30. März 2018

Der Ersatzlöwe im Hafen von Piräus


Ich verbringe diesen Frühling in Athen, was ich mir seit vielen Jahren vorgenommen hatte, und habe gestern im Hafen von Piraeus den berühmten Löwen besucht, der auch schon lange auf der Liste stand. Vielmehr seinen Stellvertreter, der seit 2002 den Originallöwen ersetzen soll, der hier ursprünglich 2000 Jahre saß und seit 300 Jahren vor dem Arsenale in Venedig seinen Platz hat.


Mehr dazu steht in zwei sehr alten Einträgen:

Castello I - Campo Arsenale vom 20.4.2008
Arsenale - der Löwe vom Piräus vom 3.5.2008 

Der Hafen von Piräus ist zu Fuß eine ziemlich weitläufige unübersichtliche Sache, abgesehen davon, dass es noch zwei kleinere Abteilungen gibt: eine zum Essen gehen und ein Yachthafen. Wo ich die aufgebrezelte junge Dame, die mir einen Kaffee servierte, nach dem Standort des Löwen fragte, denn im Stadtplan war er nicht verzeichnet. In den letzten Jahren fuhr ich zwar immer wieder mal auf dem Weg zu oder von einer griechischen Insel an ihm vorbei, aber vom Schiff gesehen und vor dem Hintergrund von Hafen und Stadt scheint er so klein und eine genaue räumliche Zuordnung schwierig - weit draußen eben. Die Dame wusste nichts vom Löwen, aber ein Stammgast in Arbeiterkleidung, den sie zur Beratung hinzuzog, alle Details: "... den haben uns die Venezianer geklaut! Vor 300 Jahren! Hier rechts den Berg hoch, dann wieder runter, am Hafen links und dann immer weiter am Hafen entlang. 10 Minuten." 

Es waren nicht 10 Minuten, die freundliche Griechen immer gern versprechen, wenn sie gut gemeint einen Wanderer nicht entmutigen wollen, sondern 40 Minuten, und entlang des rauschenden mehrspurigen Autoverkehrs, vorbei an mehreren Kreuzfahrthafentoren und einer ganzen Reihe von Busendhaltestellen sah ich schließlich seinen weißen Marmorlöwenrücken leuchten. 



Von der marmornen Plattform, auf der man die Plinthe mit dem Löwen aufgestellt hat, sieht man sehr schön die Schiffe vorbeiziehen, es ist hier aber windig und öde trotz strahlender Sonne, in einem kleinen Gebüsch in der Nähe steht ein bewohntes halbzerissenes Zelt, ein paar junge Männer fühlen sich durch meine Knipserei offensichtlich in ihren Geschäften gestört. Auf dem weißen Marmorboden sind Brandspuren zu sehen, einzelne Marmorplatten wurden gewalttätig zerbrochen. Busendhaltestelle, letztes Hafentor eben. 



Auf der Rückseite der Plinthe ist eine Granittafel mit Runen und einer Skizze angebracht. Sieht nicht aus wie die Zeichnungen, die im Internet die Runen auf den Schultern und Flanken des Löwen darstellen sollen, und es gibt keine weiteren Erklärungen. Und kein Fachmensch greifbar, hier ist kein Museum... ich werde der Runentafel weiter nachgehen und füge hier Nahaufnahmen ein, vielleicht liest jemand runisch und kann etwas damit anfangen.
 
Runentafel linkes oberes Viertel


Runentafel rechtes oberes Viertel

Runentafel linkes unteres Viertel


Runentafel rechtes unteres Viertel

Auf einer Marmortafel am Fuß der Vorderseite der Plinthe ehrt der Hafen von Piräus einige Männer namentlich.
Und auf einer weiteren Marmortafel an der Vorderseite der Plinthe, direkt unter dem Löwen, klagt A. Drombos poetisch ungefähr so:

Athenische Statue, du wurdest gemeißelt 
und verlassen in der Einfahrt des Hafens.
Warägische Söldner ritzten dich,
Sklaven des Morosini ruderten dich nach Venedig,
schleppten dich in eine Ecke der Werft 
und ließen dich liegen.
Vergessener Drache, piräotischer Löwe, 
du bist keine venezianische Beliebigkeit.
Der Porto Leone bleibt dein Hafen. 



Pathos kann schön sein aber gut zu wissen ist auch, dass das kostbare alte Original in Venedig an einer relativ sicheren Stelle "liegen gelassen" wurde und weniger den Gefahren von Vandalismus, sondern "nur" der toxischen venezianischen Luft ausgesetzt ist. (Und soweit ich weiß, hat Athen den Löwen nie von Venedig zurück gefordert, im Gegensatz zu den "Elgin Marbles" der Akropolis.)

Zerschlagene Marmorplatte auf der Denkmalplattform
Und der Löwe in Piräus ist ein junger, ein schönes, neues Exemplar (Steinmetz: Georgios Menkoulas, Architekt: Petros Adamis) und frei von warägischen Söldnergraffiti. Vielleicht hält er nicht 2000 Jahre, aber wünschen wollen wir sie ihm.





Ergänzung 11.4.2018

Per Kommentarfunktion stellte Rudolf Koch einen Beitrag hier ein, der nicht in Gefahr sein sollte, übersehen zu werden. Transkription und Übersetzung der Texte sowie Informationen zu der oben gezeigten Runentafel! Ich füge den Text deshalb zusätzlich hier an:

Die "Runentafel" ist eine kuriose Sache. Die Inschrift ist in älterem Futhark geschrieben, der Text ist aber modernes Schwedisch, das ich leider nicht sauber übersetzen kann. Links oben wird Apostolis Dombros als Verfasser seines Gedichts auf der rechten Seite genannt, dann der "Neuzeitwikinger" Helmut Schulze aus Trelleborg. 3. 6. 1992.

Links unten steht ein Motto, sinngemäß etwa: die Geschichte lehrt uns über die Zukunft, dass Zukunft ohne Kultur untergeht. Dann der Text: Piräus und Trelleborg, mehr als eintausend Jahre Kulturgeschichte.


Auf der rechten Seite steht das bereits von Ihnen genannte Gedicht von Drombos.


Einen weiteren Hinweis auf Trelleborg ergibt die Ritzzeichnung rechts unten. Es handelt sich um den Grundriss der Wikinger-Ringburg (=Trelleburg) Trelleborg Seeland, Dänemark. Es geht also um 2 Trelleborgs: den Wohnort des Hobbyforschers Helmut Schulze in Schweden (dort gibt es ebenfalls so eine Ringburg) und die archäologisch ergrabene Ringburg auf der dänischen Insel. 


Abb. https://plus.google.com/116216417055313439429/posts/Y6pA1Z9U5ZD 

Ergänzung 12.4.2018

Nach den Rechercheergebnissen von Rudolf Koch (oben und ein weiterer Text unten in den Kommentaren) habe ich meinerseits noch ein bisschen weitergesucht.

Das griechische Gedicht stammt von Apostolis Dombros, (und hier folgt die Übersetzung des verlinkten Textes): geb. 1937 in Athen, Dipl.-Ing. der Elektrotechnik, Absolvent des Oskar-von-Miller-Polytechnikums München. Inhaber einer Firma für Schiffsausrüstungen in Piräus. Sein erstes Buch erschien 1981, bisher 17 Publikationen, davon 14 Reise, Bellestristik, Erzählungen, 2 Gedichtesammlungen, 1 Bühnenstück. Sein Werk wurde mit 7 griechischen Preisen ausgezeichnet. Hat fast den ganzen Globus bereist, betrat als erster Grieche den geografischen Nordpol. Diese spezielle Reise beschreibt er in seinem Buch "Weiter nördlich geht es nicht". Mitglied des griechischen Schriftstellerverbandes. 

Ob er erste Grieche am Nordpol war, wage ich zu bezweifeln. Wenn schon warägische Söldner über Sizilien und Byzanz in Athen zum Einsatz kamen und die Venezianer seit dem 15. JH regelmäßig Stockfisch von den Lofoten nach Venedig und in ihre griechischen Kolonien importierten, wird wohl auch der eine oder andere griechische Seemann weit im Norden gelandet sein. Aber anscheinend der erste Grieche, dessen Polarreise dokumentiert und publiziert ist.
Und möglicherweise ist sein Engagement für den Löwen vom Piräus eines der Ergebnisse dieser Reise und von Kontakten, die auf dieser Reise geknüpft wurden?

Aus einem Zeitungsartikel von 2012 ist zu erfahren, dass Apostolis Dombros mi seiner Frau Ingrid jeweils die Hälfte eines Jahres in Griechenland und in Kenia lebt, wo er engagiert griechisch-kenianische Projekte im Geiste Ernesto Cardenals betreibt.
Vor allem sind in diesem Artikel ausführlich Zitate von Prosa und Gedichten zu seiner offensichtlich beeindruckenden Nordpol-Erfahrung nachzulesen (die ich aber nicht übersetze).

Und ich habe einen ganz interessanten Eintrag zum Löwen von Piräus eines Bloggers aus Piräus gefunden. Vor allem ein paar Details zu seiner Geschichte möchte ich bei Gelegenheit hier übersetzen, wenn mein Frühling in Athen vorbei ist und ich wieder zuhause bin. Im Moment sind meine Prioritäten ein bisschen anders sortiert.



Ergänzung 8.11.2018


Der Löwe nun auch als Streeatart-Wandmalerei im Hafen von Piräus:


Quelle: ελculture.gr

Bericht von ελculture.gr: ein beeindruckendes Werk des Künstlers Same64 von UrbanAct an der Leoforos Iroon tou Polytechniou, am Gebäude der Battlenet Arena Piraeus. Mit dem Einverständnis der Bürger des Viertels. Ich bin begeistert.
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28. März 2018

Der Heilige Stuhl und die Architekturbiennale

Der normale Blick auf den Park von S. Giorgio Maggiore am 13.5.2017

Der Heilige Stuhl muss nicht jedem ein Begriff sein, dafür gibts Wikipedia und wir lernen etwas über Kirchengeschichte und Verflechtungen. Biennalemäßig bezeichnet "Santa Sede" jeweils die Ausstellung des Vatikanstaats, bisher 2 mal bei Kunstbiennalen im Vatikanpavillon in den Sale d' Armi des Arsenale und jetzt zum ersten Mal beteiligt bei einer Architekturbiennale

Der Auftritt erfährt im Vorfeld vergleichsweise enorme Medienbeachtung, was vermutlich an der medialen Vernetzung des Vatikans liegt, aber natürlich auch an der zum Teil illustren Beteiligung von Architekt*innen (zwei "innen").

Andrew Berman, USA
Francesco Cellini, Italien
Javier Corvalán, Paraguay
Norman Foster, Großbritannien
Terunobu Fujimori, Japan
Sean Godsell, Australien
Carla Juacaba, Brasilie
Eva Prats und Ricardo Flores, Spanien
Smilja Radic, Chile
Eduardo Souto de Moura, Portugal

Meine Beachtung findet er allerdings, weil die Ausstellung im Park von S. Giorgio Maggiore gezeigt wird. Das ist ein Bereich der Insel, den man vom Campanile aus sehen kann, der aber ansonsten von Besucher*innen durch die Fondazione Cini sehr strikt abgeschirmt wird. Auch wenn z. B. Konzerte in Gebäuden am Übergang zum Park stattfinden, sorgt die Security ganz entschieden dafür, dass niemand in den Park abschweifen kann. In den Park rein können nur Menschen, die ein entsprechendes "Badge" um den Hals tragen, also z. B. Konferenzteilnehmer*innen, teilweise die Gäste von "hosted events" in den mietbaren Räumlichkeiten, die "residenti" des Centro Vittore Branca die sich befristet auf der Insel aufhalten, und natürlich die Mitarbeiter*innen der Fondazione Cini.

Und nun: Zugang für alle! Ein halbes Jahr lang! Der Heilige Stuhl zeigt zehn Kapellen, nicht als Entwürfe oder Modelle, sondern komplett aufgebaut im Park. Eine Gelegenheit für Venedigfreund*innen, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wie auch immer das heikle Sicherheitsproblem der Differenzierung von verschiedenen Zutrittsberechtigungen gelöst werden wird.
Das Google-Satellitenbild von Marinetraffic zeigt übrigens eine schöne Aufnahme offensichtlich vom Frühling dieses Jahres, als im noch unbelaubten Park die Bauarbeiten an den Kapellen im Gange waren.

Aus der Sammlung von Artikeln im Vorfeld der Biennale verlinke ich von der Masse eingetroffener Artikel zu den 10 Kapellen des Heiligen Stuhls ein paar der deutschsprachigen und interessanteren - dem Thema entsprechend sind einige von "Tendenz"-Medien, das kann jede*r selbst bewerten. Und den allerersten, der schon seit über einem Jahr in der Mailbox liegt und woher kommt? Vom kölschen Domradio.

Domradio 25.2.17 Premiere für den Heiligen Stuhl
Archinect, 16.1.2018 The Vatican picks Norman Foster...
ORF 22.1.2018 Waldkapelle für Vatikan bei Archtiektur-Biennale
moderne 5.2.18 Der Vatikan bei der Architektur-Biennale
Pressekonferenz des Heiligen Stuhls am 20.3.18, italienischer und englischer Text (Link zur Übersetzung)
Vatican News 20.3.18 "Säkulare Wallfahrt": Vatikan auf der Architektur-Biennale
Washington Post 20.3.18 Vatican enters Venice Architecture Biennale with 10 chapels 
Artribune 20.3.18 La Sfida di Dal Co:Il progetto del Padiglione della Santa Sede alla Biennale Architettura 2018
Zenit 20.3.18 A Decalogue of Chapels in a Vatican Lagoon?
ORF 20.3.18 Vatikan erstmals bei Architektur-Biennale in Venedig
Professione Architetto 20.3.18 Vatican Chapels 27 Fotos und Grafiken; im Überblick
Archilovers 23.3.18 10 Vatican Chapelsfor the Holy See Pavilion at the Biennale Architettura 2018
Archdaily 26.3.18 The Vatican Releases Details of First Ever Venice Biennale Entry
designboom 28.3.18 previewing norman foster's vatican chapel, one of ten planned at the venice biennale
divisare 6.4.18 Smiljan Radic Vatican Chapel
Fondazione Cini 29.4.18 The Vatican Chapels


Medienberichte über diese Ausstellung füge ich ab Ende Mai hier unten an. Berichte und Meinungen von Korrespondent*innen dieses Blogs sind besonders willkommen, da ich erst im Herbst die Biennale besuchen werde. 



04.06. dezeen 360-degree-video...   
02.06. Archisearch Vatican presents...  
02.06. P+A Vatican Chapels  
01.06. Worldarchitecture ...Chapel for the Vatican City...   
30.05. dezeen Vatican City's patronage...   
30.05. dezeen Vatican City presents... 
29.05. Metropolis ...a Delightfully-Intricate Pavilion...   
29.05. CNN Vatican blends the secular...
29.05. Cool Hunting Best National Participants...  
29.05. Sabine B. Vogel Holy See at 16. Architecture   
28.05. Guardian Cosmic chapels...
28.05. Sabine B. Vogel 16. Architecture Biennale 2018   
27.05. Welt Und hilft so eine Biennale auch...   
25.05. Bauwelt Der Heilige Stuhl auf der Biennale  
25.05. ArchDaily 10 Chapels in a Venice Forest ...     
25.05. NYTimes The Most Surprising...  .
22.05. dezeen Five key topics for the Venice Architecture Biennale 2018


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25. März 2018

Venedig Fahrpläne 2018


Die neuen Fahrpläne für den Wasserverkehr im Centro Storico und in der Lagune und die Busfahrpläne auf dem Lido/Pellestrina und dem städtischen Festland treten am 29.3.2018 in Kraft.

Der Blogeintrag der Fahrpläne 2017 wird damit geschlossen und nicht mehr mit aktuellen Informationen ergänzt.




In den letzten Jahren gab es jeweils neue Versuche, die den täglichen ÖPNV der Bevölkerung verbessern sollten. 
Wer erinnert sich noch an die unsägliche Linie 3 durch den Canal Grande, die der Nutzung nur durch Einheimische und VeniceCardinhaber*innen vorbehalten war? Theater ohne Ende an den Haltestellen, weil unerfahrenen Tourist*innen die Sache erklärt werden musste. Die Batelli fuhren unterbelegt den Canal Grande rauf und runter, die Einheimischen mochten anscheinend nicht unter sich sein. Ein eleganter alter Venezianer in eierschalenfarbenen Anzug + Hut, dekoriert mit einem mauvefarbenem Schal, der im fast leeren Boot Linie 3 urplötzlich den Arm ausstreckt und zack! meine rechte Brust packt. Ich frage mich noch heute, was wohl der Sinn dieser seltsamen Aktion war. 
Ein anderes Mal die schräge Idee der doppelten Schlangenführung an einigen wenigen Haltestellen - um den Pendler*innen Vorrang beim Betreten der Boote einzuräumen. Diskussionen, Durcheinander, Umsortieren der falsch Anstehenden... ein weiterer Versuch, der in der Praxis einfach nicht so funktionierte wie am Rathausschreibtisch ausgedacht.  


In diesem Jahr ist die erklärte Absicht der ÖPNV-Planer*innen, den Einheimischen und den Pendler*innen das Verkehrsleben zu erleichtern UND der immer weiter wachsenden Welle des Tourismus gerecht zu werden. Und wieder grünt die Hoffnung, dass z. B. 4 gemeinsam reisende amerikanische Ehepaare mit 8 Schrankkoffern oder eine Gruppe von 40 Chines*innen, die jeweils nicht auf die Idee kommen, sich die Kosten für 1 oder mehrere Wassertaxis zu teilen, das von vielen Fahrgästen erwartete Vaporetto weniger rabiat kapern als bisher. Das Zauberwort ist: dichterer Takt! Darauf hätte man schon früher kommen können. 



Ich verlinke hier einen längeren italienischen Text der Comune Venezia und fasse kurz zusammen:
Zusätzlich zu den Linien 1 und 2 auf dem Canal Grande gibt es ab 29.3. zwischen 9 und 17 Uhr die Linien 1/ und 2/, erstere nur auf der Strecke zwischen Piazzale Roma und Rialto, wodurch sich der Takt der Boote zu den Hauptverkehrszeiten rechnerisch auf 4 Minuten verdichtet. Dichter wird es damit  natürlich auch auf dem Canal Grande.
Weiter geplant sind die Taktverdichtung für die Linie 3 (Piazzale Roma - Murano) auf 4 Fahrten/Stunde und der Einsatz der schnellen Linie 6 (Piazzale Roma - Lido durch den Canale della Giudecca) auch an Sonn- und Feiertagen. 
Für die Nachmittagszeiten wird es Entlastungsfahrten (für den Abfluss der Bustourist*innen bzw. Kreuzfahrtreisenden?) von der Riva auf dem schnellsten Wege durch den Canale della Giudecca Richtung Tronchetto und Piazzale Roma geben. Das wird hoffentlich das nachmittägliche und frühabendliche Grauen auf den Girocittà-Booten (4.1., 4.2., 5.1., 5.2.) mildern.


Hier also die neuen 
Fahrpläne Vaporetto/Batello/Bootsverkehr ab 29.3.2018⏪ 
(einzelne Linien anklicken, herunterladen und ausdrucken bei Bedarf).
Fahrpläne für den Busverkehr folgen, sobald sie vorliegen.
Und hier noch der Link zur offiziellen App mit allen diesen Sachen fürs Telefonino.


Weitere wichtige Links zum ÖPNV, alle frisch auf ihre Funktion und Gültigkeit geprüft:
Streckenplaner und Plan der Verkaufsstellen von Fahrkarten
Streckenplaner inkl. Plan der Haltestellen, aber von einem anderen online-Anbieter

Routenplan des Wasserverkehrs - ausdruckbar, braucht man aber eigentlich nicht, denn er hängt großformatig an jeder Haltestelle aus, und Pläne von ÖPNV-Hubs wie Piazzale Roma, Lido S. M. Elisabetta.

Fahrpreise (aus der Liste wählen und anklicken)

Fahrkartenkauf und (nicht nur) Fahrkartenkauf online

Peoplemover (Piazzale Roma-Kreuzfahrthafen-Tronchettoparkhäuser)


Personen- Zweiräder- und Autofähre zum Lido (ab Tronchetto nach S. Nicolò di Lido) inkl. Farhplan, Online-Reservierung etc.

Buslinien ATVO (der zweite Anbieter von Flughafentransporten, auch nach Treviso) Fahrpläne und Preise 

Alilaguna - der zweite Anbieter im öffentlichen Wasserverkehr. Linien, Fahrpläne, Preise. (Geringfügig teurer. Wegen der Länge der einzelnen Linien empfiehlt sich eine Kombination von ACTV und Alilaguna. Von den Fondamente Nove z. B. dauert die Fahrt mit Alilaguna zum Flughafen Marco Polo nur 1/2 Stunde, von den Zattere 3 mal so lang.)

ACTV Tram (Straßenbahn). Mit Vorsicht zu genießen wegen der relativ häufigen Betriebsstörungen (Unfälle etc.) auf der Brücke zwischen Venedig und dem Festland. Zu Fuss und mit Gepäck (unter Zeitdruck und Wetter...) kann das unerfreulich sein.




Aktualisierungen werden hier laufend ergänzt.

1./2.4. 
ACTV teilt per Twitter ausdrücklich mit, dass an den beiden Ostertagen der FESTIVO Fahrplan gilt. Also Sonntagsfahrplan. 

21.4.
Ab heute gilt wieder der Fahrrad-Mitnehmservice zwischen Chioggia und Pellestrina sowie Lido und Punta Sabbioni auf den Vaporetti für 1 € pro Rad und Strecke. Details sind unter dem Link zu finden. Allerseits einen schönen Fahrradsommer rund um die Lagune!

28.4.-1.5. 
Langes Wochenende mit extrem hohen Tourist*innenzahlen. Die Bewegungsoptionen von Nicht-Einheimischen und Nicht-Inhaber*innen von Dauerkarten Venezia Unica vom Eingang der Stadt (Piazzale Roma) Richtung Rialto und Piazza S. Marco werden reguliert. Einheimische und Tourist*innen werden getrennte Wege benutzen, letztere über dezentrale Fußwege umgeleitet (siehe Karte unten, schwarz gestrichelte Pfade).
Informationen auf italienisch. Und auf englisch, und mehr dazu, und noch mehr

Meine Empfehlungen sind:
1. nicht nach Venedig fahren.

2. Wenn doch, die Vorgaben des anwesenden Sicherheitspersonals und der Ausschilderungen befolgen.
3. Künftig niemals mehr Venedigpläne an solchen Massenreiseterminen machen. 


Quelle: Corriere della Sera

28.4.
So sehen die Absperrungen aus.

30.4. und 1.5.
48-Stunden-Streik des Personals der ACTV-Verkaufsstellen. Dazu meine ich:
1. Bewunderswert, wie cool die venezianischen Gewerkschaftsvertretungen ihre Streiks immer wieder an Brückentagen ansetzen. Wünschen wir den Kolleg*innen einen geruhsamen 1. Mai. 👊

2. Man kann sich am 29.4. mit Fahrscheinen versorgen, falls das im erwarteten Massenauftrieb möglich ist. Man könnte aber auch damit rechnen, dass weder Massenauftrieb noch Streik die Fahrscheinkontrollen begünstigen. 

20.5.
Fahrplananpassungen anlässlich der Vogalonga.
Eintrag zur Vogalonga 2012.


26.5. 
Erweiterungen des Vaporetto-Fahrplans um die hochsommerlichen Zusatzangebote und hier der Link zur Wahl der einzelnen Linienfahrpläne.

31.5. Wann Venedigfreund*innen in den nächsten Wochen WEGBLEIBEN sollten.
Keine Information der Verkehrsbetriebe, sondern der Stadt Venedig. Vorgesehen sind Lenkungsmaßnahmen der Menschenmassen (Einsatz von Straßen- oder Brückensperrungen etc.), aber keine Anpassungen durch verstärkten ÖPNV. Heißt, volle Vaporetti und ggfs. lange Wartezeiten beim abendlichen Verkehr Richtung Piazzale Roma/Tronchetto.


1.6. 
Sommerliche Anpassung der Busfahrpläne auf dem Lido.

12.6. 9 Uhr -14.8. 18 Uhr
Haltestelle S. Samuele außer Betrieb wegen Wartungsarbeiten. (Ersatzweise kann man S. Angelo oder Accademia ein-/aussteigen.)

20.6. 
An der Haltestelle der Insel Vignole wird der Anleger ausgetauscht. Jeweils ein Stop der Linie 13 in beide Richtungen fällt deshalb gegen 9 Uhr aus

27.6.
Die Haltestelle Certosa wird ausgetauscht und deshalb den ganzen Tag nicht angelaufen. Ersatzverkehr von 8-19 Uhr in 20minütem Rhythmus zwischen der Certosa und S. Pietro di Castello. 

1.7.
Fahrplananpassungen anlässlich der Regata di Murano am Nachmittag. 

2.-26.7.
Haltestelle Spirito Santo außer Betrieb (wegen der Fussgängerbrücke zur Redentorekirche während des Redentorefestes).

6. und 9.7.
Linie 17 zwischen Lido S. Nicolò und Punta Sabbioni außer Betrieb wegen dringender Reparturarbeiten.

14. und 15.7. 
Fahrplananpassungen anlässlich des Redentorefestes.

16.8.-22.9.
Fahrplananpassungen der Buslinien auf dem Lido anlässlich der 75. Mostra Cinematografica.
Fahrplananpassungen und -erweiterungen des Wasserverkehrs.

24.-26.8. 
Haltestelle Accademia NACHTS außer Betrieb wegen Bauarbeiten. Fahrplan und Ersatzbetrieb S. Samuele und S. Vio.

2.9. 
Fahrplananpassungen anlässlich der Regata Storica.

13.-14.9. 
Haltestelle Accademia noch einmal NACHTS außer Betrieb wegen Bauarbeiten. Fahrplan und Ersatzbetrieb S. Samuele und S. Vio.

16.9.
Fahrplananpassungen anlässlich der Regata di Burano am Nachmittag.

17.9. Offizieller Herbstbeginn! 
Herbstfahrplan des Wasserverkehrs ab 17.9. (auf "apri" zur jeweiligen Linie klicken).

26.10. 
Nationaler Generalstreiktag, 24 Stunden. Quasi ein zusätzlicher gewerkschaftlich/nationaler Urlaubstag. Wie immer wird eine Basisversorgung der Inseln (S. Giorgio Maggiore, Giudecca, Laguna Nord) organisiert. Alilaguna (Flughafenverbindung) wird nicht bestreikt, Wassertaxis und PKW-Taxis stehen zur Verfügung. (Alle Kontakte sind zu finden oben im Text nach dem 3. Foto.)

28.10.
Fahrlplananpassungen anlässlich des Venice Marathon. Vermutlich wird es darüberhinaus Störungen des Wasserverkehrs geben, da kurz nach dem Vollmond (bis Dienstag) starker Scirocco angesagt und damit Hochwasser zu erwarten ist. Dazu kann man die offiziellen Informationsquellen nutzen. 

29./30.10.
Wegen des Sciroccos Schlechtwetterwarnung/Hochwasserwarnung im gesamten Gebiet Venedigs
Mehr Details und Verkehrsanpassungen etc. siehe Blogeintrag 28.10.: Hochwaser - Scirocco - Schlechtwetterwarnung

31.10.-2.11.
Fahrplananpassungen anlässlich der Tage Allerheiligen/Allerseelen.

5.11.
Der WINTERFAHLPLAN im Wasserverkehr tritt in Kraft. Bis auf Weiteres. Er besteht aus dem Herbstfahrplan (siehe oben 17.9.) mit einigen Änderungen bzw. Kürzungen. Auf dieser Seite sind alle Linien aufgeführt, bitte auf "...dal 5 novembre 2018" klicken und dann auf die einzelnen Linien.

12.-30.11.
Haltestelle Giglio entfällt wegen der Votivbrücke von S. Marco nach Dorsoduro zum Fest der Salute. Die Haltestelle Salute bleibt in Funktion.

21.11. 
Fahrplananpassungen anlässlich des Salutefestes

30.11.
Haltestelle Vallaresso in Richtung Rialto entfällt wegen dringender Instandsetzungsarbeiten. Als Ersatz für die Linien 1 und N wird die Haltestelle Giardinetti (ein paar Schritte entfernt) genutzt. 
Ergänzung 30.11.: die Arbeiten dauern länger als geplant: bis 14. Dezember!

30.11.
Erfreulicherweise gibt es nun eine offizielle Veröffentlichung von ACTV über die Verkehrsregularien im Fall von NEBEL und HOCHWASSER. Diese jeweils nur kurz oder wenige Stunden anhaltenden Verkehrseinschränkungen werden auch immer aktuell und detailliert auf Twitter veröffentlicht (wenn sie eintreten und wenn sie wieder aufgehoben werden), die Twitteradresse ist  https://twitter.com/muoversivenezia

13.12.
Von Mitternacht 12.12. bis 13.12. morgens 6:30 Uhr von S. Tomà bis Rialto kein Boot wegen Arbeiten an der Strecke. Wer unterwegs sein sollte, muss das Stück auf Rialtoseite zu Fuss gehen.  

25.12.
Fahrplananpassungen der Buslinien auf dem Festland, aber auch auf dem Lido und der Autofähre Tronchetto-Lido. 

31.12. und 1.1.2019
Fahrplananpassungen zum Jahreswechsel.

19.1.

OHA! Heute, 19.1. ergeht die Information, dass mit Wirkung morgen, 20.1. der Preis der "Carta Venezia" also der Dauerkarte Venezia Unica, siehe oben, von 40 auf 90 € erhöht wird, also mit 'Aktiverungsgebühr' 100 €. Also doch. Siehe auch Eintrag "Carta Venezia im Spartopf" vom 2.12.18)

21.1.
10-13 Uhr Streik beim ACTV-Verkehr, was nicht lange ist, aber für Flugtermine etc. eingeplant werden muss. Zum Flughafen gibts zu Wasser Alilaguna, zu Land Taxis. (Siehe Links oben im Eintrag.)

16./17.2.
Fahrplananpassungen wegen karnevalistischen Treibens auf dem Canale di Cannaregio.

8.3. 
Kein Streik der ACTV. Per Twitter wird die Kundschaft darauf hingewiesen, dass ein in sozialen Medien für den 8.3. (ha, internationaler Frauentag!) angekündigter gewerkschaftlicher Generalstreik NICHT auf die ACTV zutrifft. 

30.3.
Frühlingsänderungen des Fahrplans. Das sind immer nur kleinere Änderungen/Fahrplanerweiterungen. Die einzelnen Linien kann man auf dem Fahrplan nachsehen, bei Bedarf.

Damit schließe ich den Eintrag zu den Fahrplänen 2018.
Hier gehts zum neuen 








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10. März 2018

Nasenkorrektur in Venedig

Richard Wagner am 5.3.2018
Ich muss sofort mit der Tür ins Haus fallen: er hat eine neue Nase! Richard Wagner! Nach sage und schreibe 5 Jahren.
Wenn auch das Ergebnis dieser Restaurierung zu wünschen übrig lässt, sie ist zu klein, pappt nicht ganz zentriert oder rutscht vielleicht gerade? Ein "Schönheitschirurg" käme damit nicht durch. 



Nachdem in einer Januarnacht 2013 die Nasen fast aller Skulpturen in den napoleonischen Gärten abgeschlagen wurden, war die Entrüstung in Venedigs Lokalmedien über diesen Schwachsinnsakt groß, aber auch international wurde Notiz genommen, wie z. B. in der "Welt"
Ein deutschsprachiger Bloggerkollege, Thomas Roth, schrieb trauernd einen informativen Eintrag zum Thema Richard Wagner in Venedig, und der englischsprachige Bloggerkollege Steven Vami verknüpfte die fehlende Wagnernase sofort mit einer anderen, im 19. JH abhanden gekommenen Nase - der von Sior Antonio Rioba bei der Madonna dell'Orto, dem 3 Jahre zuvor sogar der ganze Kopf vorübergehend fehlte. 

Dieser Vergleich stellt sich nun als schlagender heraus, als man vor 5 Jahren hätte erwarten können. Denn nun gibt es 2 Metallnasen in Venedig, wobei die grobe Stahlnase von Rioba deutlich übertroffen wird von der quasi goldenen Nase Wagners. 

Ich habe ein bisschen im www geblättert und stieß auf eine Einrichtung des italienischen Kulturministeriums "Artbonus": Steuerermäßigung gegen Spenden zur Erhaltung des italienischen Kulturerbes. Eine gute Sache. Und hier ist auch Richard Wagners Nase gelistet. Sieh an, vor einem Monat. Für 8.000 €. Eine teure schlecht gemachte Nasenkorrektur. 



Nachtrag 11.3.: 
Weniger als 24 Stunden nach Veröffentlichung dieses Eintrags trifft das Mail eines Korrespondenten ein, dem die katastrophische Nase bereits am 10.2. auffiel. Nochmal herzlichen Dank für das Foto!


(C) M. M. 10.2.2018

Nachtrag 12.3.:
Nachdem mittlerweile auf verschiedenen Kommunikationswegen über die Nase und die misslungende Restaurierung diskutiert wird, habe ich auf kurzem Weg bei einer Korrespondentin (nicht Fachfrau in Sachen Restaurierungen, aber Architektur) in Venedig angefragt, was sie von der Sache hält:


Liebe Brigitte,
... ich war länger nicht mehr bei den giardini und sehe von daher die Nase zum ersten Mal auf Deinem Foto. Für mich hat sich da eindeutig jemand einen Scherz erlaubt. Das hat ja nun wirklich nichts mit „Restauro“ zu tun!
Bei Artbonus wird ja darüber informiert, (Stand 2017), dass man die Nase restaurieren möchte für 8.000,00 von denen man bis dato 0,00 hat…


Nehmen wir das als kompetente Information. Vielleicht hat ein*e Venedig-UND Wagnerfreund*in aus unserem Kreis 8.000 € zu viel und möchte sich, auch ohne Steuerermäßigung im eigenen Land, mit einer neuen, besseren Nase für Richard Wagner ein Denkmal setzen und bei jedem Venedigbesuch mit besonderer Freude und stolzem Blick auf R.W. durch die Giardini schlendern? 

Nachtrag 25.3.:
Ein neuer, spannender Eintrag vom 18.3. zu Richard Wagner in Venedig bzw. Recherchen zum Palazzo Giustiniani auf dem Blog von Thomas Roth.



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7. März 2018

Empfehlung: neues Besuchskonzept auf S. Giorgio Maggiore

Palladio-Kreuzgang

(Aktueller Hinweis für den Herbst 2018: wegen der Ausstellung "Homo Faber" in der 2. Septemberhälfte und dann auch weiterhin ist die hier beschriebene Führung per Smartphone ausgesetzt. Sie wird ab dem 21.12.2018 wieder angeboten.)


Die Insel S. Giorgio Maggiore ist mit der Kirche von Palladio und den vielen - parallelen und regelmäßig wechselnden - Kunstausstellungen eine Wundertüte, die immer einen Besuch lohnt. Wirklich schade war bisher, dass für den Gebäudekomplex der Eigentümerin der Insel, die Fondazione Cini, nur samstags und sonntags geführte stündliche Besuche angeboten wurden, abwechselnd italienisch, englisch, französisch. Darüber hinaus konnten die Führungen komplett ausfallen, wenn es nämlich am Wochenende geschlossene Veranstaltungen (private Feiern, Tagungen, Kunstevents...) gab, was auf der Website angekündigt wurde. Es war also schon ein bisschen eine Frage von Flexibilität und Glück, eine Führung auf S. Giorgio M. in die Venedigplanung einzubauen und entsprechend wenig Interessent*innen nahmen teil. 

Seit dem 1.3. gibt es ein neues besucher*innenfreundliches Konzept
7 Tage die Woche, stündlich, und gleichzeitig in 5 Sprachen. Der Witz besteht in einem Smartphone und einem Kopfhörer (für die als Pfand ein Personaldokument erbeten wird), die man nicht selbst bedienen muss, sondern nur umhängt bzw. aufsetzt. Die Tourführerin hält die Steuereinheit und schaltet jeweils die Informationen zu den einzelnen Besichtigungspunkten frei (und hilft bei Bedarf, wenn man die weiteren Optionen der Smartphonetour ausprobiert...), beantwortet Fragen und hat so den zeitlichen Ablauf der Tour in der Hand, der (flexibel) auf eine Stunde angelegt ist. Ich habe die Sache auf deutsch ausprobiert (nach mehreren Teilnahmen an den bisherigen Touren in den 3 möglichen Sprachen) und empfehle sie überzeugt und wärmstens. 

Weitere Informationen gibt es unter dem Link oben. Außerdem können Termintickets online gekauft werden - muss aber nicht, man kann auch spontan im Bookshop der Fondazione Cini, links neben dem Kirchenportal, eine Karte für die nächste Führung zur vollen Stunde bekommen. Auf Nachfrage erhielt ich die Information, dass das Angebot auch über den 15.7.2018 hinaus gilt, und dass die Programmierung weiterer Sprachen wie russisch und chinesisch in Planung ist.

Ist ja nicht mein erster Bericht und meine erste Empfehlung für S. Giorgio M. (bereits 17 Einträge mit dem Label). Aber ich finde toll, dass man jetzt immer einen Besuch der Insel, also der diversen Ausstellungen und der Kirche, ohne Termingezerre durch eine Führung in den Gebäuden und Kreuzgängen des ehemaligen Klosters vervollständigen kann. 


Cenacolo von Palladio - der Speisesaal des Klosters mit
Hochzeit zu Kanaa von Veronese

Die Fondazione Cini hat seit kurzem eine neue Geschäftsführerin, Renata Codello, die aus einer Leitungsposition im Kulturministerium kommt und u. a. Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising verantwortet und neben diesem Kooperationsprojekt  mit dem Versicherungskonzern Generali (siehe auch die Einträge "Baustellen in Venedig - Giardini Reali" und "Die nächste Baustelle - Piazza San Marco") Projekte wie die Renovierung des Hallenbades und des Teatro Verde plant. Neben den Konzerten im Auditorium Lo Squero wieder Musik, Theater, Performances im grünen Amphitheater auf der Insel genießen zu können, wäre wunderbar.
  

Da ich schon dabei bin, sollen noch die derzeitigen 3 Ausstellungen auf S. Giorgio M. empfohlen werden:

Le Stanze del Vetro (außen)
Pae White: 17.5.2017-30.11.2018 Qwalala 

Le Stanze del Vetro 
Cirva: 9.4.-29.7. Ein Glasofen in Marseille

S. Giorgio Maggiore 10.2.-13.4. - Sakristei, Apsis und Kapitelsaal (restauriert und seit 2017 zugänglich) des Klosters
Die 'Grand Tour' der Mönche - Neapel sehen und dann sterben
(Fotobericht über die Ausstellungseröffnung in Venedig und Ausstellungsbericht von Gerald Hirtner)

Diese sehenswerte schweizerische Ausstellung wurde bisher in der Schweiz und in Österreich gezeigt, in Venedig sind nicht alle Exponate, die im Katalog aufgeführt werden. Dieser Katalog bzw. der (mit Fördermitteln) ausgezeichnet zusammengestellte Begleitband in deutscher Sprache ist für schlappe 20 € im Bookshop des Klosters erhältlich (wo man auch die Karten für den  Campanile kauft), sehr empfehlenswert!

Teil dieser Ausstellung ist ein schöner, athmosphärischer Dokumentarfilm (O-Ton deutsch mit U-Titeln) von Andreas Baumberger über die Reise und das Reisetagebuch zweier St. Gallener Benediktinermönche im Heiligen Jahr 1700, von einem Benediktinerkloster zum nächsten bis nach Montecassino, der 42 Minuten dauert. Ihn in Ruhe anzusehen rate ich, die Zeit dafür einzuplanen.




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