24. März 2015

Vaporetto Fahrpläne 2015



Anschluss an den Fahrplaneintrag 2014
Alle Einträge zum Thema öffentlicher Verkehr finden sich unter dem Label ÖPNV.


Ab dem 1. April tritt der Frühjahrsfahrplan 2015 in Kraft.
Es macht Sinn, die 29 Seiten auszudrucken, wenn man lang und/oder häufig genug in Venedig ist, denn Fahrpläne liegen nicht überall/immer aus. Wie auch, bei 10 bis 20 Millionen BesucherInnen im Jahr (die Zahl ist bekanntlich variabel, um nicht zu sagen, beliebig, je nach Ursprung der jeweiligen Verlautbarung). 

Buslinien auf dem Lido ab 1.4.2014
Quelle: ACTV.

Die Alilaguna-Fahrpläne sind enthalten, S. 28/29, aber hier noch der Link zur Alilaguna-Website.
Der Alilaguna-Service wurde in letzten Jahren erweitert, Linien verlängert und ergänzt. Das hat zur Folge, dass die Fahrten z. T. extrem lang dauern (meine Erfahrung: von Zitelle zum Flughafen über 1,5 Stunden, kein Spass mit unerwartet seekranken Mitreisenden oder im Hochsommer!). Ich empfehle, per Fussweg oder Umstieg vom ACTV-Verkehr (4er und 5er Linien) von der Nordseite der Stadt aus ein Alilagunaboot zu nehmen, (Haltestellen Bacini, Ospedale, Fondamente Nove, Madonna dell'Orto, siehe Fahrpläne). Oder sogar erst in Murano zuzusteigen (via 4er Linien). So ist man ruckzuck am Flughafen.


Der Flughafen Marco Polo wird seit einiger Zeit umgebaut. Löblich, aber leider sind der Website keine Hinweise zu entnehmen. Kein guter Service. Der Status im Februar 2015 war, dass man nicht mehr scharf links zu den Alilaguna- und Taxianlegern geht, sondern beim Verlassen des Gebäudes geradeaus über die Zebrastreifen und dann weiter per Umleitung über einen Parkplatz zum neu sortierten Anlegebecken. Der Weg ist momentan deutlich weiter (wichtig beim Transport von kleinen Kindern oder viel Gepäck, Gehbehinderungen etc.). Die ÖPNV-Anleger befinden sich derzeit auch nicht mehr an der Ecke des Cafés 'Darsena', sondern auf der entgegengesetzten Seite. Auch nicht sehr serviceorientiert. Ist ja vielleicht alles nur ein Zwischenstadium.
Im Ergebnis empfehle ich derzeit, mit Bussen nach Venedig zu fahren, entweder ACTV Linie 5 oder ggfs. der Buslinien ATVO, oder mit dem Straßentaxi.


Aktuelle Hinweise (die ich wie immer im Laufe des Jahres ergänze):

Wegen Reparaturarbeiten 23. bis 31.3. wird die Haltestelle S. Giorgio (Maggiore)  nicht von der Linie 2 angefahren. Sie fährt direkt nach Zitelle und weiter. S. Giorgio wird von einem separaten Motorboot hin und zurück versorgt, das fahrplangerecht vom Ableger B an der Haltestelle S. Zaccaria fährt.

Die Haltestelle Bacini ist geschlossen vom 30.3.-24.4., ebenfalls wegen Reparaturarbeiten. Statt ihrer kann die Haltestelle Celestia benutzt werden.

30.3. 10-13 Uhr Komplettstreik ACTV (Wasser, Land, Ticketverkauf etc.)
(besten Dank an Korrespondentin D. A., die mich auf einen Fehler aufmerksam machte: der Streik ist am 30.3. und nicht am 30.4.)





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20. März 2015

Migropolis - dritter Eintrag


Hier geht es um meinen Ausstellungshinweis und die dazugehörige Buchempfehlung "Migropolis" vom 15.12.2009.
Die beiden Bände wurden 5 Jahre lang zum Preis 128 € verkauft, ein stolzer Preis für Normalverbraucher, antiquarisch wurde z. T. sogar mehr verlangt.  Ein freundlicher Korrespondent mailte mir soeben, dass der Preis jetzt heftig herabgesetzt wurde, siehe unten (Name gekürzt).


Ich danke sehr für diese Information, gebe sie hiermit weiter und empfehle, die Gelegenheit zu nutzen. Ein ungewöhnliches, beispielhaftes Projekt! 


Liebe Frau Eckert,
habe heute newsletter von Walther König-Buchhandlung Köln (=2 Filialen in Bonn) erhalten. Anbei davon 1 Buch. Dachte gleich, Ihnen die Info zu geben. Sie haben es zwar auf Ihrer Liste im blog, aber hier ist es stark herabgesetzt von 128 auf 59 Euro. Beste Grüße  E.R.B.
- ein Muß für jeden Venedig-Liebhaber -
Migropolis - Venice / Atlas of a Global Situation.
Ab dem Winter 2006 unterzogen Studenten der Universität in Venedig ihre Stadt über drei Jahre einer detaillierten Kartierung. Daraus entwickelte sich ein gigantisches Archiv aus Fallstudien, zehntausenden Fotos, Bewegungsprofilen und statistischen Daten. In einem raffiniert verzweigten Plan aus Essays, Bildern, visualisierten Daten und Interviews wird das Territorium der Stadt mikroskopisch seziert und als urbanes Gleichnis erklärt:Venedig wird zum "Atlas einer globalen Situation".
Hrsg. von W. Scheppe. Venice 2009. 18 x 25 cm., 2 Bände, zus. 1344 S., 1920 meist farb. Abb. sowie 158 Diagrammen. Gebunden. Im Schuber. In engl. Sprache.
Bestell-Nr: 1434016EUR 128,00 EUR 59,80

Link zur Buchhandlung Walther König (in die Suchfunktion "Migropolis"  oder die Bestellnummer eingeben).




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19. März 2015

Eine hinreissende Ausstellung

Alefbet, gemalte Version 
Faszinierend ist die Ausstellung, die seit Mitte Februar bis Mitte September in der 3. Etage der Fondazione Querini Stampalia gezeigt wird. Es ist ein bisschen zu befürchten dass sie nicht mehr die verdiente Beachtung findet, wenn ab Mai Kunstbiennale, Wechsel von Ausstellungen in diversen Museen etc. Aufmerksamkeit und Zeit der Venedig-
besucherInnen beanspruchen.  


Die Multimediadarstellung des Projekts "Alefbet" des russischen Künstlers Grisha Bruskin ist faszinierend, auch wenn man wie ich kaum Wissen über jüdische Kultur hat, oder wenig Interesse an religiösen Zusammenhängen. Wer sich nicht einfach nur von der wunderbaren Malerei Grisha Bruskins und der Umsetzung der Bilder in große gewebte Wandteppiche beeindrucken lassen will, kann dem Künstler FAQ stellen: Frage wählen, Frageknopf am Computer drücken und schon erzählt der Künstler auf einem lebensgroßen Display Details über die Hintergründe seiner Arbeit, mit intensivem 'Blickkontakt'. Klasse.

Für weitere Informationen und Diskussionsmöglichkeiten stehen StudentInnen der Universität Ca'Foscari zu Verfügung, die darauf warten angesprochen zu werden. Sie nehmen sich Zeit und sind eine Bereicherung dieser Ausstellungserfahrung.

Mehr inhaltliche Details finden sich im Eintrag des Blogs L'aqua bassa, der Kollege hatte mir den Besuch der Ausstellung empfohlen, die Empfehlung gebe ich hiermit weiter.

Haltestelle S. Zaccaria, dann weiter bis S. Maria Formosa. Im Hause der Fondazione gibt es 2 Fahrstühle in die 3. Etage. Man geht in den Bookshop, holt sich eine Freikarte an der Kasse (Eintritt zur Ausstellung Alefbet ist kostenlos), geht durch den von Carlo Scarpa gestalteten Parterreraum der Kanalseite zum Fahrstuhl. Wenn man (ohne Freikarte, das geht) direkt den Fahrstuhl in den zentralen Halle benutzt, landet man am Ausstellungsende, was aber kein Problem ist. 


Alefbet, gewebte Version


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14. März 2015

Eine Dosis Kunst en passant...

In "Your Star House", Olafur Eliasson
...vom Vaporettohalt San Marco-Vallaresso - links - links und dann nicht die 'Ladentür' von Louis Vuitton, sondern in den nächsten Eingang, in dem man einen Fahrstuhl findet. Mit dem fährt man gepflegt und unbehelligt in die 3. Etage und steht im kleinen Kunstraum Louis Vuitton, der zur Kunstbiennale 2013 eröffnet wurde und dessen Ausstellungen ich bisher, Schande, verpasst habe. 

Es handelt sich um eine langfristige Kooperation, sprich Sponsoringvertrag, zwischen der Stiftung städtischer Museen Venedig und der Firma L. V.. Finanziert wird die Restaurierung einzelner Werke des venezianischen Kunsterbes und kostenlos ausgestellt im Espace L. V. gemeinsam mit einem korrespondierenden Werk aktueller Gegenwartskunst. Eine schöne Idee, bisher beeindruckend wie folgt realisiert:

Juni bis November 2013 "Where should Othello go?"
"Othellos Tod" von Pompeo Marino Molmenti (restauriertes Gemälde) und "strawberry ecstasy green" von Tony Oursler (Diashow).


Januar bis Mai 2014 "Renaissance"
"Madonna und Kind" von Vittore Carpaccio (restauriertes Gemälde) und "Emergence" von Bill Viola (Video).
Mehr zu dieser Ausstellung in den Blogs von Cat Bauer und Stylecloseup (inkl. Videolinks).

Juni bis Dezember 2014 "Sguardi incrociati"
25 restaurierte Venedig-Fotos aus der Sammlung Marino Fortuny (der vom Palazzo Fortuny) und 30 Venedig-Zeichnungen von Jiro Taniguchi aus einem Buch, das vom L.V. Verlag publiziert wird.
Mehr dazu im Blog L'aqua bassa in Venedig.

Jetzt, seit Dezember 2014 noch bis 26. April 2015 "Mondo Novo"
Restaurierte Werke optischer Venedig- und Städtedarstellungen des 18. JHs mit Beleuchtung inkl. restauriertem 'Guckkasten', konstruiert von Carlo Goldoni, und "Your Star House", einem begehbaren Kaleidoskop von Olafur Eliasson

Die optische Überraschung beginnt schon beim Verlassen des Fahrstuhls, denn das Kaleidoskop ist auch von außen verspiegelt und sorgt für Verwirrung. Auf Wunsch werden die historischen und neuen optischen Tricks der Kunstwerke von freundlichen Menschen erklärt, Fotos sind erlaubt und verstärken die Freude im Kaleidoskop. 

Schön ist der dazugehörige Bookshop mit bequemen Sesseln, ausliegenden (Reise- und Kunst-) Büchern des Verlags Vuitton und sehr vielen Venedigbüchern anderer Verlage, die man ebenfalls unbehelligt lesen kann oder kaufen darf. Keinesfalls übersehen darf man die Prachttreppe des ehemaligen Cinema Teatro San Marco, dessen Sitz dieses Gebäude früher war. Eine weitere Restaurierung UND eine optische Überraschung UND ein körperlicher Genuss ist diese wunderschöne gewendelte Treppe, man kann mit schnellen eleganten Schritten hinunterschweben wie in einem Hollywoodfilm... oder man kann sich an Goethe erinnern, der in der 'Italienischen Reise' schreibt: 

"... daneben die schönste Wendeltreppe von der Welt, mit offener, weiter Spindel, die Stufen in die Wand gemauert und so geschichtet, dass eine die andere trägt; man wird nicht müde, sie auf- und abzusteigen; wie schön sie geraten sei, kann man daraus abnehmen, daß sie Palladio selbst für wohlgeraten angibt."

Aber Goethe schreibt natürlich nicht über diese Treppe, sondern über die Treppe (scala ovata) des Palladio in der Carità, heute Accademia, auf deren Anblick wir alle schon seit Jahren gespannt warten. Aber das ist eine andere Geschichte und kann hoffentlich bald berichtet werden.

Der Luxus in diesem Haus ist natürlich an mich verschwendet. Kein Interesse, keine Kohle. Die 3. Etage empfehle ich aber wärmstens. Im Mai, pünktlich zur Biennaleeröffnung wird bei V. L. ein neuer "Dialog" ausgestellt werden, ich freu mich schon darauf, im Vorbeigehen.




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7. März 2015

Hüllen und enthüllen

Die blaue Verschleierung der Scuola Grande della Misericordia

Ich habe einen kurzen Besuch in der ruhigen Zeit nach Karneval in Venedig gemacht - es war kühl und feucht, die Vaporetti waren ungewohnt leer, dafür wimmelte die Riva vormittags von großen asiatischen Reisegruppen, die zu Fuß unterwegs waren. 

Was mir erfreulich auffiel: die Hüllenpolitik bei der längerfristigen Renovierung von Gebäuden scheint sich grundsätzlich geändert zu haben. Wer erinnert sich nicht an die Planen, die viele Jahre die Fassaden von Dogenpalast, Biblioteca Marciana, Prokurazien, Palazzi am Canal Grande im Auftrag von Bul---, Rol--- etc. entstellten. An den Ärger über Fotos, die nicht die Seufzerbrücke zeigten, sondern Werbung. Angeblich notwendige Einnahmequellen zur Finanzierung der Restaurierungen. Hat ja niemand geglaubt. Wie viele Proteste von enttäuschten Touristen und empörten Kunst- und ArchitekturhistorikerInnen sind wohl an die Verantwortlichen gerichtet worden! Jahrelang schien das erfolglos zu sein.

Bis die ersten Hüllen am Canal Grande keine Werbung mehr, sondern eine graphische Darstellung des verhüllten Gebäudes zeigten. Als die Renovierung des Dogenpalastes beendet war und die Riesenplanen verschwanden, wurde erfreulicherweise auch an der großen Baustelle des Fondaco dei Tedeschi keine Werbung des Bauherren angebracht, sondern eine Art Faksimile der Fassade. Derzeit ist auf Kanalseite das Gerüst bereits wieder teilweise enthüllt. Je nach Helligkeit bzw. Lichteinfall könnte man das fast übersehen.


S. Maria di Nazareth am Bahnhof - unvermietete Werbefläche?
Die Kirchen S. Maria di Nazareth (Scalzi) und S. Maria della Pietà sind derzeit eingerüstet und hinter ähnlichen Fassadenfaksimiles verschwunden. Es scheint, dass man die Option für eine Werbefläche freihalten wollte, zumindest legt eine große freie Fläche den Gedanken nahe. Hat sich kein Konsumlabel mehr gefunden, das einen Imageverlust riskieren will durch Verschandelung der Schönheit Venedigs? Verzichten die GebäudeeignerInnen auf die Vermietung der Werbeflächen, die das Stadtbild und ihren Ruf temporär beschädigen? Das wäre ein erfreulicher Lernprozess. 


S. Maria della Pietà an der Riva - unvermietete Werbefläche?
Noch nicht kapiert hat man es im Falle der potthässlichen Einrüstung + Bauzaun von SS. Giovanni e Paolo, eigentlich einer der schönen und volkstümlichen Plätze der Stadt. Seit ca. 2 Jahren ein scheußlicher Anblick und für einen Aufenthalt im Straßencafé nicht mehr geeignet.


Campo SS. Giovanni e Paolo, Juni 2014. Sieht mittlerweile noch wüster aus
Dagegen sind die blauen Schleier der Scuola Grande della Misericordia zauberhaft. Das Riesengebäude, das man von den Türmen von S. Marco und S. Giorgio Maggiore oder von der Laguna Nord über die Stadt ragen sieht, himmelblau eingehüllt, hat Christo-Qualität, auch wenn das nicht beabsichtigt ist. Besonders an diesen blauen Frühlingstagen.


Vom Rio dei Gesuiti
Vom Ponte Seriman
Von der Fondamenta S. Caterina
Während ich mich entlang des Rio di S. Caterina näherte, enthüllten Bauarbeiter das Gerüst an der Gebäuderückseite, einer nach dem anderen fielen die langen blauen Schleier schwebend und lautlos wie in einer Inszenierung. Bis ich dann vor der Verhüllung der Misericordia stand. Das ist momentan, was man in Bayern vermutlich ein mords blaues Trumm nennen würde. 



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5. März 2015

56. Kunstbiennale 2015 - 6. Eintrag

Alle Fotos dieses Eintrags: Biennale 2013
 Palazzo Falier inkl. Hauskatze

Pedro Cabrita Reis: A Remote Whisper
Hinweise auf die Ausstellungen von Polen, Südafrika, San Marino, Aserbaijan, Zimbabwe, Angola, Ukraine, des Vatikan, Ägypten, Italien und zwei kollaterale Einzelausstellungen (Peter Doig und Sean Scully).

Die Biennaleverwaltung hat vor einigen Tagen die Preise veröffentlicht, immerhin weniger als 2 Monate vor Eröffnung. Die erfreuliche Nachricht ist, dass sie stabil blieben, soweit ich das überblicke. Der Überblick ist nicht so einfach durch neue Reduktionen, die man als separates Angebot kaufen kann. (Siehe Eintrag vom 30.1.2015)
Der Onlineticketverkauf funktioniert noch nicht, da aber noch 2 Monate Zeit sind, fassen wir uns in Geduld und betrachten weitere Ausstellungen in der Vorschau.
Stop! Ergänzung! Wenige Stunden nach diesem Eintrag gab es die offizielle Vorschau-Presssekonferenz zur Biennale mit detaillierten Informationen. Ich komme darauf zurück. "Professionals" können sich um eine Einladung zur den Previews am 6./7./8.5. bewerben, und zwar bis 10.4.2015. Die Bewerbung garantiert keine Einladung und gilt jeweils nur namentlich für eine Person. Auf Online Form klicken und bewerben.


Polens Beitrag bezieht sich auf einen Punkt seiner Geschichte, an dem polnische Soldaten als Teil der napoleonischen Armee 1802 einen Aufstand schwarzer Sklaven auf Haiti niederschlagen sollten. (Auf seiner Website www.kriegsreisende.de beschreibt Dr. Frank Westenfelder dies ausführlich unter dem Menüpunkt Polen-Haiti.) Joanna Malinowska und C.T. Jasper, die nicht zum ersten Mal zusammen arbeiten, stellten den Nachfahren polnischer Soldaten die Oper 'Halka' von Stanislaw Moniuszko vor. Ein interessantes Projekt mit fitzcarraldischem Gout, bei dem ich auf den Zukunftsaspekt gespannt bin. Pavillon in den Giardini. 

Südafrika schickt 12 ausdrücklich junge Performance-
künstlerInnen und 15 Filme nach Venedig, die vom 6. bis 14.5. ohne festen Raum ihr Land repräsentieren werden. Performances in den Straßen und Plätzen sind immer toll. Orte, an denen die Filme gezeigt werden können, sicher kein Problem. Den gewählten Zeitraum finde ich schwierig - vom 6.-8. gucken die Akkreditierten für die Vorabbesichtigung und weitere Profis zu, das Publikum hat nur vom 9.-14. Gelegenheit, südafrikanische Beiträge zu sehen. Schade. Ich bin dann in Venedig und werde versuchen, Eindrücke zu gewinnen und zu berichten. 


San Marino kooperiert mit der Volksrepublik China in einem "Friendship Projekt". (Darüber hinaus erwarte ich den normalen volkchinesischen Pavillon im Arsenale, auch wenn es darüber noch keine Online-Information gibt.) 6 sammarinesische und 7 chinesische KünstlerInnen, VertreterInnen verschiedener Kunstformen, stellen gemeinsam aus in 4 venezianischen Palästen. Um welche Häuser es sich handelt ist bisher nicht rauszukriegen, ich hoffe auf spannende Locations und liefere die Information schnellstmöglich. 



Eine der Nebenausstellungen der Biennale präsentiert mit Peter Doig die Fondazione Bevilacqua La Masa an ihrem Sitz Palazzetto Tito. Achtung: 5.5.-4.10.2015. Haltestelle Zattere oder San Tomà.

Aserbaijan stellt wieder am Canal Grande aus, diesmal im Palazzo Barbaro, und bezieht sich dabei ausdrücklich auf Giosafat Barbaro, der im 15. JH als venezianischer Botschafter in Aserbaijan tätig war und einen Reisebericht publizierte. Die Künstler Almagul Menlibayeva und Rashad Alakbarov arbeiten u. a. mit der Überschneidung der Architekturen des gotischen Palazzo Barbaro und des neogotischen Palastes Mukhtarov, errichtet 1912 in Baku. Interessantes Projekt, das ich nicht verpassen werde, da ich den Palazzo Barbaro noch nicht kenne, berühmt wegen seiner Geschichte, Ex-BewohnerInnen, literarischen Verwertung (Henry James). 
Haltestelle Accademia oder S. Maria del Giglio.

Sozusagen im Nachbarhaus, Palazzo Pisani am Campo Santo Stefano, tritt Angola auf, der Gewinner des Goldenen Löwen 2013. Für die Ausstellung wurden António Ole, Binelde Hyrcan, Délio Jasse, Francisco Vidal und Nelo Teixeira ausgewählt. Dass die Sache männerlastig ist, fällt auf. Ich habe bei einer Recherche zur angolanischen KünstlerInnenszene einen interessanten Artikel von Suzana Sousa gefunden, der auch auf die Künstlerinnenfrage eingeht, leider ohne Datumshinweis. Das Haus ist der Sitz des Conservatorio Benedetto Marcello, die Chance, es zu sehen, sollte man nicht verpassen.



Ein weiterer wunderbarer Palazzo am Canal Grande wird für eine Ausstellung auch in diesem Jahr geöffnet sein: im Piano Nobile des Palazzo Falier stellt Sean Scully im Rahmen der collateral events aus, der hier sicher eine stimmige Location für seine Arbeiten hat. Und wir eine seltene Gelegenheit, einen Teil des Hauses und mit seinen hübschen Garten zu besichtigen.

Zimbabwe schickt die Künstler Chikonzero Chazunguza, Masimba Hwati und Gareth Nyandoro, die unter dem Titel "Pixels of Ubuntu" mit ihren Objekten und Video- und Toninstallationen "die gesamte S. Maria della Pietà in eine authentische zimbabwische Lebenswelt umwandeln" werden. Die zimbabwischen Präsentationen in Venedig haben mich bisher sehr beeindruckt und bin ich sehr gespannt. Ich gehe davon aus, dass wie bisher der Ausstellungsort das Gebäude des Istituto della Infanzia und nicht die Kirche S. Maria della Pietà gemeint ist. 
Siehe auch Beiträge von Africultures und Curator's Blackbox.
Haltestelle S. Zaccaria.




Die nationale Ausstellung der Ukraine wird vom PintchukArtCenter und der Victor Pintchuk Foundation organisiert. Ausstellungsort ist ein Glaspavillon, der zu diesem Zweck an der Riva dei VII martiri aufgestellt wird, nahe dem Eingang der Giardini. Bei den letzten Biennalen gab es neben der Ausstellung der Ukraine die Ausstellungen des Future Generation Art Prize (in großen Palazzi am Canal Grande), von der Pintchuk Foundation ausgeschrieben und verliehen, in diesem Jahr gibt es nur eine Veranstaltungen und einige der jungen GewinnerInnen werden die Ukraine vertreten. Das sind Yevgenia Belorusets, Nikita Kadan, Zhanna Kadyrova, Mykola RidnyiSerhiy Zhadan, Aartem Volokitin und Anna Zvyagintseva, außerdem 'Open Group' die als solche im Internet nicht stattfindet.
Vaporettohalt Giardini oder Arsenale.

Der Vatikan oder 'Heilige Stuhl' nimmt zum zweiten Mal mit einer Ausstellung an der Kunstbiennale teil, eine Pressekonferenz ist zum 9.4. angekündigt, Näheres dann. Waffensäle im Arsenale.

Uruguay wird im seinem Pavillon in den Giardini vertreten von Marco Maggi. Von diesem Künstler finden sich wenige Details im Internet. Frances Lehmann Loeb Art Center. White Hot Magazine, älteres Mailinterview. Abstraction in Action. Lassen wir uns überraschen.

Ägypten zeigt in den Giardini "Can you see" mit den Künstlern Ahmed Abdel Fatah, Maher Dawoud und Gamal Elkheschen.

Italien, also der Padiglione Italia, liegt in den Händen von Vincenzo Trione, der unter dem Titel "Codice Italia" kuratiert. Details auf der Website der Biennale kommen kurzfristig, vermute ich, wie andere Details, auf die wir noch warten. Siehe oben.


Weiter Einträge zur 56. Kunstbiennale unter dem Label Biennale 2015.





18. Februar 2015

Castello, Corte Sarasina


Corte Sarasina bei S. Giuseppe.
Ferdinando Ongania, ca. 1890
Aus dem Ausstellungskatalog Luce su Venezia, erhältlich in den Museumsshops in Venedig, ISBN 978-88-6060-590-0.
Ein kleiner Andachtsraum für die Nachbarschaft in Tabernakel-
form, bei Bedarf zu öffnen und zu schließen. Eine Frau kniet und betet, andere schauen ihr dabei zu, ein paar Leute stehen auf der Gasse im Gespräch. Wäsche hängt zwischen den Häusern an 6 Tagen in der Woche.
In den Sestieri Cannaregio und Castello sind einige davon noch zu finden. In Castello sind sie besonders gepflegt und gut erhalten. 

(Alle Ortsbezeichnungen mit Sarasina sind sehr alt und führen zurück auf das Haus Sarasin. Bekannt ist ein Iacomo Sarasin, der 1406 unter den Dekanen Castellos dokumentiert ist.
G. Tassini, Curiosità veneziane) 


Gleicher Ort, Mai 2010. Auf diesem Foto wird zwar auch gekniet, aber nicht gebetet, sondern der Frühlingsanstrich besorgt.

Gruß an R & S, bis die Tage!

Ergänzung 19.2.:
viator schickt mit dem unten stehenden Kommentar einen Link zu seiner Fotosammlung von "Capitèli" und zu veneziamuseo.it. Leider kann man in den Kommentaren Links nicht direkt anklicken, deshalb hier also der schnelle Klick. Die Sammlung ist beeindruckend, die kreativen Varianten der Gestaltung und vor allem des Formats ebenfalls, herzlichen Dank für den Hinweis und die interessante Arbeit!