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10. September 2011

Laguna Nord - Das Wochenende!



Die Glücklichen, die am nächsten Wochenende in Venedig sein werden, haben das Privileg, am ersten Festival des Inselnetzes der Laguna Nord teilnehmen zu können.Unter dem Titel "Isole in Rete - Festival delle Isole della Laguna Nord di Venezia" gibt es am 17. und 18. September ein so schön zusammen gestelltes Programm dass ich in meine Tastatur beiße, weil ich darauf verzichten muss.
Ein Zusammenschluss vieler Organisationen + Lagunen-ÖPNV + zusätzlicher Vaporetto Parco dell Laguna ermöglichen den Besuch der Veranstaltungen auf:La Certosa: Inselführungen zu Fuß und mit Bootstransfer zum Forte Sant'Andrea
Sant'Erasmo, Torre Massimiliana
Sa
nt'Erasmo: verschieden Radtouren, Einkaufsmöglichkeit der Inselprodukte, Lagunentour im Drachenboot, Ausstellungseröffnung in der Torre Massimiliana und auf dem Geländer der Torre Massimilana (am Samstag um 18:30 Uhr) die unvergleichlichen venezianischen Ska-J! (Siehe Video am Ende des Eintrags und auch unter dem Label Ska-J)
Lazzaretto Nuovo: historisch-archäologische Inselführung, Ausstellung 'Venedig und die Pest'

San Giacomo in Paludo:
'offene Insel' mit Führungen

Burano:
Fischereiexkursion mit Besuch auf S. Giacomo in Paludo

Torcello:
offene Tür und Führungen in der 'Casa d'Artista' (über die ich schon mehrfach berichtet habe, einsehbar unter dem Label 'Torcello')
Inseln der Laguna Nord Juni 2011: von links Torcello, Burano, Mazzorbo, Mazzorbetto; dahinter San Francesco del deserto, Sant'Erasmo; dahinter die Porta del Lido zur Adria

Mazzorbo: Führungen im Weinberg und in der Gärten des 'Venissa'; Tour zu verlassenen Inseln im Bragozzo

Mazzorbetto:
Führung durch die ehemaligen Befestigungsanlagen.



Für einzelne Veranstaltungen gibt es genaue Uhrzeiten und/oder Kostenbeteiligungen, die unter den Tages-Menüpunkten eingesehen werden können, deshalb nochmals der Link zum Programm.






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30. Mai 2011

San Giacomo in Paludo

Vom Canale Scomenzera S. Giacomo


Auf dem Weg nach Burano/Torcello in der Laguna Nord passiert man einige sehr kleine unbewohnte Inseln, die z. T. noch Ruinen oder Reste von Ruinen tragen, ein wild romantischr Anblick. Die meisten dieser Inseln sind ehemalige Klosterinseln.

Wer Giacomo Casanovas Lebensbericht gelesen hat kennt die Geschichten von nächtlichen Verführungsausflügen zu Nonneninseln per Boot. Es gibt seriöse Untersuchungen über venezianische Klöster und Klsterinseln (z. B. Mary Laven: Die Jungfrauen von Venedig; unter Sachbüchern aufgelistet) und lüsternen Tratsch
bis heute (z. B. die Nonnen auf einer Insel in der Laguna Sud, die zu ihrem Vergnügen Vorüberfahrende mit hochgehobenen Röcken auf der Klostermauer stehend schockten).


San Giacomo in Paludo in seiner Blütezeit

Auf ca. 1/3 der Strecke liegt die unbewohnte Insel San Giacomo in Paludo, über die es seit kurzem einen sehr guten Wikipedia-Eintrag mit den wesentlichen historischen Fakten gibt. Früher machte die verfallene Ruine auf der winzigen Insel einen sehr geheimnisvollen Eindruck, in den letzten Jahren wurde dort renoviert. Wegen der immer größer werdenden Werbetafeln hatte ich befürchtet, es entsteht mal wieder ein exklusives Hotel (was aber direkt am Canale Scomenzera S. Giacomo nicht sehr exklusiv gewesen wäre).

Ist auch nicht der Fall, vielmehr läuft hier ein interessantes archäologisches Projekt mit spannenden Ergebnissen und ich vermute, dass mit den riesigen Werbeplakaten diese Arbeit finanziert wird. Wir kennen das ja von Venedig, wo die touristisch am heftigsten besuchten und fotografierten Objekte, z. B um San Marco, mit Werbetafeln gemeuchelt werden.

Giacomo und Francesco Guardi,
San Giacomo in Paludo






San Giacomo in Paludo gehörte offensichtlich zum Netzwerk der Franziskaner Minoriten, die heute noch auf S. Francesco del Deserto leben und die Kirche und das Kloster
S. Francesco della Vigna betreiben, war aber dem Franziskanerkloster Santa Maria dei Frari angegliedert.

Das Kloster begann als einfache Schutzherberge für Pilger und Seeleute, die von schlechtem Wetter überrascht wurden, für weniger als 100 Jahre. Dem folgenden Zisterzienser Nonnenkloster fehlte es bald an Nachwuchs, die Ιnsel diente dann während einer Epidemie im 15. Jahrhundert zur Isolation von Leprakranken und war nach dem Ende der Epidemie eine Zeit lang unbewohnt. Im 17. Jahrhundert übernahmen die Franziskaner, bauten aus und hatten einen Komplex von Klausur, Gästeunterkünften, großem überdachten Bootshaus und einer dreialtarigen Kirche. Im 18. Jahrhundert leerte sich die Insel langsam.

Der Niedergang. Links im Bild auf dem Bootssteg der bettelnde Laienbruder mit dem Klingelbeutel (Vergrößern Bild anklicken) Hier ist auch das große Bootshaus gut zu sehen.

Am Ende lebte und zelebrierte hier nur ein letzter einzelner Priester, schließlich nur noch ein einsamer Laienbettler, der sich mit einem Klingelbeutel am langen Stock (wie in katholischen Kirchen früher üblich) von vorbeifahrenden Reisenden eine Spende angelte.
1810 wurde die Anlage demoliert. Die Grabung seit 2002 gibt neben den schriftlichen und graphischen Berichten Auskunft über die Entwicklung der Besiedelung von S. Giacomo in Paludo.

Im Moment gibt es nur zwei Möglichkeiten die Insel zu besuchen (soviel ich weiß, wohlgemerkt):
man bucht eine Rudertour bei
Venice Kayak oder man besucht die jährliche Veranstaltung Mangiasan. Die für dieses Jahr ist leider gerade vorbei, also bei Interesse ein Termin für den Mai 2012.

Gegen Voranmeldung und einen Beitrag von 30 € fährt man am 3. Samstag im Mai von Murano nach S. Giacomo und zurück, nimmt an der Veranstaltung zum jeweiligen öklogischen Thema, den Besichtungen und den Verkostungen zum Gesunden Essen teil.



VAS-Projekt San Giacomo in Paludo

In die Laguna Nord mit Linea N ab Fondamente Nove. Murano-Mazzorbo-Burano.



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