19. Mai 2017

2 x hyperrealistische Skulpturen...


...sind zu bewundern in der Vielzahl der Nebenausstellungen in der Stadt. 

Die Sonnenseite, buchstäblich, zeigt Carol Feuerman in den Giardini della Marinaressa, linke Seite vom Wasser aus gesehen. Einzelne Werke Carol Feuermans waren schon auf vorherigen Biennalen zu sehen, immer diese appetitlichen nassen Badenanzugfrauen mit höchstem Wiedererkennungswert. Deren Anblick sofort gute Laune auslöst sowie technische Überlegungen zur Herstellungsweise derart überzeugender Hyperrealität. Bei mir jedenfalls. Der kleine Park wird normalerweise kaum wahrgenommen trotz seiner angenehmen Bänke unter Pinien mit Blick auf das Becken von S. Marco und S. Giorgio Maggiore. Derzeit gibt es hier viele fotografierende BesucherInnen. Interview mit Carol Feuerman
Mehr Informationen zur Marinaressa auf italienisch.



Auch im großen ummauerten Garten des Gutes/Restaurants/Hotels Vinessa auf Mazzorbo, der für BesucherInnen generell offen ist, sind Badenixen ausgestellt, habe ich aber noch nicht gesehen. (Siehe auch Eintrag vom 13.7.2012 Die Pracht eines Nutzgartens auf Mazzorbo.)

Garten der Marinaressa: täglich geöffnet zu venezianischen Parköffnungszeiten (also länger als Biennaleausstellungen(. Haltestelle Giardini und Arsenale. 
Venissa: ebenfalls täglich während der Gartenöffnungszeiten, Linie 12 Haltestelle Mazzorbo, da kurz links vom Vaporettohalt durch das kleine Mauertor in den Garten.



Die dunklere Seite der Medaille sehen wir in der Kirche S. Samuele, immer verschlossen und selten für Biennaleausstellungen geöffnet. Evan Penny zeigt seine Werke unter dem Titel Ask Your Body. An zwei überlebensgroßen Männerportraits ist wirklich beispielhaft das Konzept der Hyperrealität dargestellt: existierende Objekte, hier Menschen, die nach den Vorstellungen Evan Pennys überhöht und überdeutlich bis zum letzten Pickel wiedergegeben werden (Fotobeleg mit in der Ausstellung!).

Allerdings sind hier nicht junge attraktive weibliche Körper das Sujet, sondern leidende und tote männliche Körper. Wieder in absolut perfekter Arbeit und Präsentation in der verdunkelten Kirche. Die Beleuchtungsregie zeigt nicht nur die Kunstwerke Evan Pennys, sondern zum ersten Mal wird auch die Kirche S. Samuele selbst in die Ausstellung bewusst einbezogen. Die Tafelbilder der Seitenaltäre, die wunderbare Grabplatte einer Venezianerin. Und mit extrem wenig Licht auch die kostbare Ikone der Panagía Orthokostá auf dem rechten Seitenaltar der Apsis. (Siehe dazu den Eintrag vom 21.8.2009 "Federn, Glas und koloniale Mitbringsel III".) 
Auch die außergewöhnlich gestaltete Apsis kann in Ruhe und ohne Blickeinschränkungen und in allen Details bewundert werden - Operngucker vorausgesetzt.
Haltestelle S. Samuele, Linie 2.

Beide Ausstellungen finde ich unbedingt sehenswert, sie laufen bis Ende November bzw. Anfang Dezember. 





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14. Mai 2017

Zwei benachbarte Palazzi...

Wassergeschoß Soranzo van Axel

... retteten mich fürs Erste aus dieser schlappen Biennale.

Leider zeigte sich beim ersten Besuch in den Giardini und im Arsenale, dass diese Biennale, im Gegensatz zur Biennale 2015, nicht mein Ding ist. Oder nur teilweise vielleicht schon auch mein Ding. Jedenfalls bisher nichts Atemberaubendes, Niederstreckendes, Bewundernwertes, kein Erschrecken, kein Versinken. Allerdings: ich bin keine Schlangesteherin (schon gar nicht, wenn das Angebot kostenlos ist wie während der Previewtage) und habe deshalb bisher nicht gesehen, was alle (Schlangestehenden) offensichtlich begeistert hat. Falls es die Schlange gelohnt hat. Auf dem Weg durch die Pavillons und Zentralausstellungsräume hatte ich jedenfalls das Gefühl, durch blinde Gläser zu sehen: nichts deutlich genug für mich. Und fürchtete um meine Wahrnehmungsfähigkeit.


Innenhof 1 Soranzo van Axel
Die Sorge hat sich erledigt beim Besuch der beiden Palazzi Soranzo van Axel und Pisani bei S. Marina, die in unmittelbarer Nachbarschaft liegen. Ich kann noch sehen!

Man as Bird ist eine Satellitenausstellung des Moskauer Pushkin Museums. Im Wassergeschoß und im 1. Piano nobile des Hauses Soranzo van Axel werden großzügig verteilt multimediale, z. T. interaktive Werke verschiedener Künstler*innen gezeigt und der frisch restaurierte Palazzo kann bewundert werden. 


Veneto-Byzantinische Patera im Innenhof
Alles Kleinteilige wirkt sehr proper und zartfühlend bearbeitet. Nicht nur an der Außenfassade wurden Fresken freigelegt, sondern auch an der Innenfassade eines der beiden Höfe. Blasse Reste, aber immerhin. Patere, Skulpturen, Säulen- und andere Spolien, Treppenläufe, Reliefs sehen frisch aus.  Und es wurde anscheinend nichts "drauf" restauriert wie leider so oft in Venedig zu sehen. Allerdings: ein Fahrstuhl für die (teilweise) 3 Stockwerke war wohl nicht zu vermeiden im Interesse der Verkaufsbemühungen. In Apartments aufgeteilt wird das Haus seit Jahren im Internet angeboten. Wenn (noch oder wieder) die ganze 1. Wohnetage für eine Ausstellung zur Verfügung steht, scheint das nicht so zu klappen mit dem Verkauf, oder? 


Piano nobile Soranzo van Axel
Die Ausstellung ist poetisch und kraftvoll, sensibel und laut zugleich, und sehr farbig. Es gibt mehrere junge Frauen mit Engelsflügeln, die als Begleiterinnen freundlich und sprachkundig zur Verfügung stehen.
Die Ausstellung endet am 5.9., Eintritt frei, ich empfehle unbedingt den Besuch. Haltestelle Fondamente Nove (Eingang links von der Kirche S. M. dei Miracoli).



Palazzo Pisani, Piano Nobile
Sokari Douglas Camp, All the world is now richer
Nach diesem erfreulichen Erlebnis landete ich ungeplant in der Eröffnungsfeier des Diaspora Pavilion des Arts Council England im Palazzo Pisani bei S. Marina (einmal um den Palazzo Soranzo van Axel herum: links, links, rechts, über die Brücke, an deren Fuß in die offene Tür rechts.)


Treppenhaus Palazzo Pisani
Barbara Walker, Transcended
Hier stellen 19 "ethnically diverse" Künstler*innen aus, die in England leben. Die Eröffnung war rappelvoll in der Eingangshalle, dem winzigen Innenhöfchen, dem Treppenhaus und dem ganzen 1. Piano nobile - und praktisch jede*r einzelne Anwesende war ein anderes Mosaikteilchen der Sammlung globaler Ethnien. Eine Szene ohne Mehrheiten, jeder Gast seine/ihre eigene Minderheit, hinreißend!


Palazzo Pisani, Eingangshalle
Hew Locke, On the Thetis Sea
Die Kunst: "divers" natürlich, beeindruckend, teilweise wild und rätselhaft, und bei der bewegten lauten Menschenmasse der Eröffnung eher schwer in Augenschein zu nehmen. Aber sehr spannend sowie beachtenswert das Gegenkonzept zur biennale-nationalen Sortierung von Kunst.
Interessant auch die 1. Etage des Palazzo Pisani - Eingangshalle und Dachgeschoss werden regelmäßig an Ausstellungsprojekte vermietet, die 1. Etage kannte ich bisher noch nicht. Die Raumaufteilung entspricht nicht den venezianischen Regeln der Dreiteilung, die Ausstattung stammt aus verschiedenen Epochen - ein sehr neuzeitliches Bad, schönes Murano, ältere Böden und wunderbare alte Balkendecken.

Eine Ausstellung, die vor Kreativität knallt. Nicht verpassen.
Läuft bis Ende November, aber zur ungewöhnlichen Zeit von täglich 18-21 Uhr


Michael Forbes, Untitled


Die Zentralausstellungen bekommen eine 2. Chance, mit einer bezahlten Eintrittskarte...
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8. Mai 2017

Medienmeinungen zur Kunstbiennale

Besucher*innenbeteiligung - Biennale 2015

Während ich immer noch Ergänzungen in den Eintrag "Nebenausstellungen in der Stadt" schreibe, öffne ich hier - quasi unterwegs nach Venedig - schon mal die Schublade für die Medienbeiträge zur Biennale. Das wird erfahrungsgemäß eine lange Liste unterschiedlicher Kunstwahrnehmungen und journalistischer Leistungen.

Einen schönen Einstieg bietet ein interessanter Artikel von heute, 8.5., in dem sich die 5 DirektorInnen der letzten Kunstbiennalen zu ihrem Job äußern. 


23.05. University of Edinburgh Art students make waves...
22.05. The NY Times ...Whose Reflection do you...   
22.05. The Telegraph The real star of the Venice...   22.05. The Irish Times A Fomo-er's guide...  
21.05. Artribune L'editoriale di Roberto Ago     

21.05. Forbes Thirteen Reasons to Visit...  
20.05. ArtsLife L'arte, specchio della Storia
20.05. Aljazeera Black presences at the Venice...  
20.05. The Economist Contemporary art gets a...      
19.05 CanaleArte Michelangelo Pistoletto   


19.05. Paris Match ...visite et mode d'emploi
19.05. Artribune L'editoriale di Giorgio Verzotti
19.05. Inexhibit Italian Pavilion: Il mondo...   
19.05. Co.Design Is This The Worlds most...
19.05. The Scotsman Moira Jeffrey reports...   

19.05. Little Atoms The private politics...
19.05. CNN Balancing national pride and...  
19.05. Apollo How did 'Viva Arte Viva' go so wrong?   
19.05. Der Standard ...die Rückkehr der Russen... 
19.05. Telegraph Venice Biennale 2017 highlights...   

19.05. Artribune Fra memoria antica...  
19.05. Mail Guardian ...African pavilions and...  
18.05. Max Glauner Klicks, Pics and Likes  
18.05. Artnet News The Curators of documenta and...   

18.05. The Guardian Nigeria unveils first national...   

18.05. The Southern Reporter Darkly comic moral...
18.05. Artribune Hauser/Wirth "si prende" Venezia...  
18.05. Monopol Wann kann man Anne Imhofs...   
18.05. Canadian Art 5 More Canadian Connections...  
18.05. Arte Fuse Treasures of the Venice...     

17.05. FAZ Sie dürfen sich anlehnen!   
17.05. Die Zeit Auf der Suche nach Leben   
17.05. Spectator Huge, divers and yet monotonous...  

17.05. hyperallergic Democracy's Dark Side...  
17.05. Artnet News The Good, the Bad...      

17.05. Artribune L'editoriale...
17.05. Artribune Plagi alla Biennale...
17.05. Mutual Art Why Mark Bradford Is The Artist...
17.05. ArtDaily James Richards exhibits...  
17.05. ArtDaily ..."Songs for Disaster Relief"...  

17.05. ArtDaily ...Future Generation Art Price...
16.05. designboom automated shadow play...
16.05. Apollo The Rake's Progress...   
16.05. BauNetz Faust, Glas, Ruinenkunst...   
16.05. NY Times The 10 Best Things...  

16.05. Artribune Biennale di Venezia
16.05. Guardian Art of the State...
16.05. SRF Unschweizerisch Schweizerisches
16.05. Artthrob Venice Biennale 2017 Part 1  
16.05. Le Figaro La 57e Biennale de Venise... 

16.05. BBC ...James Richars' sound...
16.05. dezeen 12 must-see installations
16.05. WideWalls Visiting the 57th Biennale...     

16.05. inexhibit Venice Art Biennale 2017
16.05. Art Newspaper The road to the Venice...  

16.05. La Croix Biennale Venise 2017... 
16.05. ArtDaily "The Golden Tower"...
16.05. ArtDaily Major solo exhibition...   
16.05. ArtDaily Tracey Moffatt's solo...
16.06. ArtDaily Xavier Veilhan transforms...  

16.05. ArtDaily Pavilion of Poland...
16.05. RFI Rendez-Vous Culture 
16.05. ArtDaily Carlos Amorales represents...   
16.05. Contemporary Installation View: Future Generation...  
15.05. Der Standard ...Archaische Bilder...

15.05. South China Morning Post Venice Biennale round up...
15.05. Isole24ore Speciale 57ma Esposizione...
15.05. Domus Sun Stand Still  
15.05. ArtDaily Swatch celebrates the spectacular...
15.05. ArtDaily Artist Bernardo Oyarzún...

15.05. FAZ Trans Europa Express
15.05. taz Wo Recht und Kunst zusammentreffen
15.05. Inquirer After 55 years, Fernando Zóbel...  
15.05. GQ Stop the Venice cruise ship madness  
15.05. Artribune Tavola aperta con gli artisti...   

15.05. Le Monde A Venise, pendant la Biennale...
15.05. Salon Venice Biennale, punk-style...  
15.05. Independent Forget the Giardini...  
15.05. Artnewspaper Kenya works a miracle...  
14.05. NY Times Venice Notebook...   

14.05. Artnet News The turned-on Biennale:...  
14.05. Welt Das beste Kunstwerk der Biennale...  
14.05. FAZ Einigkeit und Recht und Zombies  
14.05. Ahram online Egyptian artist Hassan Khan wins...  
14.05. The Guardian ...the Germans steal the show 

14.05. ArtDaily Karen LaMonte unveils...
14.05. ArtDaily New Zealand presents multi-media...
14.05. ArtDaily ...United Arab Emirates' exhibition...  
14.05. ArtDaily ...Gal Weinstein on view...
14.05. ArtDaily Global crises meets peaceful...   

14.05. ArtDaily Japanese Pavilion...
14.05. Le Figaro Les palmarès de la 57e...  
14.05. ArtDaily Immersive two-person...
14.05. ArtDaily Green light: An artistic workshop...  
13.05. Artribune Ecco chi è Franz Erhard Walther...  

13.05. Artribune I premi della Biennale...  
13.05. NZZ Mit Künstlern am Mittagstisch  
13.05. Institut Francais ..."Studio Venezia"...  
13.05. NZZ Deutschland gewinnt die beiden...  
13.05. taz Die deutsche Seele ist hässlich     


13.05. Artribune Carolee Schneemann. La leonessa...  
13.05. Designboom Brigitte Kowanz lights up...  
13.05. ArtDaily "The Aalto Natives"...  
13.05. ArtDaily Pushkin State Museum...  
13.05. ArtDaily Greek Pavilion in Venice...

13.05. ArtDaily Works by Carol Bove...
13.05. Artribune ...BlindWiki in Biennale...  
13.05. Monopol Viva, Anne, Viva! 
13.05. Artnet News Anne Imhof's S/M Performance...
13.05. The NY Times Anne Imhof, Fierce Young Artist...   

13.05. Der Spiegel Goldene Löwen für deutsche Künstler
13.05. Hamburger Abendblatt (u.a.) Drohnen, Falken, Models...
12.05. Artribune Il trailer di Leviathan...
12.05. Le Figaro ...nos 10 coups de coeur
12.05. NZZ Es lebe die Kunst! 

12.05. Tages Anzeiger Zu nett, um wahr zu sein 
12.05. FR Bunte Kunst in Venedig  
12.05. 3sat Kulturzeit Mediathek "Viva Arte Viva"  
12.05. Standart The verdict on the 57th edition...  
12.05. Stuttgarter Nachrichten Viele Bezüge zur Musik   

12.05. Stuttgarter Nachrichten Ein Drahtseilakt
12.05. Artribune Promuovere la città con una mostra trash  
12.05. Artribune ...è brutta ma è giusta...  

12.05. Telegraph Strong art, but less spoon-feeding...

12.05. Südkurier Biennale in Venedig...   

12.05. Die Zeit ...Jesus eisgekühlt und Häkelstudio
12.05. Der Spiegel Kommen wir nun zur Kunst
12.05. ArtDaily K11 Art Foundation at the Venice...
12.05. ArtDaily Breathtaking augmented reality art...
12.05. ArtDaily Paul Benney exhibits "Speaking in Tongues"...   

12.05. ArtDaily Andorran Pavilion...
12.05. ArtDaily CIN by Cevdet Erek...
12.05. ArtDaily ...a work by Jordi Colomer presented...
12.05. ArtDaily Brigitte Kowanz and Erwin Wurm... 
12.05. ArtDaily ...a tonic for the global woes...   

12.05. Monopol Türkischer Künstler Erek...
12.05. Monopol Anne Imhof gewinnt Absolut Art Award
12.05. Monopol Start der 57. Biennale (Radiointerview)
12.05. Monopol "Man wird immer instrumentalisiert"
12.05. Artnet News ...Shamanism Sneaks Back...  

12.05. CNN First ever Nigerian Pavilion opens...  
12.05. Canadian Art The Canada Pavilion...
12.05. The Guardian Biennale Trump trolls discuss...
12.05. Neues Deutschland Fünf Stunden Ohnmacht
12.05. Freie Presse Martin Roth zu Engagement für den Aserbaidschan-Pavillon  

12.05. Berliner Zeitung ...Jesus eisgekühlt...
12.05. The Eonomist The Importance of the Venice Biennale
11.05. The Guardian Hot under the collar...
11.05. Artnet News Venice Goes Crazy for Anne Imhof's...
11.05. Culture Type Artist and Citizen: Mark Bradford...  

11.05. Tagesspiegel Im Theater der glühenden Dunkelheit
11.05. Deutschlandfunk Zwischen Raubtierkäfig und...
11.05. Handelsblatt Laufsteg des Lebens
11.05. Frankfurter Neue Presse Der Pavillon wird zum Zwinger
11.05. Le Monde A Venise, la Biennale...  

11.05. South China Morning Post ...Show of Hong Kong's...
11.05. ArtDaily Two trolls turned artists...  
11.05. ArtDaily Dirk Braeckmann opens his solo...
11.05. ArtDaily Geoffrey Farmer's "A way out of the mirror"...   
11.05. Die Presse Basar der unerfüllten Hippie-Träume

11.05. Kurier Die Bastel-Biennale von Venedig
11.05  Die Welt So viel Gute-Laune-Kunst ist brutal
11.05. Podcast.de Gespräch mit Performern im deutschen...
11.05. Artnet News Mark Bradford is Our Jackson Pollock...
11.05. Artnet News Meet the Three Russian Artists...

10.05. Kurier Erwin Wurm:"Migration ist Teil unserer Welt"
10.05. The Art Newspaper 'Reinventing the world'...
10.05. Designboom U.S. Pavilion presents Mark Bradford's...
10.05. Welt Erste Höhepunkte von der Biennale...

10.05. Die Zeit So schön ist die Schwermut

10.05. Hyperallergic Malta returns to the Venice Biennale...
10.05. Artnet News The Unmissable Highlights...
10.05. The Guardian Tracey Moffat review - ...
10.05. The Space Xavier Weilhan turns the French Pavilion...
10.05. 3sat Kulturzeit Mediathek Deutscher Pavillon... 


10.05. BerlinArtLink The Antarctic Pavilion...  
10.05. Artnet News 5 Triumphant National Pavilions...
10.05. Artnews A look at "Viva Arte Viva"
10.05. Der Perlentaucher mit ersten (nicht nur) deutschsprachigen Kritiken, also im Detail Der Standard, Der Tagesspiegel, The Guardian, die Berliner Zeitung.
09.05. Tagesspiegel Fülle und Falle 

08.05. The Art Newspaper Memories from the director's chair.




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Die Art Tribune hat heute auf 15 Seiten für alle die Termine der Preview-Tage 10.-12.5. und Pavilloneröffnungen am 13.5. veröffentlicht. Einlass in die (ab 13.5. kostenpflichtigen) Biennalegelände an diesen Tagen ist allerdings nur per Akkreditierung möglich. Dafür gibt es aber von dort Live Streaming für einige Veranstaltungen.

Einen spannenden Biennalestart wünsche ich allerseits.

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24. April 2017

Teatro La Fenice: CARMEN online


Vom 24. März bis 4. April wurde im Teatro la Fenice wieder "Carmen" von Georges Bizet gegeben, in der Inszenierung von Calixto Bieito. Der Deutschlandfunk (Pariser Aufführung) und Connessi all'Opera (venezianische Aufführung) besprechen die Inszenierung. 

La Fenice hat die ganze Aufführung in zwei Teilen auf ihrem YouTube-Kanal ins www gestellt, mille grazie!
Bieito ist nicht jedermanns Sache, aber die Fenice bietet eine freundliche Gelegentheit für mich und vielleicht weitere Opernfreund*innen, einen eigenen Eindruck einer ganzen Bieito-Aufführung zu gewinnen. Ich verlinke hier und wünsche zweieinhalb Stunden Musikgenuss.











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18. April 2017

Venedig, bedrohte Schönheit



Die Saison der Grandi Navi, der großen Schiffe, hat wieder begonnen. Gestern gab es ein Memento Mori in der Glotze, das wieder einmal eine Gelegenheit bietet, das Problem zumindest zur Kenntnis zu nehmen. Auch wenn die Vetreterin der Stadt natürlich hinter den Forderungen der Bürgerinitiativen NoGrandiNavi zurückbleibt. 


ZDF, 17.4.2017 19:15 Uhr



Ich weiss nicht, wie lange dieser beeindruckende Kurzfilm noch in der Mediathek des ZDF zu sehen wird. Falls der Link nicht mehr funktioniert,tut mir das leid...

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Hinweis per Kommentarfunktion (siehe unten) des Korrespondenten CH (herzlichen Dank!) auf eine weitere Sendung zum Thema, die einen Tag später auf ARTE lief und noch in der Mediathek steht:





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14. April 2017

Tipps für Biennale-Debütant*innen

2011, Pavillon Italien

In den letzten Tagen habe ich die VORSCHAU-Einträge für die Kunstbiennale weiter ergänzt, in 4 Wochen startet die Bescherung. Fast täglich gibt es noch Ergänzungen beim 4. Eintrag, vermutlich auch weiterhin. Viel Vergnügen ab dem 13 Mai allerseits!

13.1. Erster Blick zur Biennale 2017 - Giardini
15.1. Erster Blick zur Biennale 2017 - Arsenale
24.2. Biennale 2017 - Nationalpavillons in der Stadt
10.3. Biennale 2017 - Nebenausstellungen in der Stadt


Hier will ich noch die inhaltlichen und lokalen Unterschiede dieser Ausstellungen sortieren. Für Erstbesucher*innen sind sie verwirrend und für Einmalbesucher*innen bleiben sie vermutlich ein Rätsel. Für den Kunstgenuss muss man das nicht durchblicken, aber ein bisschen Strukturverständnis gibt ein bisschen Orientierung. 


2015, vor der Zentralausstellung " World's Futures", Giardini

Zentrale Ausstellungsorte sind Giardini und Arsenale. Das ist der kostenpflichtige Bereich. Die normale 25 €-Karte gilt für 2 Tage, je einen Eintritt in die beiden Gelände. Die beiden Besuche müssen nicht an aufeinander folgenden Tagen stattfinden. In jeweils 8 Stunden schafft man es ganz gut einen Überblick zu gewinnen. Man kann die Karten online kaufen, aber es gibt vor beiden Bereichen genügend Boxoffices. Die Laufzeit des Tickets beginnt nicht beim Kauf, sondern beim ersten Einchecken in einen der beiden Ausstellungsbereiche. 



Aussschnitt aus "Dove vai in vacanza?" von Alberto Sordi 

Inhaltlich ist die Ausstellung in beiden Bereichen geteilt in die Präsentationen der Nationen, Pavillons (padiglioni) genannt, und die zentrale Ausstellung "Viva Arte Viva" der Biennalekurator*in, in diesem Jahr Christine Macel
Die nationalen Ausstellungen werden inhaltlich unabhängig von der Biennaledirektion von den Ländern verantwortet und kuratiert. Die Länder stellen ihr jeweiliges Konzept formal der Biennaledirektion vor; die Länderkurator*innen orientieren sich am Biennalethema nur dann, wenn sie das wünschen. 

In den Giardini sind die 29 Pavillons beachtenswerte architektonische und auch architekturhistorisch bedeutende Selbstdarstellungen der jeweiligen Länder, erbaut zwischen 1907 und 1995. Im Arsenale sind die Nationalpräsentationen untergebracht in der zunehmenden Zahl von alten Gebäuden der Staatswerft, die in den letzten 30 Jahren langsam restauriert/renoviert wurden: den Artiglerie, verschiedenen Tese, im Isolotto, in den Sale d'Armi und den Giaggandre, sowie im Giardino delle Vergini
Plan des Arsenale: dunkelgrau markiert ist der kostenpflichtige Biennale-Bereich, Eingang ganz oben rechts. In der unteren Hälfte restaurierte Gebäude des Arsenale Novissimo, in dessen Tese (numeriert) Nebenausstellungen stattfinden (können), ebenso im Giardino Thetis.
Die Hauptausstellung in den Giardini ist immer platziert im Zentralpavillon (und in diesem Jahr entsprechend dem Konzept Christine Macels auch in Trans-Pavillons, siehe Link oben). 
Der Teil der Hauptausstellung im Arsenale befindet sich in den Cordiglerie, auch Tana genannt, der ehemaligen Reeperbahn der Riesenschiffswerft der Republik Venedig. Funktionsgemäß ein endlos langer Schlauch, der unterteilt ist in die Bereiche der eingeladenen Ausstellenden. 


2011, Arsenale, Tana (Cordiglerie)

Zum ersten Mal gibt es auf der Website der Biennale eine Präsentation der zur Hauptausstellung eingeladenen 120 Künstler*innen, die einen Kurzfilm über sich selbst einzureichen aufgerufen wurden. Zu finden im Mediacenter der Biennale.
Schöne Idee, ohne gezielte Auswahl greife ich ein Beispiel heraus:



Nicht alle Nationen finden Platz in den Giardini und im Arsenale und weichen deshalb in die Stadt und sogar auf Inseln aus. Siehe Blogeintrag dazu

Darüber hinaus gibt es in der Stadt die offiziellen Nebenausstellungen, 'eventi collaterali', 'collateral events'. Sie sind als "offiziell" geadelt per Antrag + Genehmigung durch die Biennaledirektion, stehen auf der kollateralen Liste der Biennale und (wenn rechtzeitig angemeldet) in weiteren Veröffentlichungen und haben das Recht, das Biennalelogo zu führen und groß als Schild vor ihre Tür auf die Straße zu stellen. Das ehrt nicht nur, sondern bringt marketingtechnisch eine Menge für die Veranstalter*innen und Künstler*innen der Nebenausstellungen. Man stellt ja in Venedig aus, weil man von der Kunst lebt. 

Der Eintritt in den Nationalausstellungen und offiziellen Nebenausstellungen außerhalb von Giardini und Arsenale ist grundsätzlich frei. Davon profitiert, wer nur kurz in der Stadt ist und quasi en passant ein paar kleinere Ausstellungen von Gegenwartskunst mitnehmen will, oder wer kein Interesse an ganzen 2 Tagen Gegenwartskunst in Giardini und Arsenal hat, aber trotzdem Lust auf Biennalefeeling. 


2015. Nationalpavillon Luxemburg, Ca' del Duca am Canal Grande

Toll sind diese Ausstellungen auch für Kunstliebhaber*innen, die unwiederholbare Kombinationen von Kunst und Ausstellungsraum genießen, teilsweise mit Werken, die eigens für einen bestimmten Raum eines Palazzo, einer Kirche, eines Kreuzgangs, einer Werft... konzipiert wurden. Und natürlich profitieren die Venedig-Appassionati von der temporären Öffnung dieser Gebäude für das Kunstpublikum. 

Das trifft auch auf die NICHT offiziellen Ausstellungen zu, die ich im Eintrag Nebenausstellungen in der Stadt NICHT von den offiziellen trenne. Im Prinzip und theoretisch kann im Bereich der Nichtoffiziellen jede*r ausstellen -  einen Ausstellungsraum finden und mieten, Exponate transportieren (Wasser!), versichern, instalieren etc., eine*n Studierende*n für 6 Tage/Woche reinsetzen und bezahlen. Das geht in der Praxis jedoch nicht ohne die Unterstützung venezianischer  Agenturen (ein Beispiel), die als Rundum-Dienstleister aktiv sind, auch für Einzelausstellungen. In Venedig vertreten sind auch Sammelaussteller, die Galerien und Künstler*innen die Teilnahme gegen Kostenbeteiligung anbieten. Im Internet kann man die Bemühungen um Fundraising (hier 43.000 $) verfolgen, um der "Einladung" zur Teilnahme folgen zu können. Es gibt gescheiterte, aber auch erfolgreiche Beispiele. Sehr detailliert und gut recherchiert beschreibt das Sarah Hyde in ihrem Artikel vom 8.2.17 der artnet news. Aber auch die Finanzierung der Nationalpavillons ist nicht ganz unprekär, lies Interview mit einer der beiden Ausstellenden des österreichischen Pavillons, Brigitte Kowanz, vom 18.4. 

Und natürlich nehmen die Galerien in der Stadt die Anwesenheit massenhafter internationaler Kunstfreund*innen zum Anlass, Sonderausstellungen einzurichten, wenn sie nicht sowieso schon Gastgeber von Nebenausstellungen sind. Das ist dann legitimes Trittbrettfahren.


2013, Pavillon Großbritannien
Noch ein paar kleine Tipps für Biennale-Debütant*innen:

  • Für den Besuch in Giardini und Arsenale Lebensmittel einpacken: Obst, fertige Sandwiches, Riegel u.ä., Wasserflasche.
    Die Versorgung innerhalb der Biennale ist teuer und die Schlangen beim Verkauf teilweise richtig lang. Sich für einen Espresso anstellen und ihn auf einer der Terrassen geniessen kann man trotzdem noch.
  • Nicht aus Sparsamkeitsgründen auf die Nutzung von Vaporetti verzichten. Das Latschen in den Ausstellungen und von einem Ausstellungsort zum anderen macht Entlastung erforderlich, wo immer sie angeboten wird.
  • Bequemste Schuhe tragen. Nach einem Biennaletag schmerzen die Füsse und Beine ohnehin - für die Kunst muss gelitten werden. Aber nicht durch falsches Schuhwerk.
  • Nicht vergessen: Fotoapparat, Notizheft/Stift und eine Stoffumhängetasche für das viele Informationsmaterial, das in den Ausstellungen angeboten wird. Und Schießgummis für aufgerollte Posters. 
  • In Venedig immer empfehlenswert: Sonnenhut. Man kann in der Stadt nicht wählen, im Schatten zu gehen, wenn das Kanalufer nun mal in der Sonne liegt. 
  • Ein Blick auf den "Toiletteneintrag" kann nicht schaden. Oder zumindest auf die neueste Ergänzung: "Find the restroom closest to you". Hilfreich!
  • Für alle, aber besonders Biennale-Erstlinge, ist in Fragen der Übersicht die Mai-Ausgabe der Monatszeitschrift VENEWS eine gute Hilfe. Sie enthält zu jeder Biennale die Beilage "THE BAG" mit mehreren Plänen zu den Ausstellungen in der Stadt und auf den Inseln. Abgesehen von Kurzbeschreibungen aller Nationenpavillons, Interviews etc. und natürlich Unmengen Werbung. (Was den Preis für Endverbraucher*innen niedrig hält.) Wenn die Hefte an zentralen Kiosken beizeiten vergriffen sind, bekommt man sie dezentral, z. B. auf der Giudecca, problemlos. 

Und für Unentschlossene:

Durch Kontakte über diesen Blog erfahre ich von Venedigtourist*
innen, die zögern, die Kunstbiennale zu besuchen, weil sie "nichts von Kunst verstehen". Oder klassische Kunst in Museen und Kirchen bewundern, aber von Gegenwartskunst generell irritiert sind. 

Dazu ist zu sagen: Versuch macht kluch. 

Wer glaubt, etwas nicht zu verstehen, muss seinem normalen Menschenverstand eine Chance geben und sich überraschen lassen. Und wo bitte, wenn nicht da, wo die Auswahl am größten ist? Auf der Biennale in Venedig. 
Jede*r erlebt Kunst auf persönliche Weise, nimmt das für sich mit, was sie und ihn berührt. Die Kunst kann dämlich sein und langweilig, sie kann verstören und ärgern, sie kann banal und billig sein, sie kann sehr witzig sein aber auch schockierend, sie kann mitreissen, zum Niederknieen bewegen oder einem dem Atem rauben, sie kann in Einzelfällen auch ohne Foto für immer großartig oder schrecklich im Gedächtnis bleiben. Aber sie ist unverzichtbar. Die Kunstbiennale ist eine gigantische Wundertüte - so etwas lehnt man nicht ab, man probiert es aus. 

Wer nach dieser Erfahrung Lust auf mehr Wissen hat und ein bisschen Zeit investieren kann, findet vielleicht den "Städel Kurs zur Moderne - Kunstgeschichte online" spannend. 

Ergänzung 4.5.: "Inside the Biennale" - so geht Biennale aus der Sicht von Künstler*innen und Kurator*innen. Eine Serie kleiner, schöner Filme in 360°-Aufnahme. Der erste Teil von insgesamt 9.


2013, Pavillon USA

Ich biete BEGLEITUNGEN in Venedig zu den National- und Nebenausstellungen in der Stadt an. Nach Wunsch und Absprache. Kurze Kontaktaufnahme bitte per Klick auf "Begleitung in Venedig", Ecke rechts ganz oben.


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