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17. Dezember 2019

Weihnachtsüberraschung - Eröffnung der Giardini Reali!


Quelle: La Nuova 15.12.19

Wirklich. Wer eröffnet eine Woche vor Weihnachten einen öffentlichen Park? Doch nicht die Stadt Venedig? Besonders nach den Schrecken des Acqua alta vom 12.11. und den folgenden zwei Wochen? Und den besorgten Blicken von Kulturminister Franceschini und Bürgermeister Brugnaro im Tweet vom 15.11., bei ihrer Besichtigung der Baustelle, die unter Wasser stand und aus Sicherheitsgründen gesperrt wurde?
Bei diesem Anblick rechnete ich mit der Verschiebung der Eröffnung mindestens bis Sommer 2020. Umso größer ist die Freude, dass das Werk heute (! 17.12. !) vollendet, übergeben und abgenommen wurde, genau 5 Jahre minus 1 Woche nach der öffentlichen Ankündigung des Projekts. 

Die Venice Gardens Foundation, einst eigens für die Restaurierung der verlotterten Giardini reali gegründet, hatte mit einem schönen Projektplan und finanzieller Unterstützung durch die Generali Versicherungen, die auch die Renovierung der Procuratie Vecchie finanziert, ihrem zentralen Firmensitz an der Piazza San Marco, hohe Erwartungen geweckt.



Quelle: Assicurazioni Generali Italia


Tatsächlich gab es bereits Anfang Dezember eine Pressemitteilung der Venice Gardens Foundation (hier: Artikel vom 3.12. im 'Metroplitano'), gelangte aber nicht zu kurzfristiger Priorität. 
Die 'Nuova' meldete am 15.12. und heute Morgen, wie auch der Gazzettino. Artribune berichtete heute ausführlich (hier die Google-Übersetzung) mit 28 Fotos (nach unten scrollen).
Die Stadtverwaltung Venedig informierte erst heute auf ihrer Website und ließ mit einigen Tweets am Nachmittag wissen, dass 22 hochstämmige Bäume gepflanzt wurden, 832 Sträucher, 6550 Grasgewächse, 3150 Zwiebelgewächse und 68 Klettergewächse. Die botanische Restaurierung verantwortet Paolo Pejrone, der der Lagunenbotanik angepasste Pflanzen einsetzt, die aber auch wenig Bewässerung verlangen.  

Erneuert in vollem Glanz ist die 90 m lange ehemals ruinierte Pergola, wieder erstanden der ehemalige Wintergarten, die Serra, als "The Human Garden" von Carlo Aymonimo und Gabri Barbini, in der Kunst ausgestellt werden soll, und das glitzernde neue Illycaffè im ehemaligen Cafépavillon, erbaut 1816 von Lorenzo Santi. Und natürlich das Beste (aus meiner Sicht), die Restaurierung der Zugbrücke und ihres Originalmechanismus über den Rio della Zecca. Sie führt aus dem Garten quasi als Unterführung (Sottoportego) durch die Procuratie Nuove, unter dem Museo Correr und der Bibliothek des Museo Correr. Ein flotter Weg von den Vaporettohaltestellen Vallaresso und San Marco ohne sich durch die Massen auf der Piazzetta und der Calle Vallaresso kämpfen zu müssen. Wunderbar!

Auf der Website der Venice Gardens Foundation sind alle Details zur Restaurierung nachzulesen.

Der ehemalige Springbrunnen ist jetzt eine Trinkwasserfontäne mit Löwenkopf. Die Zahl der Sitzbänke in schönem venezianisch-dunkelgrün, nicht rot, wird in den warmen Monaten wohl kaum reichen, aber daran kann man ja etwas machen. Den Bäumen muss man ein bisschen Zeit geben, in 15 Jahren sind die Giardini reali wieder ein Park mit echtem Baumschatten und die Anlage wird dann in ihrer geplanten grünen Üppigkeit beeindrucken. Eine wahre Bereicherung des Markusplatzes und der venezianischen Garten- und Parklandschaft

Die Kosten des Projekts sind höher als ursprünglich geplant, niemand wundert sich. Laut Artbonus des Kulturministeriums, das heute einen Bericht über die bisher 6jährigen Kultursponsoringaktionen veröffentlichte, (bereits einmal in diesem Blog erwähnt anlässlich der Finanzierung der Nase Richard Wagners), hat die Finanzierung mit einem Minus von 2 Mio. € wohl auch nicht ganz geklappt. Der Hauptsponsor Generali kann seine engagierte Projektfinanzierung bei den Steuern geltend machen, und niemand hindert die Sponsor*innen unter uns, freundlich ein Scherflein dazuzulegen (so geht das), sozusagen in die weihnachtliche Krippe. Auch wenn das auf das deutsche/ österreichische/ schweizerische Finanzamt nicht zutrifft.

Ergänzung 20.7.2020
Die 30jährige Baustelle des Ponte della Zecca wurde zum Redentorewochenende geschlossen und die restautierte Brücke eröffnet. Damit sind die Arbeiten am Ufer des Bacino am Eingang des Canal Grande abgeschlossen. Ich hatte, wegen Covid 19, bisher leider noch nicht das Vergnügen, aber die Fotos sind überzeugend.


Ergänzung 22.12.2020
In den beiden Wintergärten werden derzeit Bibliotheken zur kostenlosen Nutzung durch die Gartenbesucher*innen ab der Gartensaison 2021 eingerichtet. Im großen Wintergarten soll es naturwissenschaftliche Werke geben sowie Bücher zu Gartenbau, Landschaftsplanung und ähnlichen Themen; im kleinen Wintergarten Bücher zur Unterhaltung für alle Altersgruppen, die auch zur Lektüren auf den Bänken im Garten mitgenommen werden dürfen. 


Zugbrücke von den Giardini reali zur Piazza San Marco (bei Flut)
Quelle: Twitter Comune Venezia


Alte Einträge zum Thema:

5.11.2017 "Baustellen in Venedig - Giardini Reali"
30.10.2018 "Kleine Zwischenmeldung zu den Baustellen"


Ergänzung 4.6.20

Die Preise im schönen neuen Café der Giardini Reali entsprechen offensichtlich den Preisen der Cafés auf dem Markusplatz. 1 Cappuccino + 1 Saft 21 € 😬 Aber dafür darf man im Garten sein Mitgebrachtes auspacken und verzehren. Das machen wir dann mal.

Ergänzung 16.7.
L'acqua bassa in Venedig: Blumenpracht in den Giardini Reali hinterm Markusplatz



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28. September 2019

Herbstliche Gärten in Venedig 2019

Venissa-Garten auf Mazzorbo September 2019

Auch in diesem Herbst bietet der Wigwam Club Giardini Storici Venezia, der sich um die Pflege des historischen Gartenerbes in Venedig bemüht, sein jährliches Festival dei Giardini an, am 4., 5. und 6. Oktober.  Das Programm führt z. T. in Gärten, die bisher noch nicht besucht wurden. Anmeldung ist Pflicht über prenotazioni.giardinivenezia.gmail.com (Mail schicken und Antwort abwarten), wer vorher nach freien Plätzen fragen möchte, bitte SMS an +39 328 841 674 8. Letzteres empfiehlt sich, denn der Wigwam Club ist eine einzelne engagierte Frau, Mariagrazia Dammicco (siehe Eintrag zu ihren Veröffentlichungen: 20.4.2013: "Glyzinienrausch - April in Venedig"). Und es gibt genügend interessierte Venezianer*innen und Mitglieder des Wigwam Clubs, die sich jedes Jahr um Teilnahme an den Führungen bemühen. Also: man hat eigentlich keine Chance.

Was aber Gartenfreund*innen ermuntern sollte, venezianische Gärten auf eigene Faust zu erkunden, z. B. mit Hilfe meines Eintrags vom 30.5.2018


Die beschriebenen Gärten sind alle auch in diesem Jahr bis mindestens Ende der Biennale (24.11.) geöffnet -  mit Ausnahme des Gartens Soranzo Capello und des Giardino della Misericordia, die jeweils nur zu Sonderöffnungszeiten einladen. 



Achtung aktuelle Ergänzung! 

Der Garten des Palazzo Soranzo Capello (Sitz der oberen Behörde für Archeologie, Kultur und Landschaft) öffnet (mit kurzfristigster Information) am 4., 10. und 18.10. jeweils von 10-14 Uhr, mit kostenlosen Führungen um 10:30 und 11:30 Uhr. Keine Hinweise zur Voranmeldung. Haltestelle Ferrovia, kurzer Fußweg zum Rio Marin siehe Karte Googlemaps.



Der Park der Insel S. Giorgio Maggiore ist (mit einer Erweiterung) wie immer mit den stündlichen Führungen zu besichtigen und (ich wiederhole mich) sehr empfehlenswert, leider bieten die Führungen nicht genügend Muße, die reiche wilde Pilzflora des alten Klostergartenbereichs ausführlich zu studieren. 


Giardino delle Vergini Herbst 2019

Den Garteneintrag des letzten Jahres möchte ich mit weiteren Empfehlungen ergänzen, die den venezianischen Herbst gerade frühmorgens und spätnachmittags genießen lassen. 
An oberster Stelle steht für mich der öffentliche Gartenteil des Arsenale, in dem sich früher das Kloster der Vergini befand. Der große Park ist zu erreichen über den erst einige Jahre alten Ponte dei Pensieri (siehe auch Eintrag vom 26.6.2009 "Biennale Venezia - betrifft Brücke") und ich finde die Anlage so wunderbar, dass ich vor einem Jahr einen Eintrag dazu geschrieben habe: "Piet Oudolf-Garten in Venedig". Ich war vorletzte Woche da und wieder begeistert von der Stimmung (und der Blüte der Borstigen Krötenlilie s. u. in vollem Gange). LEIDER gibt es keine einzige Bank (bis auf derzeit eine Biennalebank, die ist Kunst!). Gerade hier, wo Sitzgelegenheiten an verschiedenen Punkten spezielle Ausblicke ermöglichen könnten und einen kontemplativen Gartengenuss, der die Besonderheit des Gartens noch steigern würde! Sehr schade.


Giardino delle Vergini Herbst 2019 - Borstige Krötenlilie

Dafür wurden im Uferpark auf S. Elena in diesem Jahr weitere der schönen roten Bänke aufgestellt, die wahre Entspannung erlauben mit Blick durch die Pinien auf sportlich aktive Menschen und den Verkehr in der Weite des Bacinos mit den grünen Inseln San Lazzaro degli Armeni, San Servolo und San Giorgio Maggiore. Und den früheren herbstlichen Sonnenuntergang, der in Venedig ja oft dramatisch, rot, überwältigend sein kann. Rote Bank - erste Reihe fürs tägliche Naturereignis! 


Parco delle Rimembranze, Sant' Elena Herbst 2019

Erfreulich! Die Universität Ca'Foscari öffnet den Garten der Ca' Bembo, einen neuen öffentlichen Park im Stadtteil Dorsoduro im September (ich habe die Öffnung bisher nicht überprüft) für Studierende, Schüler*innen der angrenzenden Grundschule Renier Michiel und das allgemeine Publikum. Schöner alter Baumbestand, Glyzinien, eine Wiese! Details zur Ca' Bembo. Öffnungszeiten sind März-Oktober Mo-Frei 8-12:15 und 15-18:30 Uhr; November-Februar Mo-Frei 8-12:15 und 15-17:30 Uhr. (Die Mittagspause dient der ausschließlichen Erholung der Grundschüler*innen.) Sehr nah bei der Kirche San Trovaso zentral in Dorsoduro ist das ein guter Ort, auf der Wanderschaft durch Venedig im Grünen eine Pause mit belegtem Brötchen oder Pizzastück einzulegen, ohne von der rigiden venezianischen Enjoy-Respect-Polizei gescheucht oder gar mit einer Knolle betraft zu werden. Eingang ist Ca' Bembo, Fondamenta Sangiantofetti 1074. Haltestelle Zattere, und weiter.


Sant' Elena, Parco delle Rimembranze, Herbst 2019

Weiter erfreulich: die schönen alten Giardini Papadopli, in den letzten Jahren sehr heruntergekommen, wurden im Sommer nach Rundum-Restauration und gärtnerischer Pflege wieder dem Publikum übergeben. Vom Bahnhof Santa Lucia und vom Piazzale Roma sind es nur jeweils eine Brücke in den Garten (Plan), eigentlich Privatbesitz des Hotels Papadopoli, das aber die Öffnung des Parks beibehält. Sehr schöner alter Baumbestand, die leicht hügelige Gartenplanung, die in Venedig einmal en vogue war, Bänke zu Füssen des Denkmals für Pietro Paleócapa - mehr als ein guter Ort, sich vor dem Bahn- oder Kreuzfahrtanschluss im Grünen zu entspannen.


Baustelle Giardini Reale Herbst 2019

Die unerfreuliche Nachricht dieses Eintrags ist, dass nach mehrfacher Öffnungsterminverschiebung die "Königlichen Gärten" zwischen Piazza San Marco und Bacino weit davon entfernt sind, im September eröffnet zu werden. Zu Beginn der Biennale kündigten die Medien den Termin 15.9. an, noch im Juli (!) war vom Herbst die Rede, versehen mit einem Baustellenfoto, das keine Frage offen ließ. 

Meinen älteren Einträgen kann man entnehmen, wie sich die Dinge entwickelten:
5.11.2017 "Baustellen in Venedig - Giardini Reali"
30.10.2018 "Kleine Zwischenmeldung zu den Baustellen"



Steht schon mal: die Pergola wie geplant an neuer Stelle

Die ersten Versprechungen sind also 5 Jahre alt, so lange bin ich gespannt auf die Restaurierung des Gartens und die Öffnung der Zugbrücke mit dem Durchgang auf die Piazza. Aber der Blick aus den "Gemächern der Kaiserin Sissi" im September zeigt, dass man weiter Geduld haben muss. 


Baustelle Giardini Reale September 2019

Die Kommentarlosigkeit ärgert mich schon, vor allem weil es in der Gegend um die Piazza herum keinerlei Sitzgelegenheiten für müde Menschen gibt außer in Bars, Restaurants, Vaporettohaltestellen (mit gültigem Fahrschein!). Erst wieder in den Kirchen entlang der Riva - San Zaccaria, San Giorgio dei Greci, San Giovanni della Bragora - kann man sich setzen, ohne vom bereits erwähnten Enjoyrespectpersonal vom Acker gejagt zu werden. Und auf den Steinblöcken, die ab der Haltestelle Arsenale zum Sitzen einladen. Und dann weiter in die menschenfreundlichen Gefilde der Gärten der Marinaressa, der napoleonischen Allee Viale Garibaldi und noch weiter auf die einladenden roten Bänke von Sant' Elena. 

Giardini della Marinaressa. Biennale Herbst  2019

Wer zur Zeit auf den Besuch venezianischer Gärten verzichten muss, tröstet sich vielleicht mit der Doku des Bayerischen Fernsehens "Die Gärten Venedigs".
  

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30. Oktober 2018

Kleine Zwischenmeldung zu den Baustellen




Um die Berichte zu diesen Baustellen geht es, vor 1 Jahr geschrieben:

5.11.2017 Baustellen in Venedig - Giardini Reali
9.11.2017 Die nächste Baustelle - Piazza S. Marco

Nicht, dass sich in einem Jahr sichtbar viel getan hätte! Es geht alles seinen venezianischen Gang. Aber zum Glück fanden sich, wie zu erwarten, an beiden Baustellen archäologische Aufgaben, die erstmal in Ruhe abgearbeitet werden müssen. 

Unter den Procuratie Vecchie wurden im Rahmen der derzeitigen Arbeiten (Restaurierungen kann man es wohl nicht nennen, vielleicht Neugestaltung) beim Wiederaufbau der ehemaligen Bar "Eden" mittelalterliche Mauerreste gefunden, in denen die Archäolog*innen Reste der ganz alten Procuratie aus dem 12. JH sehen. Das Gebäude brannte 1512 ab und wurde ab 1514-1538 neu errichtet, der Name des Architekten ist lt. Wolfgang Wolter ("Der Markusplatz in Venedig") nicht bekannt. Die Mauerreste, naja Mäuerchen, wurden beim Verlegen neuer Abwasserleitungen entdeckt, ihre Lage (nicht in Linie mit dem Bau der 'neuen' Procuratie Vecchie), entspricht dem Grundriss des mittelalterlichen Vorgängerbaus. Sehr spannend, einmalige Gelegenheit, einen wissenschaftlichen Blick auf den Markusplatz des 12. JH zu werfen und zu dokumentieren - die Untersuchung dauert an und die Fertigstellung des Riesenbaus der Procuratie Vecchie ist nicht absehbar. Für interessierte Besucher*innen leider keine Besichtigungsmöglichkeit. 

Unter den Königlichen Gärten wurden Teile der Grundmauern der alten Kornspeicher (Granai di terranova) gefunden, errichtet 1341-43, was niemanden wundert, denn sie wurden ja vor erst vor 200 Jahren (1807) abgerissen. Reste der Mauern verblieben, wurden mit Erde aufgeschüttet und verschwanden unter der Bepflanzung, jetzt wird der Fund sorgfältig archäologisch aufgearbeitet und solange ruhen die Arbeiten zur Gestaltung des neuen Gartens.

Diese Baustelle kann gut, aber nicht ganz eingesehen werden von den südlichen Ausstellungsstellungsräumen der Fondazione Bevilacqua La Masa (siehe Fotos) und zwar kostenlos, und perfekt überblickt von den Südfenstern der oberen Etagen des Museo Correr gegen Eintrittskarte. 
Es wurde ein Artbonus ausgeschrieben, damit sich die Bürgerschaft (und nicht-venezianische Freund*innen Venedigs) an den Kosten beteiligen können. Wir kennen das schon von der Finanzierung der neuen Nase Richard Wagners

Die Pläne, den neuen Garten 2018 zu eröffnen, wurden auf Frühling 2019 geändert, im Moment ist die Rede eher vom Sommer 2019. Wie weit das gestrige Hochwasser, das in der Baustelle stand (und vielleicht weitere im Laufe des Winters), die Fertigstellung weiter verzögert, werden wir sehen. Der Projektplan für den neuen Garten steht im Internet (die Seiten nach unten blättern) und dient der Vorfreude auf den Tag der Eröffnung des erneuerten Garten und die hoffentlich vielen bequemen Sitzplätze (ohne 11,50 € für einen Espresso zu zahlen wie auf der Piazza). Un auf das sicher sensationellen Gefühl, vom Garten über die Zugbrücke und unter den Neuen Procuratien durch mitten auf der Piazza landen.





Ergänzung 19.12.2018
Lange Jahre in Vorbereitung, jetzt vollendet: seit dieser Woche hat die Stiftung Ermitage Italia eine Sitz in Venedig: laut Associazione Piazza San Marco mietkostenfrei (bei Übernahme von Nebenkosten bzw. Verbrauch) in den restaurierten Räumen der Procuratie Vecchie, mit einem zunächst 9jährigen Vertrag. (Auch der Vertrag für S. Lorenzo zur Nutzung durch die TBA21-Academy läuft zunächst nur 9 Jahre, das scheint venezianischer Standard zu sein.) Information der Stadt Venedig und bei RAI News.
Auf 140 m2 gibt es je einen Präsentations- und Konferenzraum sowie 2 Arbeitsräume für bis zu 12 europäischen Stipendiaten, nicht opulent, aber wer kann schon an der Piazza San Marco studieren und forschen?! 
Das Kooperationsprojekt der Staaten Italien und Russland hat seinen Hauptsitz in Ferrara, jetzt das Standbein an der Piazza S. Marco und soeben die erste Koperations- bzw. Austauschausstellung in der Ermitage St. Petersburg und dem Palazzo Fortuny in Venedig (19.12.-24.3.2019) und dem Centro Culturale Candiani in Mestre (18.12.-24.3.2019)

Ergänzung 10.06.2019
Ein neuer Artikel von Artribune stellt das Projekt zum internen Umbau der Procuratie Vecchie vor, als sei es eine ganz aktuelle Sache und als würde nicht seit mindestens 2 Jahren daran gearbeitet: "Venezia, al via il rilancio delle Procuratie Vecchie di Chipperfield Architects". Der Text ist in erster Linie Public Relations und quasi unkommentierte Widergabe einer Presseveröffentlichung. 
Während der Biennale. 8.5.-24.11., ist in fertig gestellten Räumen der 1. Etage, die nach Abschluss des Umbaus als Büroflächen vermietet werden sollen, die Ausstellung "Diversity for Peace!" zu sehen. Eine Sammelausstellung junger internationaler Künstler*innen von Karuizawa New Art Museum und Venice Art Factory. (Informationen zur Ausstellung.)

Ergänzung 14.06.2019
Auch Archdaily hat einen frischen Beitrag zum Thema, veranlasst vermutlich durch die selbe Presseinformation. Interessante Illustrationen, die eine starke Umgestaltung ('Transformation') und nicht eine Restauration des Gebäudes zeigen. Und vor allem ist hier eine Art Dachterrasse zu sehen, deren Bauantrag ursprünglich analog der Terrasse des Fondaco dei Tedeschi begründet wurde (allerdings ohne Zugang der Öffentlichkeit, sondern nur für Generali-Gäste) und für die die Genehmigung abgelehnt wurde. Im Text wird nicht auf die Dachterrasse eingegangen, ob das bedeutet, dass ein veralteter Teil des Plans an die Öffentlichkeit gelangt ist oder ob die Dachterrasse doch noch - wie auch immer - genehmigt wurde, weiss ich leider nicht.

Ergänzung 18.6.2019
Ein weiteres Architektur-Magazin spricht zum Thema. dezeen: "Locals in Venice are feeling increasingly left out of the conversation"


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21. Oktober 2018

Piet Oudolf-Garten in Venedig



Borstige Krötenlilie, Giardino delle Vergini

Die FAZ meldet am 18.10.2018, dass der Landschaftsgärtner Piet Oudolf seinen Garten bei Arnheim zum Ende des Monats schließen wird. "Stille Tage in Hummelo".

Das finden Gartenfreund*innen in aller Welt wohl schade, aber es ist ein Anlass, wieder einmal auf seinen Garten in Venedig hinzuweisen. 2010 hat er den jahrzehntelang ungenutzten und verwucherten Giardino delle Vergini für die Biennale neu gestaltet (hier auf seiner Website), und seitdem besuche ich den Garten jährlich und halte seine Entwicklung in verschiedenen Jahreszeiten in Fotos fest. 




Der Garten ist immer einen Besuch wert, aber gerade auch im Herbst und sogar im Winter sind die Sträucher und Gräser in ihren matten Farben in der Umgebung des alten Bewuchses von Platanen, Feigen, Nadelbäumen und vielen Sträuchern eine wunderbare und auch ein bisschen melancholische Abwechslung vom Pflastertreten im steinernen Venedig. Und er taucht erstaunlicherweise in den wenigsten Führern und schon gar nicht auf den "Insider"-Websites auf, obwohl er einen weltberühmten Schöpfer hat und unter den Gärten Venedigs ein Juwel ist, wenn auch ein junges.

Mitte Septeptember fielen mir zu meiner Überraschung zum ersten Mal einige Gruppen von Krötenlilien auf, vor allem der wunderschönen borstigen Krötenlilie. Neu dazugekommen? Vorher nicht zur richtigen Jahreszeit dagewesen? Siehe Foto oben.

Der Garten wird jeweils in die Kunst- bzw. Architekturbiennalen einbezogen, durch Ton- und Lichtkunstwerke, verschiedenste Ideen von Skulpturen und z. B. die witzigen Reisstrohbesen, die im letzten Jahr hier Wurzeln schlagen durften. 



Der Garten war einige Jahre als Privatgelände der Biennale deklariert, wurde dann aber nach langen Bemühungen für die Öffentlichkeit freigegeben. Man erreicht ihn über den 2010 wieder aufgebauten Zugang an alter Stelle, den Ponte dei Pensieri
Während der Biennaleöffnungszeiten also bis Ende November) gibt es am Ende des Gartens an der Porta Nuova des Arsenale ein kleines Boot, das stündlich kostenlos übersetzt zwischen dem Garten und dem Arsenale Novissimo, von wo man die Vaporettohaltestelle Bacini erreichen oder zu Fuss die Rampe entlang der Arsenalemauer Richtung Celestia wandern kann. Mit herrlichem Blick auf Friedhof, Inseln der nördlichen Lagune und die Alpen. 

Mehr zum Kloster der Vergini, das als separate Insel einst hier existierte aber völlig abgerissen wurde: "Beginnen wir das Jahr...".


Mehr zum preisgekrönten Film "Five Seasons. The Gardens of Piet Oudolf" von 2017.





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30. Mai 2018

Venezianische Gärten und Parks im Sommer 2018

Alle Fotos: Rosen in venezianischen Gärten Mai 2017

Die Verhaltensregeln, die uns Tourist*innen nachdrücklich seit 2017 eingepaukt werden, verlangen, dass wir uns für eine Rast oder den Vezehr eines Brötchens bitteschön in öffentliche Gärten zu begeben haben. Nicht so ganz einfach, wenn man sich den Plan der öffentlichen Gärten und ihre Verteilung im Stadtgebiet ansieht, aber immerhin ein offizieller Plan, an den man sich halten kann... glaubt man... denn leider ist R5 (Napoleonische Gärten), direkt neben der am strengsten überwachten Piazza S. Marco, für längere Zeit wegen Umgestaltung außer Betrieb und man hat vergessen, das im Plan einzutragen. 

Aus verschiedenen Blogeinträgen (Kulturkalender, Externe Ausstellungsorte der Biennale, diversen Berichten im Laufe der Jahre - deren Links z. T. nicht mehr funktionieren könnten, ich bitte um Verständnis!) stelle ich hier die zusätzlichen Gartenempfehlungen für diesen Sommer 2018 in Venedig zusammen. Wobei ich nicht gesagt haben will, dass in diesen Gärten grundsätzlich gepicknickt werden darf. Die Empfehlungen gelten Garten- und Venedigfreund*innen mit vertiefter Neugier auf eine besondere Seite der schönsten Stadt! 





0. Ergänzung am 20.6., deshalb an oberster Stelle eingefügt und mit 0. numeriert.

Das Kulturministerium bzw. die ihr untergeordnete Behörde für Archäologie, Kunst und Landschaft, die ihren Sitz im Palazzo Soranzo Capello hat, schenkt uns kurzfristig und kurzzeitig eine außerordentliche abendliche Öffnung des wunderbaren Gartens Soranzo Capello. Die Öffnung ist morgen und übermorgen, 21. und 22.6., jeweils von 18-21 Uhr. 


Bei der letzten Öffnung im September 2017 gab es den nachträglichen Kommentar, dass der Garten nicht beleuchtet gewesen sei und die Besucher*innen quasi im Dusteren standen. Das kann in der Mittsommernacht nicht passieren. Es ist vielleicht trotzdem ratsam, eine Taschenlampe mitzunehmen oder die Handybatterie voll aufzuladen. 
Außerdem ist es nützlich, sich mit Insektenschutzmittel einzusalben, denn der hintere Bereich des Gartens (mit der Tempeldekoration) wird von einer sehr biestigen Sorte kleiner Stechmücken bewohnt. 
Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich. 

Wer den Garten noch nicht kennt, informiert sich vielleicht vor dem Besuch mithilfe der bisherigen Berichte vom 26. Juni 2011, 24. Juni 2015, und 14. September 2017.
Haltestelle Ferrovia, von dort 5 Min. zu Fuß zur Fondamenta Marin, Santa Croce 770



1. Giardino della Misericordia (Cannaregio)
Ziemlich sensationelle Sonderöffnung vom 2.-30.5. mit kostenlosen Führungen und ein Beispiel für derartige immer wieder mal vorkommende Sonderöffnungen. (Wie das z. B. auch ohne viel Aufhebens mit dem Garten des Palazzo Soranzo Capello geschah - in diesem Jahr gibt es bisher keinerlei Ankündigung, leider.)

Also heute letzter Termin dieser Veranstaltung, aber der Hinweis stand  im Kulturkalender: 
"2., 4., 9., 11., 16., 18., 23., 25., 30.5. jeweils 10:30 Uhr Giardino della Misericordia. Eine Veranstaltung der Accademia. Einer der wirklich "geheimen" Gärten der Stadt und Lagune, außerordentliche Öffnung, seltene Chance!
Eintritt ist frei, Anmeldung wegen der Gruppen von nur 25 Teilnehmer*innen unbedingt erforderlich unter Tel. +39-041-720661 zwischen 9 und 16 Uhr.

Haltestelle Ca' d'Oro."




2. Park der Insel S. Giorgio Maggiore
Mindestens genauso sensationell wie der Garten der Misericordia und in der Eröffnungwoche der Biennale vollgestopft wie die Piazza San Marco - aber das ist jetzt vorbei.
Mein Vorab-Eintrag vom 28.3. zum Biennaleauftritt des Vaticans gibt weitere Hinweise und Links. Auch wer sich gar nicht für die Architekturbiennale interessiert (was eigentlich nicht sein kann), oder bereits an der Führung durch die Fondazione Cini, also die Gebäude auf der Insel, teilgenommen hat, darf sich diesen Besuch des strikt verschlossenen Inselparks nicht entgehen lassen.




3. Die beiden Gärten der Marinaressa (Castello)
Der eine ein kleiner öffentlicher Park, täglich geöffnet, der andere 2017 renoviert, in beiden sind Biennaleausstellungen zu sehen.

"Im rechten der beiden Gärten der Marinaressa (Blick mit Rücken zur Lagune), bietet uns Pakistan mit seinem ersten nationalen Biennaleauftritt "The Fold". Mehr Bilder. Dieser Garten ist nur für Ausstellungen geöffnet seit der Biennale 2017.
Der linke Garten ist einer der öffentlichen Parks Venedigs, in dem die Nachbarschaft die Hunde Gassi führt, Körperübungen und Sozialkontakte pflegt und gelegentlich eine Bank durch einen schlafenden Touristen belegt ist. Täglich geöffnet, mit Sonnenuntergang abgeschlossen. Hier stellen wieder  Teilnehmer*innen der Sammelausstellung "Time Space Existence" aus. ...

Das ehemalige Ospizio Marinaressa wurde im 14. JH durch die Republik Venedig erbaut und in Apartments aufgeteilt verdienten mittellosen alten Seemännern kostenlos überlassen. Später nur noch höheren Graden, militärisch sehr verdienten Männern, besonders im 25jährigen Krieg um die Stadt Candia. Der Gebäudekomplex besteht aus 3 langen Häusern, die durch eine Fassade zur Riva verbunden und durch 2 weite Bogentore zu betreten sind. Ein markanter Anblick, den wir alle vom Vaporetto aus kennen, 2 große Torbögen, 2 Gärten rechts und links davon. Mit Napoleon war es vorbei mit den kostenlosen Sozialwohnungen. Heute kann, wer will, per AirBnB auch in einer der Eigentumswohnungen der Marinaressa wohnen. Und der Garten auf der linken Seite (vom Ufer aus gesehen) ist ganzjährig geöffnet und beliebt bei den Anwohner*innen, erstaunlicherweise wenig genutzt von Tourist*innen.


Hier an der jetztigen breiten Riva dei Sette Martiri lagen früher privatwirtschaftliche Squeri, also Schiffsbau- und Reparaturwerkstätten. Sie gehörten nicht zum staatlichen Arsenale und waren ein Teil des Hafenbeckens von S. Marco mit seinen Ankerplätzen entlang der Ufer. Erst im 20. JH wurde das Ufer befestigt und von der Regierung Mussolini als Militärparadenplatz bestimmt. Den Namen der Sette Martiri erhielt das Ufer erst nach dem 2. Weltkrieg in Erinnerung an sieben Männer des Widerstands, die am 3.8.1944 am Ufer vor diesen beiden Gärten durch das deutsche Besatzungskommando hingerichtet wurden. (Siehe Eintrag 31.7.2017 "Riva dei Sette Martiri - nicht nur Biennale")

Haltestellen Arsenale und Biennale."




4. Garten des Palazzo Zenobio (Dorsoduro)
Einer der sehr großen Gärten Venedigs, voller Rosen, mit Bänken und sogar einer angrenzenden 'Liegewiese'. Rundumblick auf das Haus Zenobio, sein ehemaliges Bibliothekshaus in der Tiefe des Garten und den Campanile der Carmini - idyllischer kann ein venezianischer Garten kaum sein. 

"Im Palazzo Zenobio, offizieller Sitz des Collegio Armeno,  zeigt Schottland "The Happenstance", der Zufall, und ich hoffe, dass es weitere Ausstellungen im Haus und in Nebengebäuden gibt, wie häufig in den Biennalenjahren. Aber jedenfalls ist auch mit nur einer Vermietung der große Garten den ganzen Sommer und Herbst über zugänglich, wunderbar, und sollte nicht verpasst werden. 

The Happenstance hat eine schöne Website, auf der es z. B. eine allgemeine Einladung zur Ausstellungseröffnung gibt und es werden wieder Fellowships und Praktika für junge Künstler*innen bzw. Architekt*innen angeboten - eine sehr einladende Sache. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Betreuer*innen der schottischen Pavillons - Architektur und Kunst - wirklich angenehme und kompetente Menschen sind, immer bereit, ein interessantes Gespräch mit Besucher*innen zu führen."
Haltestelle S. Basilio.




5. Garten der Ca' Tron
Die Ca' Tron am Canal Grande ist Teil der Universität IUAV, der Landeingang zum Gebäude liegt neben dem separaten Eingang zum Garten, der theoretisch immer betreten werden kann (und in dem die Studierenden übrigens auch Pausen mit Brötchen etc. verbringen). Völlig ohne Scheu kann man also den Garten auf jeden Fall anlässlich von Biennaleausstellungen besuchen, besichtigen, genießen.

"In der Ca' Tron, einer der Sitze der Universität IUAV, stellt zum dritten Mal "Across Chinese Cities" aus, vom 26.5.-19.10..

Mehr über das Gebäude mit Links zu den Plänen und mehr zum Garten, den man auch ohne Biennaleausstellung durch den Nebeneingang besuchen kann und der ein ziemlich typisches Beispiel eines venezianischen Gartens darstellt: gepflasterter Hof mit Zisterne und Brunnenkopf direkt am Haus, ein durch wenige Treppenstufen erhöhter Gartenbereich, der in verschiedene Pflanz- und Aufenthaltsbereiche und unterteilt ist."
Haltestelle S. Stae, von da geradeaus, nächste rechts.




6. Parkanlagen auf S. Servolo
Wer auf dem "Schiff aus Stein" mal schnell Gras unter den Füßen und einen hohen Baum über sich braucht, kann auch auf die Insel S. Servolo fahren. Dort gibt es neben den dauerhaft im Park aufgestellten Kunstwerken immer Ausstellungen, schöne Spazierwege, Ausblicke in die Lagune sowie Wiesen, Gebüsch, Schatten und Bänke (auch zum Verzehr des Brötchens), aber auch eine günstige Mensa (3 Gänge 11 €) und eine Cafébar mit Gartenbetrieb. (Siehe auch Einträge "San Servolo" vom 5.3.2010 und "Eine seltsame traurige wahre Geschichte" vom 23.12.2011.)
Linie 20 ab S. Zaccaria.




7. Parkanlagen auf der Certosa
Seit 4 Jahren habe ich nicht über die Entwicklung auf der Certosa berichtet, trotz regelmäßiger Besuche dort und obwohl es Berichte zu erstatten gäbe. Es hat sich sehr viel getan, nicht alles gefällt mir persönlich, nicht alles scheint fertig zu sein. 
Im vorderen Teil der Insel gibt es eine riesige Grasfläche, die um ihr Leben kämpft, und einige Bäume, die die Umstrukturierung der Insel überlebt haben - wer Bewegung jedweder Art braucht, findet hier den Freiraum dafür. Im hinteren Teil steht zum Glück weiterhin der Wald auf der Sanddüne und zum Teil undurchdringliches Unterholz, aber auch die schönen flachen stillen Ufersäume, romantisch und auch zum Essen des Brötchens geeignet. Wenn man nicht lieber das Gartencafé im gewerblichen Bereich der Insel nutzt. 
(Siehe auch "La Certosa April 2012" und "Laguna Nord: Schäden durch Tornado", sowie "La Certosa - Urban Park 2015".
Haltestelle Certosa der Linie 4.1. und Linie 4.2., aber Linie 5.1. sowie Linie 5.2. nur auf Anfrage bzw. abends (!).




8. Mazzorbo - der ummauerte Weingarten Venissa
Siehe Eintrag "Die Pracht eines Nutzgartens" vom 13.7.2012 und die erneute Empfehlung, den Garten unabhängig vom Restaurant und Hotel Venissa  zu besuchen und zu genießen. Kein Abpflücken geschweige Essen von Blumen oder Früchten bitte, aber gerne ein Brötchen auf den Parkbänken.
Das kleine Gartentor zur Fondamenta an der Vaporettohaltestelle und das größere Tor zur Brücke nach Mazzorbo werden abends abgesperrt.

Auch außerhalb des ummauerten Gartens gibt es auf Mazzorbo schöne grüne menschenfreundliche Plätzchen mit Parkbänken und wunderbarer Sicht auf die Lagune und Venedig in der Ferne. Es lohnt sich auf jeden Fall ein Rundgang um die kleine Insel. Siehe auch Eintrag "Mazzorbo" vom 24.4.2010.
Linie 12, Haltestelle Mazzorbo




9. die Lazzarettinseln...
... sind weder Gärten noch Parks, aber in ihrem jetzigen Zustand neben ihrem außerordentlichen historischen Fokus ein hochinteressanter Teil des Ökotops der venezianischen Lagune, da sie nicht bewohnt sind (abgesehen von den Hunden auf Lazzaretto Vecchio) und nur zu Führungen (ggfs. auch zu archäologischen Grabungsarbeiten) betreten werden. 
Die Besichtigungen der Lazzarettinseln, die man gar nicht genug empfehlen kann, sind auch wunderbarere Inselspaziergänge (aber, Obacht, kein Picknick).
  
Siehe Eintrag Lazaretto Nuovo vom 25.3.2012. Termine der Führungen 2018: Jetzt jeden Samstag und Sonntag jeweils 2 Führungen 9:45 und 6:30 Uhr. Das Vaporetto der Linie 13 ab Fondamente Nove hält nur zu diesen Terminen auf Lazzaretto Nuovo (und nur auf Signal der ehrenamtlichen Führungsperson hält es auch wieder, um die Besuchergruppe wieder mit zurückzunehmen.)

Siehe Eintrag zum Lazaretto Vecchio vom 11.10.2016 und die Führungstermine 
22.4.; 27,5, und 17.6. jeweils 10-13 und 15-18 Uhr. 
Treffpunkt am Ufer gegenüber der Insel an der Riva di Corinto, Warteschlangen sitzen auf der Ufermauer, Überfahrt im Boot. Jeweils Eintritt frei mit der Erwartung einer Spende (die dem Unterhalt und der Pflege der Insel zugute kommen, für die es Museumspläne gibt). 
(Die Detailinformationen gibt es nur auf italienisch. Kontaktmöglichkeit für Nachfragen: Telefono/Fax: (+39) 041.24.44.011, Email:  info@lazarettonuovo.com





10. Sant'Erasmo
Diese Insel steht als grüner Fluchtpunkt aus dem Massengedränge des centro storico mittlerweile in jedem Reiseführer, zu Recht. Was aber auch ansteigende Besucherzahlen auf ehemals einsamen Feldwegen mit sich bringt. Während der eine Kilometer auf Torcello seit Jahren totgetrampelt wird, sind vergleichbar dichte Prozessionen auf den Landwirtschaftswegen S. Erasmos noch nicht sofort zu erwarten. 
Siehe sehr alten Eintrag "In Venedig am Strand" vom 5.7.2008.
Auch jenseits des Strandes gibt es noch viele grüne Rückzugs- und -Ausblicksorte hier, vom Park an der Haltestelle Capanone gegenüber dem Lazzaretto Nuovo bis zu den herrlichen Gemüsefeldern und Obstgärten (nichts klauen und essen, Brötchen mitbringen, vor allem angesichts kaum noch vorhandener Gaststätten auf der Insel). Mückenschutz empfiehlt sich.

Fahrradvermietung zwecks Erkundung der Insel im Lato Azzurro, 15 min zu Fuß geradeaus von der Haltestelle Capannone, wenige Schritte schräg gegenüber der Haltestelle Massimiliana. 
Linie 13 ab Fondamente Nove und die sommerliche Linie 18 an den Strand von Fondamente Massimiliano ab Lido S. Nicolò. 


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Im Fall weiterer besonders spontaner und/oder sensationeller Sonderöffnungen von Gärten oder ebensolcher Führungen wird hier, neben dem Eintrag im Kulturkalender, eine Meldung eingefügt.





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6. Mai 2018

Die externen Ausstellungsorte im Biennalesommer 2018


Was jenseits von Giardini und Arsenale an Palazzi, Kirchen- und Klosterräumen und Gärten zu sehen sein wird, gehört jedes Jahr zu den gespannten Fragen regelmäßiger Venedig-Besucher*innen. Die Biennale di Venezia arbeitet seit Jahren an der Renovierung der vorhandenen Gebäude im Arsenale als Ausstellungsräume, aber auch für Musik- und Theaterveranstaltungen. Im Arsenale Novissimo stehen die ehemals militärisch-industriell genutzten Hallen auch der Kunst zur Verfügung, wie auch der restaurierte Arsenaleturm und die große Fläche des Giardino delle Vergini. 
Folglich sind immer weniger Nationen- oder Nebenausstellungen auf Räume in der Stadt angewiesen und können dauerhaft ins Arsenale ziehen. In diesem Jahr stellt z. B. Luxemburg zum ersten Mal dort aus und hat damit seinen langjährige Nutzung des Parterre in der Ca' del Duca am Canal Grande aufgegeben. 

Das ist wohl praktisch für Besucher*innen, aber das Wandern durch die Stadt und die einladenden roten Biennaleschilder vor offenen Türen in der panisch und hermetisch verschlossenen Privatsphäre Venedigs ist bisher ein wichtiger Teil des Zaubers der Biennalen. Andererseits - es liegt nahe, welche Entwicklung der Einmal-im-Leben-und-erledigt-Tourismus in den nächsten Jahren/Jahrzehnten nehmen wird. Vielleicht ist die 'natürliche' Abgrenzung gegenüber dem 'Veniceland' der Massen durch Eintrittskarten in Giardini und Biennale die künftige Rettung der Biennale di Venezia. 

Architektur hat in der Regel weniger Ausstellungsraumbedarf als Kunst, und in diesem Jahr also gibt es weniger externe Ausstellungsorte denn je. Und leider keine besonders speziellen, geschweige denn nie gesehene. Außer der Ausstellung im Park der Insel S. Giorgio Maggiore, einer der 'geheimen' Gärten Venedigs und für viele Venedig-Appassionati sicher eines der ersten Ziele in diesem Jahr. 
Hier gibt es noch einige weitere Empfehlungen, vor allem für Biennale-Neulinge, sortiert nach Sestieri und mit insgesamt 5 beteiligten Gärten grün orientiert, die ich nach Möglichkeit durch weitere Sommerausstellungen ergänzen werde, jeweils versehen mit dem Datum der Ergänzung. Hinweise per Kommentarfunktion oder Mail (oben rechts Kontaktbutton klicken) nehme ich wie immer erfreut und dankend auf.


Park auf S. Giorgio Maggiore


Castello

Die Serra dei Giardini ist der Wintergarten auf der schönen Allee Viale Garibaldi, der seit 8 Jahren wieder als Café, Gartencafé, Topf- (nicht Schnitt-) pflanzengeschäft und Ort für Ausstellungen, Musik, Kindergeburtstage und sonstige freiraumbedürftige Veranstaltungen sehr erfolgreich fungiert. (Siehe Eintrag vom 28.11.2010

Hier gibt es 2 Ausstellungen: vom 23.5.-16.9. den "Garten der unbegleiteten Kinder" - anscheinend eine zu bespielende Präsentation von Freiluftspielgeräten, siehe auch sparsamste Informationen auf Artribune

Und eine der offiziellen Nebenausstellungen. Das Schwedische Institut zeigt "Greenhouse Garden - Reflect, Project, Connect". Angekündigt sind außerdem Seminare und Workshops, ein Programm dazu ist online bisher leider nicht zu finden. Aber unabhängig von diesem Angebot ist die Serra ganzjährig geöffnet und immer ein schöner Treffpunkt im Grünen.

Ergänzung 14.6.
Ich bin erst jetzt auf ein Details zur o.g. Ausstellung "Reflect, Project, Connect" gestoßen. "Naturalis Brutalis", ein erstaunliches Projekt von Krupinski/Krupinksa.
Haltestelle Biennale.


Serra mit BiennaleObjekt 2016

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Noch eine Gartenausstellung, direkt um die Ecke im rechten der beiden Gärten der Marinaressa (Blick mit Rücken zur Lagune), bietet uns Pakistan mit seinem ersten nationalen Biennaleauftritt "The Fold". Mehr Bilder. Dieser Garten ist nur für Ausstellungen geöffnet, seit der Biennale 2017.
Der linke Garten ist einer der öffentlichen Parks Venedigs, in dem die Nachbarschaft die Hunde Gassi führt, Körperübungen und Sozialkontakte pflegt und gelegentlich eine Bank durch einen schlafenden Touristen belegt ist. Täglich geöffnet, mit Sonnenuntergang abgeschlossen. Hier stellen wieder  Teilnehmer*innen der Sammelausstellung "Time Space Existence" (Hauptlocations Palazzo Mora  und Palazzo Michiel in Cannaregio und Palazzo Bembo in San Marco an der Rialtobrücke) aus, wie Beatriz GerensteinRafael Barrios und Jim Gallucci. Dieser letzte Link ist besonders lesenswert weil nicht der erste Bericht über die als gemeinnützig anerkannte Global Art Foundation/European Cultural Center, die ausstellende Künstler*innen einlädt und an der Finanzierung der Ausstellungen beteiligt. 

Das ehemalige Ospizio Marinaressa wurde im 14. JH durch die Republik Venedig erbaut und in Apartments aufgeteilt verdienten mittellosen alten Seemännern kostenlos überlassen. Später nur noch höheren Graden, militärisch sehr verdienten Männern, besonders im 25jährigen Krieg um die Stadt Candia. Der Gebäudekomplex besteht aus 3 langen Häusern, die durch eine Fassade zur Riva verbunden und durch 2 weite Bogentore zu betreten sind. Ein markanter Anblick, den wir alle vom Vaporetto aus kennen, 2 große Torbögen, 2 Gärten rechts und links davon. Mit Napoleon war es vorbei mit den kostenlosen Sozialwohnungen. Heute kann, wer will, per AirBnB auch in einer der Eigentumswohnungen der Marinaressa wohnen. Und der Garten auf der linken Seite (vom Ufer aus gesehen) ist ganzjährig geöffnet und beliebt bei den Anwohner*innen, erstaunlicherweise wenig genutzt von Tourist*innen.

Hier an der jetztigen breiten Riva dei Sette Martiri lagen früher privatwirtschaftliche Squeri, also Schiffsbau- und Reparaturwerkstätten. Sie gehörten nicht zum staatlichen Arsenale und waren ein Teil des Hafenbeckens von S. Marco mit seinen Ankerplätzen entlang der Ufer. Erst im 20. JH wurde das Ufer befestigt und von der Regierung Mussolini als Militärparadenplatz bestimmt. Den Namen der Sette Martiri erhielt das Ufer erst nach dem 2. Weltkrieg in Erinnerung an sieben Männer des Widerstands, die am 3.8.1944 am Ufer vor diesen beiden Gärten durch das deutsche Besatzungskommando hingerichtet wurden. (Siehe Eintrag 31.7.2017 "Riva dei Sette Martiri - nicht nur Biennale")
Haltestellen Arsenale und Biennale.


Giardino della Marinaressa links

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Ergänzung 26.5.:
In der angrenzenden Palazzina Canonica (siehe Details zum Gebäude ebenfalls im Eintrag "Riva dei Sette Martiri - nicht nur Biennale") stellt in Kooperation mit dem Meeresforschungsinstitut CNR-ISMAR Venice (siehe Details im gleichen Link) die TBA21-Academy vom 23.5.-30.9. "Prospecting Ocean" von Armin Linke aus. 
Leser*innen dieses Blogs kennen meine Einträge zu TBA21 und TBA21-Academy bzw. zum zum ehemaligen Kloster und zur Kirche San Lorenzo in Castello. Wie schon vor 6 Monaten auf der Bonner Tagung vorangekündigt, hat Francesca von Habsburg nun die Eröffnung des "Ocean Space" in San Lorenzo im Sommer 2019 offiziell mitgeteilt. 'Prospecting Oceans' und das Gebäude der Palazzina Canonica sollte man nicht verpassen, auf die neue Kunstinstitution in San Lorenzo darf man noch ein Jahr gespannt sein. 
Dazu heute auch ein Artikel von Artribune.


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S. Maria Ausiliatrice, ehemaliger Kirchenraum und Nebenräume. Das Gebäude wurde im 12. JH gegründet als Ospedale dei Santi Pietro e Paolo für Pilger auf dem Weg nach Palästina, das erste seiner Art in Venedig.  Nach dem Ende der Pilgerfahrten wurden hier Bedürftige und Kranke versorgt. Die Einrichtung wurde 1806 geschlossen, Kunstwerke bis auf wenige festinstallierte in der ehemaligen Kirche S. Giocchino gefleddert und verkauft, und später unter dem Namen Maria Ausiliatrice (die Nothelferin) als Mädchenheim verwendet. 
Seit der Restaurierung in den 90er Jahren dient es als Wohnheim für Studierende und Hostel sowie Kinder- und Jugendzentrum (Ludothek).
Die Kirche und 2 Nebenräume werden regelmäßig zur Biennale vermietet und waren seit Jahren Ausstellungsort von Schottland und Wales, in diesem Jahr tritt hier Estland mit "Weak Monument" auf. Der Innenraum der Kirche wird umgebaut, die Ankündigung der Ausstellung macht neugierig. 


EXHIBITION : Weak Monument invites visitors to expand their understanding of how, where and why architecture can be recognized as political. The former church of Santa Maria Ausiliatrice is overtaken by a pavement and a wall. A suburban interlocking pavement covers its coloured marbles, while a monument-like concrete wall divides the exhibition space in two. The everyday and the exceptional structures are forced to occupy the same baroque interior. A scene is formed, which invites the visitor to step onto, and through it.
The concrete wall, which initially appears grand and impenetrable, can be crossed. Behind it, its internal structure and richness of materials unfold. In this transitional space, a broad collection of weak monuments is unveiled. Estonian, as well as European examples, are showcased through existing and newly commissioned photographs, through drawings and models, and in the catalogue.
Weitere Artikel dazu von DOMUS (mit Fotos), ArchDaily, Archisearch und Carpe Diem.
Haltestellen Arsenale und Biennale.


S. M. Ausiliatrice
Altarsockel der ex-Kirche S. Gioacchino

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Die Ausstellung von Taiwan hat seit 1995 ihren festen Platz im Palazzo delle Prigioni. "Living with the Sky, Water, and Mountain: Making Places in Ylan" studiert Alltag und Umwelt von Ylan (Wikipedia dt.: Ylan) - nie gehört und schon allein deshalb interessant. 
Der Bau der 'neuen' Gefängnisse wurde Mitte des 16. JH von Antonio da Ponte (Architekt auch der Rialtobrücke) begonnen und 1614 von seinem Neffen Antonio Contino fertiggestellt. Er ersetzte die veralteten fürchterlichen Gefängnisse im Dogenpalast, die 'Pozzi', die sich unter der Wasseroberfläche, und die 'Piombi', die sich direkt unter dem Dach befanden. Zu seiner Entstehungszeit galten dieser Gefängnisbau und auch die Lebensbedingungen als fortschrittlich und sozial und wurden Staatgästen als beispielhaft präsentiert. Die Zellen (zu besuchen beim Rundgang im Dogenpalast über die 'Seufzerbrücke') befanden sich im Untergeschoss, aber über der Wasseroberfläche, vergleichsweise trocken, hell und luftig. Zu ebener Erde existierte die Gefängniskapelle (nicht mehr) und im Obergeschoss, wo sich heute die Ausstellungsräume befinden, die Amtsräume der Signori di Notte
Die Kriminalpolizei, zuständig für nächtliche Sicherheit in der Stadt, bestand bis 1244 aus jeweils einem Mann pro Sestiere, wurde ab dann zunächst verdoppelt und war zuständig für Patrouillen in der Stadt, Delikte gegen Leben, Eigentum, Waffen-, Ehr- und Kleidervorschriften, Verhaftungen und Gerichtsüberstellung von Täter*innen. 
Abhängig von der Gestaltung der Ausstellungen kann man an den Wänden Ritzungen aus der Zeit der Serenissima entdecken (oder eben nicht).
Das Gebäude kann man nur während Biennaleausstellungen besichtigen, aber besuchen kann man es auch zu Konzertveranstaltungen außerhalb Biennalezeiten.
Haltestelle S. Marco-S. Zaccaria.






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Ergänzung 29.5.
Noch eine Ausstellung in Castello. In einem sensationellen, weil immer verschlossenen Ausstellungsraum: die Kirche des Ospedaletto, S. Maria dei Derelitti. Seit einigen Monaten auf Vereinbarung zugänglich für Gruppen zu einem Preis, den nur Gruppen gemeinsam schwingen können (ich habe angefragt). Nur vom 23.5.-17.6. wird hier Glaskunst unter dem Titel "Kosmogonos" gezeigt.
Das Ospedale dei Derelitti gehörte zu den 4 über Venedig hinaus berühmten Ospedali: la Pietà, degli Incurabili, dei Mendicanti. Einrichtungen der Pflege und Fürsorge für Waisen, Alte, Kranke, Arme, Behinderte, von denen es in Venedig viele gab, finanziert durch großen Spenden und kleine Almosen, durch Brüderschaften und Klöster, aber diese 4 trugen sich (ganz, teil- oder zeitweise) selbst durch ihre Musik. Musikunterricht war Teil des pädagogischen Konzepts der Waisenbetreuung, die Konzerte hochwirksames Fundraising für die soziale Arbeit. 
Die umwerfende bzw. halsausrenkende Fassade ist nur schwer zu genießen, dies ist also die Gelegenheit, die Kirche von innen zu bewundern. 


Cannaregio

Die Ausstellung "Venice Design" findet jährlich während der Kunst- und Architekturbiennalen im piano nobile des Palazzo Michiel del Brusà am Canal Grande statt. Die Geschichte des Hauses, der säulengestützte Raum im Wassergeschoss mit einem wunderbaren Brunnenkopf und Blick auf den Rialtomarkt sowie die Ausstellungsräume selbst sind sehr beeindruckend, was nicht immer auf alle Exponate zutrifft. Kann auch mal einfach nur Luxuskitsch sein. Eine der jetzt ausstellenden Gruppen ist das Naqsh Collective, das palästinensisches Kunsthandwerk zeigt. 
Das Gebäude ist unbedingt einen Besuch wert, Eingang von der Strada Nova. 
Haltestelle Ca' d'Oro. 


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Biennaleunabhängig ist vom 24.5.-15.9. im venezianischen Sitz der Fondation Wilmotte die Ausstellung der diesjährigen Projektpreisträger*innen der Stiftung "Prix W 018" zu sehen. Immer interessant und einen Besuch wert wie vor allem auch das beeindruckend restaurierte Gebäude, das ursprünglich zum Komplex der (alten) Scuola della Misericordia gehörte. Was man auch am wunderschönen Portal zur Fondamenta dell'Abbazia/ Rio della Sensa sehen kann. 
Leider mit der etwas exzentrischen Mittagspause, die wir den Mitarbeiterinnen gönnen, aber für wartende Besucher*innen um eine Bank im schönen Vorgarten bitten möchten (Ouverture : 10h00-13h30 / 14h00-18h00).
Haltestelle Ca' d'Oro oder Madonna dell'Orto.


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Im Erdgeschoss des Palazzo Albrizzi-Capello stellt wieder Guatemala aus. Das Projekt "Stigma" zeigt zentral als Fotoreproduktion den Tempel der Masken in Tikal
Das Haus Albrizzi-Capello ist der Sitz der Associazione Culturale Italo-Tedesca Venezia und schon allein für den Italienischunterricht ganzjährig zugänglich, darüber hinaus anlässlich vieler Konzerte und Ausstellungen. Es ist auch möglich, außerhalb von Ausstellungen im Büro der Schule (1. Etage) anzuklopfen und zu fragen, ob man kurz die Räume des Piano Nobile besichtigen darf. Ich vermute, dass es neben Guatemala im Laufe des Sommers und Herbsts wie immer Ausstellungen im Hause geben wird.
Haltestelle Ca' d'Oro.


Im Palazzo Albrizzi-Capello


San Marco


Im Palazzo Malipiero, vielmehr in den kleinen Räumen an der Rückseite des Hauptgebäudes am Canal Grande, stellten bisher zu jeder Biennale 3-4 Länder oder 'Kollaterale' aus, das scheint sich gerade zu ändern. Die bisherigen Mieter wandern ab (z. B. Cypern ins Arsenale, Estland nach S. M. Ausiliatrice) und 2018 gibt es hier nur noch Montenegro. Die bisherige Besitzerin des Hauses, Anna Barnabò, starb vor wenigen Jahren, das Haus (oder zumindest die Fassade zum Canal Grande) wurde renoviert, die Dachetage oder ein Teil davon wird bei AirBnB angeboten. Naja, weder der Palazzo noch der wunderbare Garten gehörten bisher zu den Ausstellungsbereichen, trotzdem waren die krummen Treppen, Wände und Fußböden ein stimmungsvoller Ausstellungsort. Montenegro also zeigt in diesem Jahr "Emerging Resilience" und "Wo/man under Umbrella" und dazu ist derzeit (noch?) fast nichts im www zu finden. Wird nachgereicht, wenn es soweit ist.
Haltestelle S. Samuele 


Palazzo Malipiero
mit mittlerweile verschwundener Traghettostation
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Ein paar Schritte weiter Richtung Accademiabrücke stellt Portugal im Palazzo Giustinian Lolin aus. Das Haus ist der Sitz der Stiftung Ugo und Olga Levi, man kann hier einfach aber preisgünstig wohnen, es gibt eine öffentliche Musikbibliothek, es finden Konzerte und Lesungen statt, die Stiftung beteiligt sich auch jährlich an der Artnight, das Haus ist also zumindest in Teilen regelmäßig zugänglich. 
Die portugiesische Ausstellung im Piano Nobile "Public Without Rhetoric" diskutiert anhand von Fotos, Zeichnungen und Modellen von 12 Projekten  öffentliches Bauen in Zeiten von Krise und knappen öffentlichen Mitteln. Mehr dazu.
Haltestellen S. Samuele, Accademia


Palazzo Giustinian Lolin mit Accademiabrücke

Ergänzungen San Marco
9.5.:
Keine Biennaleveranstaltung ist die für 2.6.-30.9. angekündigte "Van Gogh Multimediaexperience" im Palazzo Giustinian FaccanonMehr Informationen zur Multimediashow und zum Haus. Was die Präsentation von Kunst mit elektronischen Medien betrifft, ist meine Haltung bekanntlich orthodox, Andere sehen das anders. Das Haus habe ich noch nie besucht und darauf bin ich schon neugierig!

22.5.
Der Palazzo Ferro Fini ist seit den 70er Jahren der Sitz des Regionalrates des Veneto. Ich hatte noch nie Gelegenheit, das Gebäude zu besuchen und schaffe es auch diesmal leider nicht - Ausstellungstermin Juni/Juli. Für die Nutzung als Ratsgebäude wurde wohl eingehend renoviert und umgebaut inklusive Fahrstuhl, dies ist ein Ziel von Klassenausflügen, hier trifft sich auch das Kinder- und Jugendparlament des Veneto, und es gibt ab und zu öffentliche Veranstaltungen/ Ausstellungen. Vom 23.5. bis 7.8. zeigt Nancy Genn eine Retrospektive ihrer 60 Jahre künstlerischer Arbeit "Architecture from within". Dies ist keine Veranstaltung im Zusammenhang mit der Biennale, aber ich empfehle sehr, die Gelegenheit wahrzunehmen und das Haus - soweit möglich - zu besichtigen.
Haltestelle S. M. del Giglio.

1.6.
Im Palazzo Morosini Gatterburg am Campo Santo Stefano ist vom 23.5.-17.6. "DESIGN.VE" zu sehen. Gehört zur Ausstellung im Ospedaletto (siehe unter Castello). Dies ist der ehemalige Palazzo des Dogen Francesco Morosini, dem 'Peloponnesier', der nach seinem Tod von Nauplio nach Venedig überführt und in Santo Stefano unter seinem runden Grabdenkmal bestattet wurde (hingehen - direkt wenn man die Kirche durch den Haupteingang betritt). Der Palazzo mit einem schönen Innenhof und gut restaurierten Räumen ist eine der venezianischen Immobilien des Versicherungskonzerns Generali und selten von innen zu sehen. Eine Gelegenheit also, nicht verpassen! (Zu Generali siehe auch Eintrag "Die nächste Baustelle - Piazza San Marco" vom 9.11.2017.)



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Dorsoduro

Im Palazzo Zenobio, offizieller Sitz des Collegio Armeno,  zeigt Schottland "The Happenstance", der Zufall, und ich hoffe, dass es weitere Ausstellungen im Haus und in Nebengebäuden gibt, wie häufig in den Biennalenjahren. Aber jedenfalls ist auch mit nur einer Vermietung der große Garten den ganzen Sommer und Herbst über zugänglich, wunderbar, und sollte nicht verpasst werden. 
The Happenstance hat eine schöne Website, auf der es z. B. eine allgemeine Einladung zur Ausstellungseröffnung gibt und es werden wieder Fellowships und Praktika für junge Künstler*innen bzw. Architekt*innen angeboten - eine sehr einladende Sache. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Betreuer*innen der schottischen Pavillons - Architektur und Kunst - wirklich angenehme und kompetente Menschen sind, immer bereit, ein interessantes Gespräch mit Besucher*innen zu führen.


Garten Palazzo Zenobio
Alle Gelegenheiten, Gebäude des Palazzo Zenobio und den Garten zu genießen sollten niemals verpasst werden.
Ergänzung 8.6.
Die (früher im Zusammenhang mit dem Filmfestival) in Venedig sehr beliebten Filmvorführung auf dem Campo S. Polo, die in den letzten Jahren ausfielen bzw. auf Initiative von Bürger*innen wieder aufgenommen wurden, sind soeben für 2018 nach ursprünglicher Ankündigung wieder abgesagt worden. Der schottische Pavilion bot spontan an, Ende Juli im Garten des Palazzo Zenobio Filmvorführungen zu ermöglichen. Was für ein tolles Angebot! Noch steht nichts dazu auf der Website, aber hoffentlich bald. 
Ergänzung 6.7.
Der Spielplatz für alle Altersklassen der schottischen Ausstellungen "The Happenstance" im Garten des Palazzo Zenobio war nur für Mai/Juni geplant, ist aber ein solcher Erfolg, dass die Mechitaristen die komplette Installation zum symbolischen Preis von 1 € kauften und weiterführen wollen. Wunderbar.
Haltestelle San Basilio.  


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Ergänzungen Dorsoduro:


Ausstellung "Multiforme, declinazioni tra spazio e tempo" vom 24.5.-27.6., die zuvor im Mailand gezeigt wurde. Es handelt sich um eine künstlerische Präsentation der italienischen Firma Alcantara, die seit den 70er Jahren ein lederähnliches Kunststoffmaterial produziert. Die Ausstellung kann interessant sein, muss aber nicht, (Ergänzung dazu am 14.6.) interessant ist auf jeden Fall das Haus. Es ist z. T. bewohnt und wird für geschlossene Gesellschaftsevent vermietet, ist also nicht allgemein zugänglich. Also sollte die kurze Gelegenheit nicht verpasst werden! Was ich an Informationen dazu herausgesucht habe, steht in meinem Eintrag "Palazzo Contarini Corfù und Telluria" vom 6.6.2015, der bisher letzten Öffnung des Hauses. 
Haltestelle Accademia.


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Giudecca (Ergänzung 20.5.)
Nur vom 25.-30.5. im Wohnkomplex Gino Valle (1984-86): "Unfolding Pavilion". Eine leerstehende Wohneinheit der Sozialwohnungen von Gino Valle wird für die sechstägige (Dauer-)Veranstaltung eingerichtet. Ich kenne die Gebäude bisher nicht (und werde auch diese Gelegenheit leider nicht nutzen können) und kann deshalb wenig dazu sagen. Hier ist ein interessanter Artikel zur Planung auf der Giudecca (12/2015) 'Hidden Architecture'.
Haltestelle Palanca.

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Ergänzung 28.5.
In einem der Räume im Zitelle-Komplex des Hotels Bauer ist 24.5.-31.8. die hoch interessante "ReConstructo - Rebuilding Mexico in Venice" zu sehen. Ein weiterer Teil der Ausstellung wird im Spazio Ridotto (neben der Ca'Giustinian der Biennale, Haltestelle Vallaresso) gezeigt. 
Haltestelle Zitelle.


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Ergänzung 30.5.
In der früheren Brauerei Dreher auf der Giudecca, vor 10 Jahren in Wohnungen konvertiert und in den fensterlosen ehemaligen Industrieräumen Sitz eines Teils des Spazio Punch, gibt es vom 24.5.-1.7. den "Cruising Pavilion". Wer sich wie ich nicht ausdrücklich männlich und ausdrücklich homosexuell definiert, fühlt sich vielleicht verunsichert, sollte ihrer/seiner Neugier aber folgen. Mehr dazu. Haltestelle Palanca, dort rechts.

Ergänzung 16.6.
Im Komplex der Brauerei Dreher zeigt die Gruppe SILOS vom 16.6.-15.9. AnomaleArchitettureAliene. Siehe auch hier (mit falschem Datum, die Ausstellung läuft bis Mitte September).



Palazzo Zenobio


Santa Croce

Jährlich zeigt die Ca' Corner della Regina anlässlich und während der ganzen Biennalelaufzeit eine neue Ausstellung der Fondazione Prada. In den Wintermonaten werden die langfristigen Restaurierungsarbeiten fortgesetzt. Was von der bereits fertiggestellten überaus üppigen Innenausstattung der Räume zu sehen ist, also z. B. den Wandgemälden zur tragischen Geschichte der venezianischen Königin von Zypern, Caterina Cornaro, hängt immer auch von den Exponaten und der Arbeit der Kurator*innen ab, also gibts jährlich eine gewisse Überraschung.
In diesem Jahr sehen wir "Denkmaschinen" kuratiert von Dieter Roelstraete. (Siehe auch bisherige Einträge zum Haus bzw. Ausstellungen). 
Haltestelle S. Stae.


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In der Ca' Tron, einer der Sitze der Universität IUAV, stellt zum dritten Mal "Across Chinese Cities" aus. Leider ist die Website von 2014/2016 noch nicht auf dem Stand von 2018.
Mehr über das Gebäude mit Links zu den Plänen und mehr zum Garten, den man auch ohne Biennaleausstellung durch den Nebeneingang besuchen kann und der ein ziemlich typisches Beispiel eines venezianischen Gartens darstellt: gepflasterter Hof mit Zisterne und Brunnenkopf direkt am Haus, ein durch wenige Treppenstufen erhöhter Gartenbereich, der in verschiedene Pflanz- und Aufenthaltsbereiche und unterteilt ist. 


Ca' Tron vom Garten gesehen



Ergänzung 13.5.

Lido 
Der Lido gehört zu keinem der o.g. Stadtsechstel (sestieri), sondern bildet zusammen mit Pellestrina eine eigene 'Inselgruppe'.
Meines Wissens zum ersten Mal werden 2018 Teile der Kasernengebäude hinter der Kirche S. Nicolò di Lido in die zeitlich befristete Nutzung für die Biennale einbezogen. Sie dienen 2018 als Wohnräume für Künstler*innen, Ausstellungsräume, Architekturateliers und -büros und Räumlichkeiten für internationale Workshops. 
Konrekt geht es um die Caserma d'Artiglieria Guglielmo Pepe. (Hier ein weiterer Link zum Projekt und die Pressemitteilung der Agenzia del Demanio und der Biennale Urbana, verantwortlich für die Nutzung der Gebäude.) Das Gebäude ist riesig, wie man hier sehen kann und wird seit 1999 nicht genutzt, ist dem Publikum seitdem kaum zugänglich. Die Kaserne stammt vom Ende des 16. JH und wurde auf der Fläche angelegt, auf der sich 400 Jahre zuvor die europäischen Ritter zum 4. Kreuzzug sammelten, einem der Wendepunkte der Geschichte Venedigs. Der natürliche Schutz, den der Lido der Lagune bot, sollte hier angesichts der Konflikte mit dem osmanischen Reich durch die Anwesenheit einer großen Zahl kasernierter Soldaten verstärkt werden. 

Der Pavillon Frankreichs stellt hier in Räumen und im Innenhof die praktische Nutzanwendung seines Auststellungsprojekts Lieux Infinis mit 10 Häusern vor.  So oder so - interessantes Biennaleprojekt, interessantes Gebäude. 
(Siehe auch Link zu 3 Einträgen zum ehemaligen Kloster S. Nicolò.)
Haltestelle S. Nicolò di Lido, mit der Autofähre ab Tronchetto oder mit den diversen Vaporettolinien nach Lido S. Maria Elisabetta und von dort mit dem Bus Linea A weiter, oder zu Fuß die Uferstraße gehen. 

Ergänzung 15.6.
Eine weitere Ausstellung findet vom 18.6.-5.7. im ehemaligen Kloster S. Nicolò statt, im Bereich des Global Campus of Human Rights, der hier seinen Sitz hat. Eine Foto-Wanderausstellung des EU-Parlaments in Zusammenarbeit mit der Fotoagentur Magnum "Die Verteidiger unserer Freiheit". Mehr dazu.





Siehe auch Eintrag 27.4.18 Architekturbiennale 2018 - Mitteilungen, Berichte und Meinungen im Vorfeld.


Ergänzung 2.7.
Die Hochschule Hannover hat heute eine biennale-app.com veröffentlicht, die von Studierenden des Studiengangs Informationsmanagement gehäkelt wurde. Sie führt zu allen nationalen Ausstellungen (wenn auch anscheinend nicht zu den Kollateralen). Ich habe sie schon runtergeladen und teste im September, wer vorher schon testet und rezensieren möchte, ist willkommen. 



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