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3. August 2015

Hitzewelle in Venedig


Es ist nicht die erste Hitzewelle in diesem Sommer, aber da die Stadt Venedig vor einer knappen Stunde wieder eine Warnung für die nächsten Tage herausgegeben hat und damit für die Be-
völkerung den Hitzewellenaktionsplan in Kraft setzt, will ich ein paar Empfehlungen für NormaltouristInnen geben.

Meteo-Vorhersagen für Venedig 
P.S. 7.8.: Verlängerung der Klimawarnung bis Sonntag.
P.S. 10.8.: Es ist noch nicht vorbei, wird aber besser.

Viel trinken ist bekannt - ich mache nochmal auf meinen Eintrag vom 8.7.2015 Kostenloses öffentliches Wasser in Venedig auf-
merksam. Zum Trinken und Kopf-darunter-halten.


Keine Abkühlung in den Kanälen suchen! Ein großer Teil des Brauchwassers fließt ungeklärt in die Kanäle und wird von der Flut entsorgt. Je wärmer das Wasser umso vermehrungsfreu-
diger die Bakterien, die durch die Rohre ins Wasser plumpsen - keine Details zur Vertiefung des Themas - und der menschliche Körper sollte sich nicht dazu gesellen. Auch nicht die große Zehe.


Zu den Stränden an der Adria und in der Laguna Nord werden die Takte des ÖPNV verdichtet. Man kommt mit Vaporetti von Lido S. Nicolò und von Murano Faro zum Strand an der Torre Massimiliana auf Sant'Erasmo. Extrazubringer auch von der Nordseite der Stadt (Fondamente Nove, Celestia etc.). Sonderfahrpläne hängen in den Haltestellen aus. Von Lido S. M. Elisabetta geht es mit Bussen zu den Stränden des Lido, Mala-
mocco, Pellestrina. Oder mit den Fahrrädern, die es direkt hinter der Vaporettohaltestelle zu mieten gibt.

Eintrag ÖPNV 2015 mit PDF der reglulären Linien und Änderungen.

Die Kirchen sind meist relativ kühl und gut bestuhlt. Man kann sich dort bei Hitze gut aufhalten und von Kirche zu Kirche hop-
pen. Vorsicht Erkältung wegen der Temperaturschwankungen.


Und das Beste: alle Museen sind hervorragend klimatisiert. Die Kühlung und Reduzierung der Luftfeuchtigkeit ist nicht nur gut für die Kunstwerke, das Eintrittsgeld ist gut angelegt. Was kann bei der Hitze schöner sein als ein ganzer Tag im Dogenpalast oder in der Accademia, frisch wie ein Kühlschrank...? Es empfiehlt sich, ein Jäckchen mitzunehmen, bei stundenlangem Aufenthalt reichen sommerliche T-shirts nicht aus.  





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3. September 2011

Fahrrad auf dem Lido - nochmal

Quelle Foto und (übersetzter) Text:
Wöchentlicher Newsletter VeniceWord, 35/11






Anläßlich des derzeitigen Filmfestivals der Biennale wurde ein zusätzliches neues Ausleihangebot für Fahrrader eröffnet, für Einwohner wie Besucher des Festivals.



Die Räder dürfen ausschließlich auf dem Lido genutzt werden, nicht in Venedig, auf anderen Inseln oder dem Festland.
Man schreibt sich für den Service ein im ASM Pavillon im Garten des Palazzo del Cinema (täglich bis 10. September 16-20 Uhr).

Am Ende des Festivals ist die Eröffnung eines Jahresabonnements möglich, Preis 15 €, die auf eine Karte aufgeladen werden. Weitere Kosten von jeweils 5 € kommen dazu, wenn man die reguläre Nutzungsdauer des Fahrrads von 60 Minuten überzieht (was mittels dieser Karte kontrolliert wird, nehme ich mal an). Für weitere 15 € Kaution kann man jeweils auch ein Fahrradschloss ausleihen.

Auf den ersten Blick scheint das günstig, wie weit es sich für eine größere Gruppe/Familie rechnet, Einmalbeitrag x Anzahl der Personen + geplante/zu erwartende Überziehungen, muss jeder selbst kalkulieren.

Zur Zeit gibt es zwei Ausleihstationen auf dem Lido - eine am Piazzale Santa Maria Elisabetta (Vaporettostation) in der Nähe des Brunnens und in der Via Candia an der Lion's Bar.
Die 'Flotte' besteht aus 20 Rädern für Erwachsene, und wenn sich der Versuch ähnlich erfolgreich wie in Mestre erweist, soll er auf weitere Bereiche des Lido ausgedehnt werden.
Ein Fahrradwegenetz mit reservierten Fahrspuren ist für den Lido schon verabschiedet "Lido Biciplan" (Kosten 10 Mio. €, unter zusätzlicher Beteiligung von privaten Geldgebern) und soll demnächst realisiert werden. Die ersten beiden Teilprojekte sind eine 3 km-Strecke Via Sandro Gallo, Via Colombo Richtung Malamocco) und eine 1,5 km Strecke auf Pellestrina.

Dazu auch Eintrag vom 5.8.2011 "Ein Ausflug nach Malamocco" inkl. ergänzendem Kommentar von Andreas Götz

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5. August 2011

Ausflug nach Malamocco


Schöne dicke Madonna in einem Sottoportego des Borgo von Malamocco






Ich war in
Malamocco, und zwar ausschließlich eines Freundschaftsdienstes wegen, nämlich ein Foto der Dorfkirche S. Maria Assunta für die Website Churches of Venice zu machen.

Denn der Lido, auf dem Malamocco liegt, ist aus meiner Sicht irgendwie jenseits von allem: ä
hnlich weder Venedig, noch den einfachen Laguneninseln, er ist ein vergleichsweise neu bebautes Wohngebiet von Bessergestellten mit Autoverkehr, eine Ansammlung von Hotels, die 3 Monate im Sommer brummen und dann wieder schlafen gehen... Überraschung, Malamocco ist nicht der Lido!
Piazza Maggiore von Malamocco

Vom Vaporetto in den Bus A (B geht auch), raus nach 15 Minuten an der Riva G. Diacono, 150 m bis zur Piazza und schon bin ich in einem anderen Kosmos.

Ein kleines, altes Dorf, Morgensonne, Leere, Ruhe, Kinder sind in der Schule, 2 Männer die auf der Straße Handwerkliches treiben, 2 Frauen mit Einkaufstaschen hängend an Fahrrädern unterwegs, erste
vormittägliche Düfte aus italienischen Küchen, Dudelradio in einer offenen Haustür.
Südeuropäisches Sommeridyll, ich schalte sofort einen Gang runter. Mache Fotos, finde ein kleines Café in dem ich
einen Espresso und ein hervorragendes Brioche frühstücke um mich über meine Vorurteile zu trösten.
Blick auf Borgo und Campanile S. Maria Assunta

Malamocco war vor gut 100 Jahren überhaupt die einzige Gemeinde auf dem Lido, viel mehr war da nicht, außer den alten Strukturen im Norden der Insel, die Kirche S. Niccoló und das dazugehörige Kloster, der alte jüdische Friedhof.

Malamocco gehörte zu den ersten Ansiedlungen in der Lagune vor dem ersten Jahrtausendwechsel, war vorübergehend Dogen- und sehr
lange Bischofssitz, wurde nach seiner Zerstörung im 12. Jahrhundert durch ein Erdbeben plus Sturmfluten wieder neu aufgebaut und blieb ein wichtiger Vorposten Venedigs beim Schutz vor Feinden und dem Meer.
Im Borgo von Malamocco

Der alte Ort, der "Borgo" genannt wird (wie die Ortsteile griechischer Ansiedlungen um eine koloniale venezianische Festung) ist heute eine Insel, umgeben von zwei Kanälen, in der Mitte des Ortes die große Piazza um die Kirche und viele kleine Häuschen drumherum, von denen einige sicher nicht mehr aus dem Mittelalter stammen, aber manche schon. Der Eindruck ist eher ländlich im Vergleich zu deutlich insularen Orten wie Burano.
Es gibt eine große Gartentrattoria und in einer kleinen Gasse ein Lokal mit rustikalen Tischen vor der Tür, das jedes gebildete Kind sofort als Piratenkaschemme identifiziert und in dem die Einheimischen eine Sprache sprechen, die auch ein Romanist nicht als italienisch erkennt.
Festungs-
graben mit Festungs-
teil im Hinter-
grund


Mitten im Borgo liegt ein gepflegter
Boots-
hafen, in dem auch die beliebten
Lagunen-Hausboote anlegen können, dahinter die ziemlich neuzeitliche Festung Forte Malamocco, von einem Wassergraben umgeben wie auch z. B. das Fort Massimiliano auf S. Erasmo. Offensichtlich nicht an die Gezeiten angeschlossen.
Das Fort ist leider nicht zugänglich, Schilder an der Mauer besagen, dass hier ein Wellness Center entstehen soll, und die Website www.marcopolo.it, die auf den Schildern zur weiteren Information lädt, ist zwar sehr interessant, die "News" sind aber aus dem Jahr 2005. Naja, vielleicht wieder mal ein Projekt mit einem stillen Abgang, oder eins, das nur zwecks Fundraising gegründet wurde?






Weg auf die Murazzi von Malamocco, Großfamilie im Großfahrrad auf der Mauer


Hinter d
em Fort gibt es einen Fussweg durch Felder, Wiesen und Schilf ans Meer, auf die Murazzi. Sie sind hier ein fester Deich auf dem viel Fahrrad gefahren wird, die Strecke Lido-Alberoni (und von dort, wenn man will, mit der Fähre übersetzen nach Pellestrina).
Im Gespräch mit einer 6köpfigen Dreigenerationenfamilie auf einem großen überdachten Fahrrad erfuhr ich, dass die Stundenmiete 18 €, die Tagesmiete 50 € kostet und das ziemlich große Gefährt auch im Straßenverkehr problemlos sei. (Siehe Link unten: Fahrradvermietung.)

Kanal in Malamocco

In Malamocco gibt es kleine Hotels,
B & Bs, Ferien-
wohnun-
gen, innerhalb und ausserhalb des Borgo, im Internet zu finden. Vielleicht ein guter Vorschlag für Familien mit Kindern, die ländlich und am Meer, aber auch sehr nah an Venedig Ferien machen wollen. Oder für Liebhaber venezianischer Kultur, denen die Nähe zum Meer und den Naturschutzgebieten von Alberoni und Ca'Roman wichtig ist.


Das örtliche Fest der Madonna di Marina findet jährlich in der zweiten Juliwoche statt und ist eine Mischung aus ernst genommener religiöser Tradition und krachender Dorfkirmes (schätze ich mal anhand des
Programms vom 2011, ich habe es leider um 3 Tage verpasst).


Heiraten im Palazzo del Podestá auf/in Malamocco
Besuch des mittelalterlichen Borgo von Malamocco
Fahrradwege - Fahrradvermietung

Ergänzung vom 30.8.2011
Ein freundliches Mail von Andreas Götz, Venedigkenner und Anbieter von Unterricht im venezianischen Rudern, erreicht mich mit wichtigen Hinweisen zum Fahrradfahren auf dem Lido und den folgenden Inseln. Die Information ist so wichtig, dass ich den Text hier anhänge und nicht in einem Kommentar, wo sie übersehen werden könnte.

In deinem Bericht über den Ausflug nach Malamocco schreibst du nebenbei, man könne dann auch noch nach Pellestrina fahren. Was nicht nur richtig ist, sondern sehr schön. Es kann aber auch teuer sein.
Vor etwa zwei Jahren bin ich zum Lido, habe mir ein Fahrrad gemietet und bin über Pellestrina bis nach Chioggia gefahren. Mit dem abonnamento lagunare habe ich damals nur je ein Euro für das Fahrrad auf den Fähren hin und zurück bezahlt, also insgesamt 4 Euro. Auf der Fähre nach Pellestrina war auch eine Familie (zwei Erwachsene, zwei größere Kinder). Die hatten auch irgendwo gelesen, man könne ja mit dem Fahrrad nach Pellestrina, und waren mit Einzelfahrausweisen zum Lido gefahren und hatten sich Fahrräder gemietet. Auf der Fähre erfuhren sie nun wieder, daß sie Einzelfahrausweise (damals 6 Euro) lösen müssen (keine Tageskarten an Bord) sowie einen Fahrschein fürs Fahrrad (damals ebenfalls 6 Euro). Als die Frau das realisiert hat, wurde sie ziemlich blass. Da ist ja einiges zusammen gekommen, was einen als glücklichen I-Mobber nicht ereilen kann: ab Tronchetto pro Person vier Einzelfahrausweise plus zwei mal Fahrrad, also 24 Euro mal vier Personen, macht 96 Euro plus die Miete der Fahrräder.
Mit dem 24 Stunden-Ticket in jedem Fall schon mal billiger, sollte also jedem, der sich nicht mit den Tarifen des ACTV auskennt, wärmstens empfohlen werden.


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25. Juli 2010

Bicinbarca in Venedig

Sommertag auf S. Erasmo

Das nette ACTV-
Wochen-
endange-
bot des letzten Sommers,
Linie Parco della Laguna Nord, scheint es in diesem Jahr nicht zu geben. Jedenfalls finde ich es nicht im Internet. Schade, ich hatte es ausprobiert und fand vor allem praktisch, dass die Haltestelle direkt am Strand und Biergarten auf Sant'Erasmo angelaufen wurde.

In diesem Jahr gibt es bis 26. September 'Bicinbarca' - 'Fahrrad im Boot', mit Haltestelle Sant'Erasmo Capannone und dem 15 minütigen schattenlosen Fussweg zum Strand, der aber ggfs. in diesem Fall per Fahrrad zurückgegt wird. (Fahrplan als PDF unten auf der Website anzuklicken) Fährt ebenfalls an Wocheneden und Feiertagen. Einstiegshaltestellen S. Guliano auf dem Festland und Lido S. Nicolò. Mit dem auf dem Lido (bei S. M. ELisabetta) gemieteten Fahrrad kann man dann ab S. Nicolò einen schönen Fahrrad- und Strandtag auf S. Erasmo verbringen.

Für eine Rundreise durch die Lagune kann man wahl- oder umsteigenderweise die Linie 13 oder die Linie N nehmen ab Fondamente Nove nehmen. Nach dem Abschluss der Arbeiten zur Erhöhung der Fondamenta liegen jetzt auch alle Haltestellen der ACTV östlich des Ponte Donà. Westlich davon, auf Höhe der Jesuitenkirche, nur noch die Alilaguna-Halt
estelle.

Information auf Englisch
Fahrradtour auf dem Lido und auf Pellestrina
Fahrradtour auf Sant'Erasmo


Strandleben auf S. Erasmo










Neu: ACTV fährt Kinder bis 6 Jahre kostenlos !


Der Newsletter 'Buongiorno Venezia' informiert in der Ausgabe dieser Woche, dass ab sofort Kinder bis 6 Jahren kostenlos die venezianischen ÖPN-Verkehrsmittel benutzen dürfen. Ich habe auf der ACTV-Website gesucht, ob es eine offizielle Mitteilung gibt, nein. (Dass bisher Kinder bis 2 kostenlos fuhren, steht auch nirgends.) Die Kinderfrage ist bei den heftigen Fahrpreisen in Venedig eine häufige Frage in Reiseforen, und das ist mal eine erfreuliche kundenfreundliche Nachricht!

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5. Juli 2008

In Venedig am Strand


In einer Stadt umgeben von Wasser hat man, zumindest im Sommer, die Vorstel-
lung, nichts könnte
leichter sein als bei Bedarf die Füsse ins Wasser zu stellen für eine angenehme Abkühlung.

Dem ist nicht so. Weder ist das Wasser in den Kanälen sauber, noch sind die vielen Bootsanlegestellen wirklich für solche Zwecke nutzbar, da die grün bewachsenen Stufen für nackte Füsse einfach zu glitschig scheinen. Außerdem: wer will schon möglichen Einparkern ihren Platz streitig machen?

Man geht also an den dafür vorgese
henen Strand. Jeder hat dazu das Bild des Lido-Strandes vor Augen, am Hotel des Bains, sei es nach der Lektüre von Thomas Mann, nach dem Film von Luchino Visconti oder einfach nach Durchsicht eines Reiseführers/Bildbandes. Diese venedig-typische Art von "Privacy" der Capanne, die genauso wenig 'privat' ist wie das Alltagsleben in den Nachbarschaften der Stadt, wo man einfach ignoriert, dass das Umfeld alles sieht und jedes Wort hört. Darüber hinaus eine elitäre Angelegenheit, die nicht jedem zur Verfügung steht, es muss also ein öffentlicher Strand sein!

Öffentliche Adriastrände gibt es an den Lidi von Nord nach Süd:
1. Cavallino/Treporti, langer breiter Sandstrand, den man von Venedig mit dem ÖPNV (Linea 17) nach Punta Sabbioni erreichen kann. Der Verkehr geht allerdings eher umgekehrt: die Urlauber auf
den vielen Campingplätzen bis hinauf nach Jesolo nutzen das Boot für einen Tagesausflug nach Venedig. Ich jedenfalls war da noch nie.

2. die Nordspitze des Lidos, sprich S. Niccolò. Man kommt mit de
m Bus vom Verkehrsknotenpunkt Piazzale S. M. Elisabetta dorthin, bis zum Wende-
pu
nkt. Dort in der Nähe der M.O.S.E. Baustelle gibt es auch ein paar Dünen. Oder die Nord-Süd-Straße Gran Viale S. M. Elisabetta bis zum Ende, Piazzale Bucintoro, und dort direkt an den Strand. Diese beiden Empfehlungen sind vom Insider meines Vertrauens, selbst habe ich sie noch nicht ausprobieren können.

3. Mit dem Bus
(Nr. 11) vom Lido nach Pellestrina, die Privatstrände auslassend, an die öffentlichen Strände von Malamocco und Alberoni, oder am besten ein bisschen weiter bis zur End-
haltestelle (Fahrt-
dauer mit Fähren-
ü
berfahrt über den Porto di Malamocco ein gutes Stündchen).

Auf der Mauer bei Pellestrina


Hier findet man überall hinter den Murazzi (Hochwassermauern aus dem 18. Jahrhundert als Schutz gegen die Adria) schöne Sandstrände, lange gemauerte Wellenbrecher und keine Hütten, Liegebetten oder sonstige Scherze, aber auch wenig Schatten und wenig Service (Lokale + Toiletten).
Einsame Pietà in einem Garten auf Pellestrina

An der Busendhaltestelle in Pellestrina gibt es eine kleine mobile Café-Bude (in den letzten Jahren ist sie etwas modernisiert, vergrößert und festgezurrt worden) direkt am Wasser, hier ist auch die Anlegestelle des Linienschiffes nach Chioggia. Der Blick über die südliche Lagune ist wunderbar und zusammen mit dem herrlich schmonzigen Italo-Pop, der dort ganztags läuft, und der untergehenden Sonne nach einem Besuch am Strand empfinde ich diesen eher prosaischen Ort als ausgesprochen romantisch...

Düne auf der Oasi Ca'Roman
4. Der Strand der Oasi Ca'Roman schließt sich hier im Süden an, wenn man zu Fuss (oder mit dem Fahrrad, aber nicht mit dem Auto) das etwa 1 km lange Murazzi-Teil, das ins Wasser gebaut wurde, hinter sich hat. Man kann auf dem Weg oder oben auf der Mauer laufen. Direkt am Ende der Mauer kann man sich auch an einer Kaffee-Imbiss-Bude mit dem Nötigsten versorgen.Ca'Roman steht unter Naturschutz, im Frühling ist das Betreten der Dünen wegen der brütenden Vögel verboten. Es gibt auch einen schönen Wald auf dieser Landspitze vor dem Porto di Chioggia, den ich aber fluchtartig nach ein paar hundert Metern wieder verließ, wegen der Schwärme von Stechmücken.

Diese vier sind, wie gesagt, Adriastrände, am offenen Meer, mit weitem Blick, Muscheln am Strand, tiefer werdendem Wasser und viel Platz. Allerdings hat man von den Stränden aus auch immer gute Sicht auf die Industriebaustellen der M.O.S.E.-Anlagen, heißt Spezialkräne und sonstiges Getüm.
Strand auf Ca'Roman in Sichtweite der M.O.S.E. Baustelle Porto di Chioggia



Grüner Sandstrand auf S. Erasmo
Dann gibt es noch einen 'Binnen'-
strand,
innerhalb der Lagune auf der Südspitze der Insel S. Erasmo (siehe auch Eintrag vom 15.4.07, Venedig mit Kindern V.). Man kommt nach S. Erasmo ganzjährig mit der Linea 13 ab Fondamente Nove, und während der Sommermonate direkt an die dafür eingerichtete Strandhaltestelle ab Lido mit der Linie 18 (mit einem zweckorientierten Fahrplan nur morgens und abends, und nur stündlich.) Fahrtdauer jeweils unter 30 Minuten.

Kreuzfahrtriese im Canale di S. Erasmo, Sandbank vorne
Diesen Strand, genannt "Bacan" finde ich für meine Bedürfnisse ziemlich traumhaft: neben dem immer interessanten italienischen Familienstrandleben mit Schirmen, Tischen, Stühlen, Grill, Spielsachen und allen dazugehörigen Personen gibt es was zu gucken: eine Hauptverkehrs'straße', der Canale di S. Erasmo, führt direkt vorbei mit den üblichen Motor- Ruder- und Segelbooten, Vaporetti, aber auch mit den großen Pötten, die in die Adria wollen. Griechenlandfähren, Kreuzfahrtriesen, 3-5mastige
Segler, alles was zum Porto di Lido strebt fährt in scheinbar greifbarer Nähe vorbei.

'Parking' der veneziani-
schen Badegäste

Die Venezianer kommen im Motorboot zum Strand, 'parken' trotz der kleinen Marina um die Ecke im flachen Wasser und schleppen ihre Strandmöbelierung ans Ufer bzw. auf eine der vielen Sandbänke, die es hier ausserhalb der Fahrrinne des Kanals gibt. Das extrem flache Wasser ist voller Getier, man buddelt Schalen- oder sonstige Tiere aus oder fängt sie, und wenn auch dies kein Adriastrand ist, für einen schönen wassertretenden abkühlenden Spaziergang ist diese Ecke einfach wunderbar.


Canale di S. Erasmo







Die Krö-
nung
der Lokalität
ist ein großer grüner schattiger Biergarten
(!) mit hohen alten Bäumen, frei zur Verfügung stehenden Tischen und Bänken und einer einfachen Restauration.
Wer keine Lust auf
Sandstrand hat, kann sich hier gemütlich aufhalten, lesen, Schwätzchen halten und bei Bedarf ins Wasser gehen.



Biergarten am Strand von S. Erasmo




















Zu besichtigen und besuchen gibt es direkt hinter dem Strand die Torre Massimiliana, auf drei Seiten umgeben von einem Wassergraben, die (zumindest Freitag-So
nntag) mit interessanten kleinen Ausstellungen moderner Kunst geöffnet ist. Ich habe dort die sehr interessanten Ausstellungen von Werken von Lucio Andrich (2005) und Emilio Vedova (2007) gesehen, zur Zeit wird dort eine sehr schöne Fotoausstellung über das Leben der Lagunenbewohner gezeigt.

Blick aus der Torre Massimiliana

Man kann ansonsten auf S. Erasmo durch die Gemüsefelder wandern, Fahrräder aussleihen und über die Insel fahren, und sogar übernachten: ein paar Hundert Meter vom Strand entfernt, direkt neben der kleinen Marina, im Lato Azurro, der "Blauen Seite". Preisgünstig für Einzelreisende und Gruppen. So gesehen, ist S. Erasmo sogar geeignet für einen Strandurlaub.

Wassergraben um die Torre Massimilia



Nachträglich eingefügt am 2.6.2011: eine neue Website zum Lido

Nachträglich eingefügt am 29.6.2011: die Haltestelle S. Erasmo der Linie 18 ist laut Fahrplan "vorübergehend aufgehoben". Was immer das heißt. Die 18 fährt also Lido-Murano und zurück. Nach S. Erasmo an den Strand kommt man zur Zeit nur mit der Linie 13, Haltestelle Capannone, und muss dann 10 Minuten zu Fuß (durch die pralle Sonne) gehen.




Aber wer fährt schon nach VENEDIG, um seine Zeit am STRAND zur verbringen?!?