15. Januar 2017

Erster Blick zur Biennale 2017 - ARSENALE

Alle Fotos dieses Eintrags: Biennaleausstellungen
im Arsenale 2011/2013

Die Ausstellungen auf dem Biennalegelände der Giardini sind gut zu überblicken: nationale Präsentationen in den nationalen Pavillons (die, nebenbei, beeindruckende Beispiele nationaler Selbstdarstellungsarchitektur des 20. JH sind) und die internationale Präsentation der jeweiligen künstlerischen Biennaleleitung (2017 Christine Macel "Viva Arte Viva") im Zentralgebäude. Im Zentralgebäude befinden sich außerdem die Bibliothek und das Archiv der Biennale, der Buchladen, Unterrichtsräume für Gruppen und ggfs. ein Forum.

Im Arsenale allerdings laufen die Dinge etwas durcheinander. Die Corderie, auch Tana genannt, also die laaange ehemalige Reeperbahn des Arsenale, zeigt großenteils weitere Werke und Künstler*innen, die von der Biennaleleitung zur Teilnahme ausgewählt und eingeladen wurden. Aber AUCH nationale Ausstellungen. Weitere Gebäude wurden seit einer Dekade renoviert und für Ausstellungszwecke hergerichtet (Sale d'armi, Artiglierie, Isolotto etc.). Hier finden immer mehr Nationenausstellungen einen Platz, der auf dem offiziellen Biennalegelände natürlich zentraler und günstiger ist als ein in der Stadt angemietetes Gebäude. 
Ein Theater wurde eingerichtet. Der Garten der Vergini wurde 2009 Teil des Biennalegeländes. Auch das gegenüberliegende Ufer des Arsenale novissimo steht mit den riesigen Tese (Hallen) und dem renovierten Turm an der Porta Nuova für Ausstellungen von Nationen wie auch 'eventi collaterali', Nebenveranstaltungen, zur Verfügung. Wer nur gelegentlich die Biennale in Venedig besucht, hatte in den letzten Jahren oft Gelegenheit, sich über die Ausbreitung der Kunst im Arsenale zu wundern. 



Wer also nach dem Besuch der Giardini, wo auf jedem Haus draufsteht wer oder was drin ist, im Arsenale aufschlägt, hat die erfreuliche Wahl: einen Zug durch die Ausstellungen machen, Eindrücke sammeln, sich beeindrucken lassen. Oder mit dem Katalog in der Hand, oder zumindest dem kostenlosen Faltblatt, nachprüfen und sich vergewissern, was hier zu sehen und zu erfahren ist. Oder sich auf eine Mischung von beidem einstellen.
In diesem Eintrag ist die Rede von den nationalen Ausstellungen von
Tuvalu
Chile
Albanien
Singapore
Neuseeland
Georgien
TürkeiSlovenien
Italien
Südafrika
Malta
Lettland
Estland

Philippinen
Vereinigte Arabische Emirate



Tuvalu stellt zum 3. Mal aus und zwar zum 3. Mal den gleichen Künstler Vincent J. F. Huang (siehe Eintrag 2013 - 6. Absatz und 2015 - 12. Absatz). Darüberhinaus vertrat Huang die Insel Tuvalu auf dem UNO Klimagipfel 2012. Das Projekt dieses Jahres nennt er "The Global Interactive Program", natürlich geht es um den Klimawandel, von dessen Folgen Tuvalu wie auch Venedig in vorderster Front betroffen ist. Mangels weiterer Informationen ist mir das Konzept etwas rätselhaft ("online- und offline-Projekte?). Spannend.

Chile zeigt ein anthropologisch orientiertes Projekt des Künstlers Bernardo Oryazún mit dem Titel "Werken". Im Fokus steht das südamerikanische Volk der Mapuche, ihre bildende Kunst und Sprache. 

Im Pavillon Albaniens gibt es unter dem Titel "Occurence in Present Tense" Malerei des Künstlers Leonard Qylafi. Die Entscheidung für ihn stieß auf Proteste der ungarischen Kunstszene. 

Ein Konflikt belastet auch den Auftritt Singapores. Der Künstler Zai Kuning, die Kuratorin June Yap und der Projektleiter Neo Kim Seng haben sich verkracht, die beiden letzteren schieden aus dem Team aus. Zai Kunings bringt maritime Skulpturen, 'Geisterboote' des malaysischen Archipels, nach Venedig, und trotz der personellen Querelen steht die Planung.



Neuseeland wanderte bisher mit seinen Ausstellungen durch die halbe Stadt, stellte in diversen tollen Palazzi am Canal Grande aus oder z. B. in der (immer geschlossenen) Kirche S. M. Maddalena. Jetzt hat man endlich einen eigenen Raum im Arsenale, im Isolotto nahe beim großen Kran. Die Ausstellung der Künstlerin Lisa Reihana enthält auch ihr Panoramavideo "In Pursuit of Venus" und neue Fotoarbeiten.

Georgien hat seinen Pavillon in den Sale d'armi und wird repräsentiert durch den in Berlin lebenden Vajiko Chachkhiani. Förderpreis zum Rubenspreis der Stadt Siegen und ein aktueller Atelierbesuch.

Der Pavillon der Türkei stellt Werke von Cevdet Erek aus (der nebenbei auch Schlagzeuger von Nekropsi ist, reinhörn, hat definitiv was!). Die Informationen unter diesen Links stammen aus der Zeit vor dem Putsch in der Türkei und wurden anscheinend nicht von plötzlichen Veränderungen betroffen, obwohl auf der Website der Istanbuler Foundation for Culture and Arts, IKSV, noch keine Details für die Biennale 2017 zu finden sind.

Slovenien wird von der Künstler Nika Autor repräsentiert. Ein kleines Bisschen mehr.



Die Hallen des italienischen Pavillons im Arsenale will die in New York lebende Kuratorin Cecilia Alemani mit nur 3 Künstler*innen füllen: Giorgio Andreotta Caló (Skulpturen), Roberto Cuoghi (Skulpturen), Adelita Husni-Bey (Performances, Experimente). Mehr dazu auf italienisch in der Artribune
Trotz der großartigen Riesendinger von Robert Cuoghi, vor denen wir schon 2013 mit offenen Mündern im Arsenale standen, und möglichen raumgreifenden Performances konzipiert von Adelita Husni-Bey, frage ich mich doch, wie das gehen kann und bin gespannt auf die Arbeit der Kuratorin. 
(Der letzte Satz im Artikel der New York Times sollte nicht untergehen: "An earlier version of this article referred incorrectly to the Biennale. It is an exhibition, not an art fair where works are for sale, and thus it does not draw 'high sales'." Haha, das nenne ich einen unbeabsichtigten Kracher.)


Mexico hat für seine Ausstellung Carlos Amorales gewählt, er präsentiert das Projekt "Life in the Creases" (Leben mit Falten? Leben in Knitterfalten?). Mehr ist noch nicht zu erfahren, aber mehr zum Künstler.

Den Pavillon Südafrika in den Sale d'armi (Obergeschoss, unbehinderter Zugang mit Lift und Rolltreppe von Rem Koolhaas) teilen sich Candice Breitz und Mohau Modisakeng. Lesenswerter Artikel dazu aus TimesLive vom 10.1.2017.

Malta hat sich 17 Jahre nicht an der Biennale beteiligt. Nicht nur der EU-Vorsitz 2017 ist also bemerkenswert, sondern auch die Rückkehr nach Venedig. Raphael Vella und Bettina Hutschek konzipieren gemeinsam die Ausstellung "Homo Melitensis". Videos von Bettina Hutschek. Veröffentlichungen von Raphael Vella (Kunsterziehung).

Latvia, Lettland zeigt "Structures of Worries", Gefüge der Sorgen, von Mikelis Fisers. Auf seiner Website wird allerdings "What Can Go Wrong" angekündigt, in lettisch, und deshalb kann ich nicht nachprüfen, was hier unter Umständen falsch läuft. Video Mikelis Fisers, lettisch.



Argentiniens Pavillon im Parterre der Sale d'armi wird von der Künstlerin Claudia Fontes gestaltet.

Estland zeigt ebenfalls eine Einzelkünstlerin, Katja Novitskova, mit ihrem Projekt "If only you could see what I've seen with youre eyes".

Die Philippinen landen mit ihrem 3. Auftritt in Venedig (1964, dann erst wieder 2015 beeindruckend im Palazzo Mora) im Arsenale. Lani Maestro und Manuel Ocampo beziehen sich in ihrem gemeinsamen Projekt auf ein Schlüsselwerk der philippinischen Literatur, Noli me tangere von José Rizal.

Die Vereinigten Arabischen Emirate in den Sale d'armi stellen wieder eine Gruppe von Künstler*innen aus, nicht ganz so zahlreich wie die Gruppe der Biennale 2015, als der Pavillon sehr vollgestopft und unabgestimmt wirkte. Das hat das Kuratorium anscheinend selbst bemerkt (diesjähriger Kurator: Hammad Nasar), diesmal also nur 5 Teilnehmer*innen: Nujoom AlghanemSara Al Haddad, Vikram Divecha, Lantian Xie, Mohamed Yousif, Thema der Ausstellung: "Rock, Paper, Scissors: Positions in Play".
Das Praktikumsangebot des VAE-Pavillons erwähne ich wieder, es scheint, zumindest von außen gesehen, ein pfiffiges System, jungen Leuten in größerer Zahl differenztierte Arbeits- und Auslandserfahrungen zu ermöglichen. 





Auch im Arsenale stehen noch die Informationen zu diversen nationalen Ausstellungen aus. Werden nachgeliefert.


Siehe auch Eintrag vom 13.1.2017:
Erster Blick auf die Biennale 2017 - GIARDINI




Demnächst: Nationalpavillons und zur Biennale gehörige Nebenausstellungen in der Stadt.






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13. Januar 2017

Erster Blick zur Biennale 2017 - GIARDINI

Biennale 2011
Pavillon Russland
Die 57. Kunstbiennale startet in 4 Monaten am 13. Mai  und bis auf die Veröffentlichung des Konzepts der Direktorin Christine Macel (die 2013 schon den französischen Pavillon kuratierte) im September 2016 gibt noch keine offiziellen Details. In den Wochen vor Eröffnung der Biennale "Viva Arte Viva" will Christine Macel täglich ein Video auf die Biennalewebsite stellen, in denen sich Künstler*innen mit ihrem Biennaleprojekt vorstellen und Besucher*innen auf das Ereignis vorbereiten können. 

Schöne Idee, von mir im Ansatz seit 2011 praktiziert (siehe Labels der Biennalen 2007-2016, rechte Spalte). Das soll auch 2017 so gehalten werden, denn im www trudeln schon ca. 1 Jahr im Voraus die ersten Ankündigungen ein. Hier also ein erster gespannter Blick auf die angehäufte Linksammlung.
Ich beginne mit dem Ausstellungsgelände der Giardini und ihren nationalen Ausstellungspavillons, querbeet, in der Reihenfolge:

Österreich

Japan
Nordischer Pavillon
Großbritannien
Niederlande
Korea
Israel
USA
Frankreich
Belgien
Spanien
Tschechien
Slowakei
Canada
Deutschland
Schweiz
Polen
Australien
Griechenland
Brasilien.


Biennale 2011
Pavillon Serbien
Freudige Überraschung zuerst: Österreich baut an! Das Doppel von Erwin Wurm und Brigitte Kowanz, angekündigt im April 2016, nicht nur bei mir als Drucksen vor einer Entscheidung im Verdacht, führt anscheinend unerwartet zu einem guten Ende des Gestrüpps innerhalb des österreichischen Pavillons. In den letzten Jahren ließen sich die Kurator*innen zu fortschreitender Bepflanzung des rückwärtigen Freiluftbereiches hinreissen, ohne große Kenntnisse in Botanik und Gartenarchitektur, mit Verlaub. Vor einer Woche verkündete Brigitte Kowanz im Kurier die Planung eines Anbaus und damit die Erweiterung und angemessene Aufteilung der Ausstellungsräume an. Und Offizielles dazu. Ich bin sehr gespannt. 

Der Pavillon Japans wird bespielt mit dem Werk "Upside Down Forest" von Takahiro Iwasaki - in kleines Vimeo, das daüber hinaus Neugier weckt.

Der Nordische Pavillon - Schweden, Finnland, Norwegen wechseln sich ab - liegt in diesem Jahr in der schwedischen Verantwortung. Moderna Museet zeigt in "Mirrored" 6 Künstler*innen: Siri Aurdal, Nina Canell, Charlotte Johannesson, Jumana Manna, Pasi "Sleeping" Myllymäki, Mika Taanila. Ein schöner Blick in den leeren Raum des Pavillons und mehr Informationen zur Ausstellung.


Biennale 2013
Pavillon Uruguay
Im britischen Pavillon sind wie bei der letzten Biennale Skulpturen zu sehen, diesmal von Phyllida Barlow. Siehe auch Forum Ludwig Aachen: Kunstpreis Aachen 2012 und den Guardian vom 4.3.2016. Mehr beeindruckende Werkfotos.

Die Niederlande zeigen 3 für die Biennale neu geschaffene Werke der Videokünstlerin Wendelien van Oldenborgh. Im Fokus stehen wenig beachtete Kapitel der niederländischen Kolonial- bzw. Postkolonialgeschichte. 
Vorstellung und Erstaufführung "Beauty an the right to the ugly" im November 2014.
Im koreanischen Pavillon werden 2 Künstler präsentiert: Lee Wan mit Installationen und der Konzeptkünstler Cody Choi. Ich bin sehr gespannt, denn seine Vorstellungen von Venedig kommen schon überraschend: "Aus Chois Perspektive gibt es keinen Unterschied zwischen Venedig und Glückspielorten wie Las Vegas und Macau, also wird er die glitzernden aber hohlen Reklamefelder dieser Städte reinterpretieren. 'Es gibt keine wahre Kunst in Venedig, aber die Stadt hat Kraft, Kapital und äußerste Autorität'." (Zitat siehe Link). Hm. Vielleicht wird ja auch er überrascht.


Biennale 2013
Pavillon Venezuela
Israel zeigt den vielseitigen Künstler Gal Weinstein. Er repräsentierte Israel schon auf den Biennalen in Thessaloniki und Sao Paulo.

Für den Pavillon der USA wird Mark Bradford eine site-spezifische Installation kreieren. Mehr zum Künstler aus dem New Yorker und der New York Times. Und auf deutsch. Hier spricht er selbst.

Der Pavillon Frankreichs ist musikalisch dominiert, nicht zum ersten Mal. Xavier Weilhan präsentiert sein Projekt "Merzbau Musical", basierend auf dem Werk Kurt Schwitters'.  

Im belgischen Pavillon ist Flandern wieder an der Reihe der Kunst, repräsentiert vom Fotografen Dirk Braeckmann.

Spanien wird vertreten durch den katalanischen Künstler Jordi Colomer. Sein Projekt "Ciudad del Bolsillo" diskutiert urbanes Leben und Nomadismus - spannend. 

Der gemeinsame Pavillon Tschechiens und der Slowakei zeigt das
Projekt 
"Swan Song: Now" der Künstlerin Jana Zelibská. Interview
und mehr Werke der Künstlerin.


Der Pavillon Canadas wird renoviert (oder vergrößert?) und ich
weiss nicht, ob schon in diesem Jahr neu eröffnet wird. Die
kanadische Ausstellungsankündigung jedenfalls ist mit den
Künstlern Geoffrey Farmer (siehe Ausstellung 2014 im
Hamburger Kunstverein) und Mike Bourscheid
(Kunstpreis Robert Schumann 2015) vielversprechend. Mike
Bourscheid ist gleichzeitig der Protagonist des
Pavillons von Luxemburg im der Ca' del Duca am Canal
Grande.


Die Präsentation im deutschen Pavillon macht Anne Imhof.
Außenminister Steinmeier sagt was dazu.
Rezension ihres Projekts "Angst II" im Hamburger Bahnhof
in Berlin im Herbst 2016. Aktuelles Portrait der Künstlerin
von Dirk Schwarze.


Die Schweiz gedenkt im Giacometti-Jahr Giacomettis. Der
Pavillon ist ein Werk Bruno Giacometti, jüngerer Bruder von
Albert, welcher alle Einladungen zur Biennale ausschlug.
Teresa Hubbard und Alexander Birchler machen sich unter
dem Thema "Venedigs Frauen" darüber Gedanken. Hubbard
und Birchler lehren bzw. forschen an der
Universität von Texas, Austin. Zur Schweizer Ausstellung
auch ArtNews.
Ein interessanter 
Artikel zu Giacometti, kürzlich in der NZZ
erschienen.


Den polnischen Pavillon gestaltet, etwas überraschend,
die amerikanische Filmemacherin und  Fotografin
Sharon Lockhart. Der Titel der Ausstellung "Little Review"
wurde inspiriert von einer gleichnamigen Kinderbeilage der
Zeitung Nasz Przeglad vor dem deutschen Übefall auf Polen
1939. Sharon Lockhart hat bereits einen 
Film über polnische
Kinder vorgestellt:
Podwórka.

Biennale 2013
Pavillon Finnland
Australien zeigt in seinem neuen und, wie man bei der Architekturbiennale sah, flexiblen, Pavillon eine Einzelausstellung von Tracey Moffat mit dem Titel "My Horizon". Etwas mehr, aber nicht viel, dazu. Als erste Ausstellung einer indigenen Künstlerin erhält das Projekt besondere Anerkennung und Förderung

Griechenland wird vertreten durch den Filmemacher und Videokünstler Giorgios Drivas und den Leiter des Film Festivals Thessaloniki, Orestis Andreadakis. Das Ausstellungsprojekt "Laboratorium der Dilemmata" thematisiert über das zweieinhalbtausend Jahre alte Theaterstück "Die Schutzflehenden" von Aischylos die Integration des Fremden in die Gesellschaft. Ich bin sehr gespannt und werde vermutlich Stunden bei den Griechen verbringen, wie zuletzt beim Opernfilm im polnischen Pavillon

Brasilien hat erst kürzlich den Kurator der Ausstellung, Jochen Volz, bekanntgeben. Warten wir das Weitere ab.

Es fehlen noch eine ganze Reihe nationaler Ausstellungen, die in den Giardini ihren festen Platz haben. Was nicht freiwillig durchs www bei mir landet, muss recherchiert werden. Folgt.


Biennale 2014
Pavillon Ägypten

Siehe Folgeeintrag vom 15.01.: der erste Blick zu den Nationenpavillons im Arsenale.


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7. Januar 2017

Beginnen wir das Jahr...




... mit einer kleinen, aber besonderen Bootsfahrt. Wir sind unterwegs wie immer begleitet von jungen venezianischen Musikern und wie immer in einem traditionellen Lagunenboot. Die Gegend ist verkehrsarm - keine Taxis, schon gar keine Gondeln,  entlang der Arsenalemauern herrscht Ruhe und rechter Hand dahinter, zu gegebener Zeit, Biennalegewimmel. 

Das Boot fährt den Rio delle Verzene (Vergini) entlang und biegt nach links in den Rio di San Daniele ein. Die "Vergini" eigentlich "Vergini di Santa Maria Nascente di Castello", war eines der ältesten Frauenklöster Venedigs, gegründet zu Beginn des 13. JH..
Eines der Klöster wie San Zaccharia, San Lorenzo, La Celestia, in denen reiche und mächtige Familien ihre Töchter standesgemäß vergoldet abstellten - von Verheiratung und Erbschaft ausgeschlossen. Die Äbtissinen der Vergini waren Töchter, Nichten und Schwestern von Dogen, Prokuratoren, Senatoren: Badoer, Contarini, Donà, Gradenigo, Grimani, Malipiero, Querini um nur einige zu nennen. Die Reputation des Konvents war entsprechend hoch angesiedelt und er stand von Beginn 
unter der persönlichen Schirmherrschaft des Dogen. Und wenn auch die Praxis der lockeren Sitten trotz patriachaler und päpstlicher Interventionen nicht in den Griff zu kriegen war, die Fassade stand bis zum Ende der Republik 1797, inklusive eines rituellen Pflichtbesuchs jährlich am 1. Mai mit venezianischem Pomp und Bootskonvoi. 

Die Insel der Vergini mit Kirche und Klostergebäuden
zwischen Arsenale und Insel S. Pietro

Von Kirche und Kloster standen bis 1807 nicht nur die Fassaden, sondern alle Gebäude (siehe Nr. 72 auf dem Stich oben) der Klosterinsel, als sie der Marine zugeeignet wurden. Ab Februar 1809 wurden Kirche und Kloster als "bagno penale", sprich militärisches Gefängnis genutzt, der "barco", die Empore der Nonnen über dem Eingangsbereich der Kirche, als Isolier- und Krankenstation für die Gefangenen. Ab 1822 wurden erste Teile des Chors abgerissen, zwischen 1844 und 1869 alle Gebäude komplett niedergemacht und danach ein Trockendeck installiert. 

Absolut nichts ist erhalten vom ehemaligen Reichtum dieser kleinen Insel. 2001 fand man bei Arbeiten zum Hochwasserschutz die Reste eines Wassertors des Klosters in ca. 1 m Tiefe unter dem jetzigen Ufer, die archäologischen Arbeiten wurden von Archeosub dokumentiert. 
Das an dieser Stelle einzige erhaltene Relikt der Vergini sieht man kaum vom ponte dei pensieri, sondern eben nur vom Wasser aus, zu Beginn der Bootsfahrt (noch mal in den Film reinschaun!) an der langen Mauer rechts, hinter der der heutige "Garten der Vergini" liegt: der obere Teil des ehemaligen Haupteingangs des Konvents, ein gotischer Bogen mit der Madonna, S. Marco und S. Agostino. Er enthält die Inschrift

MDLVII ADI II MAZO
SPES ET AMOR GRATO
CARCERE NOS RETINENT
S.M. DELE VERZENE

"2. Mai 1557 - Hoffnung und Liebe halten uns in diesem angenehmen Kerker."

(Wer sich für das Thema venezianischer Frauenklöster interessiert, dem/der sei, wiederholt, das Buch von Mary Laven " Die Jungfrauen von Venedig. Gebrochene Gelübde - das wahre Leben hinter Klostermauern" dringend empfohlen. Supergünstig bei Fröhlich und Kaufmann. Der Titel kling grausam kitschig, das Buch ISSESABERNICH!)



Die Kunstwerke der Vergini sind, wir kennen das, nah und weit weg gelandet. Alvise Zorzi beschreibt die prächtigen Gebäude und die ehemals vorhandenen Kunstschätze und beklagt die Verluste so sehr, dass mich beim Lesen in seinem Werk "Venezia Scomparsa", immer die Wut packtAuch ein "museo di Berlino" besitzt unter der Nr. 1154 ein Werk Antonio Vivarinis, eine 'Santa Maria Maddalena, von Engeln in den Himmeln getragen und eine anbetetende Priorin'. 
Einiges jedoch ist in Venedig erhalten - eine ganze Reihe von Grabsteinen und Grabdenkmälern im Seminario Patriacale; die 8 kleinen Bilder in S. Alvise aus der Schule von Lazzaro Bastiani, aber von Ruskin witzigerweise als Jugendwerke von Carpaccio interpretiert; ein schönes Pietà-Altarrelief mit Engeln von Giammaria Mosca ca. 1525, in der Kappelle des Gästehauses Cardinal Piazza.  
Andere Werke wurden dokumentiert, sind aber auf weiteren Umwegen irgendwann gänzlich verschwunden.


Giammaria Mosca, Altarrelief im Gästehaus Cardinal Piazza


Nach ihrer militärischen Nutzung als Gefängnis und Trockendock gab es lange keine Verwendung für die Insel der Vergini am östlichen Ausgang des Arsenale. Die Biennale, die sich im Arsenale immer weiter ausbreitet, Gebäude renoviert und friedlicher Nutzung zuführt, nahm sich des Geländes an und ließ es gärtnerisch gestalten aber die wenigen bunkerähnlichen Gebäude erhalten. Ein wunderbares Beispiel zeitgenössischer Gartenplanung, ein Ensemble blühender Sträucher und Stauden, sehr alter Bäume, Wildwuchs, Mauerruinen und zu Ausstellungsräumen konvertierter Militärhütten. Für die Biennale sind die heutigen Giardini delle Vergini ein Glücksfall und für die Stadt Venedig sowieso. Ein Teil des Gartens ist öffentlich, unabhängig von der Biennale erreichbar über die Brücke der Pensieri.

Giardino delle Vergini Oktober 2011



Giardino delle Vergini Mai 2015


Der Giardino delle Vergini ist barrierefrei (über stufenlose Treppenrampen) zu erreichen über die Haltestelle S. Pietro, Linien 4.1-4.2, 5.1-5.2.


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30. Dezember 2016

Jahresende 2016


Im Frühling 2016 wurde auf der Insel San Giorgio Maggiore das neue Auditorium "Lo Squero" (die Bootswerft) eröffnet. Die wenigsten von uns hatten die Möglichkeit, eines der 6 Beethoven-Konzerte zu hören, ich auch nicht. Für das Jahr 2017 liegt das feste Programm vor, Karten können bereits gebucht werden. Es wird vermutlich auch weitere, kurzfristiger angekündigte Veranstaltungen geben.

Am 29. Oktober führte das Ensemble "laReverdie" (unterstützt von David Riondino, Elena Baldassari und Rana Shieh) hier eine konzertante Lesung, eine Komposition inspiriert vom Reisebericht Marco Polos "Il Milione", auf. Eine musikalische Reise.

Vorgestern liess La Reverdie einen kleinen filmischen Essay über die Aufführung ins Internet stellen und schenkt uns zum Jahresende einen virtuellen Konzertbesuch am Ufer der Lagune und einen Eindruck vom neuen Auditorium. Herzlichen Dank!

Ein gutes neues Jahr wünsche ich Leser*innen, Korrespondent*innen, Freund*innen.




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für Charlotte Schulze
27.10.1918-30.12.2016

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27. Dezember 2016

Neue Stolpersteine in Venedig

Weg der Stolpersteinaktion am 20.1.2017

Ein Termin für eine Kunstaktion, die die Gliederung meines Kulturkalenders für Venedig sprengt: 


20.1.2017, ab 9:30 Uhr 
auf dem Campo S. Aponal vor dem Haus San Polo 1154 


Auf einem Zug durch die Sestieri San Polo, San Marco, Castello und Cannaregio zum Ghetto werden im Projekt Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig insgesamt 24 neue Stolpersteine gelegt. Jeder Stolperstein erinnert an ein Opfer des Nationalsozialismus. 
Die Stadt Venedig, das Deutsche Studienzentrum Venedig, die Jüdische Gemeinde Venedig, das Venezianische Institut der Geschichte des Widerstands und das venezianische Büro des Europarats laden Venezianer*innen und Besucher*innen ein, an dieser Manifestation teilzunehmen. Sich zu beteiligen ist aus meiner Sicht mehr als eine Kunstperformance zu beobachten, es ist auch ein persönlicher feierlicher Akt der Erinnerung, der Trauer und des Respekts.

Ich habe bisher 2mal über das Projekt berichtet: 
4.1.2015 Wo denn genau?
6.1.2014 Stolpersteine in Venedig

Auf der Webseite des Istituto veneziano per la storia della Resistenza e della società contemporana IVESER findet man weitere Orte, Projekte und Führungen zur Erinnerung an die Geschichte des italienischen Widerstands gegen den Faschismus und auch einen Plan aller "Luoghi de memoria", Orte der Erinnerung. Außerdem eine Bibliothek und ein Archiv, die man besuchen kann.

Hier noch einmal der Weg und die Adressen des 20.1. im Detail auf Google Maps, veröffentlicht von IVESER.


Campo del Ghetto



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22. Dezember 2016

Dante und Vergil in der Lagune

(C) Weichmann
Im Briccole- und Verkehrszeichengewirr der Fahrrinne zwischen Fondamente Nove und der Friedhofsinsel San Michele passiert es, dass man eine Skulptur zweier Männer in einem Boot nicht rechtzeitig genug wahrnimmt, und schon ist das Vaporetto daran vorbei. Viele Kameras zu spät gezückt, und wenn rechtzeitig, doch mit dem Ergebnis vermatschter und verwackelter Fotos. 

Und wer soll das überhaupt sein auf dem Boot? Es gibt sachkundige Spekulationen der Vaporettopassagiere zu belauschen über den griechischen Fährmann Charon auf dem Weg zur Unterwelt, über die Heiligen Christophorus, dem Beschützer vor Gefahren auf und im Wasser, Marco höchstpersönlich bzw. Francesco von Assisi jeweils in Begleitung unterwegs in der Lagune, aber auch schräge Behauptungen und witzige Ideen. 
Für mich waren es lange Zeit einfach zwei Venezianer, denn wodurch unterscheiden sich Venezianer*innen von anderen Menschen in Booten? Sie stehen. Sie rudern stehend, sie stehen in der Bootsfähre über den Canal Grande, und wenn nötig, frickeln sie eine Stange an den Griff ihres Außenbordmotors, damit sie auch stehend Motorboot fahren können.

Alles daneben, denn hier stehen ein Florentiner des 13. JH, und ein Mantovaner des letzten JH v.d.Z., Dante und Vergil, seit der 52. Kunstbiennale 2007. Ein Werk des georgischen Künstlers Georgy Frangulyan, temporär ausgestellt, aber dann doch geblieben: "Dantes Barke". 

Eine Szene aus dem 8. Gesang der "Göttlichen Kommödie" Dantes ist die Inspiration zu dieser Skulptur: auf dem Weg Dantes durch Hölle, Purgatorium und Paradies, begleitet von verschiedenen Gefährt*innen, geht es um die Überfahrt vom 5. zum 6. Höllenkreis auf dem Fluss Styx. Der Dichter setzt mit seinem Führer Vergil in die Höllenstadt Dis über, während im schlammigen Wasser schwimmende verdammte Seelen verzweifelt Rettung suchen. Dramatisch, grausig.

Der Canale delle Fondamente Nove ist kein Fluss der Verdammten und San Michele keine Ort der Hölle, sondern einer der schönen Orte Venedigs, an denen man Ruhe finden, die Augen weiden und sich eigenen Betrachtungen hingeben kann. Dantes Meisterwerk ist nicht mehr wahrer Schrecken sondern dank Aufklärung ewige Weltliteratur; Vergils ausgestreckter Arm und Finger nicht Drohung, sondern freundlicher Wegweiser zum Cimitero in der Lagune und ein Memento mori am passenden Ort. 

Gelegenheit, die Überfahrt aus dem 8. Gesang der Göttlichen Kommodie nachzulesen:

Mein Führer war ins Boot hinabgestiegen
Und hieß nach ihm mich nehmen meine Stelle.
Erst als ich drinnen, schien es schwer zu wiegen.
Kaum daß im Schiff ich saß und mein Geselle,
Sah ich den alten Kiel von dannen eilen
Und tiefer furchen wohl als sonst die Welle.
Als wir den toten Graben so zerteilen,
Taucht ein Beschlammter auf und schreit: »Wer immer
Du seist, du kommst zu frühe, hier zu weilen.«
Und ich zu ihm: »Ich kam, doch bleib ich nimmer.
Doch wer bist du, so schmutzig und abscheulich?«
Er sprach: »Du siehst es, einer voll Gewimmer.«
Und ich: »So sei – verdammt und unerfreulich –
Weinend und klagend ewig hier gefunden!
Dich kenn ich, schwärzt dich der Morast auch greulich.«
Da hielt er jede Hand ums Bord gewunden,
Daß ihn der kluge Meister mußt verjagen,
Rufend: »Weg! troll dich zu den andern Hunden.«
Drauf er, den Arm um meinen Hals geschlagen,
Mich küssend sprach: »O Seele, glutenvolle,
Gesegnet sei der Schoß, der dich getragen.
Auf Erden lebte dieser Hochmutstolle
Derart, daß nichts wird seinen Namen loben;
Drum zürnt auch hier sein Schatten noch im Grolle.
Wie viele schilt man große Fürsten droben,
Die hier im Kot wie Säue werden stehen,
Nachlassend grause Flüche nur dort oben.«
Drauf ich: »Gern, Meister, möcht ich eines sehen,
Daß er von dieser Tunke kosten müßte,
Bevor ans Land wir aus dem Sumpfe gehen.«
Und er zu mir: »Noch eh die andere Küste
Uns naht, wirst du es schauen mit Behagen.
Befriedigung fordert billig solch Gelüste.«
Kurz drauf sah ich erbärmlich ihn geschlagen
Von einer Schar der Kot- und Mistbeschlammten:
Gott will ich ewig Lob und Dank drum sagen!
»Packt den Argenti!« schrien die Zornentflammten.
Da sah ich selbstzerfleischen sich mit Bissen
Aus Wut den florentinischen Verdammten.
Hier trennten wir uns –mehr nicht lohnt zu wissen;
Doch drang ans Ohr mir jetzt solch schmerzhaft Brüllen,
Daß ich vorspähend das Auge aufgerissen.
Der gute Meister sprach: »Bald wird enthüllen
Sich dir ein Ort, mein Sohn: Dis heißt die Stätte,
Die scharenweis bösartige Bürger füllen.« –
»Schon konnt ich, Meister, ihre Minarette,«
Sprach ich, »im Talgrund voneinander trennen.
Dort glühts, als ob es Feuer in sich hätte.«
Und er: »In ihrem Schoß das ewige Brennen
Macht solche Röte diese Stadt gewinnen.
Bald läßt die untere Hölle dichs erkennen.« –
Einlenkten wir in tiefe Grabenrinnen,
Die jene hoffnungslose Stadt umschlangen.
Mir schienen eisern Mauerwerk und Zinnen.
Nicht ohne einen großen Umweg drangen
Wir dahin, wo des Fergen barsche Worte
»Steigt aus, hier ist der Eingang!« uns erklangen.
Quelle: Projekt Gutenberg





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15. Dezember 2016

Venedig - lokales Gemeineigentum von globalem Wert

Einführungsreferat von Giovanni Bazoli in der schönen
Longhena-Bibliothek auf S. Giorgio Maggiore

Am 4./5. November veranstaltete die Fondazione Cini die internationale Konferenz 

"Sustainability of local commons with a global value: the case of Venice and its lagoon"

Die Konferenz war (bei eingeschränktem Platzangebot) eine öffentliche Veranstaltung und organisiert als hochkarätig besetzter Runder Tisch in der Longhena-Bibliothek auf San Giorgio Maggiore, dem Sitz der Stiftung Cini. Konferenzsprache war englisch mit italienischer Simultanübersetzung per Kopfhörer, 2 feststehende Kameras nahmen die Veranstaltung auf.


Konferenzprogramm
Siehe folgend die Vorträge/Präsentationen der Konferenzteilnehmer*innen gemäß Programm


4.11. 1. Sitzung 
Einführung: Giovanni Bazoli, Präsident der Stiftung Cini




Grundsatzrede: Irina Bokova, Generaldirektorin UNESCO





4.11. 2. Sitzung (Vorsitz Francesco Bandarin, UNESCO)
Kunststädte: Lokales Erbe von lokalem Wert. Eine Herausforderung für Venedig

Bonnie Burnham, Präs. em. World Monuments Fund




Joan Busquets, Stadtplaner Havard University

 


Richard Sennet, Soziologe, London School of Economics




Abschlussdiskussion der Runde






5.11. 3. Sitzung (Vorsitz Ignazio Musu, Universität Ca'Foscari Venedig)
Strategien der Nachhaltigkeit und Führungsmodelle für lokalen Gemeinbesitz von globalem Wert

Simon Levin, Ökologe, Princeton University




Yves Mény, Präsident Scuola Universitaria Superiore Sant'Anna, Pisa




Charles Perrings, Umweltwirtschaftswissenschaftler, Arizona State University




Abschlussdiskussion der Runde





5.11. 4. Sitzung (Vorsitz Michela Fontana, Autorin)
Venedig und die Lagune. Zukunftsvisionen

Pier Vellinga, Klimawissenschaftler, Universität Wageningen




Greg W. Richards, Freizeitforschung Universität Tilburg




Charles Landry, Stadtforscher und Publizist



Abschlussdiskussion der Runde





Die Konferenz fand ich sehr spannend und erhellend, z. B. die Berichte über die Erfahrungen anderer 'Orte von globalem Wert' durchaus überraschend, teils Hoffnungen weckend, teils venezianische Frustrationen bestätigend. Diesen Blogeintrag zu rezipieren ist eine zeitaufwändige Sache (wenn auch nicht 2 Tage dauernd wie das Original. Aber ich kam schlauer aus der Veranstaltung als ich reinging, andere profitieren vielleicht ebenfalls davon. Mir selber ermöglicht die Dokumentation der Cini Stiftung, einige Details noch einmal genauer zu hören und zu sehen.


Online wurde ein 12seitiges Einführungspapier veröffentlicht und Anfang Dezember dann das 5seitige Manifesto for Venice: "YES, there is a future for Venice..." 

Davon bin ich persönlich zwar nicht überzeugt, aber vielleicht fällt ja irgendwann Klugheit vom Himmel, die menschlische Gier wird besiegt, und das WahreGuteSchöne triumphiert. Bis dahin müssen die Venezianer*innen sehen, wie sie trotz Lokalpolitiker*innen, Tourismusindustrie, Kapital, Nationalpolitik, Mafia... ihre Stadt über Wasser halten. Buchstäblich und bildlich.


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