht gegen Entgelt weitergegeben werden", ist aber trotzdem antiquarischerhältlich (gegen variables Entgelt) bei Booklooker.
Gute und detaillierte Information auf 84 Kleinbroschürenseiten, s/w Fotos.
Inhalt: 
Glienicke - Klassizismus und Romantik zwischen Berlin und Potsdam
Die Geschichte des Klosterhofs
Prinz Carls Intentionen als Kunstsammler
Kunstgeschmack als politisches Phänomen
Lageplan von Glienicke
Anmerkungen, Nachwort, über den Autor.



Hrsg. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Landeskonservator: Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin
Gebr. Mann Verlag Berlin 1993
Gerd-H. Zuchold:
Der "Klosterhof" des Prinzen Karl von Preussen im Park von Schloss Glienicke in Berlin
Band 1, Geschichte und Bedeutung eines Bauwerkes und seiner Kunstsammlung
Band 2, Katalgo der von Prinz Karl von Preussen im "Klosterhof" aufbewahrten Kunstwerke
Diese Monographie empfehle ich sehr für LeserInnen, die an einer akribischen, kompetenten wissenschaftlichen Arbeit mit einem entsprechend großen bibliografischen, fotografischen und dokumentarischen Anhang interessiert sind. Geschrieben in erfreulich präziser, aufmerksamkeitsfreundlicher Sprache.

Band 1 enthält die komplette wissenschaftliche Untersuchung des Themas. 
Band 2 enthält die detaillierte wissenschaftliche Beschreibung aller Objekte, inkl. Provinienz, Quellen etc. 
Bei Booklooker wird größenteils nur Band 1 zu unterschiedlichen Preisen angeboten, also Vorsicht, was man da bestellt und Preise vergleichen.
Ich empfehle die Bestellung der Monographie bei Fröhlich und Kaufmann, beide Bände werden als Pack um 2/3 ermäßigt für 50 € angeboten. 






Ergänzung 23.1.2016

Ein weiterer Brunnenkopf mit frei stehenden Ecksäulen wurde mir heute von einem Korrespondenten freundlicherweise gemeldet. Er ist, finde ich, außerordentlich schön gearbeitet und steht im Innenhof des Fondaco dei Turchi, also dem Naturkundemuseum. In allen Jahren Venedig war ich da nie... herzlichen Dank!
Er schreibt dazu:
"Übrigens rate ich allen, bei einem Venedigbesuch das Naturkundemuseum zu besuchen. Ich finde es ausgesprochen gelungen.
Das erste Mal war ich aus Versehen mit GEOMONDO virtuell dort.
Beim letzten Venedigbesuch waren wir dann mit Freunden life im Museum und waren alle hellauf begeistert. (Alle keine ausgewiesenen Naturkundefans.)"




(C) für beide Bilder: C.H.


Hier geht es zum Eintrag "Eine Geschichte von Murano und Potsdam"



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7. September 2014

Planet Solar auf La Certosa


Reise der Planet Solar durch den Golf von Korinth...


Das sehr beeindruckende Solarschiff Planet Solar, das größte der Welt, hat Donnerstag das Ziel seiner diesjährigen Sommerforschungsreise erreicht, Venedig.

Es liegt für den Winter bis Mai 2015 in der Marina von La Certosa und sucht eine/n neuen EignerIn. Eine vielleicht einmalige Gelegenheit, einen Blick auf dieses außergewöhnliche Schiff zu werfen. 
In Zusammenarbeit mit Vento di Venezia werden Veranstaltun-
gen und möglicherweise auch Besichtigungen angeboten. Siehe auch Eintrag auf dem Venedig-Blog L'acqua bassa in Venedig.



Website Planet Solar
Website Clean Tecnica
Die Planet Solar auf AIS-Schiffspositionen




...und im Hafen von Nauplio

Besuchstermine:
20.9.2014 anlässlich des Tages des Europäischen Erbes kann die Planet Solar im Arsenale besucht werden von 10:30-17:30 Uhr. 


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19. August 2014

La Certosa - die Insel der Bauzäune

Klosterruine La Certosa
Im Juni machte ich wieder eine Runde über die Insel La Certosa, die ich nach dem Tornado am 6. Juni 2012 nicht mehr besucht hatte. Mit ausgesprochen gemischten Gefühlen.

In meinem ersten Eintrag über La Certosa vom September 2010 ging es ausschließlich um das damals neue Projekt "Urban Park 2015". Dieses Projekt scheint erledigt. Schöne Best-Practice-Idee, wahrscheinlich einige Projektmittel kassiert, Ergebnis ist und bleibt bisher das mit Photovoltaik betriebene Servicehaus für die Marina mit Sanitäranlagen, Wasch- und Trockenmaschinen etc.. Der hochfliegende Plan von energetisch autarker Insel, Wiederbelebung alter Techno-
logien, Wasserspeicherung, Abwasserbehandlung etc., siehe alter Eintrag, fand keine weitere Realisierung, mit meiner hoffnungsfrohen Einschätzung noch 2012 lag ich völlig daneben. 



Begehbare Kunstinstallation von OperaBosco,
Verflechtung von lebendem Rohr mit totem Holz 
Auch auf der "Parco della Certosa"-Website der Stadt Venedig und Vento di Venezia sieht man: über Juni 2011 gehen Berich-
te nicht hinaus. Wurden die Öko-Pläne ausgetauscht gegen eine pragmatischere (und gewinnsichernde) Nutzung? Das war ein ganzes Jahr vor den Verwüstungen durch den Tornado. 


Von 2011 gibt es einen Projektwerbefilm:

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Die Schäden des 12.6.2012 waren öffentlich gut zu besich-
tigen im Vergleich des Updates von Googlemaps von 2013 und der älteren Vor-Tornado-Karte von Bingmaps. Man erkennt die Waldschäden und eindeutig den entwurzelten Baum im ehema-
ligen Klosterhof bei Google, bei Bing steht er noch in voller Pracht. Im April 2012 hatte ich noch ein Filmchen aufgenom-
men und mich dabei unter den tief hängenden Ästen dieses Baums durchgequetscht. Die Zerstörung 2 Monate später war unvorhersehbar, aber aus heutiger Sicht und im Ergebnis vielleicht gar nicht so unwillkommen. Damals war ich schon der Laienmeinung, dass die Ruinen kaum zu retten seien, aber die Naturgewalt kann man im Falle von Kritik am folgenden Total-
abriss ganz praktisch vorschieben. Eintrag vom 19.6.2012, mein Bericht über La Certosa im April 2012.


Das Video von 2013 unten zeigt die Schäden, vor allem den Verlust hoher alter Bäume deutlich. Zu sehen sind aber auch militärische Ruinen aus der Zeit der österreichischen Besatz-
ung, ein erster Schutthaufen und die armseligen nackten Reste der Klosterruine, die vor dem weiteren Abriss von der Umklammerung des Dickichts befreit wurde.




Im Juni 2014 also stand ich dann doch einigermaßen fassungs-
los vor Bauzäunen, die die gesamte nördliche Hälfte der Insel plus den Westen der südlichen Häfte möglichst blickdicht abschirmen sollen (was natürlich nicht gelingt). Bagger und Räumgeräte sind ohnehin zu groß und zu laut, um sie zu ver-
stecken. Die Gebäude im Osten der südlichen Hälfte haben keinen Schaden genommen bis auf den Wasserturm, der früher neben dem Hotel stand, jetzt nicht mehr. Die Mitte der Insel scheint wie rasiert, auch vom Wasser aus kann man die hohe Schutthalde und die gerodeten Flächen sehen, beide wachsen seit Monaten, habe ich mir sagen lassen.


Mirabellen
Ich stärke mich im Hotelgarten mit einem Cappuccino und einem Croissant (die in Venedig Brioche heißen und in der Bar des Certosa Hotels einzigartig zart sind, ein Wölkchen aus Blätterteig!) und starte dann die Inselrunde.

Die Marina ist weiter gewachsen. Es liegen hier mittlerweile nicht nur große Segelyachten, sondern auch sehr große Motoryachten, und der Laden scheint voll zu sein. Im hinteren Bereich der Liegeplätze gibt es neue Sanitärgebäude, eine Kindersegelschule und Fahrräder für die Fahrt zum Restaurant. Entlang des Kanals zur Insel Le Vignole sieht alles aus wie zuvor, keine Waldschäden, aber als ich rechts abbiege zur Düne im Zentrum der Nordhälfte, die früher von hohen Bäumen eingefasst war, ist der Wald buchstäblich leer gefegt. Statt dessen große Stapel von klein gemachtem Holz und überall wieder Nachgewachsenes. Es ist ein wunderbarer Morgen auf dieser kleinen Insel in nächster Nähe Venedigs, große und laute Vogelkonversation, interessante Vegetation im Kleinen, Proviant im Angebot in Form von etwas unreifen Reineclauden und einer Art Mirabellen (überreif und eigentlich zu früh), Sonne scheint warm, Eidechsen flitzen, die Baumaschinen sind hier nicht zu hören. Hier soll künftig ein kleines Stück Wald erhalten werden, aber man wird es wohl nicht mit dem früheren Dschungel der Certosa vergleichen können.


Werke von OperaBosco
Krokodile am Strand
Die Umwelt-Künstlergruppe OperaBosco hat hier Anfang Juni eine dauerhafte Ausstellung installiert "nasce e rinasce", deren Exponate natürlich im Lauf der Zeit verrotten werden, die aber jetzt noch frisch und ihre Arbeitstechniken gut erkennbar sind. Ich sitze eine Weile im Halbschatten am Strand zwischen den Krokodilen, nachdem ich herausfinde, dass auch hier, am Tor der Mauer, die Nord- und Südhälfte der Insel trennt, der Bau-
zaun zwar nicht wirklich blickdicht ist, aber unbefugtes Betre-
ten der Riesenbaustelle wirksam verhindert. Und damit auch die komplette Umrundung der Insel. Ich wandere also zurück durchs Gehölz zur anderen Seite des Bauzauns, suche Guck-
löcher und sehe dann aus einiger Entfernung die letzten Reste der Klosterruine, es kann sich nur noch um Tage handeln, bis hier alles endgültig platt ist. 


Ebenfalls aus dem Juni stammt ein neues Werbefilmchen, siehe unten, mit einer 3-D-Darstellung des Karthäuserklosters. Nach vollendetem Abriss der Anlage kann man sie nun im www bewundern. Die Information, dass "der zentrale Klosterhof" bereits in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Veranlassung von Prinz Carl von Preußen abgebaut und im Park von Schloss Glienicke wieder aufgebaut wurde, ist mir neu. Das werde ich mir beim nächsten Besuch in Berlin ansehen. 



Der Steinhaufen, der einmal die Klosterruine war, bleibt in diesem Film unkommentiert, ebenso wie die Geröllhalde der bereits abgerissenen Gebäude, die auf der Googlemaps-Einspielung zu sehen ist.

Die Bauzäune tragen Planen, auf denen die "Wiederbelebung" und künftige Nutzung der Insel erläutert werden. Von einem Bürgerbeteiligungsverfahren ist das weit entfernt, aber immer-
hin etwas Information. Erstaunlich finde ich, dass hier der Abbau von unterschiedlich kontaminierten Böden (Folge der militärischen Nutzung) angekündigt wird. Im ursprünglichen Plan von "Urban Park 2015" war keine Rede von kontaminierten Böden, trotz des hohen ökologischen Anspruchs. Das lädt zu Spekulationen ein, die ich mir lieber verkneife. 


Sagen wir bis auf Weiteres mal: das Leben geht weiter. Für den Sommer 2014 wurde ein 10tägiges Freiwilligencamp auf der Insel ausgeschrieben (ob es stattfand, weiß ich nicht), für Aufgaben in der Umweltsanierung und Umweltbildung. Es be-
darf sicher mehr als eines Camps auf der Wiese der kleinen Umweltbildungsstätte der Certosa, die bisher Ziel von Klas-
senausflügen ist.

Seit diesem Sommer kann man solar angetriebene Boote in der Marina mieten. Das würde mir gefallen, faul mit Sonnenenergie durch die Lagune gondeln. Es sind Schritte zur "Wiederbele-
bung" der Insel zu einer neuen, erweiterten touristischen Nutzung. Denn bei allen Beteuerungen, die neuen Strukturen der Certosa dienten auch der Lebensqualität der veneziani-
schen Bevölkerung, läuft die Sache letztendlich auf eine wei-
tere touristische Zielgruppe hinaus, die der auf dem Wasser mobilen. Und natürlich nicht mit kleinem Budget, wenn auch nicht ausdrücklich in der Luxuskategorie wie z. B. S. Clemente in der südlichen Lagune. 



Plane am Bauzaun
Aber die Venezianer haben La Certosa eigentlich schon abge-
schrieben. Ältere VenezianerInnen berichten nostalgisch von sonntäglichen Familienausflügen, auch als Freundesgruppen oder Paare, per Boot auf die verlassene Certosa. Mit Pick-
nicks, Strand- und "Dschungel"leben. Damit sei es schon lange vorbei, und mit den neuen Planungen erwartet niemand mehr einen bürgerfreundlichen Inselpark. Eher das Gegenteil davon.


Warten wir ab, was sich in den nächsten 10 Jahren entwick-
elt. Am 27. September tritt SKA-J (meine venezianische Lieblingsband!) im Rahmen der Feiern zum 30jährigen Bandju-
biläum auf der Certosa auf, Skardy vs. Furio. Das ist doch schon mal EIN freundlicher Blick in die nahe Zukunft. 





7. Juli 2012

Eine wunderschöne Gondel...



liegt im Canale di Cannaregio, linke Seite, wenn man stadtauswärts fährt, rechte Seite, wenn man stadteinwärts fährt, sie ist offensichtlich neu und fiel mir beim ersten Blick auf, schon im April. Die Gondel hat für mein Auge ungewöhnlich harmonische Rundungen, auch des Verdecks, Bug und Heck sind schwungvoll etwa gleich hoch gezogen und mit einer Art silberner Stacheln verziert, sonst gibt es keine Dekorationen und das Schwarz ist matt, nicht glänzend. Elegant!
Im Mai sah ich sie wieder, und diesmal hatte sie sogar ein halbrundes Dach, ein Felze, aus goldgelbem Brokat. Ich war noch tiefer beeindruckt und natürlich neugierig, wer-wie-wo-warum.
Für derartige Fragen ist Andreas Götz seit Jahren ein sachkundiger Ansprechpartner, der mit folgender Antwort spannende und erschöpfende Informationen mailte:
Zu deiner Frage: Es ist eine Rekonstruktion einer Gondola Seicentesca, also des siebzehnten Jahrhunderts. Das Ganze als Teamarbeit des Meisterkurses der Gondelbauer 2011. Beratung durch Gilberto Penzo (wer sonst?) und gebaut auf der Certosa bei Vdv (Alberto Sonnino, wo sonst?).
Der Felze ist, so wie du ihn fotografiert hast, fertig. Er war so im siebzehnten Jh.
Im Dogenpalast habe ich mal ein Bild einer gondola seicentesca gesehen. Leider konnte ich keine Abbildung finden. Fotografieren darf man ja eigentlich nicht und Abbildungen findet man dann nicht; ziemlich doof.

Zeitraffer des Baus der Gondel:
Bericht über den "Stapellauf":

Um die Entwicklung der Gondel skizzenhaft zu vervollständigen:

Im 15. und frühen 16. Jh. ähnelte die Gondel noch stark der Batela. Die Unterschiede haben sich dann erst herausgebildet (Ich sehe die Unterschiede gar nicht, also frag mich nicht). Es gab wohl schon im 15. Jh. ein einfaches Felze. Auf dem Bild aus dem "Kreuzwunder" von Bellini sieht man in den Gondeln runde Bögen liegen, mit denen man bei Bedarf einen Sonnenschutz bauen konnte. Ich habe dir einen Bildausschnitt angelegt.
Detail, Bellini "Kreuzwunder"

Für den Film Casanova wurde eine Gondel des 18. Jh. rekonstruiert. Sehr gerade im Wasser liegend, mit hohem Ferro. Heute ist sie im Besitz des Arzana, dessen Mitglieder auch beim Film mitgewirkt haben. Foto als Anlage.
Gondel des 18. Jahrhunderts, rekonstruiert für den Film 'Casanova'
Im 19. Jh. wurden Bug und Heck immer höher gebaut, wodurch die Gondel sehr viel wendiger wurde. Ich vermute zudem, daß sie dadurch weniger anfällig gegen Wellenschlag wurde. Ein Problem, daß ja erst seit dem 19. Jh. in dieser Form existiert.

Hier noch zwei Links zum Gondelbau:

http://www.youtube.com/watch?v=YGJroKBe4K0

http://www.youtube.com/watch?v=HZKGNa80RJs

Der Kurs war bei Vdv übrigens nur "zu Gast", sicher gegen entsprechende Bezahlung. Eigentlich sind das ganz normale Produktionsstätten.

Cordiali saluti, Andreas

Grazie mille für Deine Erläuterungen und herzliche Grüße zurück.
Ich hoffe, wohlinformierte TouristInnen freuen sich wie ich beim Anblick der Gondel im Canale di Cannaregio.


Nachtrag am 15.7.2012:

Andreas Götz weist mich per Mail darauf hin, dass in der Pfarrrkirche S. Maria Assunta in Malamocco auf einem Altarbild eine Gondel des 17. Jahrhunderts dargestellt sei.  Ob ich vielleicht zufällig ein Foto davon gemacht hätte?

Nein, habe ich leider nicht. Aber das wunderbare www hat. Hier: Dr. Ulrich Alertz, Studien zur Technik des Mittelalters, Die Gondola des Barock


17. Juni 2012

La Certosa April 2012

Kleiner Besuch auf La Certosa zunächst im Oktober 2011, um zu sehen, wie weit Schritte des Projekts Certosa Urban Park 2015 (Eintrag vom 9.9.2010) schon umgesetzt wurden. 



Ziegenherde, mit Zoom
Eines der 'hohlen' Gebäude, zu füllen mit einem
der
energieautarken Gebäude des Projekts
Blick von der erweiterten Marina auf Turm und Dom
S. Pietro, Turm S. Marco, Arsenaleeingang und Turm
Porta Nuova, Turm S. Francesco della Vigna
Gesunder Bärlauch neben giftigem Aaronstab
im Parkgelände
Sandanlegestelle an der Kanalkreuzung
ehemaliger Klosterinnenhof April 2012
Alte Bäume an der 'Hasenwiese', Umgebung gerodet, Okt. 2011