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18. Juli 2014

Drohnen in Venedig

Die Rede ist natürlich nicht von militärischen Drohnen. 
Sondern von Modellfluggeräten, die eine First Person View (FPV) Kamera an Bord haben und zum Teil überraschende Bilder von Orten und visuellen Details liefern.

Ich bin auf die Gruppe LAGUNARI FPV gestoßen, die bei YouTube einige Filme eingestellt hat, die besonders die Inseln der Laguna Nord aus ungewohnten, großartigen Perspektiven zeigen. 
Die Begleitmusik ist auch großartig, aber in der Kombination etwas schräg... allerdings muss es ja wirklich nicht immer Vivaldi sein. Zur Not kann man Ton und Bild getrennt konsumieren.



Drohnenflug über Torcello
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12. Juni 2012

Laguna Nord: Schäden durch Tornado

Erschreckt erfahre ich durch einen Tweet der Stadt Venedig auf Twitter von einer Windhose heute morgen in der Laguna Nord, die keine Personenschäden, aber Sachschäden auf Sant'Erasmo (Felder), Sant'Elena (viele der alten Pinien) und vor allem auf La Certosa angerichtet hat. Der alte Baumbestand auf der Insel soll sehr gelitten haben, viele Bäume sind wohl verloren, nicht aber die Gebäude (aus der Zeit der österreichischen Militäreinrichtungen) die derzeit renoviert werden. Vollkommen zerstört seien die Außeneinrichtungen des Restaurants - das lässt sich wieder richten- aber sehr schwer muss das ehemalige Kloster, bzw. seine Ruine, gelitten haben, Rettung wage ich zu bezweifeln. Die Ruine war in einem sehr schlechten Zustand. Erhebliche Maßnahmen sind/wären ohnehin notwendig, sie in die Neubelebung von La Certosa zu integrieren.

Ich hatte im April 2012 wieder La Certosa besucht um zu sehen, wie es mit dem Projekt "La Certosa - Urban Pac 2015" voran geht, dabei die ganze Insel umkreist - eine sehr schöne kleine Wanderung - und bisher noch nicht darüber berichtet, weil gerade andere Themen frischer waren. 

Ich werde den Bericht kurzfristig schreiben und lade hier zunächst, sehr bekümmert, eine kleine Aufnahme des Innenhofes des ehemaligen Kartäuserklosters hoch. Man erkennt den sehr schlechten Zustand. Falls es hier einen normalen Kreuzgang gab ist er völlig verschwunden, aber trotz Betonschicht auf dem Boden des Innenhofes sieht man, wo sich ehemals die Brunnenanlage befand.
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Ergänzung 13.6.:
http://veneziablog.blogspot.de/2012/06/after-tornado-in-sant-elena-this.html


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10. September 2011

Laguna Nord - Das Wochenende!



Die Glücklichen, die am nächsten Wochenende in Venedig sein werden, haben das Privileg, am ersten Festival des Inselnetzes der Laguna Nord teilnehmen zu können.Unter dem Titel "Isole in Rete - Festival delle Isole della Laguna Nord di Venezia" gibt es am 17. und 18. September ein so schön zusammen gestelltes Programm dass ich in meine Tastatur beiße, weil ich darauf verzichten muss.
Ein Zusammenschluss vieler Organisationen + Lagunen-ÖPNV + zusätzlicher Vaporetto Parco dell Laguna ermöglichen den Besuch der Veranstaltungen auf:La Certosa: Inselführungen zu Fuß und mit Bootstransfer zum Forte Sant'Andrea
Sant'Erasmo, Torre Massimiliana
Sa
nt'Erasmo: verschieden Radtouren, Einkaufsmöglichkeit der Inselprodukte, Lagunentour im Drachenboot, Ausstellungseröffnung in der Torre Massimiliana und auf dem Geländer der Torre Massimilana (am Samstag um 18:30 Uhr) die unvergleichlichen venezianischen Ska-J! (Siehe Video am Ende des Eintrags und auch unter dem Label Ska-J)
Lazzaretto Nuovo: historisch-archäologische Inselführung, Ausstellung 'Venedig und die Pest'

San Giacomo in Paludo:
'offene Insel' mit Führungen

Burano:
Fischereiexkursion mit Besuch auf S. Giacomo in Paludo

Torcello:
offene Tür und Führungen in der 'Casa d'Artista' (über die ich schon mehrfach berichtet habe, einsehbar unter dem Label 'Torcello')
Inseln der Laguna Nord Juni 2011: von links Torcello, Burano, Mazzorbo, Mazzorbetto; dahinter San Francesco del deserto, Sant'Erasmo; dahinter die Porta del Lido zur Adria

Mazzorbo: Führungen im Weinberg und in der Gärten des 'Venissa'; Tour zu verlassenen Inseln im Bragozzo

Mazzorbetto:
Führung durch die ehemaligen Befestigungsanlagen.



Für einzelne Veranstaltungen gibt es genaue Uhrzeiten und/oder Kostenbeteiligungen, die unter den Tages-Menüpunkten eingesehen werden können, deshalb nochmals der Link zum Programm.






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17. Oktober 2009

Biennale auf den Laguneninseln

San Servolo. Detail "Save the Poetry" : durchscheinender Marmorschmetterling

In diesem Jahr gibt es Biennale-Ausstellungen auf den Inseln San Servolo, La Certosa und Sant'Erasmo. Über die letztere habe ich schon öfters berichtet, die beiden anderen noch nie besucht.
Und wie ich der Meinung bin, dass Biennale
grundsätzlich für Kinder interessant ist, finde ich die Ausstellungen mit der Möglichkeit, mal ins Grüne zu rennen, besonders reizvoll.

San Servolo: Linie 20 ab S. Zaccaria alle 20 Minuten. Der Par
k beginnt am Eingang rechts. Wenn man am Hauptgebäude vorbei geradeaus geht, gibt es hinten links, an der Piazza Baden Powell, eine Cafeteria (mit guter Toilette) mit normalen Preisen.
(Ich dachte übrigens, diese Piazza sei nach dem von mir verehrten brasilianischen Musiker benannt. Nix! Gemeint ist der englische Pfadfinder...)



San Servolo. Viel Kunst hängt in den alten Bäumen

An der Piazza Baden Powell sind die beiden Ausstellungen 'Mercury House' und 'Save the Poetry' und ganz am Ende der Insel der kleine Pavillon von San Marino mit einigen schönen Exponaten und Postern, die man mitnehmen kann, aber anscheinend leider ohne eigenen Webauftritt. Schade ist auch, dass so wenige Besucher den schönen Weg dahin auf sich nehmen.

Dazwischen gab e
s im Laufe des Sommers verschiedene weitere Ausstellungen die aber nun schon beendet sind, wie die OPEN 12, aber trotzdem finden sich noch einige Kunstwerke im Park, die man im Grünen unter großen alten Bäumen wunderbar abklappern kann. Der Rasen ist betretbar und die Bäume bekletterbar, der Ausflug auf die Insel mit ihrem 'englischen' Park ein sehr schöner Kontrast zum venezianischen Pflaster.
San Servolo- Der Pavillon von San Marino aussen, mit Heuballen-Kunstwerk...

(Der Besuch des Museums der ehemaligen psychiatrischen Anstalten für Männer muss telefonisch oder per Internet angemeldet werden und ist weniger für den Besuch mit Kindern geeignet. Ich werde über dieses Museum an anderer Stelle berichten.)

... und von innen (in der mittleren Kugel eine Teilansicht der Ausstellung + Fotografin)




La Certosa: mit den Linien 41/42 im 20-Minuten-Takt. Die Insel ist eigentlich gar nicht so klein, aber nur ein kleiner Teil ist zugänglich. Die
Exponate findet man direkt geradeaus hinter der Mauer, im offenen Bereich der auf der Insel angesiedelten Bootswerft.

La Certosa. Teil der Ausstellung 'La citta ideale'


Man kann annehmen, dass
Kinder die überall herumstehenden Boote und die Arbeiten in den großen Hallen interessanter finden als manche Kunst. Die Ausstellung 'La Citta Ideale' bietet aber ebenfalls spannende Entdeckungen. Die Arbeitsbereiche der Werft sind von der Kunst durch Pictogramme ordentlich abgegrenzt, man darf an den Toren gucken, aber nicht rein.

Wenn man zwischen den Hallen durchgeht, erreicht man das kleine Hotel Certosa,
mit Restaurant drinnen (auch hier ordentliche Toiletten) und Tischen auf der Wiese, dazwischen immer noch ein paar Kunstwerke (der eher schlichten Art).
La Certosa. Kleiner Teil des Werftgeländes

Am Eingang nach rechts gehend kommt man der Umfassungsmauer entlang zu vielen Ruinen von kleinen Ziegelgebäuden, die vermutlich von der österreichischen und italienischen militärischen Nutzung der Insel stammen. Schön zum Entdecken und Rollenspielen, und für die Aussicht auf den Schiffsverkehr im Bacino. Zusätzlich gibt es noch eine große Hasenwiese (es hoppeln tatsächlich Hasen ungerührt herum, bis auf 2 m Entfernung) mit einigen Tischen und Bänken zum Rasten und Picknicken. Völlig anders als der gepflegte Park auf San Servolo.

La Certosa. Ruinen am westlichen Inselrand, dahinter eine große Hasenwiese, nicht auf dem Foto

Die lange Brücke von der Schiffshaltestelle zur Insel hängt übrigens frei an
Metallpfählen, damit sie sich mit den Gezeiten heben und senken kann. Heißt, sie hebt und senkt sich auch mit Schiffswellen und Schritten. Heißt, seekrank beim Gehen oder auch jede Menge Spaß auf der heftig schlackernden Brücke...!

San
t'Erasmo. Kunst in der Torre Massimiliana

Sant'Erasmo: die
Sommerlinie der Laguna Nord läuft nur bis zum 22.10., danach kommt man nach Sant'Erasmo wie immer mit der normalen Linie 13 ab Fondamente Nove.
Die Ausstellung auf Sant'Erasmo unter dem Titel 'Krossing' findet wie immer in der Torre Massimiliana statt. Es gibt wenige, aber aus meiner Sicht besonders stimmungsvolle Exponate. Aber vielleicht bin ich einfach positiv voreingenommen, weil ich in diesen bunkerähnlichen Räumen schon einige wunderbare Ausstellungen gesehen habe.
Strand von Sant'Erasmo. Noch ist der Biergarten der 'Tedesci' sommerlich im September, wenn auch die Gäste weniger werden...

Wie immer bleibt auf Sant'Erasmo der Besuch im beliebten schlichten Biergarten der "Tedesci". (Ich habe tratschweise erfahren, der Biergarten wurde gar nicht von Deutschen gegründet, sondern von Österreichern. Die möglicherweise fürchteten, sie seien aus Gründen früherer Besatzung noch unbeliebter als die Deutschen. Ob sie ihr Lokal deshalb 'Die Deutschen' nannten?) Und wie immer eine Wanderung am langen Lagunenstrand, wenn auch nicht mehr im Wasser entlang des Ufers.
...während die Felder der Gemüseinsel schon den Herbst ahnen lassen
Oder zur Abwechs-
lung mal die Miete von Fahrrädern im Ferienzentrum 'Lato Azzurro' und eine Fahrradtour über die herbstliche Insel. Bevor der Winter kommt.

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15. Juni 2009

Neue Vaporetto Linie Parco della Laguna Nord

Campanile der Assunta von Torcello

Die expe-
rimentier-
freudigen veneziani-
schen Ver-
kehrsbe-
triebe ACTV haben
seit vorgestern eine neue Linie gestartet: Linea Parco della Laguna Nord.

Sie wird nur Samstag, Sonntag un
d an Feiertagen bedient zwischen dem 13.6. und dem 25.10.09. Angefahren werden ab der Haltestelle Giardini Biennale die Inseln Certosa (im Wesentlichen eine Marina mit Bewirtung, ich selbst war bisher noch nicht da) , S. Erasmo Forte Massimiliano (die Haltestelle am von mir wärmstens empfohlenen Strand und Biergarten, die man bisher nur mit Vaporetto vom Lido aus und auch nur in den Mittagsstunden Sa/So erreichen kann) und Torcello (diverse Einträge hier im Blog, abzurufen unter dem Stichwort 'Insel').


Ich habe auf der ACTV-Site keine Verlinkungsmöglichkeit für den Fahrplan gefunden, deshalb tippe ich ihn hier rein:



Wassergraben um das Fort Massimiliano




Giardini Biennale 11:30 13:30 15:30 17:30

Certosa 11:40 13:40 15:40 17:40
S.
Erasmo Forte Mass. 11:55 13:55 15:55 17:55

Torcello 12:30 14:30 16:30 18:30


Torcello 12:30 14:30 16:30 18:30
S. Erasmo Forte Mass. 13:05 15:05 17:05 19:05

Certosa 13:20 15:20 17:20 19:20

Giardini Biennale 13:30 15:30 17:30 19:30



An der Vaporetto-
station S. Erasmo Forte Massimiliano


Wenn man das erste Boot an den Giardini nimmt und das letzte von Torcello zurück, kann man immerhin ganze 8 Stunden in der Laguna Nord verbringen, ich finde das ist ein gutes Angebot. Tickets können auch an Bord gekauft werden, ein Hop on/Hop off ticket kostet 6,50, mit Ermäßigung der Carta Venezia 1,50.

Eingefügt im Juni 2011:
Achtung! Dieser Eintrag bezieht sich auf das Jahr 2009. Diese Linie gibt es mittlerweile nicht mehr.

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5. Juli 2008

In Venedig am Strand


In einer Stadt umgeben von Wasser hat man, zumindest im Sommer, die Vorstel-
lung, nichts könnte
leichter sein als bei Bedarf die Füsse ins Wasser zu stellen für eine angenehme Abkühlung.

Dem ist nicht so. Weder ist das Wasser in den Kanälen sauber, noch sind die vielen Bootsanlegestellen wirklich für solche Zwecke nutzbar, da die grün bewachsenen Stufen für nackte Füsse einfach zu glitschig scheinen. Außerdem: wer will schon möglichen Einparkern ihren Platz streitig machen?

Man geht also an den dafür vorgese
henen Strand. Jeder hat dazu das Bild des Lido-Strandes vor Augen, am Hotel des Bains, sei es nach der Lektüre von Thomas Mann, nach dem Film von Luchino Visconti oder einfach nach Durchsicht eines Reiseführers/Bildbandes. Diese venedig-typische Art von "Privacy" der Capanne, die genauso wenig 'privat' ist wie das Alltagsleben in den Nachbarschaften der Stadt, wo man einfach ignoriert, dass das Umfeld alles sieht und jedes Wort hört. Darüber hinaus eine elitäre Angelegenheit, die nicht jedem zur Verfügung steht, es muss also ein öffentlicher Strand sein!

Öffentliche Adriastrände gibt es an den Lidi von Nord nach Süd:
1. Cavallino/Treporti, langer breiter Sandstrand, den man von Venedig mit dem ÖPNV (Linea 17) nach Punta Sabbioni erreichen kann. Der Verkehr geht allerdings eher umgekehrt: die Urlauber auf
den vielen Campingplätzen bis hinauf nach Jesolo nutzen das Boot für einen Tagesausflug nach Venedig. Ich jedenfalls war da noch nie.

2. die Nordspitze des Lidos, sprich S. Niccolò. Man kommt mit de
m Bus vom Verkehrsknotenpunkt Piazzale S. M. Elisabetta dorthin, bis zum Wende-
pu
nkt. Dort in der Nähe der M.O.S.E. Baustelle gibt es auch ein paar Dünen. Oder die Nord-Süd-Straße Gran Viale S. M. Elisabetta bis zum Ende, Piazzale Bucintoro, und dort direkt an den Strand. Diese beiden Empfehlungen sind vom Insider meines Vertrauens, selbst habe ich sie noch nicht ausprobieren können.

3. Mit dem Bus
(Nr. 11) vom Lido nach Pellestrina, die Privatstrände auslassend, an die öffentlichen Strände von Malamocco und Alberoni, oder am besten ein bisschen weiter bis zur End-
haltestelle (Fahrt-
dauer mit Fähren-
ü
berfahrt über den Porto di Malamocco ein gutes Stündchen).

Auf der Mauer bei Pellestrina


Hier findet man überall hinter den Murazzi (Hochwassermauern aus dem 18. Jahrhundert als Schutz gegen die Adria) schöne Sandstrände, lange gemauerte Wellenbrecher und keine Hütten, Liegebetten oder sonstige Scherze, aber auch wenig Schatten und wenig Service (Lokale + Toiletten).
Einsame Pietà in einem Garten auf Pellestrina

An der Busendhaltestelle in Pellestrina gibt es eine kleine mobile Café-Bude (in den letzten Jahren ist sie etwas modernisiert, vergrößert und festgezurrt worden) direkt am Wasser, hier ist auch die Anlegestelle des Linienschiffes nach Chioggia. Der Blick über die südliche Lagune ist wunderbar und zusammen mit dem herrlich schmonzigen Italo-Pop, der dort ganztags läuft, und der untergehenden Sonne nach einem Besuch am Strand empfinde ich diesen eher prosaischen Ort als ausgesprochen romantisch...

Düne auf der Oasi Ca'Roman
4. Der Strand der Oasi Ca'Roman schließt sich hier im Süden an, wenn man zu Fuss (oder mit dem Fahrrad, aber nicht mit dem Auto) das etwa 1 km lange Murazzi-Teil, das ins Wasser gebaut wurde, hinter sich hat. Man kann auf dem Weg oder oben auf der Mauer laufen. Direkt am Ende der Mauer kann man sich auch an einer Kaffee-Imbiss-Bude mit dem Nötigsten versorgen.Ca'Roman steht unter Naturschutz, im Frühling ist das Betreten der Dünen wegen der brütenden Vögel verboten. Es gibt auch einen schönen Wald auf dieser Landspitze vor dem Porto di Chioggia, den ich aber fluchtartig nach ein paar hundert Metern wieder verließ, wegen der Schwärme von Stechmücken.

Diese vier sind, wie gesagt, Adriastrände, am offenen Meer, mit weitem Blick, Muscheln am Strand, tiefer werdendem Wasser und viel Platz. Allerdings hat man von den Stränden aus auch immer gute Sicht auf die Industriebaustellen der M.O.S.E.-Anlagen, heißt Spezialkräne und sonstiges Getüm.
Strand auf Ca'Roman in Sichtweite der M.O.S.E. Baustelle Porto di Chioggia



Grüner Sandstrand auf S. Erasmo
Dann gibt es noch einen 'Binnen'-
strand,
innerhalb der Lagune auf der Südspitze der Insel S. Erasmo (siehe auch Eintrag vom 15.4.07, Venedig mit Kindern V.). Man kommt nach S. Erasmo ganzjährig mit der Linea 13 ab Fondamente Nove, und während der Sommermonate direkt an die dafür eingerichtete Strandhaltestelle ab Lido mit der Linie 18 (mit einem zweckorientierten Fahrplan nur morgens und abends, und nur stündlich.) Fahrtdauer jeweils unter 30 Minuten.

Kreuzfahrtriese im Canale di S. Erasmo, Sandbank vorne
Diesen Strand, genannt "Bacan" finde ich für meine Bedürfnisse ziemlich traumhaft: neben dem immer interessanten italienischen Familienstrandleben mit Schirmen, Tischen, Stühlen, Grill, Spielsachen und allen dazugehörigen Personen gibt es was zu gucken: eine Hauptverkehrs'straße', der Canale di S. Erasmo, führt direkt vorbei mit den üblichen Motor- Ruder- und Segelbooten, Vaporetti, aber auch mit den großen Pötten, die in die Adria wollen. Griechenlandfähren, Kreuzfahrtriesen, 3-5mastige
Segler, alles was zum Porto di Lido strebt fährt in scheinbar greifbarer Nähe vorbei.

'Parking' der veneziani-
schen Badegäste

Die Venezianer kommen im Motorboot zum Strand, 'parken' trotz der kleinen Marina um die Ecke im flachen Wasser und schleppen ihre Strandmöbelierung ans Ufer bzw. auf eine der vielen Sandbänke, die es hier ausserhalb der Fahrrinne des Kanals gibt. Das extrem flache Wasser ist voller Getier, man buddelt Schalen- oder sonstige Tiere aus oder fängt sie, und wenn auch dies kein Adriastrand ist, für einen schönen wassertretenden abkühlenden Spaziergang ist diese Ecke einfach wunderbar.


Canale di S. Erasmo







Die Krö-
nung
der Lokalität
ist ein großer grüner schattiger Biergarten
(!) mit hohen alten Bäumen, frei zur Verfügung stehenden Tischen und Bänken und einer einfachen Restauration.
Wer keine Lust auf
Sandstrand hat, kann sich hier gemütlich aufhalten, lesen, Schwätzchen halten und bei Bedarf ins Wasser gehen.



Biergarten am Strand von S. Erasmo




















Zu besichtigen und besuchen gibt es direkt hinter dem Strand die Torre Massimiliana, auf drei Seiten umgeben von einem Wassergraben, die (zumindest Freitag-So
nntag) mit interessanten kleinen Ausstellungen moderner Kunst geöffnet ist. Ich habe dort die sehr interessanten Ausstellungen von Werken von Lucio Andrich (2005) und Emilio Vedova (2007) gesehen, zur Zeit wird dort eine sehr schöne Fotoausstellung über das Leben der Lagunenbewohner gezeigt.

Blick aus der Torre Massimiliana

Man kann ansonsten auf S. Erasmo durch die Gemüsefelder wandern, Fahrräder aussleihen und über die Insel fahren, und sogar übernachten: ein paar Hundert Meter vom Strand entfernt, direkt neben der kleinen Marina, im Lato Azurro, der "Blauen Seite". Preisgünstig für Einzelreisende und Gruppen. So gesehen, ist S. Erasmo sogar geeignet für einen Strandurlaub.

Wassergraben um die Torre Massimilia



Nachträglich eingefügt am 2.6.2011: eine neue Website zum Lido

Nachträglich eingefügt am 29.6.2011: die Haltestelle S. Erasmo der Linie 18 ist laut Fahrplan "vorübergehend aufgehoben". Was immer das heißt. Die 18 fährt also Lido-Murano und zurück. Nach S. Erasmo an den Strand kommt man zur Zeit nur mit der Linie 13, Haltestelle Capannone, und muss dann 10 Minuten zu Fuß (durch die pralle Sonne) gehen.




Aber wer fährt schon nach VENEDIG, um seine Zeit am STRAND zur verbringen?!?









5. Oktober 2007

52. Kunstbiennale Venedig - noch 6 Wochen


Nicht verpassen!

Am 21. November schließt die 52. Kunstbiennale. Sie ist wie immer eine tolle Wundertüte aktueller Kunst, aus der man sich Überraschungen aller Arten und Mengen fischen kann.

Am Eingangscafé der Giardini "La
Grande Catalina" (KünstlerIn leider nicht notiert)

Es gibt wie immer die zwei zentralen großen Ausstellungsbereiche, die sonst nicht öffentlichlich zugänglich sind: die Giardini und ein kleiner Teil des Arsenale. Dafür zahlt man einen moderaten Eintritt von 15 € (Ermäßigungen siehe die Website der Biennale, unten).




Giardini

Österreich, Herbert Brandl Griechenlandpavillon

Die Aus-
stellungen in den Länder-
pavillions und -ber
eichen sind übersichtlich (auch die damit verbundenen Fusswege), und mit dem kostenlos verteilten grün-roten Ausstellungsheft findet man sich gut zurecht, sogar im Italienischen Pavillon der Giardini, der das etwas labyrinthische Herzstück der von Robert Storr zusammengestellten Schau ist. (Es gibt seit diesem Jahr noch einen zweiten Italienischen Pavillon im Arsenale.)



Pavillon Rumänien aussen

Pavillon Japan, Masao Okabe









Arsenale

Blick in die Austellung der Corderie

Guillermo Kuitca, Argentinien)


Ausstellungsgelän
de Arsenale












Ausstellungsorte in der Stadt

Neben den Giardini und dem Arsenale gibt es, und das ist das Besondere und Spannende an der Biennale di Venezia, überall in der Stadt zusätzliche Ausstellungen und "Collaterale Events" von Ländern, die über keinen (tradionellen) Pavillon verfügen und von Einzelkünstlern.


Pavillon Mexico (zum ersten mal dabei) im Palazzo Soranzo van Axel. Hinterer der beiden Innenhöfe und Blick aus dem 2. Piano Nobile. Eine vielleicht einmalige Gelegenheit, diesen Palast zu besichtigen. Er steht zum Verkauf...)

Die Teilnahme an der Biennale wird von den teilnehmenden Ländern organisiert und bezahlt. 'Man' kann aber auch per Teilnahmebeitrag von 20.000 € + Miete einer Lokalität + Einstellung von Ausstellungspersonal, z. B. Studierende, sich die Teilnahme selber organisieren. Man sollte ca. 100.000 € einplanen für die Zeit Juni-November...

Der Eintritt in diese Ausstellungen ist frei, geht einfach rein, wo immer das quadratische rote Biennale-Logo im Stadtbild, an einem Hauseingang zu sehen ist, und sucht die Überraschung!


Einzelausstellung Jan Fabre im Palazzo Benzon; Exponat im Androne und Blick vom Piano Nobile auf den Canal Grande









Die Überraschung ist doppelt, denn man landet z. T. in Gebäuden,
die sonst verschlosssen sind (Ausstellung Mexico im Palazzo Soranzo Van Axel bei der Miracoli Kirche), die nur für Veranstaltungen zur Miete stehen, zu denen ein Normalbürger normalerweise keinen Zutritt hat (Ausstellungen Armenien, Schottland, Lateinamerika im Palazzo Zenobio, Bildungsinstitut der armenischen Mechitaristen am Rio d. Carmini in Dorsoduro) oder von außen bestens bekannt, aber strikt privat sind (Ausstellung Luxemburg, Ca' del Duca am Canal Grande).


Verschiedene Länder- und Einzelausstellungen im Palazzo Zenobio: Garten mit Bibliothekgebäude, Blick auf den Carmini-Campanile; Ballsaal mit 1 (!) Exponat (Guatemala)


Doppelte Überraschungen bieten auch Verbindungen von Kunstwerken mit dafür ursprünglich nicht vorgesehenen Räumen, z. B. Kirchen oder Klöstern (Ausstellung Syrien in San Franceso della Vigna) Krankenhäusern oder konvertierten Anlagen (Vedova-Ausstellung auf Sant' Erasmo, Torre Massimiliana).



Das sind einige Beispiele von insgesamt 87 Events, die sich über Stadt und Inseln verteilen.


Man kann also, neben dem massenhaften und spannenden aber auch ziemlich erschöpfenden Kunstkonsum an den beiden zentralen Stellen, insgesamt locker eine Woche damit verbringen, die Stadt zu durchwandern und durch das Wundertütenangebot neue Perspektiven zu gewinnen, insbesondere auch jetzt im Herbst. Die Öffnungszeiten sind an allen Ausstellungsorten nur 10:00-18:00 Uhr, was, wenn man nur wenige Tage hat, zu logistischen Problemen führen kann. Deshalb lieber ein bisschen mehr Zeit nehmen!


Torre Massimiliano, Sant' Erasmo




Hier ist die offizielle Site der Biennale di Venezia
Hier gibt es einen fotografischen Rundgang durch die wichtigsten Länderpavillons
(und gute Ausstellungsplan- und Stadtplanauszüge, die die Orientierung erheblich erleichtern!)
Hier gibt es einen vollständigeren Rundgang, der viele Videos, teils von den ausstellenden Künstlern selbst hergestellt, und Interviews mit den Künstlern bietet, zum Teil aber auch Blicke auf die Ausstellungsorte (für Venedig-Freaks...)

Im November bieten die ersten Hotels schon ihre Winterermäßigung an, während der letzten beiden Biennale-Wochen kann man zum Teil recht preisgünstig wohnen. Die Sache kann fast um die Hälfte billiger werden als im Oktober, ist also auch für schmale Budgets finanzierbar. Beispiel: das sehr einfache, bahnhofsnahe aber preisgünstige Hotel Guerrini,zwischen Bahnhof und Canale di Cannaregio; das überaus angenehme und sehr freundlich familiengeführte Hotel Boccassini in der Nähe der Fondamente Nove; und etwas teurer, aber nur wenige Schritte vom Piazzale Roma das Hotel Canal mit Blick auf die neue Brücke. (In diesen Hotels habe ich schon gewohnt bzw. wohne regelmäßig dort, aber per Internetrecherche finden sich weitere Angebote unterschiedlicher Preis- und Luxusstufen.)