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1. September 2020

3 restaurierte Kirchen in San Marco und ein Fund auf Torcello

San Bartolomeo, Salizada Pio X am Fuß der Rialtobrücke.
Portal zwischen Schaufenstern 

Mehr als 30 von ca. 100 Kirchen in Venedig stehen ungenutzt, die Immobilien  wie auch der dort vorhandene Schatz an Kunstwerken und Belegen venezianischer Geschichte rotten unbewundert langsam vor sich hin. Auch wenn sie profaniert wurden, gehören die Kirchen noch dem Patriarchat Venedig, das mit der Pflege dieses Eigentums materiell und fachlich überfordert ist.
2017  beschloss man die Konservierung und Umnutzung der Kirchen Schritt für Schritt. Siehe 2.2.17 La Nuova: "Chiese abbandonate?: Diventiono luoghi di lavoro adottati dalle imprese" und 7.4.17 Veneto e Economia: "Venezia, nuovi usi per 30 chiese abbandonate: cultura, carità ed eventi". 

Die wissenschaftliche Unterstützung des Projekts wird von der Universität IUAV bereitgestellt, finanzielle Unterstützung ist in Venedig, wie wir wissen, breit gestreut durch Stiftungen (siehe die Liste von Venedig-Förderer-Stiftungen im Eintrag vom 27.10.2016: L'Aqua Granda 1966-2016). Auch die öffentliche italienische Kulturförderplattform Artbonus, die auch Bürger*innen gegen Steuererleichterung die Beteiligung an der Kunstrettung ermöglicht, wurde diesem kirchlichen Projekt geöffnet. (Artbonus hat sich zuletzt an der Restaurierung der königlichen Gärten beteiligt und unterstützt derzeit die Restaurierung der Longhenatreppe auf S. Giorgio Maggiore).
Von den staatlichen Mitteln, die nach dem Hochwassersturm vom 12.11.19 Venedig von den Brugnaro-zitierten "Knien" wieder auf die Beine helfen soll, blieben auch vergleichsweise beachtliche Summen bei Restaurationsprojekten hängen. 

Start ups wie Serendpt nutzen mittlerweile Kirchen als Firmensitz (siehe Eintrag vom 30.12.2018 "Neueste Führung für Fortgeschrittene - postindustrielle Giudecca".
Die Restaurierung von San Lorenzo wurde zunächst von Mexico als Biennale-Pavillon gestartet, dann von der TBA21-Academy übernommen, beeindruckend gestaltet und wird seit 2019 als Stiftungssitz und Veranstaltungsraum genutzt. Zwei Beispiele, die mir ganz besonders gefallen.


Jetzt wird durch den Verantwortlichen für das Kulturerbe der Kurie, GianMatteo Caputo, für die nächsten Wochen die Wiedereröfnnung dreier weiterer Kirchen angekündigt: San Beneto, San Fantin und San Bartolomeo. Alle drei im Sestiere San Marco gelegen.
Wobei die Eröffnung von San Beneto nicht ganz frisch ist: schon im Dezember 2018 wurde sie feierlich für kulturelle Zwecke übergeben (11.12.18: San Beneto restauriert und geöffnet), aber eine regelmäßige Nutzung war zunächst nicht drin (siehe Leserkommentare unter dem Eintrag) - es ging um die Holzwurmbehandlung vor allem der Bänke! Die dann in der Hochwassernacht in im Salzwasser versanken und aufs Neue behandelt werden mussten. Die neue Ankündigung lässt Hoffnung schöpfen, dass dort demnächst (covid-19-angepasst...) Kunstveranstaltungen mit entsprechenden Öffnungszeiten genossen werden können.

San Fantin ist die Kirche gegenüber dem Haupteingang des Teatro La Fenice, zu dem auch die ehemalige Scuola San Fantin, das heutige Ateneo Veneto, gehört. Siehe Eintrag vom 23.11.17 "Neue Führung für Fortgeschrittene: Ateneo Veneto". Sie war in den letzten Jahrzehnten dauerhaft geschlossen, auch die Webseite, auf der San Fantin von der Biennale als Ausstellungsraum angeboten wird, zeigt kleinlich quasi nichts. Zweimal wurde San Fantin vermietet: für die Biennaleausstellung der Ukraine 2011: Oksana Mas' Orgie buntbemalter Eier im ansonsten abgedunkelten Kirchenraum und 2019 ein Theater/ Film/ Ausstellungsprojekt "There is a Beginning in the End" des Pushkin Museums. Eine Veranstaltung (auch diesmal im abgedunkelten Raum), die zum Teil leider an mich verschwendet war - hat mich nicht gepackt. 

San Bartolomeo ist die berühmte Kirche der deutschsprachigen Venezianier*innen und der Gäste im Fondaco Tedesco, ein paar Schritte weiter. Man geht leicht am Holzportal ohne eigene Fassade innerhalb einer Schaufensterreihe vorbei, aber das Innere, ehemals überreich ausgestattet, z. B. mit dem Auftragswerk der deutschen Kaufleute "Rosenkranzfest" von Albrecht Dürer, muss immer noch sehr beeindruckend sein.
Nach der eingehenden Restaurierung fand hier 1994 eine kleine Tintorettoausstellung mit Werken aus venezianischen Kirchen statt und 2011 eine internationale Konferenz zum Gebäude und zur deutschen Kirchengemeinde, außerdem wenige Konzerte. Keine weiteren Ausstellungen meines Wissens. 
Marcianum Press hat in seiner Reihe Chiese di Venezia auch ein Buch zu San Bartolomeo veröffentlicht. Dazu gibt es eine gute Besprechung von Tobias Daniels in den "Sehepunkten".

(Der Vollständigkeit halber: die protestantischen deutschsprachigen Kaufleute nutzten für ihre Gemeinde zunächst einen Raum im Fondaco Tedesco und erwarben später, ein paar Schritte weiter, die ehemalige Scuola San Angelo Custode als ihre Kirche. Siehe auch Eintrag vom 5.2.17 "Lutherjahr - Venedig ist Reformationsstadt Europas".



Die Wiedereröffnung der Kirchen war allerdings nur eine zusätzliche Information bei der Pressekonferenz am 24.7. des Patriarchats zur eigentlichen Sensation: der Entdeckung karolingischer Fresken bei den archäologischen Forschungen auf Torcello! Wow! Als eine der Folgen des Hochwassersturms vom 12.11.2019. Da!
Die Grabungen finden unter Verantwortung des Patriarchats und weitgehender Finanzierung von Save Venice statt. 
Das wissenschaftliche Wunder bleibt natürlich nicht undiskutiert, ist darüberhinaus dem Publikum erstmal nicht zugänglich, aber ich wollte nicht darauf verzichten, darüber zu berichten.

Ich habe wenig Deutschsprachiges dazu gefunden: 
* 24.7.20 Nach-Welt Venedig hat karolingischen und nicht-byzantinischen Ursprung. Dies zeigen die heute gefundenen Fresken aus dem 9. Jahrhundert.
* 24.7.20 Vatican News Restaurierung nach Venedig-Hochwasser bringt Fresken zutage

Italienische Medien berichten ausführlicher und mit vielen Illustrationen (hier nur eine kleine Auswahl!): 
* 24.7.20 La Repubblica Venezia ha origine karolinge en non bizantine. Lo rivelango gli affreschi del IX secolo ora ritrovati
* 24.7.20 Ca' Foscari News La scoperte degli affreschi di Torcello
* 27.7.20 metropolitano.it Gli affreschi medievali di Torcello riscrivono la storia di Venezia
* 28.7.20 Storica National Geographic Rinvenute a Venezia affreschi del IX e X secolo
* 5.8.20 #contagio arte cultura Gli affreschi scoperti a Torcello: una Venezia carolingia?






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12. Mai 2016

Venezia Nativa - Die Wiege Venedigs

Ausstellung "Premio Burano" lokaler KünstlerInnen in der Bibliothek Burano
Peyazzetta 2011

Seit 4 Jahren gibt es den "Verband  'Venezia Nativa' zur Aufwertung von Burano, Mazzorbo und Torcello". Sein Ziel ist die ökonomische, touristische und soziale Entwicklung dieser Inseln. Ich gestehe, dass diese Organisation bisher meiner Aufmerksamkeit entgangen ist. Und da ich die Inseln der nördlichen Lagune sehr schätze und regelmäßig besuche, überrascht mich der Aufwertungsbedarf. Auch gemessen an den überfüllten großen Vaporetti und den Fahrgästen, die stehend von Fondamente Nove nach Burano fahren, den rappelvollen Gassen und Lokalen auf Burano und der Ganztagskarawane vom Vaporettohalt zur Piazza und den Kirchen Torcellos scheinen ungenügende Wertschätzung und BesucherInnenzahlen eigentlich nicht das Problem zu sein. Aber das hängt vielleicht vom Gesichtspunkt ab. Oder vielleicht geht es auch um die Aufwertung der BesucherInnen, nicht der Inseln. Weitergehend interessierte Gäste lädt  man mit Angeboten ein, die gleichermaßen über den reinen Tourismuskonsum hinaus gehen. Das jetzt auf der Website von Venezia Nativa aufgelegte Festprogramm für den Frühsommer 



jedenfalls scheint darauf ausgelegt, den Inselgästen mehr vom Alltag, der Geschichte, der Kultur und natürlich den Menschen der nördlichen Lagune zu vermitteln. 
Ich finde das Programm interessant und beeindruckend zusammengestellt, viele engagierte Personen arbeiten offensichtlich daran mit und deshalb fände ich es schade, wenn diese (vorläufig?) beiden Termine 28.5. und 18.6. in meinem mittlerweile langen Kulturterminkalender des 1. Halbjahres ein bisschen untergingen.   

Die Schiffsverbindung nach S. Francesco del Deserto ist ein schönes Angebot, das vielleicht regelmäßig stattfinden sollte analog den Führungen auf S. Lazzaro d. Armeni (nicht täglich, aber vielleicht einmal wöchentlich während der hellen Monate?). Auch die Schiffsverbindung nach Altino zum Museum ist wunderbar, wobei es eine Option für Alleinreisende geben sollte, sich zur geforderten Mindestzahl von 4 Personen zusammenzutun. 

Die 17 Veranstaltungen auf den Inseln haben durchweg Unterhaltungs- bis Informationswert vom Singen auf öffentlichen Plätzen Buranos (Angebot Nr. 1) über die Führung in der Casa d'Artista durch Paolo Andrich auf Torcello (Angebot Nr. 3), in Handwerksbetrieben Buranos (Angebote Nr. 5, 6, 9, 10) und verschiedenen Ausstellungen und Museen der Inseln (Angebote Nr. 4, 11, 14) bis zur "Frittura in Piazza" (Angebot Nr. 16), und auch für Venedig-Passionati sind ganz neue Erfahrungen im Paket. 
Für die meisten Veranstaltungen ist ein Beitrag zu zahlen (sehr gerne aus meiner Sicht), für alle muss man sich telefonisch oder per Mail anmelden. Die Exkursion mit dem Fischerboot der Kooperative S. Marco (Angebot Nr. 9) fällt bei schlechtem Wetter natürlich aus.
Die Informationen auf der PDF-Liste zum Programm beider Tage lassen kaum Fragen offen und sind gut verlinkt, Kontaktaufnahme mit den AnbieterInnen kein Problem. Die Angebote 18 und 19 auf der Liste nur für Kinder (Kickerturnier und Schatzsuche) sind gebühren- und voranmeldefrei.  
Ich hoffe sehr, das Engagement des Verbandes und der einzelnen VeranstalterInnen wird durch viele interessierte TeilnehmerInnen belohnt. Vielleicht könnte es eine Art Nachfolgeprogramm für die erfolgreichen aber gekippten früheren 'Isole in Rete' werden.


Aprilwiese auf Burano. S. Francesco del Deserto im Hintergrund

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8. November 2014

Torcello - ein Film?




Mein erster Eintrag zu Torcello stammt aus dem März 2007. Damals lebten 14 Einwohner auf der Insel. Es folgten im Laufe der Jahre einige weitere Einträge unter dem Label Torcello. Die Einwohnerzahl schwankte um einzelne Personen, jetzt sind es wohl 10. 

Die Stadt Venedig bot 2013 das ehemalige Inselschulgebäude zum Verkauf, was daraus wurde, weiß ich nicht. 
Lotto n. 8: Ex scuola elementare di Torcello (clicca per visionare la scheda immobiliare) (2.17 MB)

fabbricato novecentesco ubicato nell’Isola del Torcello edificato su due piani di cui l’ultimo mansardato, con cortile circostante completamente recintato con muretto, identificato al Catasto Fabbricati, Sezione Burano, Foglio 25, particella 187 sub 2, 3 e 4.Destinazione nello strumento urbanistico vigente: Nr – Novecentesche integrate nel contesto; giardino è in fase di definizione la destinazione urbanistica dell’unità edilizia precedentemente non rilevata e la riconfigurazione degli spazi scoperti classificati come “giardino”

Der von Paolo Andrich vor Jahren vorgeschlagene Besucher-
rundpfad um die Insel ließ sich nicht verwirklichen, die berech-
tigten Bedenken einiger EinwohnerInnen konnten nicht aus dem Weg geräumt werden. Und da der tägliche Besucherstrom nicht geringer wird, kann es auf dem einzigen Pfad der Insel schon mal voll werden. 


Neben wiederholten Besuchen in der Casa d'Artista (Lucio Andrich) hatte ich einmal das Glück, die Ausgrabung der Grund-
mauern der Kirche S. Giovanni zu besichtigen, zu der man normalerweise nur als MieterIn des Anwesens S. Giovanni Evangelista di Torcello mit großem Garten und Pool Zutritt hat, das weit jenseits eines normalen Budgets liegt. So interessant die Grabung ist, und ein Rundweg gewesen wäre, die Piazza von Torcello mit dem historischen Gebäudeensemble von Assunta, S. Fosca und Museum ist überwältigend genug, man muss nicht in die Privatsphäre der wenigen BewohnerInnen eindringen. Und bei dem Andrang, der natürlich den/die einzelne/n BesucherIn und gleichzeitig die alten Gebäude stresst, stellt sich schon die Frage nach schonenderen Wegen der Besichtigung. Vielleicht auch detaillierter, subtiler, auch in Form einer künstlerischen Bearbeitung? 


Über die Crowd Sourcing Seite von Eppela bemüht sich Flamingo Art Media um die Finanzierung des Filmprojekts Habitat Torcello. Was nicht einfach zu sein scheint. Ich habe Erfahrung mit online Spenden und mit online Mikrokrediten (beides sind Beispiele). Mit Projektfinanzierung per Crowd Sourcing kenne ich mich nicht aus, aber einen gut gemachten Film über Torcello würde ich gerne sehen. 
Die drei jungen Filmenacher Andrea Baesso, Gianmaria Spavento und Christian Palazzo kenne ich nicht, aber Paolo Andrich, der auf dem Korbstuhl sitzend über die Lagune blickt  und im Off spricht. Er ist seit über 10 Jahren Einwohner auf Torcello, aktiv in ökologischen, wissenschaftlichen, lokal- und regionalpolitischen Projekten und bekannt in den entsprechen-
den Kreisen Venedigs. Sicher ein gutes Aushängeschild für dieses Filmprojekt.



Aktuell:
3 Studientage zu den Ergebnissen der jahrelangen archäologischen Grabung und Forschung auf Torcello inkl. der Vorstellung der zweibändigen Publikation "Torcello Scavata"; 12., 13. und 17.11.2014. Information, Links zu Anmeldung und Programm


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18. Juli 2014

Drohnen in Venedig

Die Rede ist natürlich nicht von militärischen Drohnen. 
Sondern von Modellfluggeräten, die eine First Person View (FPV) Kamera an Bord haben und zum Teil überraschende Bilder von Orten und visuellen Details liefern.

Ich bin auf die Gruppe LAGUNARI FPV gestoßen, die bei YouTube einige Filme eingestellt hat, die besonders die Inseln der Laguna Nord aus ungewohnten, großartigen Perspektiven zeigen. 
Die Begleitmusik ist auch großartig, aber in der Kombination etwas schräg... allerdings muss es ja wirklich nicht immer Vivaldi sein. Zur Not kann man Ton und Bild getrennt konsumieren.



Drohnenflug über Torcello
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18. September 2011

Letzte Termine im September

Park der Villa Herliot zur Laguna Sud

Ich wüßte nicht, dass in den letzten 10 Jahren septembers schon mal dermaßen viele Festivals und "Tage" in Venedig angesagt waren. Aber desto besser!

Nach dem überaus aktiven vergangenen Wochenende (siehe die letzten beiden Einträge mit den Festivals der Laguna Nord und der Kultur auf der Giudecca) geht es flott weiter mit den folgenden bunt gemischten Angeboten:


Festival Galuppi an den wunderbaren Aufführungsorten Teatro La Fenice, der Scuola Grande di San Rocco, der Frari-Kirche, im Garten der Villa Herliot auf der Giudecca, dem Gärtnerhaus auf der Insel Certosa. Bis in den Oktober hinein. Der online-Kartenverkauf scheint nicht zu funktionieren, vielleicht wird das in den nächsten Tagen noch repariert. (Zum Komponisten Baldassare Galuppi siehe Eintrag Burano.)

Musikbiennale zeitgenössischer Musik 24.9.-1.10. Online-Ticketkauf funktioniert, über das Programm, per Aurufen der einzelnen Veranstaltung öffnet sich der Link zur Bestellung.

Tage des Europäischen Erbes 23./24.9. mit kostenlosen Führungen in öffentlichen Kultureinrichtungen/Mussen.

Ausstellung im Palazzo Ca' Corner della Regina










Flugtage auf dem Lido 23./24./25.9., mein Interessensgebiet ist das nicht. Ich habe vor zwei Jahren an einem träumerischen Septembersamstagnachmittag am Stand von Sant'Erasmo die Flugkunstübungen dieser Veranstaltung beobachtet, das war dann, zusammen mit den vielen Kreuzfahrtschiffen die sich nach und nach durch den Lidokanal schoben, ziemlich viel Verkehr zu Wasser und in der Luft...

Die Europäische Nacht der Forscher
Venetonight 23.9. mit extrem interessanten und ebenfalls kostenlosen Führungen/Veranstaltungen in der Lagune, in der Stadt, in Ateliers und Labors - Achtung teilweise nur per Voranmeldung wegen sachlich beschränkter Teilnehmerplätze.

Ein luxuriöser Vorschlag, aber interessant: das südliche Venedig aus der Luft mit dem Wasserflugzeug von der Insel San Clemente aus (dorthin mit dem kostenlosen Bootstransfer des 'Hotel San Clemente' ab Anlegestelle San Marco oder ab dem Kreuzfahrterminal). Sonderangebot 2 für 1 ist allerdings schon abgelaufen.

Neben allem, was die Biennale immer noch und bis Ende November bietet, sind besonders noch einige Gebäude zu besichtigen, die nur im Zusammenhang mit der Biennale und nur noch kurz geöffnet sind:

Scuola Grande della Misericordia: Pflege des güldenen Fußbodens








Ca' Corner della Regina am Canal Grande (Fondazione Prada) bis 2.10.
Palazzo Donà dalle Rose an den Fondamente Nove bis 25.9.
Scuola grande della Misericordia (
Jan Fabre bis 16.10) und neu im Herbst, Ausstellung Pierre Casè

(
Blog-Eintrag zur Scuola grande della Misericordia von der Biennale 2009)




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10. September 2011

Laguna Nord - Das Wochenende!



Die Glücklichen, die am nächsten Wochenende in Venedig sein werden, haben das Privileg, am ersten Festival des Inselnetzes der Laguna Nord teilnehmen zu können.Unter dem Titel "Isole in Rete - Festival delle Isole della Laguna Nord di Venezia" gibt es am 17. und 18. September ein so schön zusammen gestelltes Programm dass ich in meine Tastatur beiße, weil ich darauf verzichten muss.
Ein Zusammenschluss vieler Organisationen + Lagunen-ÖPNV + zusätzlicher Vaporetto Parco dell Laguna ermöglichen den Besuch der Veranstaltungen auf:La Certosa: Inselführungen zu Fuß und mit Bootstransfer zum Forte Sant'Andrea
Sant'Erasmo, Torre Massimiliana
Sa
nt'Erasmo: verschieden Radtouren, Einkaufsmöglichkeit der Inselprodukte, Lagunentour im Drachenboot, Ausstellungseröffnung in der Torre Massimiliana und auf dem Geländer der Torre Massimilana (am Samstag um 18:30 Uhr) die unvergleichlichen venezianischen Ska-J! (Siehe Video am Ende des Eintrags und auch unter dem Label Ska-J)
Lazzaretto Nuovo: historisch-archäologische Inselführung, Ausstellung 'Venedig und die Pest'

San Giacomo in Paludo:
'offene Insel' mit Führungen

Burano:
Fischereiexkursion mit Besuch auf S. Giacomo in Paludo

Torcello:
offene Tür und Führungen in der 'Casa d'Artista' (über die ich schon mehrfach berichtet habe, einsehbar unter dem Label 'Torcello')
Inseln der Laguna Nord Juni 2011: von links Torcello, Burano, Mazzorbo, Mazzorbetto; dahinter San Francesco del deserto, Sant'Erasmo; dahinter die Porta del Lido zur Adria

Mazzorbo: Führungen im Weinberg und in der Gärten des 'Venissa'; Tour zu verlassenen Inseln im Bragozzo

Mazzorbetto:
Führung durch die ehemaligen Befestigungsanlagen.



Für einzelne Veranstaltungen gibt es genaue Uhrzeiten und/oder Kostenbeteiligungen, die unter den Tages-Menüpunkten eingesehen werden können, deshalb nochmals der Link zum Programm.






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15. Juni 2009

Neue Vaporetto Linie Parco della Laguna Nord

Campanile der Assunta von Torcello

Die expe-
rimentier-
freudigen veneziani-
schen Ver-
kehrsbe-
triebe ACTV haben
seit vorgestern eine neue Linie gestartet: Linea Parco della Laguna Nord.

Sie wird nur Samstag, Sonntag un
d an Feiertagen bedient zwischen dem 13.6. und dem 25.10.09. Angefahren werden ab der Haltestelle Giardini Biennale die Inseln Certosa (im Wesentlichen eine Marina mit Bewirtung, ich selbst war bisher noch nicht da) , S. Erasmo Forte Massimiliano (die Haltestelle am von mir wärmstens empfohlenen Strand und Biergarten, die man bisher nur mit Vaporetto vom Lido aus und auch nur in den Mittagsstunden Sa/So erreichen kann) und Torcello (diverse Einträge hier im Blog, abzurufen unter dem Stichwort 'Insel').


Ich habe auf der ACTV-Site keine Verlinkungsmöglichkeit für den Fahrplan gefunden, deshalb tippe ich ihn hier rein:



Wassergraben um das Fort Massimiliano




Giardini Biennale 11:30 13:30 15:30 17:30

Certosa 11:40 13:40 15:40 17:40
S.
Erasmo Forte Mass. 11:55 13:55 15:55 17:55

Torcello 12:30 14:30 16:30 18:30


Torcello 12:30 14:30 16:30 18:30
S. Erasmo Forte Mass. 13:05 15:05 17:05 19:05

Certosa 13:20 15:20 17:20 19:20

Giardini Biennale 13:30 15:30 17:30 19:30



An der Vaporetto-
station S. Erasmo Forte Massimiliano


Wenn man das erste Boot an den Giardini nimmt und das letzte von Torcello zurück, kann man immerhin ganze 8 Stunden in der Laguna Nord verbringen, ich finde das ist ein gutes Angebot. Tickets können auch an Bord gekauft werden, ein Hop on/Hop off ticket kostet 6,50, mit Ermäßigung der Carta Venezia 1,50.

Eingefügt im Juni 2011:
Achtung! Dieser Eintrag bezieht sich auf das Jahr 2009. Diese Linie gibt es mittlerweile nicht mehr.

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8. Februar 2009

Und wieder Torcello

Pfad zur Casa d'artista Lucio Andrich auf Torcello
Wer (noch) nicht die Casa d'artista Lucio Andrich besucht hat, das kleine Museum im ehemaligen Wohnhaus des Professors für Mosaizistik auf Torcello, kann jetzt im Internet einen Blick auf die Exponate werfen.
Hier gibt es einen Eindruck der wunderschönen Ausstellung "Seta, Terra e Aqua" (Seide, Erde und Wasser) im 2. Halbjahr 2005 in der Torre Massimiliana auf S. Erasmo.



Falls der Link unter Blogger nicht funktioniert, dann evtl. unter YouTube: http://youtu.be/4veaptpKm_Y


Darüber hinaus habe ich die erfreuliche Nachricht aus Torcello, dass das einfache, aber sehr persönliche B&B im Künstlerhaus seit Ende letzten Jahres wieder Gäste aufnimmt.
Paolo Andrich, Landschaftsplaner an der Universität Venedig, nutzt das Haus multifunktionell als Museum, ökologische Lehrfarm und kleines Gästehaus.


Blick vom Campanile auf die Casa d'artista
(Foto Paolo Andrich)

Hier im Künstler-
haus kann man umgeben
von Wasser und Artischockenfeldern einen ganz besonderen persönlichen Eindruck vom Leben in der nördlichen Lagune gewinnen.
Es gibt keine Website der Casa d'artista, Kontakt kann man aufnehmen über pandrich(at)yahoo.com, oder über einen Vermittler buchen.

Siehe auch meine weiteren Einträge zum Thema unter dem Label 'Insel'.

17. August 2008

1000 Jahre Wiederaufbau der Assunta auf Torcello



Ferragosto 2008 - ein besonderer Gedenktag auf Torcello.


Natürlich streitet sich die Wissenschaft über so eine Zahl! In Unkenntnis der Archivlage habe ich keine Meinung dazu, aber es i
st ein Anlass, Torcello wieder zu besuchen. (Siehe auch Eintrag vom 24.3.07.)
Es gibt eine kostenlose Führung durch S. Maria As
sunta der Studitorcellani, Musik und Gottesdienste.


Die langjährigen Arbeiten am Canal zwischen Vaporettostation und Piazza sind abgeschlosssen und alles ist touristenfreundlich eingerichtet. Was nützlich ist, aber ja auch Schattenseiten hat. Information direkt am Eingang zur Insel, die gleich zeigt: das Geschwätz absolut aller Reiseführer über Verlassenheit und Großartigkeit, Stille und Kontemplation der geschichtlichen Größe der Insel ist Poesie. Die Prosa ist ein einziger schlichter Weg entlang des Kanals, vorbei an vier Futterplätzen, zu dem allerdings! großartigen Ensemble, das von der Keimzelle der Lagune übrigblieb: die Assuntakirche, Santa Fosca und die beiden Museumsgebäude, umgeben von Gärten und Massen von steinernen Einzelrelikten. Alles, was man auf Torcello tun kann ist, diese zu besichtigen (lange und eingehend, wenn man will), auf den Turm zu steigen und sich zwecks Kontemplation auf die Wiese hinter der Assunta zu legen.

Die Bauzäune sind weg. Man kann wieder von der Vaporet-
tostation entlang des Kanals zur Piazza von Torcello gehen.








S. Fosca habe ich zum ersten Mal voll ausgeleuchtet gesehen und war überrascht, wie "kahl" sie wirkt. Die relative Schmucklosigkeit im Innern dieser alten Kirche erinnert sehr an schlichte byzantinische Kirchen in Griechenland, das verträgt sich allerdings nicht mit knallhellem Kunstlicht. (Wo hingegen ein Gottesdienst in der Basilika von S. Marco, die ja bei Besichtigungen auch wie eine riesige dunkle Höhle wirkt, ein überwältigender Rausch in strahlendem Gold ist. Zu einem "Museums"besuch venezianischer Kirchen ist ein Gottesdienstbesuch immer eine differenzierte Erfahrung.)

Links und rechts S. Fosca





Es waren zur Feier viele Einheimische auf der Insel, die (derzeit) 15 Einwohner hat, und auch der Priester für den
Morgengottesdienst kam mit dem Vaporetto. Es war nicht der sehr Alte, den ich vor einigen Jahren kennengelernt hatte, und auch der Ministrant war ein Jüngerer, der an das tolle Lagunenjägeroutfit seines Vorgängers nicht heranreichte: er trug eine großkarierte Bermuda in schwarz-weiss-rot, ein kleinkariertes Hemd in blau-weiss, Basketballschuhe und einen schwarzen Vollbart. Aber trotzdem: Anerkennung für die modische Bemühung (wenn ich da an meine ehemaligen Klassenkameraden denke, die in langen roten Fummeln, darüber ein weisses Spitzenhemd mit großem Kragen, Dienst taten...)!

Links und rechts

S. Maria Assunta

Fotos der diesjährigen feierlichen Ereignisse auf Torcello, auch schöne Fotos von Ruder-
boot
en und die des 15.8., kann man sich unter Eventi 2008 ansehen.
Ausserdem Termine für Veranstaltungen 2008 (nach unten scr
ollen, um auf die aktuellen zu kommen). Da Fotografieren in beiden Kirchen verboten ist (und das Verbot auch überwacht wird) sind die Eventi-Fotos besonders interessant.



Schöne alte Steinbank an der Piazza von Torcello

Neu auf der Insel, neben der Kanal-
sanierung, ist:

die arch-
äologische Grabung hinter der Assunta scheint abge-
schlossen zu sein, oder zumindest ordentlich zu ruhen.




Die Casa d'Artista (Lucio Andrich) ist als Bed and Breakfast geschlossen. Paolo Andrich hat auf dem Anwesen wie geplant eine Fattoria Didatticha eingerichtet, interessant für Gruppen, die ökologisch orientierte Kurse buchen möchten.
Für kunstinteressierte Besucher sind das Haus und die ausgestellten Werke des Professors auf Anmeldung an Wochenenden zu besuchen.



Land-Eingangstor zur Fattoria Didatticha Arti_ciok/der Casa d'artista Lucio Andrich, Besichtigung Fr-So, Telefonnummer zur Anmeldung (Email und Website sind nicht aktiv).


Und wie immer: vor dem Besuch von Torcello gut mit Mückenmittel eincremen!

24. März 2007

Torcello

Laguna Nord mit der Palude della Rosa im Vordergrund, Torcello, Burano und Mazzorbo in der Mitte und dem Lido von Punta Sabbioni im Hintergrund

Was auf Torcello zu "besichtigen" ist, kann man in jedem Reiselführer nachlesen und es fallen Prädikate wie 'einsam', 'melancholisch', 'still' und 'vergangene Größe'. Die vergangene Größe ist belegt, aber auf dem heutigen Torcello reicht meine Phantasie nicht, mir einen Handelshafen und eine reiche Stadt von 20.000 Einwohnern vorzustellen, Werkstätten, Paläste, Kirchen, Klöster, und die Stadt Venedig existiert noch gar nicht.

14 Einwohner leben jetzt noch fest auf Torcello, die Gärten tragen überreich Wein, Granatäpfel, Kirschen, Giuggiole, Mispeln, Quitten und die berühmten Artischocken neben allem anderen Gemüsebedarf. Man ruht sich von der Gartenarbeit aus auf einem alten Stück Säule oder Treppe, die der Boden als Reste der alten Pracht freigegeben hat und die nicht vor Jahrhunderten weggeschleppt wurden, um beim Aufbau von Venedig recycelt zu werden.

Wer in der touristischen Infrastruktur Torcellos arbeitet, kommt morgens mit dem Boot und fährt abends zurück. In den warmen

Palude della Rosa, Barene, Alpen Foto Paolo Andrich
Monaten begehen darüber hinaus bis zu 5000 Menschen pro Tag die kleine Insel auf einem Fußpfad der nur ca. 1 km lang ist. Paolo Andrich hat das Projekt eines Fußpfades rund um die Insel entwickelt, der sowohl den Blick auf den die Insel umgebenden Sumpf (Palude) und Salzwiesen (Barene) freigibt als auch auf die Gärten der Bewohner. Der Pfad wäre seitens der Administration genehmigungsfähig, ist es aber noch nicht seitens der Bewohner, von denen einige die vielen und möglicherweise indiskreten Wanderer auf dem Weg über ihre Privatgrundstücke fürchten.

So führt der Weg bis auf Weiteres von der Bootsstation vorbei an den Fixpunkten Ponte di Diavolo, Locanda Cipriani (in dem die VIPs der Welt sich die Bestecke in die Hand geben sollen, man aber eher zu große Motorboote sieht, die zu schnell in den schmalen Kanal vor dem Restaurant düsen), Verkaufsstände mit Stickereien und Häkeleien bis zum kleinen Platz, der vom alten Torcello erhalten ist.

In der byzantinischen Kirche Santa Fosca kann man mit ein bißchen Glück am Samstagnachmittag einen katholischen Gottesdienst erleben. Ich hatte eigentlich keine Lust, ein Stündchen meines Urlaub dafür aufzuwenden, konnte aber angesichts des einmarschierenden sehr alten, sehr dicken Priesters und seines sportlichen mittelalten Ministranten im Lagunen-Jägeroutfit (Gummistiefel mit eingesteckten Hosenbeinen und Patronenweste, gibt es nicht solche Fotos von Hemingway, der auf der Insel gearbeitet und in der Lagune gejagt hat?) höflichkeitshalber nicht mehr aussteigen. Es wurde eine sehr schöne intime Messe unter uns dreien, der Alte las aus seinem riesigen Messbuch mit einer großen Leselupe entspannt und pathosfrei, der Messdiener wickelte seine Aufgaben präzise ab und ich war wirklich bewegt, in dieser bescheidenen, tausend Jahre alten Kirche das Ritual mitzuvollziehen.

Die Kirche der Assunta wird jeder für sich als außerordentlichen Eindruck erleben, aber bei aller tief beeindruckenden Mosaikpracht sollte nicht die schöne Darstellung des griechischen "καιρος" übersehen werden, ein Relief am hinteren Fuss der Kanzel. Die "Chance", die wie auf Rädern vorbei eilt, der der alte Mann nachweint, die auch den mittelalten Menschen hinter sich lässt und die der Junge am Haarschopf packt.


Der Besuch des Campanile ist in der Eintrittskarte enthalten und sollte nicht versäumt werden, auch nicht aus Bequemlichkeitsgründen! Die Aussicht über die Laguna Nord, Torcello und im Süden Burano und

Blick vom Campanile nach Südwesten, mit der Casa d'Artista zwischen den Bäumen
Foto Paolo Andrich

Mazzorbo, im Westen bis zum Flughafen Marco Polo ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Der Aufgang besteht nicht aus Treppen, sondern aus einer Abfolge von Rampen, verbunden durch jeweils zwei Stufen, sogar RollstuhlfahrerInnen können mit ein bißchen Schiebehilfe auf den Turm (ganz am Schluss kommen fünf hohe Stufen, aber da sich immer Leute auf dem Turm aufhalten, findet man leicht zusätzliche Hilfe).


Wer die vielbeschriebene Stille, Einsamkeit und Melancholie Torcellos spüren will, muss über die "Öffnungszeiten" hinaus bleiben. Es gibt eine Hand voll Zimmer auf der Insel, familiär entspannt und bäuerlich einfach kann man bei Paolo Andrich in seinem Bed&Breakfast "Casa d'Artista" unterkommen, wo man außer der freundlichen Atmosphäre und dem gemeinsamen Frühstück im Sommer Kursangebote (Kunst, Ökologie der Lagune) und Weitervermittlung an Spezialanbieter zu Ökologie, Geschichte, Archäologie (je nach rechtzeitiger Anfrage) wahrnehmen kann. Paolo plant neben seinen Artischocken- und Weinfeldern auf seinem Grundstück ein Umweltbildungszentrum zum Ökotopos Laguna Nord in Kooperation mit dem neuen Naturpark Laguna Nord. Nach einem Gespräch mit ihm (italienisch, französisch) ist man bestens orientiert über ökologische Probleme und Standpunkte, z. B. auch das umstrittene Projekt MOSE.

Patio vor der Casa d'Artista
Foto Paolo Andrich


Die 'Casa d'Artista' ist der ehemalige Inselwohnsitz des Kunstprofessors Lucio Andrich, dessen hinterlassenes Werk (Malerei, Skulpturen und vor allem ungewöhnliche Kunstwerke aus Stoffen, zusammengesetzt aus unterschiedlichsten Applikationen) der Neffe Paolo pflegt und ausstellt.
Ein Sonnenaufgang vor der Hütte am Artischockenfeld an einem frischen Septembermorgen oder eine Gesprächsrunde mit interessanten Menschen vor dem offenen Kamin sind unvergessliche Ergänzungen eines Aufenthalts in Venedig.
Und an einem Samstagnachmittag traf ich dort ein Jahr später den alten dicken Priester wieder, der auf ein Schwätzchen nach dem Job zu Besuch kam...
Um nicht zu sehr ins Schwärmen zu kommen, sei ergänzt, dass ein gutes Mückenmittel in Ganzkörperanwendung ab 17 Uhr auf Torcello unverzichtbar ist!

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