7. Januar 2012

Unerschöpflich...


... ist die Vielfalt und der Zauber Venedigs, wenn man mit Muße und offenen Auges durch die Stadt streift.
Nach mehreren Besuchen dachte ich, irgendwann sei der Boden des Erfahr-
baren erreicht und nach der ersten Begeisterung, dann der Freude des Wieder-
erkennens, dann der vertieften Information käme dann sicher die Phase der Sättigung. Weit entfernt davon.



Die Details werden immer mehr, immer differenzierter, der Blick öffnet sich immer weiter. Es ist ausge-
schlossen, sich in Venedig zu langweilen, auch jenseits von Biennalen und den lokalen Museen, selbst wenn alle Kirchen eine Woche geschlossen wären, bliebe beim völlig absichtlsosen Zockeln durch die Stadt genug zu sehen, staunen, bewundern.


Jeder Kirchturm ist identifizierbar anders, jeder Kreuzgang, jede Brücke und ihre Treppen, die Ockertöne der Häuser, die Balkonballustraden, die byzantinischen Patere als "Kunst am Bau", die Spezialisierungen bei den Wasserfahrzeugen, natürlich die Löwen, die kleinen Plätze mit ihren Brunnenköpfen, die Türen und Türbeschläge...


Es gibt Venedig-
freundInnen mit Fotosammlungen von all diesen Dingen, außerdem von an die Wände gemalten Hinweisschildern, von in Hauswände eingelassenen Spolien, von Säulen und Fenstern, auch street art, es gibt einfach kein Fotomotiv, von dem man in Venedig keine "Sammlung" gründen und immer weiter ausbauen könnte.


Ich fing eher absichtlos irgendwann an Türknäufe und -klopfer zu knipsen, habe bereits einmal einen Eintrag dazu geschrieben, es werden bei jedem Besuch mehr und die "Sammlung" ist nur ein winziger Teil der Vielfalt im Detail, durch die in Venedig auch in einfachen Dingen des Alltags Individualität und Kreativität mitspielen.

Siehe unten als eines von vielen möglichen Beispielen.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo,
das ist ja ein klares Statement für Venedig. Dem kann ich nur zustimmen, obwohl ich die Raritäten, die Brigitte immer wieder ausguckt, noch nicht einmal gesehen habe. Dabei ist es tatsächlich verwunderlich, in dieser völlig begrenzten Stadt immer wieder Neues zu entdecken oder zu vertiefen. Die Stadt hört eben am Wasser auf, das gibt es bei keiner anderen Stadt; die Grenze ist im wahrsten Sinne mit den Lineal gezogen. Und innerhalb dieser Begrenztheit liegt ein Universum. Ich persönlich gehe allmählich dazu über, die anderen Sinne, also nicht nur das Sehen,aktiv an Venedig teilnehmen zu lassen, wie hören, riechen, schmecken. Man kann sich hier auf ein wahres Sinnen-Erlebnis einlassen, und das immer wieder.

Danke Brigitte für den Blog, er bereichert mein Leben.

Aldebaran

eichinger georg hat gesagt…

eine sehr beachtlichen sammlung, gratuliere. besonders freut mich, dass wir uns an einigen gleichsam begegnet sind. beim nächsten fotografieren werde ich immer denken: vielleicht stand vor dir, du herrlicher goldknauf, auch schon brigitte (oder kommt sie bald?)

georg