19. Mai 2013

Venedig Kunstbiennale 55 - Ausstellungsorte 2

 

Klosterinsel S. Lazzaro degli Armeni, nationale Ausstellung Armenien


In 2 Wochen eröffnet die Kunstbiennale, die Spannung steigt und hier kommt die Fortsetzung des ersten Eintrags über interessante Ausstellungsorte. Die Nutzung von Räumlichkeiten innerhalb der Stadt und auf den Inseln ist ja eine der Besonderheiten der Kunstbiennale Venedigs, vor denen jenseits der präsentierten Kunstwerke oder -ereignisse Orte wie z. B. Kassel einfach die Segel streichen müssen.

Portugal stellt in diesem Jahr nicht mehr am Canal Grande aus, sondern in einer Lissaboner Fähre, die beim Vaporettostop Giardini liegen und 2 x täglich Runden durch die Lagune drehen soll. Die kolonialen Aktivitäten Venedigs und Portugals sind im Satz "Lisbon and Venice, cities that both historically played roles in broadening the European worldview during the Middle Ages and the Renaissance" aber doch historisch recht ungenau definiert. Spanndend finde ich die Pläne der Künstlerin Joana Vasconcelos zur Gestaltung ihres Ausstellungsbootes aber trotzdem.

Die Ukraine stellt im Palazzo Loredan aus, dem Sitz des Istituto Veneto di Scienze, Lettere ed Arti auf dem Campo Santo Stefano. Da die Führungen in diesem interessanten Gebäude nur einige Male im Jahr stattfinden und zudem nach Voranmeldung, ist dies eine gute Gelegenheit, in Ruhe zumindest die Räume zu besichtigen, die für die ukrainische Ausstellung zur Verfügung stehen.

Im Palazzo Pisani, Sitz der Musikhochschule Conservatorio Benedetto Marcello, die ausser für Konzertveranstaltungen strikt keine Besuche gestattet, findet die kollaterale Ausstellung 'Ink Brush Heart' von Simon Ma und Julian Lennon statt. Wunderbar, erste Gelegenheit für mich, das Haus von innen zu sehen und zu bewundern. Ebenfalls am Campo S. Stefano, quasi gegenüber des Palazzo Loredan.

Die Universität Ca' Foscari hat als Collateral Event wieder eine russische Ausstellung "Lost in Translation". Nur bis zum 15. September (!), ausserdem weise ich vorsorglich darauf hin, dass möglicherweise wie bei der Biennale 2011 die Ausstellung in separaten Räumen im Wassergeschoss des eingegliederten Palazzo Giustinian läuft, von wo es keinen Zugang in weitere Räume, geschweige Etagen, der beiden Gebäude gibt. Haltestelle Accademia oder S. Thomà.

Die Serra (der Wintergarten), links von der Haltestelle Giardini, immer gut für einen entspannten Kaffee im Grünen, zeigt "The Museum of Everything, the world’s first wandering museum for the untrained, unintentional, and undiscovered artists of our times. Since 2009, it has welcomed over 500,000 visitors to its acclaimed installations in Britain, France, Italy, Turkey and Russia. The Museum of Everything works with leading writers, thinkers, curators and artists and is the world’s leading advocate for the alternative history of 19th, 20th and 21st century art.". Klingt witzig und vielsprechend, aber nur bis Ende Juli (Möglichkeit der Verlängerung ist bereits angekündigt).

Inseln: Armenien stellt mit dem Künstler Ararat Sarkissian nicht im Palazzo Zenobio bzw. im Collegio Armeno Moorat-Raphael aus (der tatsächlich aus dem Internet verschwunden ist, worauf mich eine Korrespondentin kürzlich aufmerksam machte) sondern auf der Klosterinsel S. Lazzaro. Ich vermute, nicht im Kloster selbst (denn das hieße ja, den einmaligen Einlass pro Tag zu ändern), sondern vielleicht im Aussenbereich oder in Nebengebäuden. Ich würde einen Besuch trotzdem blind empfehlen, werde aber berichten. Vaporetto Linie 20.

Inseln: auf S. Servolo zeigt Kenya "Reflective Nature # a new primary enchanting sensitivity" und mehr ist darüber bisher nicht zu erfahren. Das ist auch der Fall bei Syrien (Gruppenausstellung 'Cara Amica Arte'). Aber ein kleiner Ausstellungstrip auf das grüne San Servolo, verbunden mit einer Erfrischung in der freundlichen Cafeteria (nicht zu vergessen saubere Sanitäranlagen), vielleicht sogar einer Möglichkeit, die meist geschlossene Kirche S. Servolo endlich mal zu besichtigen, ist eine schöne Aussicht. Vaporetto Linie 20.

Die nationale Ausstellung von Tibet ermöglicht den Besuch der ehemaligen Kirche S. Marta. In den entkernten Innenraum der Kirche wurde eine komplette Konferenzinfrastruktur gebaut, die auch Ausstellungen ermöglicht. Die Nutzung des Raums ist einfach intelligent gemacht, wer sich neben der Kunst aus Tibet für Architektur und Innen- interessiert, sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen. Nur bis 7. September! Haltestelle S. Marta Linien 4.1 und 5.1..

Versteckter Eingang zum Oratorio S. Ludovico, hinten rechts neben dem Eingang zur Ausstellung von Island


Der Internet Pavillon hat seinen Sitz diesmal unter dem Titel "The Unconetted" im Oratorio S. Ludovico, direkts rechts vor dem Eingang zum isländischen Pavillon. Ein immer verschlossener Raum, Location von Salley Vickers' nettem Roman "Miss Garnet und der Engel von Venedig". Seltene Gelegenheit, und nur bis 15. September! Haltestelle S. Basilio, Linie 2.

Noch jung in Venedig ist die Fondazione Wilmotte mit Ausstellungsräumen an der Sacca della Misericordia, die ich noch nicht kenne. Ein Besuch der Ausstellung "Otto mani e un occhio" ist von daher interessant, zwar keine Veranstaltung der Biennale, läuft aber bis zum Ende der Biennale. Haltestelle Ca' d'oro oder, etwas weiter, Fondamente Nove.

Auch anlässlich dieser Biennale, aber nicht im Rahmen einer kollateralen Ausstellung geöffnet ist wieder die Abbazia S. Gregorio, die nach langer Renovierung zur Biennalesaison 2011 zu meinem Schrecken bis zum Kragen vollgestopft war mit chinesischer Kunst. Keine Rede von 'site specificity'! Diesmal scheint es dezenter zu werden mit "Not vital: 700 snowballs". Wer das Kloster mit seinem wunderschönen kleinen Kreuzgang am Canal Grande, neben der Salute, noch nicht gesehen hat, muss die Gelegenheit nutzen, nur bis 29. September. Haltestelle Salute.

Im Palazzo Papafava zeigt die Galleria Michela Rizzo "Intersection". In diesem Haus gibt es zur Biennale in der Regel auf mehreren Etagen mehrere verschiedene Ausstellungen von Galerien, ein Besuch lohnt sich auch wegen des Blicks  auf die gegenüber liegende riesige Scuola grande della misericordia. Diese Ausstellungen läuft nur bis 7. September, weitere vielleicht auch länger; Haltestelle Ca' d'oro, oder ein bisschen weiter zu Fuss: Fondamente Nove. 


Erfahrungsgemäß findet sich noch die eine oder andere kurzfristig oder gar nicht angekündigte Ausstellung an ungewöhnlichem Standort, wie z. B. 2011 die Ausstellung von Maria Zerres' Bob Dylan-Portraits im Palazzo Donà an den Fondamente Nove, eine sehr schöne Location-Überraschung damals.

Melancholischer Bob Dylan
im Stuck des Palazzo Donà dalle rose

Ergänzung 20.05.2013
Gestern den Eintrag online gestellt, heute schon Ergänzung erforderlich!

Interessante Ausstellung, hochinteressantes Gebäude. Der Futur Art Prize stellt wieder aus am Canal Grande, diesmal im Palazzo Contarini Polignac, zwischen Accademia und Guggenheim gelegen. Diese kollaterale Ausstellung des Mäzens Viktor Pinchuk von Werken junger internationaler KünstlerInnen fand 2011 im Palazzo Papadopoli am Canal Grande statt, mit z. T sitespezifischen Exponaten. Bei der Ausschreibung für den Palazzo Contarini Polignac war site specificity ein ausdrücklicher Anspruch, man darf also gespannt sein. Das Papadopoli-Haus wurde unmittelbar nach Ausstellungsende eingerüstet, nach zweijähriger Renovierung trat es als Hotel Aman Venice wieder in Erscheinung, Räume ab 1000 € Einführungspreis/Nacht. (Auch der Palazzo Soranzo van Axel wurde nach seiner Biennale-Nutzung, Nationalausstellung Mexico 2007, jahrelang umgebaut und renoviert, die Wohnungen werden über eine Invenstmentfirma angeboten.)
Der Palazzo Contarini Polignac stand seit 2007 nicht für Ausstellungen zur Verfügung (und davor weiß ich es nicht), ich werde mir also einen Besuch nicht entgehen lassen und dabei hoffen, dass er danach nicht eine Metamorphose als Hotel oder Millionärsapartments erlebt. 
Beide Ausstellungslocations wurden übrigens in der 3teiligen Dokumentation "Verborgenes Venedig" von ARTE ausführlich dargestellt. Papadopoli im ersten Teil, Contarini Polignac im dritten Teil. 
Haltestelle Accademia (Salute geht auch), nur bis 1. September!


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13. Mai 2013

Venedig 1575...

... ein schöner Fund, 52minütiger Dokumentarfilm auf YouTube von HappyDuckization, vor wenigen Tagen dort eingestellt.

Den roten Faden des Films bilden detailliert vorgestellte Werke der venezianischen Maler Tizian, Veronese und Tintoretto, begleitet von Ausschnitten aus alten Dokumentar- und Kinofilmen, historischen Blitzlichtern der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und gut gemachten, ziemlich edlen Filmaufnahmen aus dem (trügerisch menschenleeren) zeitgenössischen Venedig. Mir gefällt er.



(Auf meinem Rechner bricht der Film alle 10 Minuten ab, man schließt, ruft ihn neu auf, er geht an genau der Stelle weiter, an der Ende war. Ich vermute, es geht dabei darum, eine jeweils vorgeschaltete Werbung an die ZuschauerInnen zu bringen, die man allerdings nach ein paar Sekunden überspringen kann. Lästig, aber eben Business.)


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29. April 2013

Biennale d'arte 55 - Ausstellungsorte 1

Waschhaus Palazzo Zenobio

Immer wieder spannend vor der Eröffnung der Biennale: wo finden - jenseits der großen Ausstellungsbezirke Giardini und Arsenale - nationale Ausstellungen und Zusatzausstellungen, genannt "collateral events", ihre Räumlichkeiten in der Stadt? Welche Palazzi, Kirchen, Institutionen öffnen sich - vielleicht sogar zum ersten Mal? - für eine Kunstpräsentation? Gibt es Veranstaltungen, die speziell einem Ausstellungsraum ange-
passt oder sogar eigens für ihn geschaffen wurden, "site specificity", die natürlich in einer Stadt wie Venedig besonders herausragt, aber auch besonders daneben gehen kann (wie bei der 54. Biennale die Installation des verehrten Anish Kapoor in Palladios S. Giorgio Maggiore)?


Auch in diesem Jahr wird es eine raumspezifische Ausstellung in S. Giorgio Maggiore geben, und ich bin skeptisch. Swarowski! Der Künstler und Architekt John Pawson installiert unter dem Titel Perspectives in der Kuppel des Palladio-Domes die größte von Swarowski hergestellten Linsen (Fotoserien zur Herstellung und Installation der Linse). Die BetrachterInnen sollen neue architektonische Perspektiven gewinnen. Da kann man nur hoffen, dass nicht wieder unsensibel gehuddelt wird in einem bereits perfekten Raum.

Die nationale Ausstellung Makedonien "Silencio Pathologia" ist nicht raumspezifisch, hat aber einen inhaltlichen Bezug zu ihrem Ausstellungsraum, der ehemaligen Scuola dei Laneri, dem Bruderschaftshaus der Wollwirker im Stadtteil Santa Croce. Die Künstlerin Elpida Hadzi-Vasileva arbeitet mit Ge-
webtem, Gewirktem, Häuten, und die Mitwirkung lebender Ratten ist beantragt. Zu Fuss zu erreichen auf der Hauptstraße zwischen Rio dei Tolentini und San Pantaleon.


Die Kirche Sant'Antonin in Castello, ein paar Schritte von der Riva, war bis vor 2 Jahren wegen institutionalisierter Reno-
vierung immer verschlossen und ist jetzt nur zugänglich per Gruppenführung. Laut Auskunft kann man sich aber nicht einer Gruppe samstags anschließen, sondern man muss eine Gruppe von 20 Personen anmelden, damit überhaupt eine Führung stattfindet. Es ist dies die Kirche, in die sich im 19. Jahr-
hundert ein Elefant verirrt hatte... und die gute Gelegenheit zur Besichtigung, denn Ai Weiwei stellt hier (und im  Zitelle-Komplex auf der Giudecca) sein Projekt "Disposition" aus. Allerdings nur bis zum 15. September (!).

Neben diesem collateral event ist Ai Weiwei auch in der deutschen nationalen Ausstellung mit weiteren KünstlerInnen vertreten.

Ein kleiner, aber feiner und mit seinen beiden Vorbauten und dem Gärtchen dazwischen jedem auffallender Palazzo am Canal Grande ist der Palazzo Falier zwischen Accademiabrücke und Palazzo Grassi. In diesem Haus war ich noch nie und bin sehr gespannt, auch auf die Ausstellung "A Remote Whisper" des Künstlers Pedro Cabrita Reis.
Die beiden Vorbauten sind sicherlich nicht in die Ausstellung einbezogen, denn in einem lebt definitiv eine Romanschrift-
stellerin (nicht Donna Leon) bei der garantiert nicht ausge-
stellt wird.

An dieser Ecke des Kanals ballen sich ansonsten wieder auf kürzestem Fussweg nationale und kollaterale Angebote (in der Ca' del duca, im Palazzo Malipiero und den umgebenden Gassen). 

Die Kunstakademie der Universität Venedig in Dorsoduro hat seit einiger Zeit ein großes Schild im Eingangsbereich "No Tourists!" und wenn man nicht grob unhöflich sein will, kann man das ehemalige Gebäude des Ospedale degli Incurabili also nicht mehr besichtigen. Zum Glück findet hier die erste nationale Ausstellung von Tuvalu "Destiny - Intertwined" statt. Der Künstler Vincent J. F. Huang thematisiert globale ökologische Probleme, nicht pazifische Träume, Ausstellungs-
ort und Künstler sind hochinteressant. (Vaporettohalt mit weitem Takt vor der Tür 'Spirito Santo' oder mit schnellem Takt an der Salute.) Die Spitze von Dorsoduro bietet weitere Ausstellungen. 


Die nationale Ausstellung des Iraq befindet sich in der Ca' Dandolo bei San Tomà, normalerweise als Apartment zu vermieten und zum ersten Mal genutzt für eine Biennale-Ausstellung. Der erste Stock des Hauses steht mit Salon-
atmosphäre zur Verfügung, Sitzgelegenheiten, Tee. Ich freu mich schon darauf.   


Freundliche Fotospende von Aldebaran: Kirche S. Nicolò, in die höchst selten Eintritt möglich ist. 
Herzlichen Dank!

  Island, mit großartigen nationalen Ausstellungen bei den 3 letzten Biennalen, stellt wieder aus im Waschhaus des Palazzo Zenobio. Ein wunderbarer Ort, unten vergammelte Wirt-
schaftsräume (eben das Waschhaus) oben eine herrliche Terrasse mit Aussicht auf den Campanile der Carmini und Ausgang in den Garten des Palazzo Zenobio. Wo man sich auf die Wiese fläzen und danach weitere Austellungen in den Zenobio-Räumen in Angriff nehmen kann. Einer meiner Lieblings-Biennalelocations! (z. B. ab Haltestelle S. Basilio, dann entlang der Fondamenta S. Sebastiano, rechts in eine kleine Sackgasse rein.)


Der Palazzo Michiel da Brusà am Canal Grande war der frühere Sitz der isländischen Ausstellungen, in diesem Jahr stellt dort Kuwait aus, und zwar zum ersten Mal (und leider werde ich aus diesem Link nicht ganz schlau). Der Ausstellungsraum ist ein sehr beeindruckender, ungewöhnlicher Androne in der ganzen Breite des Hauses, ausgestattet mit Säulen, großem Pozzo und zwei, bei gutem Wetter offenen, Wassertoren zum Canal Grande. (Haltestelle Ca' d'Oro, Zugang über Strada Nuova.)

Die Malediven haben ebenfalls ihr Biennale-Debüt, wie Tuvalu mit Eco-Kunstwerken, von insgesamt 16 KünstlerInnen. In den heruntergekommenen, halb hergerichteten sehr stimmungs-
vollen Handwerkerhöfchen der Fondazione Gervasuti ganz am Ende der Via Garibaldi in Castello, wo sie schon durch einen Kanal geteilt ist, rechte Seite. Immer einen Besuch wert. 


Über die Brücke S. Joaquino liegt auf der anderen Seite des Kanals das ehemalige Kloster, heute Studierendenwohnheim (während der Semesterferien auch günstiges Wohnangebot für Biennale-BesucherInnen) S. Maria Ausiliatrice, dessen Kreuzgang bisher leider nicht in die Biennale-Ausstellungen einbezogen wurde. Aber ich hoffe. Da die Rezeption meist nicht besetzt scheint, hatte ich bisher noch keine Gelegenheit zu fragen, ob ich kurz in den Kreuzgang darf. Aber die ehemalige Kirche mit einem einmaligen Relief unter dem Altartisch, einem schönen Deckenfresko und  Nonnenbalkon (das ist nicht der Fachausdruck) kann man zusätzlich zur Ausstellung besichtigen (wenn diese nicht abgedunkelt ist). Hier stellt zum zweiten Mal als collateral event Wales aus, vertreten durch den Künstler Bedwyr Williams

Neu für mich ist der Palazzo Mora, zentral nahe der Madda-
lenakirche in Cannaregio, Sitz der Global Art Affairs Founda-
tion. Hier gibt es das collateral event "Culture-Mind-Becoming", parallel zur Ausstellung im Palazzo Bembo am Canal Grande/Rialtobrücke. Die Erfahrung lehrt, dass die Ausstellungen dieser Institution zusätzliches Eintrittsgeld (2011 waren es 10,- € pro Ausstellung) kosten. Während reine Biennale-Ausstellungen in der Stadt eigentlich keine Eintrittsgelder kassieren. (Achtung, im Palazzo Bembo gibt es mehrere Ausstellungen. Besser jeweils nachfragen.)


Neu für mich ist ebenfalls eine Austellung im Kloster von S. Nicolò auf dem Lido. Die Kirche zu besuchen ist nicht einfach weil 'weit draussen' mit Vaporetto und Bus (naja, zu Fuss geht auch) und nur geöffnet zu Gottesdienstzeiten. Das Kloster ist schon gar nicht zu besichtigen weil Privatgelände (ein Stu-
dien- und Konferenzzentrum), ich habe bei offenem Tor einmal einen Versuch gewagt und flog höflich, aber umgehend, raus. Also eine erfreuliche Gelegenheit, mit der Ausstellung "I libri d'acqua" des Künstlers Antonio Nocera sowohl das Kloster (zwei große Kreuzgänge!) als auch mehr von ihm selbst zu sehen. Er war mit einem Werk bereits 2011 im Gartenbereich des Arsenale zu sehen. 


Auf keinen Fall verpassen darf man die nationale Ausstellung Mexico in San Lorenzo. Ich habe darüber bereits einen Eintrag geschrieben anlässlich der Architekturbiennale 2012. Vermutlich findet die Ausstellung "Cordiox" des Künstlers Ariel Guzik wieder vor der Kirche, auf dem Treppenabsatz, statt, damit die Renovierungsarbeiten in der Kirche nicht gestört werden. Aber ein Blick in die Kirche ist ein Muss dieser und aller folgenden Biennalen. 

Handwerkerhof der Fondazione Gervasuti


Wird fortgesetzt mit Ausstellungsorte 2


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20. April 2013

Glyzinienrausch - April in Venedig


Wer jetzt ein paar Tage Zeit hat und ein paar hundert Euro im Sparstrumpf, die nicht lebensnotwendig für schlechte Zeiten vorgesehen sind, fährt nach Venedig. Auf der Stelle. Denn jetzt ist die Zeit der Glyzinien, des blasslila Rausches und frühlingszarten Duftes in der steinernen Stadt. Lange vor den ersten Blatttrieben sprießen die Blüten aus den knorrig verdrehten Ästen, hängen in großen leichten Trauben über ziegelroten Mauern, über grünen Kanälen und unter fast jeder Pergola, die in venezianischen Gärten zu finden ist, bewegen sich elegant im Frühlingswind. Im Sommer bieten die Glyzinienpergolen dichten grünen Schatten, im April die Augenweide, die den Sommer ankündigt, und kein venezianischer Garten scheint auf sie verzichten zu können.

Jetzt also ist die ideale Jahreszeit, sich aus Museen und Kirchen (ausnahmsweise) herauszuhalten und ein paar Tage durch die Stadt zu schlendern, um sich vom frischen Violett der Glyzinien entzücken zu lassen. Und um venezianische Gärten zu entdecken.

  Auf meinen Seiten finden sich diverse Einträge mit Bezug zum Thema Gärten in Venedig.

Ein Garten-
buch von Trudy Sammartini
habe ich im Eintrag "Das Venedig Prinzip" bereits empfohlen.


Wer etwas gezielter venezianische Gärten besuchen möchte, braucht einen handlichen Gartenführer, falls er/sie nicht eine persönliche Führung buchen möchte, in der Rubrik "Links" auf der rechten Seite unter "Stadt- und Laguneführer" zu finden. 
Den handlichen Führer gibt es, aber leider bisher nur im Original. Keine Übersetzung in andere Sprachen.

Mariagrazia Dammicco ist eine ausgewiesene Autorin von Büchern zu venezianischen Gärten. (Rezenzion von "Die geheimen Gärten von Venedig") Sie hat zwei Gartenführer veröffentlicht.


"I Giardini veneziani. Guida per Veneziani distratti, forestieri illuminati, giardinieri appassio-
nati" in Zusammenarbeit mit Gabriella Bondi und Letizia Querenghi, 2003 bei Tamari Montagna Edizioni und Wigwam Club, 183 Seiten, Preis in Venedig 17 € (man kann es auch wesentlich teurer im Internet bestellen). 

Die Gliederung ist quasi historisch: mittelalterliche Gärten, Gärten des 19. Jahrhunderts, zeitgenössische Gärten, Palastgärten, Inselgärten. Die Illustration besteht aus eher kleinen Fotos, vielen Pflanzenskizzen und wunderschönen handgezeichneten Plänen der Gärten. Die schätze ich besonders, da man manche Gärten ja nur vom Eingangstor oder vom Vaporetto aus sehen kann, und durch die Pläne einen Gesamteindruck gewinnt, den man mit Googlemaps oder Bingmaps vertiefen kann.

Ganz neu im Februar 2013 bei La Toletta Edizione herausgekommen ist Mariagrazia Dammiccos zweiter Gartenführer "Guida ai giardini di Venezia. Giardini, parchi, orti, campagne nel centro storico e nelle isole" in Zusammenarbeit mit der Berliner Percussionistin und Fotografin Gabriele Kostas. 271 Seiten, 24 €. Dieser Führer ist gegliedert nach Stadtsechsteln und Lagune und enthält Pläne, Literaturhinweise, Kontakt-
adressen. Trotz seiner Handlichkeit ist dieser Führer enorm reich fotografisch illustriert, mit Fotos, die jedem teuren Bildband Ehre machen würden. Also jenseits der pragmatische Gartenführerfunktion hinaus zu empfehlen, um in venezianischen Gartenfotos zu schwelgen und einen sehr günstigen Fotoband zu erstehen.


In Venedig kann man die Führer kaufen z. B. in Castello, schräg gegenüber der Kirche SS. Giovanni e Paolo in der Librairie Francaise, oder in  der Libreria Toletta in Dorsoduro, auf dem Weg zwischen Accademia und Ca' Rezzonico.

Und da ich gerade bei Gartenbüchern bin, empfehle ich noch ein Buch, das zur Zeit bei Frölich und Kaufmann für 9,95 € verschleudert wird: "A Garden in Venice" von Frederic Eden, Nachdruck 2003 bei Frances Lincoln London der Ausgabe von 1903. Auf 150 Seiten erzählt der frühere Eigentümer des Giardino Eden auf der Guidecca die Geschichte seines Gartens, der zum großen Bedauern von VenedigliebhaberInnen seit vielen Jahrzehnten nicht mehr zugänglich ist. Romantische s/w Fotos, viele mittelalterlich anmutende Federzeichnungen, eine höchst nostalgische Angelegenheit in englischer Sprache.

Einige Hinweise im Internet
Thomas Migge: Die Gärten der Gondelstadt (Deutschlandfunk)
Antje Blinda: Venedigs Gärten (Spiegel)
Susann Hayn: Die geheimen Gärten von Venedig (Mein schöner Garten)
Die Gärten Venedigs (Garten-pur)



9. April 2013

1. Ökologischer Sonntag in Venedig



Domenica ecologica - ökologischer Sonntag - gab es schon seit Jahren auf dem venezianischen Festland, in Mestre. Ohne Autoverkehr, mit Werbung zur Nutzung von Fahrädern usw..

Zum ersten Mal findet der ökologische Sonntag am 14. April auch in Venedig statt. Der Canal Grande wird vom Bahnhof in voller Länge bis zur Dogana zwischen 10 und 15 Uhr für den Motorverkehr gesperrt. Es wird ein Zug von emissionsfreien und emissionsarmen (elektrisch betriebenen) Wasserfahr-
zeugen veranstaltet.
(Dabei dachte ich immer, das Hauptproblem im Bootsverkehr sei der Wellenschlag 'motondoso' der schnellen und schweren Boote und nicht die Emissionen...? Mehr dazu z. B. auf diesem Blog.)

Die Boote sammeln sich um 11 Uhr auf der Höhe von S. Geremia (wo der Canale di Cannaregio abzweigt), fahren um 11:30 Uhr in Richtung Rialto ab, um 12 Uhr gibt es eine Pause am Rathaus (hinter der Rialtobrücke) mit einer kurzen Bürgerversammlung im Rathaus Ca' Farsetti. Um 12:30 Uhr geht der Zug weiter bis zur Dogana.

Der Service der Traghetti am Canal Grande (Gondelfähren, die Fußgänger über den Kanal transportieren) ist zwischen 10 und 15 Uhr kostenlos.

Domenica ecologica 14 aprile 2013
(Programm für Venedig und Festland/Mestre)

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5. April 2013

Schnee aus Venedig

... Monika Roscher Bigband.

Gefunden und gefallen.
Und vielleicht könnten wir langsam zum Frühling übergehen?



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2. April 2013

Vaporetto Fahrpläne Sommer 2013...

... ÖPNV - Preise - Pläne - Vorbestellungen in Venedig 2013 und mehr: 

Vaporetto Girocittà am Morgen
Mazzorbo, Torcello, Burano, Lazzaretto nuovo am Horizont


Am 30. März ist der Sommerfahrplan des ACTV Personenverkehrs in Kraft getreten. Er gilt bis 30.11. 2013, ausdrucken kann trotz der 35 Seiten nützlich sein, falls man kein gedrucktes Exemplar in Venedig erwischt. 

ACTV Bus- und Tramverkehr seit Anfang März.

IMOB - günstiger Vaprettofahren, auch für Non residenti. Dazu gibt es unter dem Label ÖPNV diverse Beiträge, auch von KorrespondentInnen.

Fahrpläne, Preise und Bestellungen Alilaguna-Wasserverkehr.

Auch die Preise für Gondola-Fahrten sind in gedruckter Form vielleicht hilfreich, falls die Sprachkünste für Diskussionen nicht reichen.

Taxi-Preise und Bestellungen:
Consorzio Motoscafi Venezia
Venice Water Taxi

Vorbestellungen ÖPNV (und anderes) - Venice connected


Schnee von gestern: Fahrpläne Sommer und Winter 2012 


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