In meiner Stadt - nella mia città
Eine kreative und tröstliche Begegnung
mit der schönsten Stadt
in Zeiten der physischen Distanz.
Gefunden dank eines Tweets von Luisella Romeo.
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Venedig Reiseblog
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| Ravenna Dantes Grabkapelle in Ravenna |
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| Dantes Text am Eingang des Arsenale |
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| Dante in Ravenna 2018 |
Labels: Kunst, Poesie, Tipps und Termine
| Lord Byron Ausstellung der Accademia "Canova, Hayez, Cigognara. L'ultima gloria di Venezia" |
Labels: Poesie
Nun treibt die Stadt schon nicht mehr wie ein Köder,
der alle aufgetauchten Tage fängt.
Die gläsernen Paläste klingen spröder
an deinen Blick. Und aus den Gärten hängt
der Sommer wie ein Haufen Marionetten
kopfüber, müde, umgebracht.
Aber vom Grund aus alten Waldskeletten
steigt Willen auf: als sollte über Nacht
der General des Meeres die Galeeren
verdoppeln in dem wachen Arsenal,
um schon die nächste Morgenluft zu teeren
mit einer Flotte, welche ruderschlagend
sich drängt und jäh, mit allen Flaggen tagend,
den großen Wind hat, strahlend und fatal.
Labels: Poesie
Labels: Poesie
Preis der Sektion Folklore der XI Mostra internationale di arte cinematografica 1950
... und für das neue Jahr Frische und Auftrieb.
Dank an Georg für den Link.
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Labels: Biennale, Film, Jahresbeginn, Kinder, Poesie

Im (unvoll-
ständigen) Eintrag Sommertermine steht sie zwar drin, aber die erste venezianische lange Nacht der Kunst am Samstag, 18.6. ist einen extra Eintrag wert, damit sie neben Biennale und dem ganzen zusätzlichen Getümmel nicht untergeht.
Lange Museumsnächte sind seit Jahren europaweit (und woanders vermutlich auch) gang und gäbe und dass Venedig ausgerechnet in einem Biennalesommer einsteigt auch mutig. Zusätzlich gibt es am gleichen Abend noch z. B. Jan Gabarek in der Frari Kirche, der allerdings nicht kostenlos ist wie die Notte Bianca - Art Night Venezia.
Die Website der Veranstaltung ist sehr gut organisiert, mit anklickbaren Programmpunkten, die den Ort auf dem Stadtplan und weitere Details anzeigen, sortiert nach Museen, Kirchen, Universitätsstandorten etc..
Ausserdem gibt es unter dem Menupunkt "percorsi" vorge-
schlagene Pfade durch die Nacht, sortiert nach Interessen-
bereichen wie Kinder, Gärten, Ausstellungen, Musik, Lesungen... man kann sich damit vorher die Punkte zusammenstellen, die interessen- und logistikmäßig zusammenpassen. Ein guter Service!
Das Angebot ist toll, von Vespern in der Miracoli Kirche, improvisiertem Jazz im Wintergartenhaus der Giardini (Serra), über Performances im Museo Correr und in der Scuola Grande di San Giovanni Evangelista, die geöffnete Universitäts-
bibliothek und Archiv der IUAV in Santa Croce, live DJ im restaurierten Kloster San Gregorio neben der Salute... und vieles, was mich auch weniger interessiert, die Nacht reicht jedenfalls nur, um einen Teil davon wahrzunehmen.
Ich freue mich schon sehr darauf und werde berichten.
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Labels: Ausstellung, Event, Musik, Poesie, Tipps und Termine
Tief sich ein die Abendschatten,
Hundert dunkle Gondeln gleiten
Als ein flüsterndes Geheimnis.
Aber zwischen zwei Palästen
Glüht herein die Abendsonne,
Flammend wirft sie einen grellen
Breiten Streifen auf die Gondeln.
Labels: Poesie
Zum Jahresende Wind und und für das neue Jahr Leichtigkeit und Harmonie
von Claudio Monteverdi
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Labels: Claudio Monteverdi, Jahresbeginn, Musik, Poesie, VenezianerInnen
"Venezia"
Francesco Guccini, aus "Fra La Via Emilia E Il West - Vol. 2" (1984)
Venezia che muore, Venezia appoggiata sul mare,
la dolce ossessione degli ultimi suoi giorni tristi, Venezia, la vende ai turisti,
che cercano in mezzo alla gente l'Europa o l'Oriente,
che guardano alzarsi alla sera il fumo - o la rabbia - di Porto Marghera
Stefania era bella, Stefania non stava mai male,
è morta di parto gridando in un letto sudato d'un grande ospedale;
aveva vent'anni, un marito, e l'anello nel dito:
mi han detto confusi i parenti che quasi il respiro inciampava nei denti
Venezia è un' albergo, San Marco è senz'altro anche il nome di una pizzeria,
la gondola costa, la gondola è solo un bel giro di giostra.
Stefania d' estate giocava con me nelle vuote domeniche d' ozio.
Mia madre parlava, sua madre vendeva Venezia in negozio.
Venezia è anche un sogno, di quelli che puoi comperare,
però non ti puoi risvegliare con l'acqua alla gola,
e un dolore a livello del mare:
il Doge ha cambiato di casa e per mille finestre
c'è solo il vagito di un bimbo che è nato, c'è solo la sirena di Mestre

Virgilio Guidi
Venedig im Winter
Hast du Venedig im Winter gesehen?
Ein Flug von Möwen und ein tauber Himmel.
Kein Austausch von Stimmen und Atemzügen
und Tauben, versteckt oder verstört.
Diese Gefangene des Winters
erwartet hochmütig ihre Befreiung.
(Übers. ebb)
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Labels: Poesie
Foto mit Genehmigung des White Star Verlags
Burano in der Laguna Nord ist 'nur' eine Fischerinsel. Die Buranelli empfanden ihre Insel immer als unterbewertet neben Murano, der ökonomisch wichtigen Glaskunstinsel, Torcello, der historisch und kunsthistorisch bedeutenden Besiedungs-Urzelle der Lagune, Sant'Erasmo, die seit Menschengedenken Venedig mit Agrarprodukten versorgt und diversen Klosterinseln. Und sich selbst von der Dominante Venedig mangels historischer und wirtschaftlicher Bedeutung sozial an den Rand gedrängt.
Bis heute klagen sie über zu wenig Unterstützung und Subvention, schlechte Bildungs-,Verkehrs- und Gesundheitversorgung. Winterlicher Kanal
Auf der anderen Seite holen sie sich wirtschaft-
lich ihr Stück vom Tourismus-
kuchen, unter Verzicht auf das "Disneyland"-Gejammere der Venezianer des Centro Storico.
Denn kein Wohnraum wurde hier umgewandelt in Hotels, es werden keine Zimmer vermietet und nur ein einziges Haus auf der Insel steht seit kurzem als Ferienwohnung zur Verfügung.
Abends werden die Läden geschlossen und im Winter auch die meisten Restaurants und Cafes, und man ist wieder fröhlich unter sich. Was ganz bestimmt kein Zeichen von Xenophobie ist, im Gegenteil.
Boot im Winter, bestückt für die Entenjagd
Die Buranelli sind während der täglichen 12 Stunden Tourismus ausserordentlich gastfreundlich und bereit, sich auf Kontakt mit ihren Besuchern einzulassen, was beim Normalvenezianer in der Regel nicht in Frage kommt.
Ich habe an einem regnerischen Dezembernachmittag auf Burano einen (italienischstämmigen) vedischen (indischen) Mönch kennen gelernt und bei mehreren Tassen Tee von ihm erfahren, dass er jedes Jahr vor Weihnachten eine Betteltour von Haus zu Haus auf Burano macht, weil die Leute hier sich über winterlichen Besuch freuten, offen auch für nicht-christkatholische Ansichten seien und nach einem arbeitsreichen Sommer bereit, sein Kloster und dessen soziale Aufgaben mit Spenden zu unterstützen.
Pfarrkirche San Martino
In den meisten Reiseführern steht Quark zu Burano, z. B. man könne hier nachempfinden, wie Venedig im 12. (oder auch schon mal 14.!) Jahrhundert ausgesehen habe.
Venedig hat sich schnell vom Fischerdorf am Rialto zur Handelszentrale in der Lagune weiter entwickelt. Im 12. Jahrhundert gab es in Venedig dank des Seehandels und Salzmonopols reiche Kirchen, Klöster und byzantinische Paläste am Canal Grande.
Boot im Sommer, bestückt zum Fischen
Im 14. Jahrhundert war Venedig bereits seit 100 Jahren Kolonialherrin mit Festungen in Kreta, der Agäis und der Peleoponnes. Burano war eine Fischerinsel, ist eine Fischerinsel und steht als solche unter Denkmalschutz, und keineswegs als konservierter historischer Moment Venedigs.
Ein weiterer Reiseführer-Unsinn ist die Idee, die Häuser seien bunt, damit die Fischer ihre Wohnungen vom Meer aus sehen und erkennen könnten. Warum und zu welchem Zweck sollten sie? Zumal man vom Meer aus nur den schiefen Campanile sieht, die bunten Häuser aber erst bei der Einfahrt in die Kanäde der Insel.
Einleuchtender scheint mir Lidia Sciama in ihrem Buch 'A Venetian Island. Environment, History and Change in Burano. Sie schreibt: "I asked a man why the islanders paint their houses in many different colours. His answer was: Because once upon a time Burano was one great isolation hospital. When there where cholara epidemics, individuals or whole families would be sent here. The Republic's sanitary officers would come an spray our houses inside-out with quick-lime, but the white-wash made them look desolate and almost sinister, so that, as soon as all members of a household were declared free from infection, they would come out and paint their cottage in vivid colours to celebrate, an to let others know that they could join society again." (S. 42)
Gasse auf Burano
Die Insel besteht aus fünf nach venezianischem Vorbild durch Brücken verbundenen Inseln: San Mauro, San Martino Destro, San Martino Sinistro, Guidecca und Terra Nova. Alle Flächen bis auf ein bisschen Grün an den Inselrändern ist bebaut. Es gibt praktisch keine Gärten ausser einem Stückchen Rasen hier und da zwischen den Siedlungsreihen.
Die Wohnungsnot, nicht der Wunsch nach einer anderen/besseren Bleibe, hat im letzten Jahrhundert zu massiven Abwanderungen geführt, denn die Buranelli sind ihrer Insel und Dorfgemeinschaft sehr verbunden. Venedig hat aus diesem Grunde eine Siedlung von Sozialwohnungen auf der Nachbarinsel Mazzorbo bauen lassen, wo es freie Flächen gibt (darüber berichte ich ein anderes Mal).
Alle Häuser auf Burano sind klein, eng, maximal zweistöckig. Während in Venedig die Grundgeschosse wegen der Feuchtigkeit eher selten bewohnt sind, hat man auf Burano nicht die Wahl, in die 3. oder 4. Etage auszweichen. Aufgrund des Platzmangels und der Denkmalschutz-
auflagen sind Ausbau- und Modernisierungs-
möglichkeiten im Sinne von 'normalem' Komfort eingeschränkt. Wohnen auf Burano war noch nie komfortabel und ist es heute auch nicht. Aber das enge Zusammenwohnen mit den offen stehenden Haustüren und dem Privatleben in der 'Öffentlichkeit' der Gasse ist noch einen Tick verschärfter als das bereits geschilderte unprivate Leben in Venedig.
In der Mitte Buranos bildet der zugeschüttete große Kanal als Via Baldassare Galuppi heute den touristischen Kern der Insel mit Touristengeschäften, Cafes und Restaurants und führt auf die Piazza Galuppi mit der Kirche San Martino, dem Spitzenmuseum in der ehemaligen Spitzenschule, der schönen Brunnenfassung und der Büste von Baldassare Galuppi.
Galuppi war der Star der venezianischen Musikszene der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, als der Star der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, Antonio Vivaldi, längst vergessen war. Vivaldis Werk wurde im 19. Jahrhundert wieder entdeckt und machte eine neue weltweite Karriere, während Galuppis Musik vergessen wurde und zu Unrecht vergessen blieb, nur Robert Browings Gedicht 'A Toccata of Galuppi's' (1843) erinnerte weiter an ihn.
Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts begann man auf Burano und Venedig wieder seine Werke aufzuführen und zu vermarkten.
Vivaldi war Komponist, Impresario und Leiter des Mädchenchors am Ospedale della Pietà. Galuppi wurde wie er als Opernkomponist (in Vendig vor allem von Goldonis Libretti) und Leiter des konkurrierenden Mädchenchors des Ospedale dei Mendicanti berühmt, als Kappellmeister des Markusdomes und darüber hinaus in ganz Europa von Paris bis Moskau, wo er drei Jahre am Zarenhof arbeitete, hoch geschätzt.
Ich lege Vivaldi, der für jede Werbung, Kaufhaushintergrund- und Fahrstuhlmusik herhalten muss, nicht mehr freiwillig auf, aber die flirrende Eleganz von Galuppis Musik schenkt jedem grauen Dezembertag ein venezianisches Strahlen. Link zu Hörproben.
Sommerliche Altana
Das Thema 'Spitzen' liegt in Burano in den Schaufenstern und steht in jedem Reiseführer. Dabei wird gerne der Eindruck erweckt, die überaus wertvollen Spitzen hätten der hungernden Inselbevölerung einen bescheidenen Wohlstand gebracht. Was natürlich nicht wirklich der Fall war, die Produzentinnen des teuren Punto in Aria erhielten einen Hungerlohn für enorm viel Arbeit. Es gab auch nie genug Einwohnerinnen auf der Insel für große Geamtverdienste, wenn z. B. mehrere Frauen gleichzeitig monatelang an einem Brautschleier für eine europäische Prinzessin arbeiteten und sich den geringen Anteil des hohen Preises, der dafür beim Verkauf vom venezianischen Händler erzielt wurde, teilten.
Ähnlich war es nach der Eröffnung der Scuola del Merletto (heute Spitzenmuseum) Ende des 19. Jahrhundert durch die Gräfin Marcello und wohlhabende Freundinnen: neben dem sozialen Konzept Arbeitsplätze für die Frauen der Insel zu schaffen, ging es darum, eine versickertes Geschäft wieder zum Leben zu erwecken. Gleichzeitig stellten sich die adeligen Damen sozialpädagogische Aufgaben, die, wie damals üblich, einem christlichen Kloster übertragen wurden. Die Mädchen und Frauen waren nicht nur billige Arbeitskräfte, sondern wurden bis in ihr Privatleben hinein von den Nonnen kontrolliert und manipuliert.
Kleine Grünfläche - großes Katzenhaus
Bei meinem letzten Besuch im Sommer auf Burano fand ich zum meinem Schrecken den Neubau einer Schiffsanlegestelle, der jedes Maß der stillen Laguna Nord sprengt. Aus meiner Sicht reicht die alte Anlegestelle durchaus, auch wenn es im Hochsommer schon mal Schlangen gibt. Angesichts der gegenüber liegenden alten Kirchen von Torcello ist der Anblick dieses Schiffsterminals schon ein gewisser Kulturschock, nach dessen Sinn man sich wohl fragen darf.
Besser flutschende Massenabfertigung? Subventionierte Investition? Noch war das Ding nicht in Betrieb, aber wenn, wird es die bombastischste Anlege in der ganzen Lagune inkl. Venedig Centro Storico sein.
(Anklicken, und hinter der Anlege sind die Kathedrale und der Campanile von Torcello zu sehen)
Auf YouTube gibt es schöne sehr alte Filme über Burano. Ich stelle einen hier ein, mit der Empfehlung, weitere zu entdecken.
Labels: ACTV, Baldassare Galuppi, Bericht, Burano, Insel, Kinder, Laguna Nord, Museo del Merletto, Musik, ÖPNV, Poesie, VenezianerInnen
Licht in Venedig
So begreife jemand Venedig
Im Wasser.
(Du mußt es selbst tun...)
Die Pfähle ohne Stütze,
Wer sieht sie sinkend
In einen Schlamm?
Ich sage nicht; ich sah
Einen Halt im Wasser, ein Geflimmer
Für den Tod,
Gondeln nicht,
Aber Trauer. Sie spiegelt sich
Versonnen
Den Lüften und Schächten,
Fragen, auch dort,
Wo ich war. Ich sehe es genau:
Ich war nie in Venedig.
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Labels: Poesie
Venedig (1922)
Im Norden
Frieren die Götter.
Hier
Strahlt jeder Gauner: ein heisser Gott.
Seines Tempels Stufen
Steigen aus dem Canale grande.
Er opfert
Sein südliches Herz sich selbst.
Die Sbirren schleichen
Zur Dämmerung.
Am Himmel segelt
Eine Gondel.
Die Adria
Brandet an meine Brust.
Der Markusplatz
Tönt wie eine Harfe.
An vergitterten Fenstern,
An freigelassenen Menschen vorbei:
Auf einer weissen Piazza
Entfaltet sich wie eine rote Mantille dein Lächeln.
Ists Tag? So ist die Sonne,
Ists Nacht? So ist der Mond
Am Herzen
Aufgegangen.
Klabund 1890 - 1928
Labels: Poesie
Letzter Blogeintrag am 8.8.2021. Es folgen keine weiteren Ergänzungen mehr. Wolkenbruch über Mazzorbo, Torcello, Burano Fortsetzung des Ei...