19. Mai 2017

2 x hyperrealistische Skulpturen...


...sind zu bewundern in der Vielzahl der Nebenausstellungen in der Stadt. 

Die Sonnenseite, buchstäblich, zeigt Carol Feuerman in den Giardini della Marinaressa, linke Seite vom Wasser aus gesehen. Einzelne Werke Carol Feuermans waren schon auf vorherigen Biennalen zu sehen, immer diese appetitlichen nassen Badenanzugfrauen mit höchstem Wiedererkennungswert. Deren Anblick sofort gute Laune auslöst sowie technische Überlegungen zur Herstellungsweise derart überzeugender Hyperrealität. Bei mir jedenfalls. Der kleine Park wird normalerweise kaum wahrgenommen trotz seiner angenehmen Bänke unter Pinien mit Blick auf das Becken von S. Marco und S. Giorgio Maggiore. Derzeit gibt es hier viele fotografierende BesucherInnen. Interview mit Carol Feuerman
Mehr Informationen zur Marinaressa auf italienisch.



Auch im großen ummauerten Garten des Gutes/Restaurants/Hotels Vinessa auf Mazzorbo, der für BesucherInnen generell offen ist, sind Badenixen ausgestellt, habe ich aber noch nicht gesehen. (Siehe auch Eintrag vom 13.7.2012 Die Pracht eines Nutzgartens auf Mazzorbo.)

Garten der Marinaressa: täglich geöffnet zu venezianischen Parköffnungszeiten (also länger als Biennaleausstellungen(. Haltestelle Giardini und Arsenale. 
Venissa: ebenfalls täglich während der Gartenöffnungszeiten, Linie 12 Haltestelle Mazzorbo, da kurz links vom Vaporettohalt durch das kleine Mauertor in den Garten.



Die dunklere Seite der Medaille sehen wir in der Kirche S. Samuele, immer verschlossen und selten für Biennaleausstellungen geöffnet. Evan Penny zeigt seine Werke unter dem Titel Ask Your Body. An zwei überlebensgroßen Männerportraits ist wirklich beispielhaft das Konzept der Hyperrealität dargestellt: existierende Objekte, hier Menschen, die nach den Vorstellungen Evan Pennys überhöht und überdeutlich bis zum letzten Pickel wiedergegeben werden (Fotobeleg mit in der Ausstellung!).

Allerdings sind hier nicht junge attraktive weibliche Körper das Sujet, sondern leidende und tote männliche Körper. Wieder in absolut perfekter Arbeit und Präsentation in der verdunkelten Kirche. Die Beleuchtungsregie zeigt nicht nur die Kunstwerke Evan Pennys, sondern zum ersten Mal wird auch die Kirche S. Samuele selbst in die Ausstellung bewusst einbezogen. Die Tafelbilder der Seitenaltäre, die wunderbare Grabplatte einer Venezianerin. Und mit extrem wenig Licht auch die kostbare Ikone der Panagía Orthokostá auf dem rechten Seitenaltar der Apsis. (Siehe dazu den Eintrag vom 21.8.2009 "Federn, Glas und koloniale Mitbringsel III".) 
Auch die außergewöhnlich gestaltete Apsis kann in Ruhe und ohne Blickeinschränkungen und in allen Details bewundert werden - Operngucker vorausgesetzt.
Haltestelle S. Samuele, Linie 2.

Beide Ausstellungen finde ich unbedingt sehenswert, sie laufen bis Ende November bzw. Anfang Dezember. 





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