Die Informationen zu den Anfahrtswegen ab Stadteingang sind auf der Website des Climate Camp nicht ganz vollständig. Kann passieren. Hier hilft vielleicht mein Blogeintrag "Venedig Fahrpläne 2019 - Stadt und Lagune", der regelmäßig um Details und Fahrplanänderungen ergänzt wird. Um nicht lange zu suchen, hier die Fahrpläne der Linien, die mit dem Lido verbinden: Linie 1: Piazzale Roma - Lido Santa Maria Elisabetta Linie 2: Piazzale Roma - Lido S. M. E. (andere Route) Linie 5.1: Ple. Roma - Lido S. M. E. (Rundtour, Nord) Linie 5.2: Ple. Roma - Lido S. M. E. (Rundtour, Süd) Linie 6: Ple. Roma - Lido S. M. E. (Express, da wenige Stops) Linie 17: Autofähre Tronchetto - Lido San Nicolò (auch für Fussgänger*innen zum normalen Preis, schöne Aussicht auf die Stadt von den oberen Etagen!) Linie 20: S. Zaccaria - Lido Casinò (vorübergehend 13.8. bis ca. Ende des Filmfestivals) Tickets und Preise und dazu die Details, auch für Ermäßigungen (Mehrtageskarten etc.)
Es gibt kommerzielle Websites, die das Ospedale al Mare auf dem Lido immer noch unter der Rubrik "Krankenhäuser " führen, mit Notalltelefonnummer. Aber das ist noch der geringste Aufreger in diesem Fall.
Seit einem Jahr ist das Ex-Krankenhaus über die lokale Wahrnehmung hinaus auch ins Bewußtsein von Touristinnen getreten, die schon mal die Plakatierungen in der Stadt studieren und auf das Teatro Marinoni aufmerksam werden.
Damit wir wissen, wovon die Rede ist, kurz die Geschichte.
1868 wurde in Venedig beschlossen, für die Gesundheit der Armen etwas zu tun in Form von (kostengünstiger) Thalasso- und Iliotherapie, in einem Heim am Meer. 1869 gab es Fund-
raising durch Wohltätigkeitsveranstaltungen der Wohlhabende-
ren in den königlichen Gärten vor dem Markusplatz, erfolgreich, und 1870 wurde das erste noch bescheidene Gebäude des "Ospizio Marino" auf einem Grundstück des Unternehmers Giovanni Busetto Fisola auf dem Lido gebaut. Es bot Platz für 450 päppelungsbedürftige Kinder, die an Armenkrankheiten litten wie Unterernährung, Rachitis, vermutlich auch TBC.
Dann setzte Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Bau der Nobelhotes Des Bains und Excelsior der mit armen kranken Kindern nicht so gut kompatible Edeltourismus ein, und das Armeleuteheim wurde 1921-22 durch Sponsoring der Sparkasse Venedig erheblich und eindrucksvoll erweitert.
Zwischen 1925 und 1933 entstand durch Zusatzbauten ein enormer medizinischer Komplex (mit diversen Fachbereichen, im www zu finden sind Pädiatrie, Gynäkologie, Kardiologie, Chirurgie, Stoffwechselkrankheiten), der weit über medizinische Sozialhilfe hinausging und der am 30.11.1933 als "Ospedale al mare" neu gegründet wurde. Königs und Mussolini kamen zu den Feierlichkeiten und an dieser Stelle setzt heute üblicherweise die Geschichte des Krankenhauses ein.
Am 24.5.1939 erhielt die Anstalt das Zertifikat "Ospedale 1ma categoria", also erster Klasse. Gut 30 Jahre arbeitete das Ospedale mit Erfolg und expandierte bis hin zur Gesamtzahl von 1500 Menschen, also Patientinnen, medizinisches und technisches Personal. Es gab modernste diagnostische und therapeutische Einrichtungen, ein prächtiges Theater wurde integriert und mit Fresken von Giuseppe Cherubini geschmückt, der auch die kleine Kirche S. M. Nascente auf dem Gelände mit Fresken ausmalte.
In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts beginnt der Abstieg. Ich finde keine genauen Erklärungen dafür, die Rede ist einfach von "Verfall". Ich stelle mir deshalb vor: es gab politische zentralistische Bewegungen in dieser Zeit. Und es wurde das psychiatrische System Italiens reformiert, die "Irrenanstalten" auf S. Servolo und S. Clemente wurden geschlossen. Peu à peu wurden Sozialausgaben gekürzt. Die Haus- und Medizintechnik der 30er Jahre war mit Sicherheit veraltet. Die Infrastuktur des Lido insgesamt änderte sich. Und sicher weitere Ursachen des "Verfalls" der dazu führt, dass im ehemaligen Krankenhaus erster Klasse ab 1999 nur Rehabili-
tationsmaßnahmen angeboten werden, 2001 nur noch mit 125 Betten. Bei aller Phantasie: wie kann das passieren? In so kurzer Zeit?!
2002 wird die Schließung des Ospedale al mare beschlossen, medizinversorgungstechnisch kein Problem, in Mestre wurde gerade ein großes Regionalkrankenhaus gebaut. Es bildet sich eine kleine bürgerliche Rettungskampagne, die nichts bewirkt und deren letzte 15 Aktivisten am 2.10.2003 von Polizei und Feuerwehr aus den besetzten Räumen geschleppt werden. Aber auch das ist noch nicht der letzte Aufreger in diesem Fall.
Das Krankenhaus zieht aus mit allem was weiter verwendet werden kann. Es bleiben aber zurück: jede Menge Mobiliar, Technik jeder Art, medizinische und sonstige Utensilien und Materialien, und vor allem datenschutzbedürftige Dokumente wie Patientenkarten, Autopsieergebnisse, Totenscheine, medizinische Gutachen für juristische Verfahren etc.. In unverschlossenen Schränken, hinter offenen Türen, in der ungesicherten Anlage des Ex-Ospedale. Ab 2008 zeigen Blogger die Zustände auf Fotos, Fernsehanstalten senden Berichte, die ernsthafte Aufreger sind.
Der große Komplex des Ospedale al mare wurde verkauft an Est Capital, das ungenutzte historische Gebäude aufkauft (auf dem Lido auch das Hotel Des Bains), aber dann werden die Informationen unübersichtlich. 2006 gibt es einen Plan, die Anlage als Hotel mit Palazzo del Cinema (für die Filmfestspiele) umzubauen, er wird nicht ausgeführt. 2009 findet sich auf der Website der Stadt Venedig eine Ausschreibung für die Gesamtanlage. 2010 kauft die Stadt die Anlage angeblich selber, für 27 Millionen. Noch ziemlich frisch (22.6.2012) gibt einen einen Artikel in La Nuova über eine geplatzte Kooperation zur Förderung des Elitetourismus zwischen Stadt und Est Capital bzw. deren Tochter Real Venice 2. Alles für mich rätselhaft und bzgl. Kapitalistenintrigen einen Aufreger wert.
Aber, und deshalb ist das Thema überhaupt in den TouristInnenfokus getreten, seit September 2011 ist das Teatro Marinoni besetzt und aktiv als BürgerInnen- und KünstlerInneninitiative "Ricreatorio Marinoni" . Diese informative Website wird momentan nicht regelmäßig bearbeitet, aber Informationen werden plakatiert bzw. mittlerweile auch auf der Website der Stadt und verschiedenen kommerziellen Seiten angekündigt. Blogger berichten seit Anfang 2012 (hier ein Beispiel).
'Hinten raus' - fast am Strand
Seit dem Frühling gab es fast an jedem Wochenende Veranstaltungen von einfach nur Party über Workshops bis zu ungepluggter Musik und Theatervorstellungen, Kooperations-
veranstaltungen mit besuchenden KünstlerInnen/Theater-
gruppen oder anderen alternativen KulturinitiatorInnen, sogar aus dem Ausland. Ich vermute, derzeit gibt es eine Juli-August-Sommerpause und im September wieder Termine an den Wochenende. Man findet sie am besten auf den wild plakatierten DIN A 4 Einladungen überall in der Stadt.
Gemischtes Publikum - meine Schlabber- hose neben Wahnsinns- heels
Ich habe das Ex-Ospedale an einem Samstag im Mai besucht und hatte ein überwältigendes Deja-vu. Gleiche Stimmung, gleiches Chaos, gleiche leicht überdrehte Kreativität wie sie in selbstverwalteten/ initiativen Gruppen herrschte, an denen ich in jungen Jahren beteiligt war.
Hier allerdings mischen zusätzlich viele alte Zausel mit, die ihre Erfahrungen der 70er Jahre an die Jüngeren weitergeben. Naja. Ich gehöre zu den alten Zauseln, aber ich beschränke mich weise auf den bittersüß-schmerzlichen Genuss des Deja-vus und hoffe, dass die Entschlossenheit und das Engagement der jungen VenezianerInnen Früchte trägt und sie ein großartiges langlebiges Kreativitäts-/Rekreationszentrum aufbauen können.
Im Moment dürften das viele Arbeiten sein, die wenig Spaß machen und keine wirklichen Erfolgserlebnisse bringen. Aufräumen, Putzen, Renovieren ist nicht das, was sich jeder unter Kreativität vorstellt.
Auch TouristInnen müssen da nicht unbedingt hin und wenn, sollten sie nicht die tolle Urlaubsshow erwarten, sondern eher anspruchslos entspannt sein und, wenn es sich ergeben sollte, auch einen Besen anfassen. Oder Ähnliches.
Arbeitsteilung
Ergänzung 19.06.2018
Der Komplex des ehemaligen Ospedale al Mare wurde soeben an den Club Med und die Hotelkette TH verkauft, die mit 350 (Club Med) und 180 Betten (TH) jeweils zwei Luxusresorts errichten werden.
Park der Villa Herliot zur Laguna Sud Ich wüßte nicht, dass in den letzten 10 Jahren septembers schon mal dermaßen viele Festivals und "Tage" in Venedig angesagt waren. Aber desto besser!
Nach dem überaus aktiven vergangenen Wochenende (siehe die letzten beiden Einträge mit den Festivals der Laguna Nord und der Kultur auf der Giudecca) geht es flott weiter mit den folgenden bunt gemischten Angeboten:
Festival Galuppi an den wunderbaren Aufführungsorten Teatro La Fenice, der Scuola Grande di San Rocco, der Frari-Kirche, im Garten der Villa Herliot auf der Giudecca, dem Gärtnerhaus auf der Insel Certosa. Bis in den Oktober hinein. Der online-Kartenverkauf scheint nicht zu funktionieren, vielleicht wird das in den nächsten Tagen noch repariert.(Zum Komponisten Baldassare Galuppi siehe Eintrag Burano.)
Musikbiennale zeitgenössischer Musik 24.9.-1.10.Online-Ticketkauf funktioniert, über das Programm, per Aurufen der einzelnen Veranstaltung öffnet sich der Link zur Bestellung.
Flugtage auf dem Lido 23./24./25.9., mein Interessensgebiet ist das nicht. Ich habe vor zwei Jahren an einem träumerischen Septembersamstagnachmittag am Stand von Sant'Erasmo die Flugkunstübungen dieser Veranstaltung beobachtet, das war dann, zusammen mit den vielen Kreuzfahrtschiffen die sich nach und nach durch den Lidokanal schoben, ziemlich viel Verkehr zu Wasser und in der Luft...
Die Europäische Nacht der Forscher Venetonight 23.9. mit extrem interessanten und ebenfalls kostenlosen Führungen/Veranstaltungen in der Lagune, in der Stadt, in Ateliers und Labors - Achtung teilweise nur per Voranmeldung wegen sachlich beschränkter Teilnehmerplätze.
Ein luxuriöser Vorschlag, aber interessant: das südliche Venedig aus der Luft mit dem Wasserflugzeug von der Insel San Clemente aus (dorthin mit dem kostenlosen Bootstransfer des 'Hotel San Clemente' ab Anlegestelle San Marco oder ab dem Kreuzfahrterminal). Sonderangebot 2 für 1 ist allerdings schon abgelaufen.
Neben allem, was die Biennale immer noch und bis Ende November bietet, sind besonders noch einige Gebäude zu besichtigen, die nur im Zusammenhang mit der Biennale und nur noch kurz geöffnet sind:
Scuola Grande della Misericordia: Pflege des güldenen Fußbodens
Quelle Foto und (übersetzter) Text: Wöchentlicher Newsletter VeniceWord, 35/11
Anläßlich des derzeitigen Filmfestivals der Biennale wurde ein zusätzliches neues Ausleihangebot für Fahrrader eröffnet, für Einwohner wie Besucher des Festivals.
Die Räder dürfen ausschließlich auf dem Lido genutzt werden, nicht in Venedig, auf anderen Inseln oder dem Festland.Man schreibt sich für den Service ein im ASM Pavillon im Garten des Palazzo del Cinema (täglich bis 10. September 16-20 Uhr).
Am Ende des Festivals ist die Eröffnung eines Jahresabonnements möglich, Preis 15 €, die auf eine Karte aufgeladen werden. Weitere Kosten von jeweils 5 € kommen dazu, wenn man die reguläre Nutzungsdauer des Fahrrads von 60 Minuten überzieht (was mittels dieser Karte kontrolliert wird, nehme ich mal an). Für weitere 15 € Kaution kann man jeweils auch ein Fahrradschloss ausleihen. Auf den ersten Blick scheint das günstig, wie weit es sich für eine größere Gruppe/Familie rechnet, Einmalbeitrag x Anzahl der Personen + geplante/zu erwartende Überziehungen, muss jeder selbst kalkulieren.
Zur Zeit gibt es zwei Ausleihstationen auf dem Lido - eine am Piazzale Santa Maria Elisabetta (Vaporettostation) in der Nähe des Brunnens und in der Via Candia an der Lion's Bar.
Die 'Flotte' besteht aus 20 Rädern für Erwachsene, und wenn sich der Versuch ähnlich erfolgreich wie in Mestre erweist, soll er auf weitere Bereiche des Lido ausgedehnt werden.Ein Fahrradwegenetz mit reservierten Fahrspuren ist für den Lido schon verabschiedet "Lido Biciplan" (Kosten 10 Mio. €, unter zusätzlicher Beteiligung von privaten Geldgebern) und soll demnächst realisiert werden. Die ersten beiden Teilprojekte sind eine 3 km-Strecke Via Sandro Gallo, Via Colombo Richtung Malamocco) und eine 1,5 km Strecke auf Pellestrina.
Dazu auch Eintrag vom 5.8.2011 "Ein Ausflug nach Malamocco" inkl. ergänzendem Kommentar von Andreas Götz
In Venedig an Bord eines großen Schiffes anzukommen ist eine Erfahrung, die den Atem nimmt und unvergesslich berührt. Vor vielen Jahren war das eine meiner allerersten Begegnungen mit dieser wunderbaren Stadt, und völlig überraschend dazu - ich wußte nicht, dass die Einfahrt durch den Porto di Lido läuft, weil die Ausfahrt der Griechenlandfähre drei Wochen zuvor über den Porto di Malamocco ging. Zwangsläufig - der Mulino Stucky brannte an diesem Tag und der Canale della Guidecca war wegen der Löscharbeiten gesperrt. Ich stand bei der Einfahrt im Sonnenaufgang auf dem obersten Deck der Fähre und konnte unter Tränen meinen Augen kaum glauben.
Ein Kreuzfahrttourist teilt sein Erlebnis dankenswerterweise mit uns und alle berechtigte Kritik an den großen Pötten, politische, ökologische, denkmalschützerische, ästhetische... macht jetz mal kurz Pause.
Schöne dicke Madonna in einem Sottoportego des Borgo von Malamocco
Ich war in Malamocco, und zwar ausschließlich eines Freundschaftsdienstes wegen, nämlich ein Foto der Dorfkirche S. Maria Assunta für die Website Churches of Venice zu machen.
Denn der Lido, auf dem Malamocco liegt, ist aus meiner Sicht irgendwie jenseits von allem: ähnlich weder Venedig, noch den einfachen Laguneninseln, er ist ein vergleichsweise neu bebautes Wohngebiet von Bessergestellten mit Autoverkehr, eine Ansammlung von Hotels, die 3 Monate im Sommer brummen und dann wieder schlafen gehen... Überraschung, Malamocco ist nicht der Lido! Piazza Maggiore von Malamocco
Vom Vaporetto in den Bus A (B geht auch), raus nach 15 Minuten an der Riva G. Diacono, 150 m bis zur Piazza und schon bin ich in einem anderen Kosmos.
Ein kleines, altes Dorf, Morgensonne, Leere, Ruhe, Kinder sind in der Schule, 2 Männer die auf der Straße Handwerkliches treiben, 2 Frauen mit Einkaufstaschen hängend an Fahrrädern unterwegs, erste vormittägliche Düfte aus italienischen Küchen, Dudelradio in einer offenen Haustür.
Südeuropäisches Sommeridyll, ich schalte sofort einen Gang runter. Mache Fotos, finde ein kleines Café in dem ich einen Espresso und ein hervorragendes Brioche frühstücke um mich über meine Vorurteile zu trösten. Blick auf Borgo und Campanile S. Maria Assunta
Malamocco war vor gut 100 Jahren überhaupt die einzige Gemeinde auf dem Lido, viel mehr war da nicht, außer den alten Strukturen im Norden der Insel, die Kirche S. Niccoló und das dazugehörige Kloster, der alte jüdische Friedhof.
Malamocco gehörte zu den ersten Ansiedlungen in der Lagune vor dem ersten Jahrtausendwechsel, war vorübergehend Dogen- und sehr lange Bischofssitz, wurde nach seiner Zerstörung im 12. Jahrhundert durch ein Erdbeben plus Sturmfluten wieder neu aufgebaut und blieb ein wichtiger Vorposten Venedigs beim Schutz vor Feinden und dem Meer. Im Borgo von Malamocco
Der alte Ort, der "Borgo" genannt wird (wie die Ortsteile griechischer Ansiedlungen um eine koloniale venezianische Festung) ist heute eine Insel, umgeben von zwei Kanälen, in der Mitte des Ortes die große Piazza um die Kirche und viele kleine Häuschen drumherum, von denen einige sicher nicht mehr aus dem Mittelalter stammen, aber manche schon. Der Eindruck ist eher ländlich im Vergleich zu deutlich insularen Orten wie Burano.
Es gibt eine große Gartentrattoria und in einer kleinen Gasse ein Lokal mit rustikalen Tischen vor der Tür, das jedes gebildete Kind sofort als Piratenkaschemme identifiziert und in dem die Einheimischen eine Sprache sprechen, die auch ein Romanist nicht als italienisch erkennt. Festungs-
graben mit Festungs-
teil im Hinter-
grund Mitten im Borgo liegt ein gepflegter Boots-
hafen, in dem auch die beliebten Lagunen-Hausboote anlegen können, dahinter die ziemlich neuzeitliche Festung Forte Malamocco, von einem Wassergraben umgeben wie auch z. B. das Fort Massimiliano auf S. Erasmo. Offensichtlich nicht an die Gezeiten angeschlossen.
Das Fort ist leider nicht zugänglich, Schilder an der Mauer besagen, dass hier ein Wellness Center entstehen soll, und die Website www.marcopolo.it, die auf den Schildern zur weiteren Information lädt, ist zwar sehr interessant, die "News" sind aber aus dem Jahr 2005. Naja, vielleicht wieder mal ein Projekt mit einem stillen Abgang, oder eins, das nur zwecks Fundraising gegründet wurde?
Weg auf die Murazzi von Malamocco, Großfamilie im Großfahrrad auf der Mauer
Hinter dem Fort gibt es einen Fussweg durch Felder, Wiesen und Schilf ans Meer, auf die Murazzi. Sie sind hier ein fester Deich auf dem viel Fahrrad gefahren wird, die Strecke Lido-Alberoni (und von dort, wenn man will, mit der Fähre übersetzen nach Pellestrina).
Im Gespräch mit einer 6köpfigen Dreigenerationenfamilie auf einem großen überdachten Fahrrad erfuhr ich, dass die Stundenmiete 18 €, die Tagesmiete 50 € kostet und das ziemlich große Gefährt auch im Straßenverkehr problemlos sei. (Siehe Link unten: Fahrradvermietung.) Kanal in Malamocco
In Malamocco gibt es kleine Hotels,
B & Bs, Ferien-
wohnun-
gen, innerhalb und ausserhalb des Borgo, im Internet zu finden. Vielleicht ein guter Vorschlag für Familien mit Kindern, die ländlich und am Meer, aber auch sehr nah an Venedig Ferien machen wollen. Oder für Liebhaber venezianischer Kultur, denen die Nähe zum Meer und den Naturschutzgebieten von Alberoni und Ca'Roman wichtig ist. Das örtliche Fest der Madonna di Marina findet jährlich in der zweiten Juliwoche statt und ist eine Mischung aus ernst genommener religiöser Tradition und krachender Dorfkirmes (schätze ich mal anhand des Programms vom 2011, ich habe es leider um 3 Tage verpasst).
Ergänzung vom 30.8.2011 Ein freundliches Mail von Andreas Götz, Venedigkenner und Anbieter von Unterricht im venezianischen Rudern, erreicht mich mit wichtigen Hinweisen zum Fahrradfahren auf dem Lido und den folgenden Inseln. Die Information ist so wichtig, dass ich den Text hier anhänge und nicht in einem Kommentar, wo sie übersehen werden könnte.
In deinem Bericht über den Ausflug nach Malamocco schreibst du nebenbei, man könne dann auch noch nach Pellestrina fahren. Was nicht nur richtig ist, sondern sehr schön. Es kann aber auch teuer sein. Vor etwa zwei Jahren bin ich zum Lido, habe mir ein Fahrrad gemietet und bin über Pellestrina bis nach Chioggia gefahren. Mit dem abonnamento lagunare habe ich damals nur je ein Euro für das Fahrrad auf den Fähren hin und zurück bezahlt, also insgesamt 4 Euro. Auf der Fähre nach Pellestrina war auch eine Familie (zwei Erwachsene, zwei größere Kinder). Die hatten auch irgendwo gelesen, man könne ja mit dem Fahrrad nach Pellestrina, und waren mit Einzelfahrausweisen zum Lido gefahren und hatten sich Fahrräder gemietet. Auf der Fähre erfuhren sie nun wieder, daß sie Einzelfahrausweise (damals 6 Euro) lösen müssen (keine Tageskarten an Bord) sowie einen Fahrschein fürs Fahrrad (damals ebenfalls 6 Euro). Als die Frau das realisiert hat, wurde sie ziemlich blass. Da ist ja einiges zusammen gekommen, was einen als glücklichen I-Mobber nicht ereilen kann: ab Tronchetto pro Person vier Einzelfahrausweise plus zwei mal Fahrrad, also 24 Euro mal vier Personen, macht 96 Euro plus die Miete der Fahrräder. Mit dem 24 Stunden-Ticket in jedem Fall schon mal billiger, sollte also jedem, der sich nicht mit den Tarifen des ACTV auskennt, wärmstens empfohlen werden.
Am 18. Mai habe ich einen Eintrag über die geplanten Ubahnverbindungen zwischen dem Festland und Venedig geschrieben. Einer meiner Leser, im Gegensatz zu mir Fachmensch, Architekt und Archtekturhistoriker, sagte mir, dass er den Plan für ein "Windei" hält. Ich würde das gerne glauben.
Aber mittlerweile kann man die aus meiner Sicht unnötig weit aufgerissenen Verkehrstüren überall in der Stadt sehen. Angefangen beim Peoplemover, der ja ein nettes kleines Bähnchen ist, aber einen bombastischen "Bahnhof" hat. Flughafenfeeling.
Neues Vaporetto- terminal in Burano
Schon im Sommer 2009 habe ich über die damals noch im Bau befindliche neue Vaporetto. station gestaunt, die wie ein kleiner Flughafenterminal mitten in die Lagunenlandschaft geknallt wurde, genau in der Sichtachse der Denkmalbauten von Torcello. In diesem Jahr ist sie in Betrieb, ein überflüssiges Monster, dessen Nutzen weder von der (sich vielleicht, möglicherweise? noch steigenden) Touristenzahl noch von bedeutenden Erleichterungen in den transporttechnischen Strukturen zu begründen zu sein scheint.
Neues Vaporetto- terminal vor der Pietà
Das baugleiche Ding wurde mittlerweile genau vor der Kirche der Pietà installiert. Ich konnte im Μαι nicht feststellen, ob es veraltete Terminals ersetzen soll oder eine zusätzliche Anlegestelle ist. Ich empfinde das Riesenstahlteil an dieser Stelle als störend (mal ganz davon abgesehen, dass ich versuche, den Bereich Piazza-Piazzetta-Riva bis zur Arsenalbrücke zwischen 9 und 17 Uhr zu meiden).
Neues Vaporettoterminal Vallaresso/San Marco
Ein weiteres Super- terminal sitzt seit Juni an der Haltestelle Vallaresso-San Marco, es sollte wenige Tage nach meiner Abreise eröffnet werden. Der Blick aufs Bacino und das Dreieck S. Giorgio Maggiore - Redentore - Dogana ist an dieser Stelle zerstört. Na gut, wenn man sich auf der Anlagestelle befindet, hat man sicher hin und wieder diesen Blick... Es gab wohl in diesem Fall Proteste der Bevölkerung, sprich mangelnde Bürgerbeteilung, und wie immer wirkungslos.
Neues Vaporetto- terminal Lido S. M. Elisabetta
Ein tolles Ding ist auf dem Lido im Bau, schon seit längerer Zeit. Noch im letzten Jahr konnte man nicht genau erkennen wie das mal werden soll, aber mittlerweile ist auch hier ein flughafenähnliches schockierend geschmackloses Massenabfertigunggebäude ans Ufer der Lagune betoniert worden.
So gesehen, frage ich mich, ob es mit dem „Windei“ der Ubahn nicht vielleicht doch etwas auf sich hat, denn wieso sollte dieser monströse Terminal gebaut werden, um schon in wenigen Jahren von einem noch gigantischeren Ubahnhof abgelöst zur werden. (Adjektive immer vor dem Hintergrund, dass es hier um eine kleine Stadt von 60.000 Einwohnern + Massentourismus geht, und nicht um eine Millionenstadt mit entsprechendem Verkehrsplanungsbedarf.)
In die Lagune ragendes neues Terminal auf dem Lido, im Hintergrund die Giardini und S. Elena
Das alles sind keinerlei Insiderinformationen, sondern nur Beobachtungen einer normalen Touristin. Auf mich macht das alles einen leicht größenwahnsinnigen Eindruck, auch angesichts des Versuches der Vaporettolinie 3 im letzten Jahr, die die Einheimischen ÖPNV-Nutzer von der Zumutung der Touristen befreien sollte, aber nicht angenommen wurde. Ich frage mich, ob diese ganze Bauerei nicht vielleicht weniger der Verkehrsplanung als der Förderung der Bauwirtschaft des Veneto der Lega Nord dient.
Venedig (seine BewohnerInnen und BesucherInnen) ist mehr als jede andere Stadt auf den ÖPNV angewiesen, aber krachende Hässlich- und Geschmacklosigkeiten an den exponiertesten Stellen der venezianischen Wasserwege werfen dann doch eine Menge Fragen auf.
Jeff Cotton, der Betreiber der Website www.churchesofvenice.co.uk/, hat auf der Suche nach der ehemaligen Kirche des Krankenhauses auf dem Lido, Ospedale al mare, auch das mittlerweile verlassene Krankenhaus entdeckt und ungewöhnliche Fotos aufnehmen können.
Kostenloser Eingang zur Halle "Fear Society" von der Arsenalemauer aus
Im Arsenale Novissimo sind bis auf zwei schon alle Hallen geschlossen, aber diese beiden sind ausgesprochen interessant: "The Fear Society" mit z. B. einem Video der Performancekünstlerin Regina José Galindo (zum wiederholten Mal in Venedig) oder den großartigen Interviefilmen mit Pier Paolo Pasolini von Alfredo Jaar.
Und die russische Ausstellung "Unconditional Love", mit u. a. dem tranceartigen Rundumpanorama "Fest des Trimalchio" von AES+F.
Diese beiden Hallen erreicht man, wie schon beschrieben, auch kostenlos über den Betonsteg an der nördlichen Aussenmauer des Arsenale.
Man geht von der Vaporettohaltestelle Bacini nach rechts und von Celestia nach links an der Mauer entlang bis man die offene Tür (Fenster) erreicht (Dienstags geschlossen) und kommt von einer ungenutzten Halle in die beiden Ausstellungshallen.
Weg entlang der Arsenalmauer, im Rücken die Haltestelle 'Celestia', vorne die Haltestelle 'Bacini'. Auf halber Strecke, etwa am Knick der Mauer, ist der Eingang in die Ausstellungshallen
Auch die seit einigen Jahren parallel zum Filmfestival stattfindende Skulpturenausstellung OPEN 12 ist schon durch (2.9.-4.10.) und war eine bunte Mischung von öde bis aufregend, auf jeden Fall einen Besuch auf dem Lido und auf San Servolo wert (wenn man die Zeit hat).
OPEN 12: Ugo Riva, Come impertubabili dei
Eine weitere Gruppe von 'Eventi collaterali' ist noch bis zum Ende der Biennale "Détournement Venise 2009 - passegiate d'arte contemporanea" zu erleben. Hier haben wir wieder den Biennale-Effekt: Kunst in Räumlichkeiten, die für Touristen normalerweise off limits sind. Es sind normalerweise nur einige wenige Exponate, die teilweise sogar häufiger wechseln, aber umso besser kann man sowohl die Kunst wie den ungewöhnlichen Ausstellungsort genießen. An jedem Ausstellungsort wird man von einer/einem Guide in Empfang genommen, die/der einem zeigt, wo sich die Ausstellungsstücke befinden und was man sich dabei gedacht hat.
Artischocken- und Weingarten des Altenheims alle Zitelle, mit Blick auf die Zitelle-Kirche von hinten
Ich habe im September besucht: das Altenheim Residenza per anziani alle zitelle/Villa Heriot (die erste links nach den Zitelle bis zum Ende, dann wieder links, an der Sicherheitsanlage klingeln), den Ex-Convent Santo Stefano (Finanzbehörde, einfach eintreten), den Palazzo Albrizzi in Cannaregio (Goethe-Institut, ausserdem noch bewohnt von der Besitzerin, einer älteren Signora, die die wunderschönen Räumlichkeiten auch für ihre Karnevalsbälle nutzt und mich auf meinem Ausstellungsrundgang freundlich im eleganten Morgenmantel begrüßte...., klingeln, falls die Tür nicht offen steht), die Ca'Zanardi und Palazetto Zanardi gleich um die Ecke (eintreten, 1. Etage), Caserma Cornoldi (an der Riva, einfach eintreten, aber dort wird man nicht herumgeführt).
Im Goethe-Institut Palazzo Albrizzi
Hinge- latscht, aber vor verschlossenen Türen gestanden: Chiesa delle Zitelle, Palazzo Michiel delle colonne (auch Finanzbehörde, man kommt rein und steht im Androne, sehr nett mit Blick auf den Canal Grande, aber dann war nichts ausgeschildert und betreut), Palazzo Vendramin dei carmini (dito, gehört zur Universität, Tür ist offen, aber weiter keine Ausschilderung). Was natürlich ärgerlich war, aber Überraschungen in Bezug auf offene und geschlossene Türen sind in Venedig ja der Normalfall.
Neben all dem laufen natürlich noch die Ausstellungen mit Eintrittsgeld im Arsenale und in den Giardini.
Wo ich zum ersten Mal auf eine der Biennale-Aktionen der Perplessi traf. Sie verteilten kurz vor Feierarbend bunte Pappbrillen an die Rausgeher in den Giardini, die den erstaunten Außenstehenden scheinbar blind entgegen tappten. Ich habe die Brille Nr. 08898 erwischt und werde künftig langweiligen Meetings etwas Pep bzw. ein Schläfchen entgegen setzen...
In einer Stadt umgeben von Wasser hat man, zumindest im Sommer, die Vorstel- lung, nichts könnte leichter sein als bei Bedarf die Füsse ins Wasser zu stellen für eine angenehme Abkühlung.
Dem ist nicht so. Weder ist das Wasser in den Kanälen sauber, noch sind die vielen Bootsanlegestellen wirklich für solche Zwecke nutzbar, da die grün bewachsenen Stufen für nackte Füsse einfach zu glitschig scheinen. Außerdem: wer will schon möglichen Einparkern ihren Platz streitig machen?
Man geht also an den dafür vorgesehenen Strand. Jeder hat dazu das Bild des Lido-Strandes vor Augen, am Hotel des Bains, sei es nach der Lektüre von Thomas Mann, nach dem Film von Luchino Visconti oder einfach nach Durchsicht eines Reiseführers/Bildbandes. Diese venedig-typische Art von "Privacy" der Capanne, die genauso wenig 'privat' ist wie das Alltagsleben in den Nachbarschaften der Stadt, wo man einfach ignoriert, dass das Umfeld alles sieht und jedes Wort hört. Darüber hinaus eine elitäre Angelegenheit, die nicht jedem zur Verfügung steht, es muss also ein öffentlicher Strand sein!
Öffentliche Adriastrände gibt es an den Lidi von Nord nach Süd: 1. Cavallino/Treporti, langer breiter Sandstrand, den man von Venedig mit dem ÖPNV (Linea 17) nach Punta Sabbioni erreichen kann. Der Verkehr geht allerdings eher umgekehrt: die Urlauber auf den vielen Campingplätzen bis hinauf nach Jesolo nutzen das Boot für einen Tagesausflug nach Venedig. Ich jedenfalls war da noch nie. 2. die Nordspitze des Lidos, sprich S. Niccolò. Man kommt mit dem Bus vom Verkehrsknotenpunkt Piazzale S. M. Elisabetta dorthin, bis zum Wende- punkt. Dort in der Nähe der M.O.S.E. Baustelle gibt es auch ein paar Dünen. Oder die Nord-Süd-Straße Gran Viale S. M. Elisabetta bis zum Ende, Piazzale Bucintoro, und dort direkt an den Strand. Diese beiden Empfehlungen sind vom Insider meines Vertrauens, selbst habe ich sie noch nicht ausprobieren können. 3. Mit dem Bus (Nr. 11) vom Lido nach Pellestrina, die Privatstrände auslassend, an die öffentlichen Strände von Malamocco und Alberoni, oder am besten ein bisschen weiter bis zur End- haltestelle (Fahrt- dauer mit Fähren- überfahrt über den Porto di Malamocco ein gutes Stündchen).
Auf der Mauer bei Pellestrina
Hier findet man überall hinter den Murazzi (Hochwassermauern aus dem 18. Jahrhundert als Schutz gegen die Adria) schöne Sandstrände, lange gemauerte Wellenbrecher und keine Hütten, Liegebetten oder sonstige Scherze, aber auch wenig Schatten und wenig Service (Lokale + Toiletten). Einsame Pietà in einem Garten auf Pellestrina An der Busendhaltestelle in Pellestrina gibt es eine kleine mobile Café-Bude (in den letzten Jahren ist sie etwas modernisiert, vergrößert und festgezurrt worden) direkt am Wasser, hier ist auch die Anlegestelle des Linienschiffes nach Chioggia. Der Blick über die südliche Lagune ist wunderbar und zusammen mit dem herrlich schmonzigen Italo-Pop, der dort ganztags läuft, und der untergehenden Sonne nach einem Besuch am Strand empfinde ich diesen eher prosaischen Ort als ausgesprochen romantisch...
Düne auf der Oasi Ca'Roman 4. Der Strand der Oasi Ca'Roman schließtsich hier im Süden an, wenn man zu Fuss (oder mit dem Fahrrad, aber nicht mit dem Auto) das etwa 1 km lange Murazzi-Teil, das ins Wasser gebaut wurde, hinter sich hat. Man kann auf dem Weg oder oben auf der Mauer laufen. Direkt am Ende der Mauer kann man sich auch an einer Kaffee-Imbiss-Bude mit dem Nötigsten versorgen.Ca'Roman steht unter Naturschutz, im Frühling ist das Betreten der Dünen wegen der brütenden Vögel verboten. Es gibt auch einen schönen Wald auf dieser Landspitze vor dem Porto di Chioggia, den ich aber fluchtartig nach ein paar hundert Metern wieder verließ, wegen der Schwärme von Stechmücken. Diese vier sind, wie gesagt, Adriastrände, am offenen Meer, mit weitem Blick, Muscheln am Strand, tiefer werdendem Wasser und viel Platz. Allerdings hat man von den Stränden aus auch immer gute Sicht auf die Industriebaustellen der M.O.S.E.-Anlagen, heißt Spezialkräne und sonstiges Getüm. Strand auf Ca'Roman in Sichtweite der M.O.S.E. Baustelle Porto di Chioggia Grüner Sandstrand auf S. Erasmo Dann gibt es noch einen 'Binnen'- strand, innerhalb der Lagune auf der Südspitze der Insel S. Erasmo (siehe auch Eintrag vom 15.4.07, Venedig mit Kindern V.). Man kommt nach S. Erasmo ganzjährig mit der Linea 13 ab Fondamente Nove, und während der Sommermonate direkt an die dafür eingerichtete Strandhaltestelle ab Lido mit der Linie 18 (mit einem zweckorientierten Fahrplan nur morgens und abends, und nur stündlich.) Fahrtdauer jeweils unter 30 Minuten.
Kreuzfahrtriese im Canale di S. Erasmo, Sandbank vorne Diesen Strand, genannt "Bacan" finde ich für meine Bedürfnisse ziemlich traumhaft: neben dem immer interessanten italienischen Familienstrandleben mit Schirmen, Tischen, Stühlen, Grill, Spielsachen und allen dazugehörigen Personen gibt es was zu gucken: eine Hauptverkehrs'straße', der Canale di S. Erasmo, führt direkt vorbei mit den üblichen Motor- Ruder- und Segelbooten, Vaporetti, aber auch mit den großen Pötten, die in die Adria wollen. Griechenlandfähren, Kreuzfahrtriesen, 3-5mastige Segler, alles was zum Porto di Lido strebt fährt in scheinbar greifbarer Nähe vorbei. 'Parking' der veneziani- schen Badegäste Die Venezianer kommen im Motorboot zum Strand, 'parken' trotz der kleinen Marina um die Ecke im flachen Wasser und schleppen ihre Strandmöbelierung ans Ufer bzw. auf eine der vielen Sandbänke, die es hier ausserhalb der Fahrrinne des Kanals gibt. Das extrem flache Wasser ist voller Getier, man buddelt Schalen- oder sonstige Tiere aus oder fängt sie, und wenn auch dies kein Adriastrand ist, für einen schönen wassertretenden abkühlenden Spaziergang ist diese Ecke einfach wunderbar.
Canale di S. Erasmo
Die Krö- nung der Lokalität ist ein großer grüner schattiger Biergarten (!) mit hohen alten Bäumen, frei zur Verfügung stehenden Tischen und Bänken und einer einfachen Restauration. Wer keine Lust auf Sandstrand hat, kann sich hier gemütlich aufhalten, lesen, Schwätzchen halten und bei Bedarf ins Wasser gehen.
Biergarten am Strand von S. Erasmo
Zu besichtigen und besuchen gibt es direkt hinter dem Strand die Torre Massimiliana, auf drei Seiten umgeben von einem Wassergraben, die (zumindest Freitag-Sonntag) mit interessanten kleinen Ausstellungen moderner Kunst geöffnet ist. Ich habe dort die sehr interessanten Ausstellungen von Werken von Lucio Andrich (2005) und Emilio Vedova (2007) gesehen, zur Zeit wird dort eine sehr schöne Fotoausstellung über das Leben der Lagunenbewohner gezeigt.
Blick aus der Torre Massimiliana
Man kann ansonsten auf S. Erasmo durch die Gemüsefelder wandern, Fahrräder aussleihen und über die Insel fahren, und sogar übernachten: ein paar Hundert Meter vom Strand entfernt, direkt neben der kleinen Marina, im Lato Azurro, der "Blauen Seite". Preisgünstig für Einzelreisende und Gruppen. So gesehen, ist S. Erasmo sogar geeignet für einen Strandurlaub. Wassergraben um die Torre Massimilia
Nachträglich eingefügt am 29.6.2011: die Haltestelle S. Erasmo der Linie 18 ist laut Fahrplan "vorübergehend aufgehoben". Was immer das heißt. Die 18 fährt also Lido-Murano und zurück. Nach S. Erasmo an den Strand kommt man zur Zeit nur mit der Linie 13, Haltestelle Capannone, und muss dann 10 Minuten zu Fuß (durch die pralle Sonne) gehen.
Aber wer fährt schon nach VENEDIG, um seine Zeit am STRAND zur verbringen?!?
There is something so different in Venice from any other place in the world, that you leave at once all accustomed habits and everyday sights to enter an echanted garden.
Carlo Fruttero:
Perché nessun' altra città al mondo è immersa come questa non già nell'acqua ma nel tempo. È il tempo che circola nei canali, lambisce i palazzi, scivola tra piccoli ponti, cupole, erosi gradini di pietra; è il tempo che impregna persino gli umili souvenir in vendita per i turisti.
Feldbauer, Peter/Morrissey, John; Weltmacht mit Ruder und Segel - Geschichte der Republik Venedig 800-1600; Magnus 2004
Fenlon, Iain; Piazza San Marco; Profile Books 2010
Fenlon, Iain; The Ceremonial City - History, Memory and Myth in Renaissance Venice; Yale University Press 2007
Fletcher, C. & Da Mosto, J: The Science of Saving Venice. Umberto Allemandi 2004
Gable, Sally & Carl I.; Palladian Days - Finding A New Life In A Venetian Country House; Random House 2005
Georgopoulou, Maria; Venice's Mediterranean Colonies. Architecture and Urbanism, Cambridge University 2001
Goy, Richard; Venice. The City and its Architecture; Phaidon 1997
Gregorovius, Ferdinand; Geschichte der Stadt Athen im Mittelalter; DTB bibliothek 1980
Grund Egon; Die städtebauliche Struktur Venedigs und die Übertragbarkeit ihrer Prinzipien unter besonderer Berücksichtigung des Systems der Verkehrserschließung; Diss. TU München, Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung 1991
Hopf, Kart; Veneto-Byzantinische Analekten; A. M. Hakkert, 1964, Nachdruck der Ausgabe Wien 1856
Huse Norbert; Venedig. Von der Kunst, eine Stadt ins Wasser zu bauen; becksche reihe 2008
Huse, Norbert; Venedig - Von der Kunst, eine Stadt im Wasser zu bauen; C. H. Beck 2005
Igel, Regine; Das andere Venedig - Wahre Kriminalgeschichten aus der Lagunenstadt; Lamuv 2004
Janson Alban, Bürklin Thorsten; Auftritte - Interaktionen mit dem architektonischen Raum: die Campi Venedig; Birkhäuser 2002
Kretschmayr, Heinrich; Geschichte von Venedig (3 Bd.), Scientia 1986
Haustedt, Birgit; Mit Rilke durch Venedig. Literarische Spaziergänge; insel tb 2006
Haustedt, Birgit; Mit Rilke durch Venedig; Insel Taschenbuch 2006
Hennig,Christoph; Venedig; Dumont direkt 2004
Honour, Hugh; Venedig; Prestel 1966
Kaminski, Marion; Venedig - Kunst & Architektur, Tandem 2005
Machatschek, Michael; Vendig; Michael Müller Verlag 2008
Manno, Venchierutti, Codato; Venedig; National Geographic Art Guide 2004
Mark, Hermann E.; Geschichte und Geschichten vom Canal Grande. Ein illustrierter Führer durch Politik und Kunstgeschichte; Ibera/European University Press 2002
Mc Gregor, James H. S.; Venice from the Ground up; Harvard University Press 2006
McGregor, James H. S.; Venice from the Ground Up; Harvard College 2006
Mehling, Marianne (Hg.); Knaurs Kulturführer in Farbe -Venedig und Venetien;Weltbild 1998
Merian; Venedig; 1955
Merian; Venedig; März 1988
Merian; Venedig; September 1974
Michele Buonsanti, Alberta Calla; Candia Veneziana. Venetian Itineraries through Crete; Mystis Heraklion
National Geographic Explorer; Venedig; Gruner und Jahr 2005
Reyes, Heather; Venice. Perfect gems of city writing; Oxygen Books 2010
VenedigBilder in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts; Katalog, Stadt Karlsruhe - Städt. Galerie und Michael Imhof Verlag 2010
Venezia! Kunst aus venezianischen Palästen. Sammlungsgeschichte Venedigs vom 13. bis 19. Jahrhundert; Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland 2002
Venice and the Islamic World 828-1797; The Metropolitan Museum of Art N. Y. 2007
Venice through Canaletto's eyes; Katalog, National Gallery Company 1998
Venzia scomparsa; Alvise Zorzi, 2 Bde., Banca Cattolica del Veneto
Vidal in Venice; Gore Vidal; Summit Books 1985
Von Tizian bis Tieopolo, Venezianische Zeichnungen; Städel Museum; Michael Imhof Verlag 2006