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18. April 2015

Außerordentliche Ausstellungsorte Biennale 2015

Halbmezzanin im Palazzo Contarini-Polignac/dal Zaffo
In 3 Wochen steigt die Kunstbiennale. 
Über einen Teil der Nationenausstellungen und Zusatzaus-
stellungen ('collateral events') habe ich in 6 Einträgen zwischen Ende Dezember und Anfang März berichtet, und Einiges er-
scheint hier zum 2. Mal, aber unter dem Aspekt der besonderen Location. 

Die Meldungen über die Biennaleauftritte trafen seit Mitte 2014 peu à peu online bei mir ein, seit Januar mehr, als ich bearbeiten konnte. Vor 6 Wochen wurde endlich biennaleseitig offiziell das Programm veröffentlicht - nichts auf der Welt ist so entspannt wie die venezianische Terminplanung. Egal ob Kommune, Biennale, ein Straßenfest oder offenes Arsenale, auch  ein Dutzend offene Inseln -  bloß kein Stress wegen der Kommunikation, genug Leute sind immer in der Stadt!

Ich bin eingestellt auf aufregende 2 Wochen die möglicherweise nicht ausreichen, wenn die venezianische Ausstellung Aquae Venezia 2015 der Expo 2015 in Mailand dazu kommen, die mir zwar beide nicht auf den Nägeln brennen, aber wohl die Carpaccio-Ausstellung in Conegliano die ich keinesfalls verpassen will. Außerdem jede Menge saisonaler Kunstaus-
stellungen und -events: in den städtischen Museen mit einem vielfältigen Programm, in Kunstmuseen wie Accademia und Palazzo Grimani (und weiteren) in den vielen venezianischen Stiftungen wie Cini, Querini Stampalia, Pinault (und weiteren) und Ausstellungshäusern wie Casa Tre Oci (und weiteren). Überall Saisonangebote, deren Großteil zum Jahresende ausläuft. Zum Teil auch schon früher.



Seitenaltar in Sant'Antonin, Restaurierung nicht abgeschlossen
In diesem Eintrag geht es, wie immer zur Biennale, um Kunst in besonderen RÄUMEN. Die Kunst mag besonders sein oder nicht, die Räume sind es, da sie normalerweise nicht für TouristInnen geöffnet sind. Nur gelegentlich vermietet werden für Ausstellun-
gen, Konferenzen, vielleicht auch private Feiern, jedenfalls nicht zugänglich für uns NormalbesucherInnen Venedigs. Aus dieser Sicht ist jede Biennale eine doppelte Wundertüte - man lässt sich überraschen!



Altes Parkett - kein venezianisches Terrazzo -  im Palazzo Falier

Cannaregio:

Kreuzgang Madonna dell'Orto 9.5.-22.11. Ausstellung Emily Young 'Call and Response'. Sehr schöner stimmungsvoller Kreuzgang, wunderbarer Blick auf das Kirchenschiff- und Dach, extrem seltene Gelegenheit, ich habe hier erst 2 Ausstellungen erleben dürfen! 
Haltestelle Madonna dell'Orto

Scuola dei Mercanti 9.5.-22.11. Teilausstellung des Freundschaftsprojektes China/San Marino. In der ehemaligen Scuola, die eine sehr schöne Kassettendecke im Obergeschoss hat, finden zu den meisten Kunstbiennalen Ausstellungen statt aber nicht immer. Vertiefende wissenschaftliche Lektüre zur Scuola für Interessierte.
Haltestelle Madonna dell'Orto

S. Caterina 9.5.-22.11. Ausstellung Grisha Bruskin 'La collezione di un archeologo in Kooperation mit der Universität Ca'Foscari. Die Kirche S. Caterina ist Teil einer Mädchenschule und steht für Besuche nicht zur Verfügung (ein misslungener Versuch). Also möglicherweise eine einmalige Chance, rein-
zukommen. Es gibt derzeit eine weitere Ausstellung des Künstlers in Venedig, deshalb eine doppelte Empfehlung.


Palazzo Fontana 9.5.-22.11., Ausstellung Scotland+Venice, Graham Fagen. Die erste Ausstellung in diesem Haus, nichts weiter darüber zu finden, bei Tassini (Curiosità Veneziane) der Hinweis, dass die Fontana 1549 aus Piacenza zugezogen seien und ein Sohn namens Giovanni einen Palazzo im Stil Sansovinos bei San Felice mit Blick auf den Canal Grande bauen ließ. Durch die Aufschüttung von Kanälen im Bereich der heutigen Strada Nova gab es Änderungen bei  Grundstücken, die die Zuordnung ohne weitere Informationen schwer machen. Ich bin gespannt, das Haus kennenzulernen.
Haltestelle Ca' d'Oro 

Palazzo Mora 9.5.-22.11., drei Länderausstellungen. Neues Haus für mich, ich hatte schon 2013 und 2014 die Gelegenheit, es zu besuchen und habe es verpasst, obwohl es bequem am Wege liegt in der Nähe von San Felice. Aber ich verpasse dort auch immer die Länderausstellung Rumänien wegen ihrer dämlichen Mittagspausenschließung. Dann klappt es irgendwie nie mit der beschäftigen Biennalebesucherin :-(  Diesmal gehe ich hin!

Palazzo Flangini 9.5.-22.11. Landesausstellung Mauritius "From One Citizen You Gather an Idea". Vor Jahren habe ich es verpasst, für einige Nächte ein angebotenes Zimmer in diesem beeindruckenden Haus zu mieten. Ich wusste nicht, dass es kurz danach renoviert werden sollte. Die Renovierung ist abgeschlos-
sen, Zimmer werden nicht mehr vermietet. Ich kenne nur den Androne von einer Fotoausstellung während der Architekturbien-
nale und hoffe, dass die Ausstellung auch in den Piano Nobile reicht. 

Ergänzung 19.4.: Eine weitere Ausstellung, deren Ankündigung vielversprechend ist: 9.5.-15.8. "Dancing makes me joyful" der Künstlerinnen Lena Liv und Lindy Nsingo. Das sieht nach Piano nobile aus, großartig.
Zu Fuß vom Bahnhof. 

Ergänzung 30.4.
Santa Maria della Misericordia o. Valverde 9.5.-22.11. Bei diesem Namen denkt jede/r an die Scuola Grande della Misericordia, es geht aber  um die Kirchen neben der alten, ehemaligen Scuola, über die Brücke. Heute gibt das Icelandic Art Center bekannt, aber nicht mal auf seiner Website, sondern auf der Website von ArtNews, dass die isländische Ausstellung in dieser Kirche stattfinden wird, die seit Jahrzehnten geschlossen ist.
Mein Eintrag vom 7.2.:
Island, mein Allzeitfavorit venezianischer Kunstbiennalen, wird vertreten durch den Schweizer Konzeptkünstler Christoph Büchel. Allerdings steht nichts von diesem Termin im Kalender bei Hauser&Wirth. Kommen da Zweifel auf? Und ein bisschen Zoff wegen seiner Nominierung scheint es auch zu geben, immer gut für die Werbung...Ohne Isländischkenntnisse meine ich der Seite entnehmen zu können, dass die Ausstellung im Garten der Vergini im Arsenale stattfindet. (Diese Information wird bei Bedarf korrigiert.)
Der leise Seufzer am Ende des Artikels, dass man wohl bis zum 9.5. abwarten muss, um zu sehen, was Büchel zeigt, der voraus gegangene Konflikt und die späte Entscheidung (oder ist es nur eine späte Meldung?) raten: erst mal nicht aufregen, schaunwermal. 

Evangelisch Lutheranische Kirche 13.6.-13.9. Ernst Barlach - Der Zweifler
Diese Kirche öffnet sich erfreulich oft für Kunstereignisse, aber trotzdem hat man selten genug Gelegenheit, sie zu bewundern. Der Kirchenraum ist protestantisch-nüchtern, aber die Eingangshalle mit den alten Grablegen, z. T. in deutscher Sprache und der schöne kleine Treppenaufgang sind unbedingt sehenswert. 


Eines der Details des Handwerkerhofs der Fondazione Gervasuti

Castello:

Sant'Antonin 6.5.-22.11., Ausstellung Recycle Group 'Conversion' (Man muss sich nicht anmelden, um die Seite lesen zu können). Die Kirche wird seit über 20 Jahren restauriert, die Arbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen, aber die Kirche wird seit der Biennale 2013 für seltene Ausstellungen genutzt. Damals für die Ai Weiwei-Nachbildungen seiner Gefängniszelle und -szenen. 2010 wurde die "Öffnung" der Kirche verkündet, war aber nix, das Patriarchat Venedig bietet Gruppenführungen an, die aber Einzelreisenden nicht offen stehen, nur komplett angemeldeten Gruppen. Dies ist also eine Chance, die Kirche zu sehen, die bisherige Restaurierung ist beeindruckend und man fragt sich, warum die Kirche nicht regelmäßiger geöffnet ist. 
Haltestelle S. Zaccaria

Fondazione Gervasuti (ohne eigene Website), ein ehemaliger Handwerkerhof, der sich aus mehreren Gebäuden auf 2 Etagen zusammensetzt und seit Jahren für Länder- und Nebenaus-
stellungen vermietet wird. Der Zustand der Gebäude ist schlecht, aber nicht unsicher, man mag das auch romantisch finden. Die Ausstellungen hier passen immer gut ins Ambiente, die Auswahl erfolgt offensichtlich recht bewusst. Wer Palazzi und Kirchen besucht, sollte auch diesen Teil der 'Venezia minore' kennenlernen. 

In diesem Jahr 9.5.-22.11. Ausstellung Country der Künstler-
innen Kayili. Und sicher weitere.

Haltestelle Giardini oder Arsenale, die Via Garibaldi bis zur Brücke S. Gioacchino

Arsenale Docks auf S. Pietro di Castello, Haus Nr. 40 6.5.-26.7.; ein weiterer Blick auf das werktätige-handwerkliche Venedig. Hier wird das Mini-Golf-Kunst-Projekt 'Doug Fishbone's Leisureland Golf' installiert, an dem BesucherInnen sich aktiv beteiligen sollen. Klingt erstmal nach Kindergeburtstag, eröffnet aber vielleicht neue Perspektiven auf der alten Insel S. Pietro.
Gleiche Adresse: 9.5.-22.11. Katalanischer Pavillon, Ausstellung 'La Singularitat'.
Haltestelle S. Pietro oder zu Fuß über die Brücke bei S. Ana.


S. M. Ausiliatrice 9.5.-22.11. Nationale Ausstellung Wales. Eine kleine ehemalige Kirche in gutem Zustand, mit einem schönen Altarrelief. Dient regelmäßig als Ausstellungsort während der Biennale, war aber öfter schlecht zu sehen wegen der Verdunke-
lung bei Videoinstallationen. Kann passieren. Der anscheinend schöne Kreuzgang gehört zum Wohnheim für Studierende und nicht zum Ausstellungsbereich. Genau kanal-gegenüber der Fondazione Gervasuti, siehe oben.


Ergänzung 30.4.
Villa Sette Martiri 1610/A 9.5.-23.6. The Fall of the Rebel Angels. Eine Sammelausstellung einer sehr großen Gruppe junger KünstlerInnen, die in der freistehenden Villa an der Riva sette martiri steht, an der Anlegestelle der kleinen Flusskreuzfahrtschiffe. Das ist, was ich vermute und in der nächsten Woche in Venedig prüfen werde. Das wäre toll, denn dieses Haus stand meines Wissens noch nie für eine Ausstellung zur Verfügung und ich bin sehr neugierig auf beides. Siehe auch HuffPost 22.4.15.
Haltestelle Giardini oder Arsenale


Garten Loredan dell'Ambasciatore

San Marco:

Palazzo Garzoni (Canal Grande) 9.5.-22.11. Ausstellung Azerbaijan 1: Vita Vitale. Viele KünstlerInnen, eine größere Sache, die möglicherweise das ganze Haus einnimmt? In dem ansonsten jedermann/frau ein Apartment mieten kann zu normalen Preisen. Insofern nicht die einzige Gelegenheit, diesen Palazzo besuchen, aber inklusive aller Räume vielleicht schon.  

Palazzo Falier Piano nobile,  (Canal Grande) 9.5.-22.11. Ausstellung Sean Scully 'Land Sea'. Das Haus wirkt vergleichs-
weise klein vom Canal Grande aus, die Gässchen eng und lang, der Piano nobile wirkt dagegen riesig. Beeindruckend auch die Sicht aus den beiden schön verglasten Vorbauten auf den Canal Grande. 

Haltestelle Accademia 

Palazzo Pisani, Sitz des Conservatorio Marcello Benedetto 9.5.-22.11. Brian Eno und Beezy Bailey: The Sound of Creation. In diesem Gebäude finden sowohl Ausstellungen als auch Kon-
zerte statt, ich hatte anläßlich des Giuseppe-Verdi-Geburtstags 2013 sogar das Glück, an einer musikalischen Feier quer-rauf-und-runter durch das Riesengebäude teilnehmen zu dürfen. In diesem Falle spielt sich die Sache offensichtlich vertikal in einem der Treppenhäuser ab, man kann eine Überraschung erwarten und sollte die Gelegenheit nutzen. 

9.5.-22.11. Landesausstellung Angola "The Ways of Travelling".
Haltestelle Accademia

Palazzo Barbaro (Canal Grande) 9.5.-22.11. Ausstellung 2 Azerbaijan 'The Union of Fire and Water'. Ach, der berühmte Palazzo Barbaro! Erste Gelegenheit, ihn zu sehen (einen kleinen Teil davon, nehme ich an), bisher kenne ich nur seine düstere Rückseite, wo er an den Palazzo Pisani grenzt (s. o.). Dargestellt auf Gemälden und beschrieben in Büchern und nun endlich mal zu besuchen...! (Siehe auch diese Beschreibung im 'Venezia Blog')

Ex-Kirche San Gallo 9.5.-22.11. Ausstellung Patricia Cronin 'Shrine for Girls'. Die wirklich sehr kleine Kirche liegt direkt hinter dem Markusplatz, ist quadratisch mit 3 gleich großen Altären an 3 Seiten (4. Seite ist der Eingang). Ein stiller, geschlossener Raum. Keine Fenster, weshalb der Raum gerne für Video-Ausstellungen der Biennale genutzt wird. Das geplante Projekt passt sicher ausgezeichnet hier hin und lädt zur Kontemplation ein. Und man kann den Raum SEHEN.
Markusplatz verlassen über Calle Fabbri, an der 2. links ist der Campo S. Gallo.



Ergänzung 30.4.
Fondaco Marcello 9.5.-22.11. Concordia - Der antarktische Pavillon. Das kleine Gebäude am Canal Grande kann sich mit den umgebenden großen Palazzi nicht messen, aber es ist trotzdem interessant, ein ehemaliges Lagerhaus, vor allem seinen Dachstuhl, von innen zu sehen. (Das gleiche Gebälk findet man auch in alten Häusern der ehemaligen venezianischen Kolonien in Griechenland, egal ob Peloponnes, Monembasia, Naxiós, Kythira, Kreta...) Der Fondaco Marcello kommt in der Regel bei Kunstbiennalen zum Einsatz.
Haltestelle S. Angelo und dann die sehr enge Calle traghetto vecchio bis zum Ende.


Ergänzung 6.5.
Palazzo Dolfin Bollani, Campo S. Marina 9.5.-30.9. Calligrafia d'Aqua. Einzelausstellung Stevens Vaughn. Mehr ist weder über das Haus noch die Ausstellung zu erfahren, da muss man wohl selbst nachsehen gehen. 
Haltestelle Rialto.


Der 2. Innenhof des Palazzo Pisani
Dorsoduro:

Ex-Kirche S. Marta 6.5.-2.8. Pavillon Tibet. Die Kirche ist völlig entkernt, eingebaut wurde eine intelligent konzipierte Tagungs- und Ausstellungsinfrastruktur, die man gesehen haben muss, wenn man sich für Innenarchitektur interessiert. Wenn man sich für tibetische/buddhistische Spiritualität interessiert, ist der Besuch doppelt zu empfehlen.
Haltestelle S. Marta

Orario di San Ludovico 3.5.-26.7. Ausstellung Nástio Mosquito (Videos). Hier kann man eines der Ergebnisse der napoleoni-
schen Säkularisation besichtigen. Obwohl nur ein winziger Andachtsraum, wurden alle (sicher früher vorhandenen) Kunst-
werke geklaut/verkauft. Es gibt noch einen Rest von ehemaligem Altar und zwei Neben'höhlen'. Hier wird kein Baumaterial gelagert wie z. B. in Santa Ana in Castello oder S. Chiara auf Murano, dies hier reicht nur noch für biennale Kleinstausstellungen. Auch das gehört zur Geschichte Venedigs. (Und hier spielt die Geschichte von "Miss Garnet" von Sally Vickers.)

Haltestelle S. Basegio, entlang des Kanals bis Calle dei Vechi (Sackgasse), dort letztes Haus rechts.

Palazzo Zenobio 9.5.-22.11. Landesausstellung Litauen "Museum". Wer dieses einzigartige Haus am Rio Briati noch nicht kennt, und seinen Garten, (und je nachdem auch das Biblio-
thekshaus und das ehemalige Waschhaus im Garten), dem fehlt ein wichtiges Stück in seinem/ihrem persönlichen Venedig-Mosaik. Zeit nehmen zum ausführlichen Gucken und Fotogra-
fieren. U. a. den prächtigen Spiegelsaal aus "Herr der Diebe" findet man in diesem Haus und Gras zum Hinlegen im Garten. 

Haltestelle S. Basegio

Ergänzung 2.5.:
Abbazia S. Gregorio 9.5.-22.11. Becoming Marni, Soloausstellung des brasilianischen Künstlers Cicero Alves dos Santos (Véio). Direkt neben der Salute, in den letzten Jahren wenige Male für Ausstellungen geöffnet und sonst immer verschlossen, ist die restaurierte Abtei S. Gregorio eine dringende Empfehlung zur Besichtigung. Der wunderschöne kleine Kreuzgang und einige Details im und am Gebäude, der Blick auf die Salute sind einmalig. Auch wenn ich jedesmal beim Anblick der großen Fenster in der 1. Etage zusammenzucke. (Siehe auch Eintrag vom 17.7.2011)
Haltestelle Salute

Ergänzung 5.5.:
Casa Donati 9.5.-30.6. Edge of Chaos (Expelled from Paradise). Die Ankündigung liest sich sehr interessant, und die Casa Donati scheint in direkter Nachbarschaft zur Abazia S. Gregorio zu liegen. Ich habe noch nie etwas von diesem Haus gehört und werde die Ausstellung baldmöglich besuchen.


Eingangshalle Palazzo Zenobio

Palazzo Loredan dell'Ambasciatore  9.5.-18.6. Projekt 9 Dragon Heads, Ausstellung 'Jump into the Unknown'. (Mehr dazu auch im 2. Biennale-Eintrag.) Involviert in das Projekt sind auch Murano, Pellestrina und Lido, wie genau das aussieht, werden wir sehen. Der Palazzo Loredan dell'Ambasciatore ist jedenfalls nicht zu jeder Biennale geöffnet, hat einen schönen gut erhal-
tenen Androne (= Ausstellungsraum, die oberen Etagen sind bewohnt bzw.
zu mieten), Blick auf den Canal Grande, einen großen Garten und ist nicht ganz leicht zu finden. 
Haltestelle Ca'Rezzonico und dann am besten mithilfe eines Stadtplans.

Palazzo Contarini-Polignac/dal Zaffo 9.5.-7.8. Ausstellung Dansaekhwa; 5.5.-30.9. Ausstellung Doug Argue 'Scattered Rhymes'. Der Palast wird nicht zu jeder Biennale vermietet; 2013 konnte ich ihn (zum 1. Mal) bewundern, mit allem Zip und Zap, Wassertor, Innenhof, Garten, beiden oberen Etagen. Sehr beeindruckend.
Haltestelle Accademia, Landeingang über die Calle Rota.


S. Croce:

Garten des Palazzo Soranzo-Cappello 9.5.-22.11. Skulpturenausstellung Roberto Sebastian Matta. Das Haus ist der Sitz der venezianischen Denkmalschutzbehörde und steht für Besichtigungen nicht zur Verfügung. Der Garten ist für hiesige Verhältnisse riesig, besteht aus 3 unterschiedlichen Bereichen und wird von Zeit zu Zeit für Ausstellungen geöffnet. Diese Gelegenheiten darf man sich nicht entgehen lassen, denn der Garten ist einzigartig. Achtung: in der 2. Jahreshälfte extrem viele sehr kleine Stechmücken im hintersten Teil des Gartens, in der Nähe der Tempelfassade. (Siehe auch Eintrag vom 26.6.11.
Zu Fuss vom Bahnhof, siehe Link vom 26.6.11. und Plan Denkmalschutzbehörde


S. Polo:

Palazzo Tiepolo Passi 9.5.-22.11. The Dialog of Fire. Glas und Keramikkunst der Gegenwart aus Katalonien und Murano. Das Haus am Canal Grande kenne ich nur vom Vaporetto aus, es scheint zum ersten Mal für eine Ausstellung zur Verfügung zu stehen und ich bin entsprechend gespannt. 


Kreuzgang Madonna dell'Orto
Damit ist die Liste sicher nicht vollständig, da es kurzfristig Überraschungsangebote geben kann wie 2011 'Bob Dylan' im Palazzo Donà, darüber freue ich mich noch heute... 
Ich habe auch nicht die Ausstellungen aufgenommen die Ausstellungsorte, die zwar bemerkenswert, aber auch jenseits der Biennale erreichbar sind (wie z. B. im Palazzo Grimani, auf S. Servolo oder S. Lazzaro...). Ggfs. berichte ich nach meinem Besuch.

Ich empfehle Biennale-Interessierten unbedingt den Kauf des Monatsheftes Mai der Zeitschrift VENEWS (oder Venezia News). Nennt sich als Biennaleausgabe "THE BAG. The Biennale Arte Guide" und hat zwei ausklappbare Griffe wie eine Tasche. Es ist zwar rappelvoll Werbung, enthält aber jeweils Beschreibungen aller Ausstellungen, einen ausführlichen Plan aller Ausstellungen und Events und zusätzliche Sortierungen nach Länderaus-
stellungen, Nebenausstellungen, OFF-Events etc.. Eine sehr hilfreiche Sache für Leute, die tagelang in der Stadt umherwan-
dern und gerne orientierungshalber im Heft ankreuzen/ausstrei-
chen/Pfeile setzen etc. möchten.



Gartendetail Soranzo Cappello

Ich begleite und führe zu Nationenausstellungen und Nebenausstellungen in interessanten Gebäuden in der Stadt. Auch themen- oder personenzentrierte Begleitungen können auf Anfrage abgestimmt werden über einen Klick ganz oben rechts in der dunkelgrünen Spalte.

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10. November 2011

San Lazzaro degli Armeni - zweiter Besuch

Grüner Kreuzgang San Lazzaro

Und zwar nach sechs Jahren.
Zur Auffrischung der Eindrücke des ersten Besuches im Jahr 2005 (die man bei Interesse nachlesen kann, ich wiederhole sie natürlich nicht), und um ein paar Fotos zu machen (erst seit 2006 bin ich mit einem kleinen Billigknipserchen unterwegs). Und weil die ägyptische Mumie aus dem "Lord-Byron-Arbeitszimmer" derzeit verreist ist, quer übers San Marco-Becken auf Urlaub in der Ausstellung "Venezia e l'Egitto" im Dogenpalast. Schön abgedeckt mit einer Glasplatte, und tatsächlich roch es bei Lord Byron im armenischen Museum nicht so seltsam wie bei meinem ersten Besuch, als die Mumie offen in ihrer Kiste bzw. ihrem schönen Sakropharg liegend erheblichen Raum beanspruchte.

Brunnen im Kreuzgang

Es gibt einige weitere Veränderungen auf San Lazzaro: die wunderbare Installation von Jannis Kounellis in einer Kammer des Kreuzgangs wurde abgebaut. ZU schade! Ich hatte gehofft, sie wäre dauerhaft. (Es gab eine Fotoausstellung von Giorgio Armani (dem Modedesigner) über Armenien, nett, aber gar kein Vergleich.)


Brunnen im Raum vor dem Refektorium



Das Refektorium ist umgestellt worden: von einem langen
Esstisch in der Mitte des Raumes, an dem die Mönche wirklich "den Tisch teilten" zu einer U-Form, mit 2 Tischen entlang den Wänden und räumlicher Distanz zwischen den Tischen.

Das ist eine übliche Anordnung, aber bei nu
r einer Handvoll (buchstäblich) von Mönchen eine extrem unpersönliche Art Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen. Vielleicht waren die paar Männer dazu übergegangen, sich beim Essen zu unterhalten? Was sie nicht dürfen, und man will auf diese Art durchsetzen, dass die Klappe gehalten wird? Ich weiß es nicht.
Die Wandvertäfelungen, Gemälde, vor allem das schlichte Geschirr und Besteck sind so schön wie ich sie sah, aber ich wünsche mir jetz
t nicht mehr, wie bei meinem ersten Besuch, in diesem schönen alten Ambiente an einer Mahlzeit teilnehmen zu dürfen.

Klosterkirche

Hocherfreulich ist die Neue-
rung, dass der monastische Dam
pfplau-
derer aus
dem Jahr 2005 ersetzt wurde durch eine junge armeni-
sche Frau, die jetzt die Führungen macht.

Sie fiel mir schon auf dem Vaporetto auf, weil sie für italienische Verhältnisse extrem unmodisch gekleidet und frisiert ist und sich absolut nicht mit optischen Mitteln aufzuwerten versucht. Auch bei der Begrüßung der Gäste völlig bescheiden und zurückhaltend, aber in ihrer Rolle selbstbewußt und Aufmerksamkeit fordernd.

Während der Führung dann: historisch und kunsthistorisch kompetent bis in die Details und z. B. auch in Fragen der armenischen Religion, der armenischen Sprache und Schrift. Mit echter Leidenschaft brennend für ihr Thema, keine Schauspielerin hätte mehr Ausdruck in Stimme, Blick, Mimik und Körpersprache legen können, die Aufmerksamkeit der Besuchergruppe besser herausfordern und befeuern können als diese unscheinbare Frau.
Treppenhaus zur Bibliothek/zum Museum

Es war toll, beeindruckend, eine richtig gute Erfahrung einer richtig guten Führung. Und natürlich reagieren die Leute darauf animiert, fragen nach und viele haben bezeichnenderweise am Ende das Bedürfnis, sich persönlich zu verabschieden und ein paar Worte der Anerkennung und des Dankes loszuwerden.
Die Kirche wird von der neuen Führerin wesentlich ausführlicher gezeigt und erläutert, als das früher der Fall war. Man darf sich jetzt auch frei in der Kirche bewegen und fotografieren, wird auch in die Apsis geführt um z. B. das Evangeliar näher zu sehen.
Das Fotoverbot im Kloster wird gesetzt aber großzügig gehandhabt, wer jedoch frech vor ihrer Nase mit der Kamera wedelt wird eindeutig zur Ordnung gerufen ("This is my first and last call!")

Kleiner Teil der alten Bibliothek

Der Kreuzgang wie beim letzten Besuch wunderschön grün, und vielleicht eine wichtige Information zu einer Exkursion, die immerhin über 2 Stunden dauert: es gibt ordentliche Gästetoiletten und Getränkeautomaten (an die ich mich vom letzten Mal nicht erinnere), neben dem Klostershop.

Das Betreten der grünen Bereiche beschränkt sich dauerhaft auf den "Vorgarten" um die Bootsanlege, es gibt keinen Zugang zu den ziemlich großen Gärten hinter dem Gebäudekomplex, siehe
Google Maps.
Es ist auch keine Kirchenfassade oder Apsis von aussen zu sehen, der Eingang zur Kirche befindet sich ja innerhalb des Kreuzgangs und die Apsis muss irgendwo in den Gärten sein.
Altes Armenierviertel hinter dem Markusplatz.
Im Sottoportego ist rechts der Eingang zur Kirche S. Croce



Mittlerweile fand ich im Internet weitere Informationen (siehe auch ganz unten), vor allem die Website Armenier in Venedig, eines Projekts des Liceo Scientifico G. B. Benedetti, (ehemalige Kirche S. Giustina nahe S. Francesco della Vigna) sehr beeindruckend. Hier wird man als Laie kompetent und kompakt in das Thema eingeführt.
Das armenische Seminar im Palazzo Zenobio kennt man durch Besuche während Biennale-Ausstellungen, auch das Angebot der Gästezimmer im Palazzo Zenobio. Den Palazzo Seriman in Cannaregio kannte ich als Kindergarten, wußte aber nicht, dass er ursprünglich armenisch war.



Erhaltene Deckenfresken im ehemaligen armenischen Viertel


Von der armeni
schen Geschichte der Ruga Giuffa bei S. Maria Formosa und vom alten armenischen Viertel Venedigs direkt hinter dem Markusplatz rechts und links der Calle del Fabbri zwischen San Gallo und San Zulian habe ich erst durch diese Website erfahren und die schönen Fresken am Rio terrà delle Colonne bewundert. Die beiden armenischen Wohn- und Handelsviertel existierten in Venedig lange vor der Ankunft der Mechitaristen und der Gründung des Klosters auf S. Lazzaro und des Seminars im Palazzo Zenobio.
Die Kirche der Armenier S. Croce wird jeweils am letzten Sonntag des Monats für Gottesdienste genutzt (der Gottesdienst auf S. Lazzaro ist dann nicht öffentlich).

Auf Youtube gibt es einen
kleinen Film über die Kirche S. Croce, eine Besichtigung ist während Gottesdiensten ja nicht möglich und es ist auch nicht Jedermanns Sache, in einer kleinen und fremden Gemeinde den Gottesdienst zu besuchen.




Armeniapedia
Weihnachten auf San Lazzaro
Being Armenian at San Lazzaro Island, Venice


Update am 08.12.2011:
ab dem 15.12.2011 gibt es bis zum 10. April 2012 eine Ausstellung zur armenischen Kultur im Museo Correr am Markusplatz.
Armenia. Imprints of a Civilisation.



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2. August 2011

Und wieder Island!


Hintereingang zur Ausstellung durch die Corte d. Vecchi

Aus Island kam die erste Pressemitteilung zur Biennale 2011 schon im Januar 2010, sozusgen direkt nachdem das 'Atelier' im Palazzo Michiel da Brusa abgebaut war. Siehe mein Eintrag vom 20.1.2010.

Und prompt begeistert mich wieder die Ausstellung Islands "Under Deconstruction".


Video im Waschhaus: Musik in der Gondel

Sie besteht in der Fort-
führu
ng des seit 2003 laufenden Projekts "Your country doesn't exist" vor allem durch eine Serenade für Mezzosopran, Gitarre und Trompete, komponiert von Karolina Eiriksdóttir, aufgeführt und aufgezeichnet in einer Gondel in den Kanälen des Dorsoduro und rund um Rialto.

(Es ist toll, in Venedig Videos über Venedig zu sehen. Der Film ist fertig, man geht raus und - bleibt in der Szene...) Nach 2 x Ansehen des Videos hatte ich die Serenade fest im Ohr, summte den ganzen Tag durch Venedig ...dein Land existiert nicht...ton pays n'existe pas...il tuo paese...


Das zweite Video der Ausstellung ist die Verfassung der Republik Island, bzw. die Arbeit an der TV-
Aufzeich-
nun
g der vertonten Verfassung, ebenfalls eine Komposition von Karolina Eirikdóttir.

Als Tonaufzeichnung per Kopfhörer gibt es "Exorcising Ancient Ghosts", Texte aus dem Griechischen des 5. Jahrhunderts (englisch, italienisch gesprochen) um Rechte von griechischen Frauen und Ausländern bzw. dem Verbot von "Mischehen", auf der Dachterasse. Die Texte sind an der Wand plakatiert.

Dachterasse mit Audioanlage im Tontopf

Island stellt in
diesem Jahr nicht am Canal Grande aus, wie in den Jahren zuvor, sondern im Palazzo Zenobio, und zwar im ehemaligen Waschhaus, dessen Existenz mir bisher nicht bekannt war, denn an dieser Stelle gab es bisher einen verwilderten Garten hinten rechts, begrenzt von einer mit Campsis überwucherten Mauer.

Holztreppe zur Dachterasse des Waschhauses

Garten und Mauer sind aufgeräumt, es gib
t plötzlich Türen ins Waschhaus, eine romantische Ruine, Zwischenwände im Gebäude gezogen oder repariert. Eine neue Holztreppe wurde gebaut damit die Dachterasse genutzt werden kann, und das ist nun wirklich ein großartiger Platz, hier kann man neben dem Exorzieren von antiken Göttern seine Zeit genießen im Schatten und der Aussicht auf den Campanile der Carmini, den Zenobio-Garten und an seinem Ende das schöne Bibliothekshaus.

Panorama von der Dachterasse: Carmini, Campanile, Bibliotheksgebäude und Garten des Palazzo Zenobio

Die große neue Wiese zwischen Waschhaus und Garten ist sicher manchem weiteren Zweck dienlich, ein Mittagsschläfchen, Kinder hüpfen lassen, vielleicht ein Picknick? (abfallselbst-
entsorgend).


Eine Ausstellung, für die man sich erstens Zeit nehmen, zweitens auf Akkustisches einstellen und die man drittens bei gutem Wetter besuchen sollte, um in den Genuß von Dachterasse und Garten zu kommen.


Es gibt neben dem Haupteingang durch den Palazzo Zenobio noch einen Nebeneingang von der Fondamenta S. Sebastiano durch die Corte d. Vecchi.

Website von Libia Castro & Ólafur Ólafsson


Vaporetto San Basilio, Linie 2, geradeaus über den Campo S. Baségio, entlang der Fondamenta S. Sebastiano; entweder rechts in die Corte d. Vecchi oder rechts entlang der Fondamenta del Soccorso bis zum Haupteingang des Palazzo Zenobio/Collegio Armeno

Plan auf Google Maps

17. Juli 2011

2-3 x Ärger am Canal Grande

Ärger Nr. 1:



zum ersten Mal erlebe ich, dass Ausstellungen, die als "Collateral Events" der Biennale, mit einem roten Logo geadelt, nicht freien Eintritt bieten, sondern ein separates Eintrittsgeld verlangen. Das kann mehr oder weniger ärgerlich sein.
Im Falle der Ausstellung im Palazzo Corner della Regina (Besuch bereits beschrieben im Eintrag 'Hütten und Paläste' vom 9.7.) ist das aus meiner Sicht weniger ärgerlich, ein wunderbares Haus das man gesehen haben muss, eine mich begeisternde Ausstellung, die man nicht hätte verpassen mögen. Mich persönlich haben die 10 € nicht geschmerzt, dieser Nachmittag war es wert.




Palazzo Zenobio, Eingangshalle

Etwas ärgerlicher wird es schon, wenn auf dem Treppenabsatz im Palazzo Zenobio zur Ausstellung "The Mediterranean Approach" ein Tisch steht und ein junger Mann wegelagerisch 4 € für das Betreten des oberen Stockwerks verlangt.

Das sah mir nach einer spontanen "nicht offiziellen" Initiative aus. Ich habe die 4 € abgegeben, der Saal im Piano Nobile ist überwältigend und eine gewisse Schlitzohrigkeit darf auch belohnt werden. Im Nachhinein habe aber doch bezweifelt, dass das eine prinzipiell gute Entscheidung war. (Mehr zu den Ausstellungen im Palazzo Zenobio in einem späteren Eintrag.)




Richtig ärgerlich war ich und habe entschieden Widerstand geleistet im Palazzo Bembo an der Rialtobrücke.

Ich WOLLTE die Ausstellung "Personal Structures" besuchen, wurde schon auf der Riva von einer jungen eleganten Kundenfängerin "Biennale...?" angesprochen. Erstaunlich. Der Palazzo wird gerade renoviert, laute Maschinen zugange im Mezzanin, auf dem Treppenabsatz des Piano Nobile zwei weitere sehr freundliche junge Frauen, die für die 2 Ausstellungen auf 2 Etagen, 10 € haben wollen. Die Renovierungkosten seien so hoch, dass man leider, leider, nicht den biennalemäßigen kostenlosen Eintritt ermöglichen könne... na klar.



Nach kurzer strategischer Diskussion erhielt ich je ein Freikärtchen für beide Etagen und bin deshalb in der Lage zu berichten, dass die Joop-Ausstellung für mich im doppelten Wortsinn geschenkt war (computerentwickeltes Design: Putten und Affen, umgesetzt in schwarzen und weißen Marmor). Immerhin unter Murano-Kandelabern und schönen Zimmerdecken.



"Eternal Love" von Wolfgang Joop

Die Ausstellung 'Personal Structures' in der zweiten Etage ist interessante, z. T. spannende zeitgenössische Kunst, aber in langweiligen rechteckigen zeitgenössischen Räumen, ohne Inspiration renoviert, mit einem einzigen ungewöhnlichen Terrakotta-Fussboden. Das Versprechen der veneto-byzantinischen Fassade wird zur Enttäuschung. Schöner Blick auf den Canal, ja, schönes großes Foyer mit breiten, bequemen Sesseln, wofür man in Venedig ja immer dankbar ist. Das isses.



Ich befürchte, dass diese Sondereintritte hier und da Schule machen könnten und nicht mehr das schlichte Biennale-Prinzip "Geh rein wenn du das rote Logo siehst und lass dich überraschen" sondern "Prüf erst mal, was es kostet und ob du es sehen willst oder nicht" gilt. Kontraproduktiv.




Abazia S. Gregorio, Blick zur Kirche

Ärger Nr. 2:

Ich hatte mich so darauf gefreut das Kloster San Gregorio endlich zu sehen, das jahrelang eingerüstet war. Es war ein Schock in der 'Art Night' am 18.6., der bei einem zweiten Besuch bei Tageslicht bestätigt wurde.

Wasserportal zum Canal Grande

Alle zugäng-
lichen Räume des Komplexes inkl. Treppen-
haus und Kreuzgang sind vollgestopft mit Exponaten. Man schlängelt sich um das Zeug, immer besorgt, irgendwo anzustoßen oder
andere Besucher anzurempeln, weil man der Kunst ausweichen muss.

Die Ausstellung
Future Pass ist ein solcher Flohmarkt zusammen geschmissener Kunst, dass die herausragende Lokalität des Klosters untergeht, nicht wahrgenommen und gewürdigt werden kann. (Mir fiel allerdings auf, dass eine Altana auf dem Dach steht, und ich fragte mich, wieso es dafür wohl eine Genehmigung geben konnte, bis ich später vom Vaporetta aus sah, dass die Altana von außen nicht sichtbar ist. Ich vermute, das war die Bedingung für die Genehmigung?)


Altana auf dem Dach zur Kanalseite

Diese Ausstellung ist keine kuratorische Glanzleistung, jenseits von Geschmacks-
fragen. Ich bin fassungslos, dass niemand diesem wahllosen Zustopfen der kleinen Räume Einhalt geboten hat.


Die kleine Abazia S. Gregorio ist der Sitz (und möglicherweise der Besitz? ich weiß es leider nicht) der Fondazione Claudio Buziol. Es bleibt zu hoffen, dass es künftig Gelegenheiten geben wird, hier angemessen kuratierte Ausstellungen zu sehen.

"Future Pass" hat einen zweiten Ausstellungsort, den
Palazzo Mangili Valmarana, der am Canal Grande gegenüber dem Gericht steht und einen schönen Garten und seinen Haupteingang an der Strada Nova bei SS. Apostoli hat.

Blick zur
"Nachbarin" Salute

Und da ich mir den Anblick eines weiteren Chaos-
werkes nicht antun wollte, habe ich mir den 3. Ärger am Canal Grande erspart und den Besuch dieses schönen Hauses, das ich schon bei der 53. Biennale 2009 sehen durfte, aufgeschoben auf eine bessere Ausstellung.



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5. Oktober 2007

52. Kunstbiennale Venedig - noch 6 Wochen


Nicht verpassen!

Am 21. November schließt die 52. Kunstbiennale. Sie ist wie immer eine tolle Wundertüte aktueller Kunst, aus der man sich Überraschungen aller Arten und Mengen fischen kann.

Am Eingangscafé der Giardini "La
Grande Catalina" (KünstlerIn leider nicht notiert)

Es gibt wie immer die zwei zentralen großen Ausstellungsbereiche, die sonst nicht öffentlichlich zugänglich sind: die Giardini und ein kleiner Teil des Arsenale. Dafür zahlt man einen moderaten Eintritt von 15 € (Ermäßigungen siehe die Website der Biennale, unten).




Giardini

Österreich, Herbert Brandl Griechenlandpavillon

Die Aus-
stellungen in den Länder-
pavillions und -ber
eichen sind übersichtlich (auch die damit verbundenen Fusswege), und mit dem kostenlos verteilten grün-roten Ausstellungsheft findet man sich gut zurecht, sogar im Italienischen Pavillon der Giardini, der das etwas labyrinthische Herzstück der von Robert Storr zusammengestellten Schau ist. (Es gibt seit diesem Jahr noch einen zweiten Italienischen Pavillon im Arsenale.)



Pavillon Rumänien aussen

Pavillon Japan, Masao Okabe









Arsenale

Blick in die Austellung der Corderie

Guillermo Kuitca, Argentinien)


Ausstellungsgelän
de Arsenale












Ausstellungsorte in der Stadt

Neben den Giardini und dem Arsenale gibt es, und das ist das Besondere und Spannende an der Biennale di Venezia, überall in der Stadt zusätzliche Ausstellungen und "Collaterale Events" von Ländern, die über keinen (tradionellen) Pavillon verfügen und von Einzelkünstlern.


Pavillon Mexico (zum ersten mal dabei) im Palazzo Soranzo van Axel. Hinterer der beiden Innenhöfe und Blick aus dem 2. Piano Nobile. Eine vielleicht einmalige Gelegenheit, diesen Palast zu besichtigen. Er steht zum Verkauf...)

Die Teilnahme an der Biennale wird von den teilnehmenden Ländern organisiert und bezahlt. 'Man' kann aber auch per Teilnahmebeitrag von 20.000 € + Miete einer Lokalität + Einstellung von Ausstellungspersonal, z. B. Studierende, sich die Teilnahme selber organisieren. Man sollte ca. 100.000 € einplanen für die Zeit Juni-November...

Der Eintritt in diese Ausstellungen ist frei, geht einfach rein, wo immer das quadratische rote Biennale-Logo im Stadtbild, an einem Hauseingang zu sehen ist, und sucht die Überraschung!


Einzelausstellung Jan Fabre im Palazzo Benzon; Exponat im Androne und Blick vom Piano Nobile auf den Canal Grande









Die Überraschung ist doppelt, denn man landet z. T. in Gebäuden,
die sonst verschlosssen sind (Ausstellung Mexico im Palazzo Soranzo Van Axel bei der Miracoli Kirche), die nur für Veranstaltungen zur Miete stehen, zu denen ein Normalbürger normalerweise keinen Zutritt hat (Ausstellungen Armenien, Schottland, Lateinamerika im Palazzo Zenobio, Bildungsinstitut der armenischen Mechitaristen am Rio d. Carmini in Dorsoduro) oder von außen bestens bekannt, aber strikt privat sind (Ausstellung Luxemburg, Ca' del Duca am Canal Grande).


Verschiedene Länder- und Einzelausstellungen im Palazzo Zenobio: Garten mit Bibliothekgebäude, Blick auf den Carmini-Campanile; Ballsaal mit 1 (!) Exponat (Guatemala)


Doppelte Überraschungen bieten auch Verbindungen von Kunstwerken mit dafür ursprünglich nicht vorgesehenen Räumen, z. B. Kirchen oder Klöstern (Ausstellung Syrien in San Franceso della Vigna) Krankenhäusern oder konvertierten Anlagen (Vedova-Ausstellung auf Sant' Erasmo, Torre Massimiliana).



Das sind einige Beispiele von insgesamt 87 Events, die sich über Stadt und Inseln verteilen.


Man kann also, neben dem massenhaften und spannenden aber auch ziemlich erschöpfenden Kunstkonsum an den beiden zentralen Stellen, insgesamt locker eine Woche damit verbringen, die Stadt zu durchwandern und durch das Wundertütenangebot neue Perspektiven zu gewinnen, insbesondere auch jetzt im Herbst. Die Öffnungszeiten sind an allen Ausstellungsorten nur 10:00-18:00 Uhr, was, wenn man nur wenige Tage hat, zu logistischen Problemen führen kann. Deshalb lieber ein bisschen mehr Zeit nehmen!


Torre Massimiliano, Sant' Erasmo




Hier ist die offizielle Site der Biennale di Venezia
Hier gibt es einen fotografischen Rundgang durch die wichtigsten Länderpavillons
(und gute Ausstellungsplan- und Stadtplanauszüge, die die Orientierung erheblich erleichtern!)
Hier gibt es einen vollständigeren Rundgang, der viele Videos, teils von den ausstellenden Künstlern selbst hergestellt, und Interviews mit den Künstlern bietet, zum Teil aber auch Blicke auf die Ausstellungsorte (für Venedig-Freaks...)

Im November bieten die ersten Hotels schon ihre Winterermäßigung an, während der letzten beiden Biennale-Wochen kann man zum Teil recht preisgünstig wohnen. Die Sache kann fast um die Hälfte billiger werden als im Oktober, ist also auch für schmale Budgets finanzierbar. Beispiel: das sehr einfache, bahnhofsnahe aber preisgünstige Hotel Guerrini,zwischen Bahnhof und Canale di Cannaregio; das überaus angenehme und sehr freundlich familiengeführte Hotel Boccassini in der Nähe der Fondamente Nove; und etwas teurer, aber nur wenige Schritte vom Piazzale Roma das Hotel Canal mit Blick auf die neue Brücke. (In diesen Hotels habe ich schon gewohnt bzw. wohne regelmäßig dort, aber per Internetrecherche finden sich weitere Angebote unterschiedlicher Preis- und Luxusstufen.)