15. Dezember 2009

Noch einmal MIGROPOLIS

Die Ausstellung 'Migropolis' (Eintrag vom 30.10.09) ist seit einer Woche vorbei, leider ohne dass ich sie hätte besuchen können.

Die Dokumentation dazu wird aufgrund des Preises und des kritischen Inhalts wohl kaum im Reisegepäck des/der romantikbedürftigen NormaltouristIn landen, aber die fortgeschrittene Venedigliebhaberin/der Venedig-Manico wird kaum darauf verzichten wollen.

In der taz vom 12./13.12.09 hat Thomas Hummitzsch einen sehr informativen Artikel 'Venedig - Stadt der Illusionen' geschrieben, der mehr als eine Rezension ist und schon weit in das Thema Globalisierung in Venedig einführt.

Kommentare:

Aldebaran hat gesagt…

Hallo, ich habe die Ausstellung "Migropolis" gesehen. Ist leicht unter den Prokuratien zu finden. Es bestand ja ein sehr großer Werbeaufwand, so dass ich eine Riesenaussetellung erwartete. Na ja, es waren 7 eher kleinere Räume, in denen die Ausstellung gezeigt wurde. Die Zeichnung auf dem Ankündigungs-Plakat läßt vermuten, dass die ganzen Prokuratien mit der Ausstellung belegt seien. Sie ist sehr interessant, das Thema ist ja aktuell und stellt Venedig als Modellfall für die Welt dar (was Venedig im Prinzip ja auch der Fall ist, deshalb fahre ich ja so oft dahin). Die vielen Bilder sind klein, meist Fotografien, etwa 10x15 cm, also relativ klein, teilwiese in großer Zahl neben- und übereinander, jeweils nach einzelnen Themen geordnet. Ich habe die Ausstellung gesehen und finde sie interessant und lehrreich. In Deutschland habe ich dann das dicke Buch gesehen, nicht gerade billig, welches wieder den internationalen Charakter der Ausstellung betont. Die Fotos wirken im Buch, da sie einzeln gezweigt werden, oft viel eindringlicher als in der Ausstellung selbst. Wenn das Buch zu einem akzeptablen angeboten wird, werde ich es mir auch kaufen.
Insgesamt zeigt die Ausstellung 2 Probleme von Migration, erstens die tatsächliche Migration z.B. von Farbigen, deren Lebensumstände, oft im Vergleich zur wohlhabenderen einheimischen Bevölkerung. Zweitens den Vormarsch von internationalen Firmen, die "Ketten" ihrer Filialen verbreiten und die einheimischen Strukturen, wirtschaftlich und optisch, zurückdrängen. Eben ein Problem der Globalisierung. Alles ist nicht reißerisch, sondern eher diskret dargestellt. Durch die Fülle der Fotografien braucht es etwas Zeit, wenn man alles genau betrachten will.

Brigitte Eckert hat gesagt…

Hallo Aldebaran,

danke für den informativen Kommentar!
Ich konnte die Ausstellung nicht sehen und habe mir jetzt (erste günstige Gebrauchtangebote im Internet) die Publikation bestellt und bin schon sehr gespannt.
Die Enttäuschung über die eher 'kleine' Ausstellung höre ich nicht zum ersten Mal. Ich vermute, sie ist als Wissenschaftstransfer-Projekt zu verstehen (ich komme darauf, weil ich in diesem Bereich beruflich tätig bin). Heißt, dass die Ergebnisse des Universitäts-Projekts 'Migropolis' dem breiten Publikum, das weder das teure Buch kauft noch Zugang zu Wissenschaftsveröffentlichungen in Fachzeitschriften etc. hat, vermittelt werden sollten. Zu vertretbaren Kosten, deshalb klein und eher zeitlich kurz.
Ein wichtiges Thema kommt so auch für 'Ahnungslose' auf den Tisch der Öffentlichkeit, das ist doch eine lobenswerte Initiative der Beteiligten, auch wenn die Ausstellung nur sozusagen eine Einführung ist.