23. Januar 2015

Kinderkarneval Venedig 2015: im Arsenale


IM ARSENALE
BEIM CARNEVALE
TÖNT DER LÖWE DER BIENNALE 

Das Programm des Internationalen Kinderkarnevals der Biennale wurde gestern, 22.1.2015, also  mit 16 Tagen Vorlauf, veröffentlicht. (Die detaillierten Tagesprogramme sollen "in Kürze" mitgeteilt werden.Das ist gut als Übung für Spontane-
ität sowie Sprachkenntnisse, denn das Programm, siehe Link oben, gibt es auf italienisch. Basta.


Der in den letzten Jahren sehr gelobte Kinderkarneval fand in den Giardini statt, in diesem Jahr zum ersten Mal im Arsenale, in Teilen der Corderie (der venezianischen 'Reepeerbahn') und in den beheizten Sale d'Armi (also den ehemaligen Waffenhallen am Ende der langen Corderie, das Gebäude mit der Rolltreppe). Da haben Kinder auf jeden Fall Platz zum ungehemmten karnevalsmäßigen Tönen und Bewegen. Das diesjährige Thema ist Musik, am Workshopprogramm sind beteiligt das venezianische Conservatorio Benedetto Marcello, das Conservatorio Agostino Steffani aus Castelfranco/Veneto und das Conservatorio Francesco Antonio Bonporti aus Trento. 
Die internationalen Programmpunkte werden bestritten von Institutionen aus Ungarn, den USA, Rumänien, Polen und Deutschland. Es gibt Auftritte diverser Jugendorchester in den Corderie, für die Veröffentlichung der Tagesprogramme hilfreich wäre.
Die Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos, aber zum Teil anmeldepflichtig. Vormittags gibt es Programme für 19 eingeladene Schulen aus Italien und Österreich. 

An allen Tagen wird ein großes Nähatelier in den Sale d'armi zur Verfügung stehen, in dem Kinder ihrer Kostümierungskreativität freien Lauf lassen können.
Außerdem gibt es täglich um 15 Uhr eine Führung durch das Arsenale, Dauer ca. 1 3/4 Stunden, das ist mal wirklich ein sehr schönes Angebot für Kinder. Anmeldepflichtig! Im bisher vorhan-
denen Programm gibt es leider keine Angabe, wo der Treffpunkt für die Führung ist.


Ach. Ein bisschen Planung und Organisation können einfach das Leben erleichtern. Kurzfristig neu auftauchende Informationen werden an dieser Stelle ergänzt...!

Geöffnet sind täglich von 10-18 Uhr
· die Caffeteria 
· die Biennale-Bibliothek 
· die Kleinkinderbetreuung
. Kursangebote für Schulen (nur per Voranmeldung)
· Kreativitätsangbote ohne Anmeldung
· die Angebote finden auf italienisch (und, wird behauptet, in einigen Fremdsprachen) statt
ÖPNV
· Bus und Vaporetto Carnevale Biennale kostenlos für Schulen (Voranmeldung)
· öffentliches Vaporetto Carnevale Biennale oder
. ACTV Linien 1, 4.1, 5.1, 6
Info und Voranmeldungen
Tel. 041 5218828 – Fax 041 5218732
promozione@labiennale.org
www.labiennale.org 

Und Familienkarneval in der Fondazione Querini Stampalia, 10.-15.2. jeweils ab 16:30 Uhr, Campo S. Maria Formosa.
Mit Märchen, Sonderführungen, Workshops zum Thema Schlemmereien (inkl. aktivem Naschen von (hoffentlich) Fritelle - lecker!

Kostenloser Eintritt. Anmeldung erforderlich unter 0039-041-2711432 und didattica@wuerinistampalie.org 



Sicherheit im venezianischen Karneval:
die Besorgnis um Sicherheit auf Großveranstaltungen ist derzeit groß, an Informationen dazu habe ich bisher gefunden:

es werden in sensiblen Räumen und zu sensiblen Zeiten ver-
stärkt Kontrollen stattfinden, z. B. an den Eingängen zum Markusplatz, an den Sonntagen 8. und 15. 2., auch Personen-
kontrollen, auch von TouristInnen. Der Einlass zu öffentlichen Räumen kann durch die Polizei eingeschränkt werden. Die Polizeistreifen werden verstärkt. Die Anmeldungen in Hotels und Ferienappartments/wohnungen sollen verstärkt kontrolliert werden. Observierung von Hafen, Flughafen, Bahnhof und Ghetto soll verstärkt werden. Bei Bedarf soll die Brücke auf der Landseite geschlossen werden, wenn alle Parkplätze auf dem Tronchetto und Piazzale Roma belegt sind. 

(Sonderfahrpläne von Trenitalia von Mestre nach Venedig S. Lucia füge ich hier ein, sobald sie zur Verfügung stehen.)



Karnevalsgesamtprogramm für Nicht-Kinder steht im Eintrag Kulturtermine unter "Tradtionsveranstaltungen".


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18. Januar 2015

Venedig 1940



Die alte Serenissima, die hier fast ausschließlich von Kindern belebt zu sein scheint. Kleine Jungen, die johlend über Plätze und Brücken laufen, kleine Mädchen, die allein oder in Begleitung von Müttern spielen und brav Gassen queren oder, geführt von Nonnen, zwei und zwei den Campo S. Agnese und dabei dem Schatten eines Hauses exakt ausweichen als sei er eine Mauer. Die wenigen Frauen kaufen ein oder hängen Wäsche auf den Campo, die wenigen Männer sind gemessener Haltung mit dem Tragen und dem Transport von Dingen beschäftigt, zu Fuß, zu Wasser, mit der Karre.  

Der Filmemacher Francesco Pasinetti zeigt uns das Venedig von 1940, die Stadt ist arm, aber weder zeigt noch bejammert sie ihre Armut. Man lebt in alten renovierungsbedürftigen Wohn-
häusern, geschniegelte hochglanzrenovierte Konversion ist noch fern, Hotels sind nicht das Thema des Films.  Die BewohnerInnen stellen sich selbst dar, haben ihre guten sauberen Sachen angezogen, kleine Mädchen in Spitzenkleidchen, SchülerInnen in Schulkleidung. 

Pasinetti nimmt uns mit zu Fuß über Brücken, entlang Ufer-
mauern, in Innenhöfe, lässt uns mitfahren auf menschenleeren Kanälen.


Wir erkennen die Orte auch nach 75 Jahren wieder, in Dorso-
duro, in Cannaregio, wir gehen mit über die Campi von S. Rocco und S. Giovanni Evangelista und über den Campo Bragora, wir fahren unter den kleinen Brücken von Birrí her und entlang der Kanalseiten der Wohnhäuser, wir sehen einen Dominikaner des Ospedale auf dem Rio dei Mendicanti rudern und durch das geöffnete Wassertor in den Innenhof des Palazzo Soranzo van Axel, und am Ende dürfen wir in Begleitung einer sehr kleinen Venezianerin über den Campo S. Stefano eintreten in den Pa-
lazzo Pisani und dem Chor des Conservatorio Marcello lauschen, der oben im Übergang zwischen den beiden Innenhöfen singt. 


Und wenn wir uns an die überfüllte Riva bei unserem letzten Venedigbesuch erinnern, das Gedrängele auf den breiten Brücken... wissen wir, was 75 Jahre in Venedig verändert haben, was WIR in 75 Jahren in Venedig verändert haben. 

Nochmals herzlichen Dank an Georg Eichinger, der mir den Link schickte.


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15. Januar 2015

56. Kunstbiennale Venedig - 2. Eintrag

Nachlesen: Erster Eintrag zur 56. Kunstbiennale vom 29.12.2014


Alle Fotos dieses Eintrags:
Hausschmuck (Patere) in Castello zwischen den Biennale-Geländen
 Giardini und Arsenale, aufenmommen am 30.6.2013
Auf der Website der Biennale selbst fehlt bisher eine Auflistung der nationalen Auftritte, entgegen der bisherigen Praxis und erstaunlicherweise. (Und es fehlt auch, trotz des Termin-
hinweises 7.-17.2., ein Programm für den in den letzten Jahren sehr gelobten Kinderkarneval im Zentralgebäude in den Giardini. Das stört mich persönlich aber wenig.) Unter dem Stichwort "luoghi/venues" findet sich nur eine Liste der Nationenpavillons in den Giardini mit Namen der Architekten und Baujahren von 1907 bis 1995. 


Immerhin gibt es auf der Biennaleseite auch in diesem Jahr das "Noticeboard" mit Mietobjekten für Aussteller - Nationen ohne eigenen Pavillon und Veranstalter von "collateral events". Einen Palazzo (oder auch nur eine Etage) für bis zu 6 Monaten (7 in diesem Jahr!) zu vermieten bringt dem/der BesitzerIn ordentlich Kohle und ist vor allem sehr beliebt direkt vor einer geplanten Renovierung. Gebäude wird geräumt, Biennaleveranstaltung zieht ein, und direkt nach ihrem Auszug kommen die Handwer-
ker. Und wir BesucherInnen haben den hochgeschätzten Vorteil, ein solches Gebäude besichtigen zu können, möglicherweise zum ersten und letzten Mal. (Siehe z. B. Einträge Palazzo Soranzo van Axel oder Palazzo Papadópoli.)





Hier werden also die Ankündigungen von Nationenausstellungen fortgesetzt:

Österreich wird repräsentiert durch Heimo Zobernig und ich bin sehr gespannt auf die Ausstellung. Auf seine unbetitelten Werke wie auf die angekündigte site specificity. Ich mag den öster-
reichischen Pavillon mit seinem stillen kleinen Hintergarten am äußersten Ende der Giardini, gefühlt wie am Waldrand, immer gut für einen längeren Besuch inkl. Hinsetzpause. 


Der Pavillon Südkoreas in den Giardini wird gestaltet von Moon Kyungwon und Jeon Joonho. Vielversprechende Videos ihrer Performance/Installation auf der Dokumenta 13 und dem Chicago Laboratory 2013

Singapore zeigt das Projekt SEA STATE des jungen Filmkünstlers Charles Lim (der für sein Land auch Olympiateilnehmer 1996 und America`s Cup Teilnehmer 2007 war). Erfreulich, da die Teil-
nahme für die Biennale 2013 abgesagt wurde. Singapore hat keinen eigenen Pavillon, zuletzt wurde im Palazzo Michiel da Brusà ausgestellt, der ein wunderschönes Wassergeschoss zum Canal Grande hat. Den diesjährigen Ausstellungsort recherchiere ich noch, bisher erfolglos.


Im Pavillon Frankreichs in den Giardini wird in diesem Jahr Céleste Boursier-Mougenot ausstellen, ein Name, zu dem man instinktiv WOW! sagt, und ein sympathischer Künstler/Musiker der seine beeindruckenden Ideen toll verwirklicht. Unbedingt ansehen: Arte-Beitrag vom 17.11.2014. Ich freue mich SEHR darauf. 



Neufundland hatte 2013 eine kleine, aber mich sehr beein-
druckende Ausstellung in der Galerie neben der Ca' Rezzonico am Canal Grande. Die Webseite des neufundländischen Künstlers Jordan Bennett und Werke der kanadischen Filme-
macherin, Tänzerin und Choreografin Anne Kloake (sehr witzig: Pretty Big Dig) versprechen wieder eine interessante Präsentation. Ausstellungsort in der Stadt wird auch hier noch nachgereicht. 


Die Niederlande werden vertreten durch den Installationskünstler herman de vries. Eine weitere Ausstellung, die auf der Ausein-
andersetzung mit Natur und ökologischen Fragen basiert auf dieser Biennale mit dem Titel "All the world's futures". Dass derartig viel Natur präsentiert wird und nicht etwa Technologie und science fictionales, überrascht und freut. herman de vries, der im fränkischen Steigerwald lebt, wird laut Ankündigung vier unbewohnte Laguneninseln (Madonna del monte? San Giacomo in paludo?) in seine Ausstellung einbeziehen, die von Mai bis November besucht werden können. Wie auch immer das funk-
tioniert - großartig! Ich bin in den beiden ersten Biennalewochen in Venedig und werde mit näheren Informationen darüber berichten. ArtDaily 22.1.2015


Es gibt ein weiteres, ein wenig rätselhaftes Biennale-Projekt, das als kollaterale Veranstaltung auf mehreren Inseln angesiedelt ist, "Nine Dragon Heads". Das Projekt wurde vor 20 Jahren in Süd Korea gegründet und wird an wechselnden Orten fortge-
führt. Internationale KünstlerInnen und -gruppen bearbeiten globale Umweltthemen, insbesondere auch Fragen der Arten-
vielfalt, der Geopolitik etc., in ihrem Umfeld und im Umfeld und des jeweiliges Projektarbeitsraumes auf der Basis vielfältiger künstlerischer Aktivitäten aber auch über Symposien, Workshops und Konferenzen. Details dazu finden sich auf der Website unter dem Link, sind aber aus meiner Sicht schwer nachvollziehbar. 

Man muss sich die Sache ansehen, und zwar insgesamt vom 19.4.-22.6. als Ausstellung im Palazzo (und Garten) Loredan dell'Ambasciatore und auf den Inseln S. Servolo, Murano, Lido und Pellestrina. 
Drei Teile der Veranstaltung laufen zeitlich aufeinanderfolgend: 
Zunächst ein 'Open-Air-Symposion' auf Murano am 19.4., Lido und Pellestrina am 20./21.4., danach bis 30.4. künstlerische Arbeit der TeilnehmerInnen unter Verwendung des vorzufin-
denden Naturmaterials.

Dann zwei Performancephasen: 28.4.-12.5. auf den 3 Inseln und 6.-8.5. im Palazzo Loredan dell' Ambasciatore.
Dann die Ausstellung "Jump into the unknown" 6.5.-18.8. im Palazzo dell' Ambasciatore. 
Für alle diese Einzelheiten muss man den Link nach unten scrollen. Es gibt dort auch Pläne für die einzelnen Projekt-
locations. Wie weit einzelne Teile der Veranstaltung nur für TeilnehmerInnen konzipiert sind, erschließt sich mir nicht. Zumindest die Ausstellung ist sicher öffentlich, aber vielleicht ist es auch möglich, Arbeitsprozesse zu verfolgen. 

Normale BiennalebesucherInnen sind sicher im April, also während des Symposions, noch nicht in Venedig. Ich werde neue Erkenntnisse hier mitteilen und ab dem 9.5. aus Venedig berichten. 

Weitere Einträge folgen.




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9. Januar 2015

Venedig 2015 - Kulturtermine - erstes Halbjahr


Höchste Zeit, meinen Kulturkalender für 2015 zu starten, die ersten Traditionstermine wie die Ruderregatta der Befane auf dem Canal Grande und das Tauchen nach dem Kreuz im Rio dei Greci, jeweils am 6.1., oder erste Musikveranstaltungen sind schon durch.

Weiter führende Biennale-Einträge stehen unter dem Label Biennale 2015, nicht in diesem Eintrag. 

Hier werden die Termine laufend ergänzt und sortiert nach den Bereichen Ausstellungen/Museen, Führungen, Musik, Theater/
Tanz/Film, Traditionsveranstaltungen, Vorträge/Workshops. Innerhalb der Bereiche nach Möglichkeit nach dem Datum. Einträge kommen auch mal venedigtypisch sehr kurzfristig, manchmal bekomme ich aber auch einen Termin nur kurzfristig mit. Oder gar nicht...


Fotos dieses Eintrags: Werke chinesischer KünstlerInnen, die auf der Biennale 2013 in den Tese des Arsenale ausgestellt wurden (Eingang Bacini).

Außerdem: Anschlusslink zu den alten Kulturterminen 2014.


Liu Xiaodong: These Days, Very Happy


Ausstellungen/Museen

6.12.2014-15.3.2015, Museo Correr am Markusplatz: Die Poesie des Lichts. Venezianische Zeichnungen. Die Ausstellung ist von kurzer Dauer aber höchstem Rang. Alle sind dabei: Mantegna, Bellini, Carpaccio, Giorgione, Lotto, Tizian, Bassano, Veronese, Tintoretto, Piazetta, Canaletto, Tiepolo und Guardi, um die bekanntesten Namen zu nennen.
Und natürlich auch nicht-italienische Künstler wie z. B. John Singer Sargent. Ausführliche Vorschau, ich werde die Ausstellung nach Karneval sehen können. 

Nach Verlängerung noch geöffnet bis 15.2.: Dogenpalast, Sonderausstellung "Geschichte und Geschichte von Dogen und Dogaressen".

Seit Juni 2014, zunächst befristet bis August, dann November 2014, jetzt aber wieder (und sehr erfreulich!) bis 30.11. verlängert: Glas Tea House Mondrian auf S. Giorgio Maggiore. (Siehe auch Kurzbericht vom 13.7.2014). Eintritt frei, Eingang gegenüber dem Ausstellungsgebäude Stanze del Vetro.

Seit Juni 2014 bis 4.5.2015 Ca' Rezzonico: Ausstellung von Porzellanwerken aus der Sammlung Marino Nani Mocenigo. Ist nicht mein Ding. 

Weihnachtsausstellung bis 17.2. im Museo Diocesano: Russische Ikonen. Täglich 4 Führungen (ich vermute, auf italienisch) zu denen man sich telefonisch anmelden muss. Online geht es auch. Das Museo Diocesano befindet sich in S. Appollonia am Rio Canonica o Palazzo, gegenüber dem Dogenpalast, hinter den Prigioni und allein wegen seines romanischen Kreuzgangs schon einen Besuch wert. 

9.1.-3.2. Biblioteca Marciana: Ausstellung "Armin T. Wegener, ein Gerechter für Armenier und Juden". Den Namen musste ich googeln und fand den beeindruckenden Lebenslauf des deutschen Lehrers, Reiseschriftstellers und Antifaschisten. Außerdem dem Film "Armin T. Wegener, Fotograf des Genozids". (Siehe auch Public Radio of Armenia)

14.-31.1. Insel San Servolo, Ausstellung 'Oktober 44. Die Deportation der Juden aus den psychiatrischen Krankenhäusern Venedigs. Zeugnisse aus dem Archiv von San Servolo'. (Siehe auch Eintrag vom 5.3.2010.) Eine Veranstaltung im Rahmen des Erinnerungstages 'Giornata della Memoria'

16.-31.1. Palazzo Flangini, Fotoausstellung "Contemporary Venice". Der Palazzo wurde in den letzten Jahren renoviert und die Gelegenheit ihn zu sehen ist unbedingt interessant. Eine kleine Fotoausstellung während der Architekturbiennale war im Androne eingerichtet, diese größere Ausstellung erlaubt hoffentlich den Eintritt in die oberen Etagen. Der Hauseingang ist diskret in der äußersten rechten Ecke des Campo S. Geremia, da heißt er dann auch übergangslos Campo Flangini.

8.2.-19.4. Palazzo Loredan am Campo Santo Stefano, Within Light/Inside Glass, Licht/Glass-Installationen in Kooperation mit der Universidade Nova Lissabon in der wunderbaren alten Bibliothek des Istituto Veneto di Scienze Lettere ed Arti (siehe auch unter "Führungen"). Am Ende der Website gibt es Übersetzungen auf englisch zum Herunterladen.

9.2. Wiedereröffnung nach Restaurierung: Glasmuseum Murano. Details folgen.

12.-12.4. Palazzo Franchetti an der Accademiabrücke, Ausstellung "A occhi spalancati - mit weit geöffneten Augen", 50 Hauptwerke des russischen Impressionismus in Kooperation mit der Universität Ca'Foscari. Eintritt frei. Diese Ausstellung steht im Zusammenhang mit der nächsten:

12.2.-13.9. Fondazione Querini Stampalia: Grisha Bruskin  Alefbet-Alfabeta della Memoria (Noch kein Eintrag dazu auf der Website der Stiftung. Wird ergänzt.) Eintritt frei. Campo S. Maria Formosa, eine der Haltestellen an der Riva

14.2.-6.4. Peggy Guggenheim Collection "Alchemy by Jackson Pollock", Haltestelle Accademia

13.4.-2.8., Stanze del Vetro auf S. Giorgio Maggiore, Finnisches Glas 1932-1973 aus der Sammlung Bruno Bischofberger. Weitere Informationen dazu finde ich noch nicht.

25.4. Wiedereröffnung der Ausstellung im Palazzo Cini, Campo S. Vio

13.9.-10.1.2016, Stanze del Vetro auf S. Giorgio Maggiore, Fulvio Bianconi (1915-1986), Werke aus der Zusammenarbeit mit der Glaskunstwerkstatt Venini auf Murano in den 50er Jahren des 20. JHs. Weitere Informationen dazu finde ich noch nicht. 


Yan Pei-Ming; Portrait of Liu Xiaodong

Führungen

Ganzjähriges Führungsangebot in Palazzo Grassi und Dogana nach Terminabsprache auch in deutscher Sprache. Derzeitige Ausstellung i in der Dogana noch bis 15.2.

Ganzjährig geöffnet ist das Museo Storico Navale am Arsenale. Sehr preisgünstig. Sehr interessant für historisch interessierte Erwachsene und beeindruckend für Kinder. Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass der separate Schiffspavillon jetzt Samstag/Sonntag für mehrere Führungen geöffnet ist (Termin sind im Link zu finden). Unbedingt zu empfehlen! Eingang: von Museum aus entlang des Rio dell'arsenale gehen bis FAST zur Arsenalebrücke. Kurz vorher ist im Mauervorsprung ein Tor mit einem Museumsschild. Leicht zu übersehen, wenn man das nicht weiß.

24.1.-7.5 Führungstermine im Palazzo Loredan, Istituto Veneto di Scienze Lettere ed Arti in italienischer Sprache, sehr zu empfehlen, auch wenn man nicht Wort für Wort versteht. 

7., 9., 11., 12., 14. und 16.2. Führungen und Sonderausstellung im Archivio di Stato als Teil des offiziellen Karnevalsprogrammes. Bereits zum 5. Mal! Im Staatsarchivgebäude rechts neben der Frarikirche. Haltestelle S. Tomà. Voranmeldungen unter 041.522281, Marialuisa Gallina, Mo-Do 9:30-12 Uhr oder marialuisa.gallina@beniculturali.it 

Potrebbe interessarti:http://www.veneziatoday.it/eventi/mostre/carnevale-2015-carte-in-tavola-archivio-di-stato-venezia.html
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(Komplettes Karnevalsprogramm siehe unter Traditionsveranstaltungen.)


Sui Jianguo: Mirrorspace

Musik

Teatro la Fenice Programm und TicketbestellungTeatro la Fenice Backstage

7.-31.1. Palazzo Cavagnis, Gästehaus der Waldenser, Kammermusikreihe im Januar. Interessantes Programm, Eintritt frei. Nahe dem Campo S. Maria Formosa, also ohne direkten Vaporettoanschluss mitten in der Stadt.
17.1. Teatrino hinter dem Palazzo Grassi Barockkonzert, 20:30 Uhr, Haltestelle San Samuele

24./25.1. Palazzetto Bru Zane, Kammerkonzerte im Januar und Termine der folgenden Monate. (Siehe auch Musik und Theater, Ausg. 01-02/2015)

18.2., 20:30 Uhr, Kirche der Carmini, Aschermittwochskonzert der Fondazione Levi, Ausführende des Conservatorio Marcello. Eintritt frei. Haltestelle Ca' Rezzonico oder S. Basegio.


Dai Yun: Forever the Nothern Dynasties


Theater/Tanz/Film

Januar-März Termine von Lesungen im Teatrino hinter dem Palazzo Grassi

1.2. Teatro Marinoni, Lido, Feiern und Putzen von 10-16 Uhr. Das ist nun keine Theateraktivität, aber eine Gelegenheit das Projekt zu besuchen und ein Stündchen mit Hand anzulegen...

7.-17.2. im Rahmen des Karnevalsprogramms: Wanderndes Theaterspektakel "Geheimnisse Venedigs", täglich italienisch, englisch, französisch, zum happigen Preis von 29 € pro Nase. 


Ye Yongqing: Desolated Landscape


Traditionsveranstaltungen

31.1.-17.2. Carnevale di Venezia Offizielles Programm und auf englisch
7.-17.2. Internationaler Kinderkarneval der Biennale 
510.-15.2. Familienkarneval der Stiftung Querini-Stampalia


Shen Ye: Detoxification


Vorträge/Workshops

Kunstseminare in der Peggy Guggenheim Collection
Il Novecento L'arte contro (Guggenheim Art Classes). Hier gehts zum Anmeldeformular für den Kurs Februar-März. Haltestelle Accademia.


Han Zijian: Three Lu Xun (einer davon)




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4. Januar 2015

Wo denn genau? Stolpersteine im Ghetto


Vor einem Jahr legte Günter Demnig in Venedig Stolpersteine, darauf hatte ich im Eintrag vom 6.1.2014 hingewiesen. Und habe, nebenbei gesagt, in der Folge einige freundliche Mails und den ersten und bisher einzigen bösartigen Kommentar eingefangen, der in der Maske bildungsbürgerlicher Sprache unfassbare Aggressivität formulierte. Ich habe den Kommentar nicht veröffentlicht. Wie ich niemand in meine Wohnung ließe der käme, um zu randalieren, akzeptiere ich auf meinem Blog keine ideologische Randale.

Ich bekomme aber auch immer wieder mal Mails, in denen ich nach der Lage der Stolpersteine gefragt werde. Hier also die Steine, die ich beim Besuch im Juni gefunden habe. Ich hatte den Eindruck, dass die Steine kaum wahrgenommen werden, weder als Mahnmal, noch als Kunstwerke. Kein Wunder, wer guckt in Venedig schon auf den Weg, es gibt genug anderes zu sehen, und gerade im Ghetto geht der Blick eher staunend nach oben, als dass er, wie in anderen Stadtteilen, auf Schaufensterhöhe bleibt.

Allerdings hatte meine Pflasterknipserei immer Grüppchen von Neugierigen zur Folge, die sich ansehen wollten, was denn da am Boden so interessant sei, und dann um einen Stolperstein herum standen. In der typischen Haltung, mit leicht vorgebeugtem Oberkörper und nach unten gesenktem Kopf. 
Um besser sehen zu können. Kann man aber auch wahrnehmen als respektvolle Verneigung. 


Campo di ghetto nuovo, vor der Casa di Riposo (siehe unten)


Ghetto vecchio, gegenüber der Grundschule (siehe unten)


Links der Grundschule, Corte d. scala matt (siehe unten)


Hier gibt es noch mehr Informationen zum Thema und weitere Links: 
http://resistenza.eu/stolpersteine-venedig/

Nachtrag 17.1.2015:
Das Istituto veneziano per la storia della Resistenza e della società contemperaneo (Iveser) hat einen Google Maps - Lageplan veröffentlicht.

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31. Dezember 2014

Venezianisches Notizbuch...


... "Il Milione" von Marco Paolini.
Aufgeführt in den Gaggiandre im Arsenale von Venedig 1997/1998.

(Und 2011 auf dem Campo S. Trovaso; auch VENEWS 2011weiter aktuell justalessia 8.11.2014)




Ein glückliches neues Jahr allen Venedig-Appassionati!


29. Dezember 2014

56. Biennale d'arte 2015 - erster Eintrag

Alle Fotos dieses Eintrags aus dem Pavillon der Ukraine, Kunstbiennale 2013
im Palazzo Loredan am Campo Santo Stefano
Künstler: Hamlet Zinkowskyi

Jetzt aber...!

Die Kunstbiennale steht quasi schon vor der Tür, in den letzten Monaten hat sich auf meinem Rechner viel Material dazu angesammelt, aber es fehlte die Zeit es auch nur zu sichten.

Nachdem die Architekturbiennale 2014 schon ihre Runden über die verdoppelte Länge lief, und im Rückblick erfolgreich, wird auch die Kunst 2015 immerhin einen ganzen Monat früher starten, am 9. Mai (Obacht, in der ersten Biennalewoche gibt es auch noch ungewohnterweise das touristInnenintensive Sensa-Fest am 17. Mai). So weit ich weiß, liegt das an der gleichzeitigen Weltausstellung in Mailand, die bereits am 1. Mai eröffnet, und an ihrem zusätzlichen Schauplatz 'Aquae Venezia 2015' in Venedig, sprich Marghera. Darüber wird noch zu sprechen sein, in einem anderen Eintrag, ein Thema nach dem anderen.

Today is not my day
Der Leiter der Kunstbiennale, Okwui Enwezor, legt ein Statement zum Biennalethema "All the World's Futures" in italienischer und englischer Sprache vor, anscheinend fand es bisher niemand wichtig, den Text (auf deutsch) zu übersetzen. Fände ich schon, denn das differenzierte Thema KUNST ist schon muttersprachlich schwer in Begriffe zu fassen, geschweige zu verhandeln, kontrovers zu diskutieren und mit Bereichen wie Politik, Globalisierung, Historie, Menschenrechte etc., aber auch Qualität und Wirksamkeit zu verbinden. Den Text des Statements auf englisch zu lesen finde ich eine ziemliche Herausforderung. Deshalb gibt aus meiner Sicht das Interview "Von Kunstwelten und perfekten Verbrechen" vom 14.11.2014 in übersetzter Fassung einen guten und lesenswerten Hintergrund, auch wenn er sich zu seiner Arbeit an der Biennale nicht direkt äußert.


I will not write any book
Ich habe den "Angelus Novus" von Paul Klee gegoogelt, auf den Herr Enwezor sich in seinem Statement bezieht. Der Eintrag hilft, den Text von Walter Benjamin und den enwezorschen Ansatz zu verstehen. Die Idee der "Filter" ist für mich auf Anhieb schwer nachvollziehbar, daran muss ich peu à peu arbeiten und mich am Ende überraschen lassen, was Herr Enwezor und die KuratorInnen der Länderpavillons daraus machen werden. 
Die geplante durchgängige siebenmonatige Lesung von "Das Kapital" von Karl Marx im Zentralpavillon, plus anderer Formen der Präsentation des Textes bzw. Inhaltes, ist ein Ding! Auf den ersten Blick eine tolle Idee, und eine Herausforderung für alle Beteiligten, aktiv oder passiv. Diese politisch-historische Basis des Gesamtkunstevents macht die Sache im Vorfeld spannender denn je. Denken wir nachträglich gnädig an die Wochen und Monate, in denen wir uns durch das Werk und die nervigen 'Kapital-Kurse' quälten, in bester Absicht und echtem Erkenntnisdrang!

Dudes are waiting

Um zu ersten interessanten Details zu kommen:

der erste Biennale-Eindruck trifft uns schon am Flughafen (soweit die Anreise per Flug stattfindet): der Künstler Simon Denny stellt für Neuseeland, das keinen eigenen Pavillon hat aber immer originelle Ausstellungsräume anmietet, in der Ankunftshalle und in der Biblioteca Marciana an der Piazetta aus. Siehe auch ZEIT 10/2012: Das Eigenleben der Kleckse.

Indien (Shilpa Gupta) und Pakistan (Rashid Rana) teilen sich ihre Ausstellungsräume für den 'collateral event' "My East ist Your West". Das hat politische Symbolkraft angesichts der postkolonialen Geschichte der beiden Staaten. Ausstellungsort ist der piano nobile des Palazzo Benzon mit schönen Wand-und Deckenbemalungen und Stuckarbeiten, sehr sehenswert. Am Canal Grande mit Balkons für gute Aufnahmen (Canale Grande zwischen Rialto und Ca' Foscari, Blick auf Rialtobrücke und Palazzo Papadopoli schräg gegenüber) Haltestelle S. Angelo.

Australien wird, vermute ich mal, seinen neuen Pavillon eröffnen (ich bin gespannt, denn der alte hatte Atmosphäre, die mir gefiel) und wählte schon vor einem guten Jahr Fiona Hall als seine Repräsentatin aus. Wie schon für die Documenta 13. Aktuelles Interview mit der Künstlerin.

Auch Russland nominierte sehr früh, und als erste Frau, die Russland in einer Einzelausstellung repräsentiert, Irina Nakhova. Mehr zur Künsterlin auf Moscow Conceptualism. Pavillon in den Giardini.

Und noch eine erste Frau, die als Künstlerin in einer Einzelausstellung ihr Land vertritt : Helen Sear für Wales. Ausstellungsort war bei den letzten beiden Kunstbiennalen S. Maria Ausiliatrice am Ende der Via Garibaldi in Castello, ich vermute, das ist auch 2015 der Ausstellungsort. Die kleine Kirche des Studentenwohnheims S. Maria Ausiliatrice hat ein ungewöhnliches schönes Relief an der Altarbasis. Je nach Lichtverhältnissen der jeweiligen Ausstellung kann man es es gut sehen oder eben auch nicht.


One big man was waiting for a miracle
Schottland wechselt seine Ausstellungsräume! Nach dem jahrelangen Auftritt im Palazzo Pisana bei S. Marina stellt es nun aus im Palazzo Fontana Rezzonico am Canal Grande, in dem ich noch nie war. Großartig. Aber Achtung, auf dieser Website gibt es schweres Durcheinander mit den Ausstellungen von 2013 und 2015. Vertreter für Schottland 2015 ist Graham Fagan. Haltestelle S. Marcuola oder Ca' d'doro. Mehr zum Palazzo Fontana Rezzonico und Scotland+Venice.

Finnland stellt wie immer in seinem Pavillon in den Giardini aus, und dabei handelt es sich nicht um das bezaubernde Gebäude, das auf der Website frame für das Künstlerduo IC-98 zu sehen ist. Leider. Das hätte ich gerne gesehen.

Die Philippinen treten mit "Tie a String Around the World" nach 50 Jahren Pause wieder ausstellend auf mit einer Ankündigung zu einem Filmprojekt, die mich neugierig macht. Allerdings findet sich nirgends die Information zum Ausstellungsraum. Wird nachgereicht. (Siehe auch Beitrag in "Art Radar".)

Großbritannien lässt sich von einer Künstlerin vertreten, die mit bemerkenswertem Humor begabt zu sein scheint: Sarah Lucas. Freu mich schon darauf. Im Pavillon in den Giardini.

Auch die USA werden repräsentiert von einer Frau, der alten und erfahrenen Video- und Performance-Künstlerin Joan Jonas, die eine raumspezifische Installation für die Biennale im US-Pavillon vorstellen wird. 


Fortsetzung unter 56. Kunstbiennale, 2. Eintrag


Waiting for those who are waiting