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8. August 2021

Venedig bis hierher


Venedig 2019

Gestern Abend stand der Markusplatz von 22 Uhr bis Mitternacht 10 cm unter Wasser. Und die Basilika, natürlich, denn der längst beschlossene gläserne Schutz, der San Marco und seine Kostbarkeiten vor weiterem acqua alta schützen soll, wird weiterhin bürokratisch verhindert. Und das mitten im August. Historisch gab es das 5 mal, seit 1987, vorher nie.

Gestern Abend war der Markusplatz voller Menschen, die im Wasser platschten oder von den trockenen Stufen der Procuratie zuguckten und Selfies/Fotos machten. Mitten in der 4. Welle der Covid-Pandemie. Viele ohne Masken und möglicherweise ungeimpft, zu schließen aus den deutschsprachigen Teilnehmer*innen einer No-Vaxx-Kundgebung auf dem Campo S. Geremia am Nachmittag und an den langen Schlangen vor den Testzentren, wo sich Tourist*innen für die quarantänefreie Rückkehr kostenfreie Negativbescheinigungen besorgen. Mit Schnelltests über alle Grenzen.

Diese Stadt ist nicht zu retten. Nicht vor der menschengemachten Klimakastrophe, nicht vor der menschlichen Dummheit und Gier. Ein guter Anlass, den Punkt zu setzen, den ich seit langem hinauszögere.

Im Juni kündigte die italienische Regierung das Verbot der Passage großer Kreuzfahrtschiffe durch das Becken von S. Marco und den Canale della Giudecca an. Im Juli machte daraufhin die UNESCO ihre Ansage, Venedig auf die Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen, wieder nicht wahr. Zum 3. Mal! Gegen alle Bitten von Natur- und Denkmalschützer*innen und der venezianischen Bevölkerung, die Hoffnung in diese Maßnahme gesetzt (und sie keineswegs befürchtet) hatten. Die Kreuzfahrtunternehmen (diejenigen, die jetzt nicht vorläufig Triest und Monfalcone anlaufen) fahren weiter durch die Lagune, dazu werden weitere Kanäle vertieft, der von der Kreuzfahrtindustrie gewünschte Hafen in Marghera wird gebaut mit 5 Anlegern. Der von der Regierung angekündigte Hafen vor der Lagune kommt eventuell, aber nur mit 2 Anlegern. (Der Kreuzfahrthafen wurde bisher von 6 Schiffen, oder sogar mehr, gleichzeitig genutzt.) Man kann sich vorstellen, wohin diese Planung langfristig führt.

Venedig 2019


3 Monate nach der Hochwassersturmkatastrophe vom November 2019 wurde Venedig im Frühling 2020 sozusagen geschlossen, abgetrennt von ihrer wirtschaftlichen Basis und in Zukunftsängste geworfen. Denen man begegnete mit der Wunschvorstellung bzw. Propaganda, die Gelegenheit zu nutzen und neue wirtschaftliche, soziale, ökologische Perspektiven zu entwickeln, im Rahmen einer nachhaltigen Planung, für die Zukunft der Stadt. 
"Mehr zur Zukunft Venedigs - Gedanken, Vorschläge, Projekte, Kritik, Dys- und Utopien" eine natürlich unvollständige Mediensammlung eines Jahres.


Aber das war wohl nix. 
Profiteur*in der "Lösung" der Grandi Navi wird die Kreuzfahrtindustrie sein und der Hafen Venedig. Den Preis zahlen (trotz des fragwürden M.O.S.E.) die kaputte Lagunennatur, die ungeschützt weiter absaufende und bröckelnde Basilika San Marco, und die Bürger*innen, die vielleicht noch 20 Jahre im historischen Zentrum wohnen werden, bis es im Sinne der Wirtschaft frei ist von Einwohner*innen. 
Der private venezianische Immobilienmarkt ist weiter fett und einträglich, nichts hält die Venezianer*innen mehr auf, Schritt für Schrittchen ihre Stadt zu verscherbeln.
Weiter steigt die Zahl historischer Gebäude, die - aus städtischem oder Privatbesitz - Luxushotelketten oder internationalen Institutionen der Wirtschaft in den Rachen geworfen werden (um nur einige derzeitige zu nennen: Ca' di Dio an der Riva, Palazzo Giovanelli in Cannaregio, Palazzo Berlendis in Cannaregio, die ex-Gefängnisse von San Severo in Castello, das Ospedale al Mare auf dem Lido, ex-Glasbläsereien auf Murano, das ehemalige Kloster der Imeldinerinnen, der Palazzo Seriman, Kindertagesstätte und Schule der Dienerinnen der Kindheit Jesu (und weitere ex-Klöster) in Cannaregio, die ex-Kaserne Pepe und evtl. sogar die Gebäude des ex-Klosters San Nicolò auf dem Lido, die Inseln San Felice und Delle Grazie) - aber das sind nur die größeren und medienbekannten Projekte. 
Mir persönlich gab der Hotel- bzw. Apartmentneubau auf der Fläche der Gasometer bei San Francesco della Vigna den Rest. In "meiner" Nachbarschaft! Die Zerstörung einer intakten Wohnviertelstruktur (wenn auch vielen Ferienwohnungen). Wirkungslos waren Klagen und die Gründung eines bürgerlichen Rettungskomitees. 
Den "Bonus" des Baus einer Turnhalle auf dem gekauften Gelände des anliegenden Gymnasiums zog der Bauherr aus Österreich kürzlich aus der Planung zurück. 
 

Venedig 2019

Ich war covidbedingt im September 2019 zum letzten Mal in Venedig. Wie die Stadt sich jetzt wieder mit Tourist*innen füllt, schwindet meine Nostalgie. Ich bin nicht die Einzige. 

Der Blogger Steven Varmi (venezia blog) verließ im Juli mit seiner Familie Venedig nach 10 Jahren und lebt jetzt wieder auf dem amerikanischen Kontinent. Ich kenne seinen Blog seit dem ersten Eintrag und konnte miterleben, wie sich seine Begeisterung und Bewunderung entwickelten in Anpassung an das venezianische Leben, vertieftes Kennenlernen von Mitbürger*innen und Lebensweisen, erstaunte und entzückte Beschreibung seiner Erfahrungen, differenzierte Wahrnehmungen und erste Irritationen, Frustration über venezianische "Systeme", Ärger über die Lokalpolitik und Wut auf ihre Mandatsträger, Beteiligung an Bürgerinitiativen und die Sinnfrage.
Ich fand, das ging schnell bei ihm - aber er lebte ja in Venedig, was für mich nicht in Frage kam. Bei mir entwickelte sich das alles deutlich kritischer, aber gleichzeitig langsamer und nachsichtiger, ich war 25 Jahre lang 2-4 mal jährlich 3 Tage-5 Wochen in Venedig. Da kann man sich etwas länger an einem dysfunktionalen Traum festhalten und mit Kunst, Bibliotheken, Architektur, Menschen, Natur ausbalancieren.

Aber nun ist es genug, in jeder Hinsicht. Diese Stadt ist wirklich nicht mehr zu retten. Ich jammere nicht, ich polemisiere nicht, ich halte mich jetzt raus aus Venedig und meine Klappe. Mit Genuss werde ich mich den Büchern widmen, die ich in über 20 Jahren, teils mit  mühsamer online-Suche in internationalen Antiquariaten, gesammelt habe. Meine Venedig-Expertise wird nicht mehr reise- und kultureventorientiert sein, sondern quasi weitergebildet und 'privatgelehrt'. Ich werde den Input genießen und plane nicht, Output zu produzieren.
Nur noch entspannt die interessantesten Artikel venezianischer/ italienischer Tageszeitungen und Magazine lesen, Blogs und Tweets eventuell, und nicht mehr darüber nachdenken, wie ich die Informationen in meinem Blog umsetzen kann. Und ich werde mich nicht mehr über die venezianische Politik aufregen.

Ich habe ca. 20-30 detailliert vorbereitete Blogeinträge (vor allem unzählige Links zu lokalen Medien, deren Inhalte die Ergänzung oder sogar Basis meiner Texte gewesen wären). Ihre frustrierenden Inhalte (zum jammern und polemisieren) waren der Grund für meine immer seltener werdenden Einträge. Bleibt jetzt alles friedlich liegen, das erleichtert mich, aber traurig bin ich auch ein bisschen. 
In meinem Twitteraccount  https://twitter.com/ebbonn verlinke ich weiterhin (neben Privatem) interessante Berichte/Artikel/Informationen zu Venedig, die ich im www finde. Zu lesen auch mit Hilfe von Google translate.

Herzlichen Dank allen, die meinen Blog in 14,5 Jahren fanden und lasen und sich inspirieren liessen. Für mich waren die vielen Kontakte, die sich durch den Blog aus meiner eigenen Aktivität oder zu meiner Überraschung ergaben, eine unschätzbare Bereicherung in dieser langen Zeit. Tausend Dank jeder einzelnen Person, der zu begegnen ich die Freude hatte. 
Vor allem danke ich den Korrespondent*innen, die mich mit Kommentaren, Kritik, Vorschlägen, Ergänzungen, Filmen, Buchhinweisen, Anerkennung, Dank und ihrer Freundlichkeit und Zugewandtheit begleitet haben. Für mich unverdient und unersetzlich. 

Denkt bitte alle über Euer Reiseverhalten nach, wenn Covid irgendwann unter Kontrolle sein sollte. Das Richtige zu tun bedeutet nicht, das für die Tourismusindustrie Richtige zu tun. In Venedig Ferienwohnungen zu mieten bedeutet nicht unbedingt Lebensunterhalt der Vermieter*innen, sondern vor allem Zerstörung des privaten venezianischen Wohnungsmarkts. Rein- und Raustourismus bedeutet nicht Kulturreiseerlebnis, sondern Mißachtung des Welterbes Venedig uns seiner Einwohner*innen. 

Ich verabschiede mich mit herzlichsten Grüßen - Brigitte Eckert






Paolo Andrich  29.7.2021



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5. April 2021

Kreuzfahrtschiffe aus Venedig verbannt...! Ach was...?!


Hatten wir das nicht schon mal? Schon mehrmals? 2013 wurden Schiffe über 96.000 Tonnen aus dem Giudeccakanal "verbannt", die Entscheidung gerichtlich wieder zurück genommen. 2017 versuchte es eine andere (der häufig wechselnden italienischen) Regierungen mit dem Vorschlag, große Schiffe aus dem Canale della Giudecca zu "verbannen" und nur noch in Marghera docken zu lassen - woran sich niemand hielt.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie die internationalen Medien brav eine Pressemitteilung verbreiten, in der die "Verbannung" der Kreuzfahrtschiffe aus Venedig angekündigt wird. Bis auf wenige Ausnahmen machen sich Journalist*innen nicht die Mühe, die Quellen dieser Information zu prüfen.


Zuletzt habe ich dazu im Feburar 2018 geschrieben: 
"Wenn die Tagesschau entwarnt..."
und mir dann das Thema einstweilen geschenkt.


Jetzt wirbeln die internationalen Medien erneut und verkünden die "Verbannung" der Schiffe aus Venedig und den Bau einer Kreuzfahrtstation außerhalb der Lagune, ja sogar Offshore! Wer hofft, auch nach der Covid-Pause der Kreuzfahrtindustrie "keine Riesen mehr in Venedig" sehen zu müssen, täuscht sich wieder einmal bzw. wird wieder einmal vom Mediengeschwätz getäuscht.

Hier ist die Basis dieser Medienmeldungen, der Text des Erlasses des Ministerrates vom 31.3.2021 (scrollen, 2. Absatz "Trasporto Marittimo": 

TRASPORTO MARITTIMO
Disposizioni urgenti in materia di trasporti e per la disciplina del traffico crocieristico nella laguna di Venezia (decreto-legge)
Il Consiglio dei Ministri, su proposta del Presidente Mario Draghi, del Ministro delle infrastrutture e della mobilità sostenibili Enrico Giovannini e del Ministro della cultura Dario Franceschini, ha approvato un decreto-legge che introduce disposizioni urgenti in materia di trasporti e per la disciplina del traffico crocieristico nella laguna di Venezia.
Per contemperare le esigenze di tutela del patrimonio artistico, culturale e ambientale di Venezia e quelle legate allo svolgimento dell’attività crocieristica e al traffico merci, il decreto prevede l’indizione, da parte dell’Autorità portuale del Mare Adriatico settentrionale, di un concorso di idee, volto a raccogliere proposte e progetti di fattibilità tecnica ed economica per la realizzazione di punti di attracco utilizzabili dalle navi adibite al trasporto di passeggeri superiori a 40mila tonnellate e dalle navi portacontenitori adibite a trasporti transoceanici.
Il testo prevede poi misure atte a garantire la mobilità delle persone e la circolazione delle merci su tutto il territorio nazionale, attraverso la proroga dei collegamenti marittimi con Sardegna, Sicilia e isole Tremiti svolti in regime di servizio pubblico, per il tempo necessario a consentire la fine delle procedure di gara e, in ogni caso, fino al 31 maggio 2021. Infine, il decreto proroga di 3 mesi (dal 31 marzo al 30 giugno 2021) l’entrata a regime del documento unico per la circolazione dei veicoli iscritti al Pubblico Registro Automobilistico (PRA). Lo slittamento consente di perfezionare le procedure telematiche relative ai veicoli adibiti al trasporto delle merci e agli autobus, sottoposti a particolari normative di settore, e di completare la fase di rodaggio di tutte le procedure.

Übersetzung:
"Dringende Bestimmungen zum Verkehr und zur Regulierung des Kreuzfahrtverkehrs in der Lagune von Venedig (Gesetzesdektret).
Auf Vorschlag des Präsidenten Mario Draghi, des Ministers für nachhaltige Infrastruktur und Mobilität Enrico Giovannini und des Kulturministers Dario Franceschini genehmigte der Ministerrat ein Gesetzdekret, das dringende Bestimmungen zu Verkehr und zur Regulierung des Kreuzfahrtverkehrs in der Lagune von Venedig enthält.
Um die Bedürfnisse des Schutzes des künstlerischen, kulturellen und ökologischen Erbes Venedigs und des Schutzes von Kreuzfahrten und Güterverkehr in Einklang zu bringen, sieht der Erlass vor, seitens der Hafenbehörde der nördlichen Adra einen Wettbewerb auszurufen um Ideen zusammen zu tragen, die darauf abzielen, Vorschläge und Projekte von technischer und wirtschaftlicher Machbarkeit für den Bau von Liegeplätzen zu sammeln, die von Schiffen für die Beförderungen von Passagieren über 40.000 Tonnen und von Containerschiffen für den Transozeantransport verwendet werden können.
Der Aufruf zielt auch auf Maßnahmen, die die Mobilität von Menschen und Warenverkehr im gesamten Staatsgebiet durch die Ausweitung der Seeverbindungen mit Sardinien, Sizilien und den Tremiti-Inseln für die Zeit gewährleisten, die für die Dauer des Verfahrens erforderlich ist, das auf jeden Fall am 31.5.2021 schließt. Schließlich verlängert der Erlass das Inkrafttreten des einheitlichen Dokuments für den Verkehr von  im Öffentlichen Automobilregister (PRA) zugelassenen Fahrzeugen um drei Monate (vom 31. März bis 30. Juni 2021). Der Beleg ermöglicht es, die Telematikverfahren für Fahrzeuge, die für den Transport von Gütern und für Autobusse verwendet werden, unter Berücksichtigung besonderer Branchenvorschriften zu verbessern und die Einführung aller Verfahren abzuschließen.



Es geht bisher nur um die Ausschreibung von Projektanträgen zur wirtschaftlichen und technischen Entwicklung von Hafenanlagen für Kreuzfahrtschiffe über 40.000 Tonnen und Containerschiffe für den Tranzozeantransport. Eine Absichtserklärung, mehr ist das noch nicht. Auch wenn für die Ausschreibung 2,2 Millionen € zur Verfügung stehen. Das Ergebnis und weitere Entscheidungen bleiben abzuwarten!


Es gibt bereits vorhandene Vorstellungen (erstaunliche, finde ich Ahnungslose!) wie nach dem Dekret von 2017 von Venezia Today vorgestellt; oder Porto Offshore Venezia, vorgestellt in Leipzig 2014; oder eine Nummer kleiner Seingim; oder das ebenfalls seit 2014 existierende Projekt von Duferco, das schon 2001 als Ergänzung der M.O.S.E.-Anlage in der Lidoeinfahrt präsentiert wurde. Die Kreuzfahrtdocks nahe Punkta Sabbioni können in 3 Jahren fertig gestellt sein. Das Projekt hatte bisher gegen die nach dem Erlass von 2017 von Stadt- und Regionalregion durchgesetzten und jetzt praktisch fertig gestellten Docks in Marghera keine Chance. Duferco vermarktet das elektrisch angetriebene Transportsystem für Kreuzfahrer innerhalb der Lagune "Venis Cruise" als kleine Lagunenkreuzfahrt; siehe dazu auch Artikel in der Nuova vom 2.4. "Scalo Duferco a San Nicolò Poi in laguna solo con motori elettrici". Ob der bisherige Plan für die Nutzung durch Schiffe des Transozeantransports geeignet wäre oder angepasst werden könnte, bliebe abzuwarten.

Von Technik und Finanzierung verstehe ich nichts, von Calls und Ausschreibungen etwas mehr und von der Dauer von Auswahlverfahren, von Genehmigungsprozessen, inkl. EU-Projekten, die sich in dieser Größenordnung über Jahre hinziehen. In denen zusätzlich die nationale, regionale und lokale Politik durch Wahlen mit neuen Akteur*innen ausgestattet werden könnte - mit welchen Auswirkungen? Da kann man viel befürchten, ohne grundsätzlich pessimistisch zu sein.

Die "vorläufigen" Docks für Kreuzfahrtschiffe, die finanziert und in Marghera gebaut wurden, erwartet die Kreuzfahrtindustrie schlüsselfertig, wenn sie "nach" der Covid Pandemie (wann?) wieder ins Geschäft einsteigt. Werden Arbeit und Kosten für die erforderliche Kanalvertiefung vor Marghera, den Bau von Docks und Passagierterminals, die einzurichtenden Transportmittel zu Wasser und Land für Passagiere etc. einfach abgeschrieben, wenn ein neuer Hafen außerhalb der Lagune tatsächlich in Gang käme - "Verschwendung" für vielleicht 5 Jahre Betriebsdauer? Oder würden die Betreiber des Port of Venice nicht alle Register ziehen (42.000 Arbeitsplätze, Strukturwandel in Marghera, Beherbungsindustrie in Mestre etc.) um diesen Standort zu erhalten? In dessen Infrastruktur derzeit 41 Millionen fließen?! Geht es nach den Entscheidern aus Wirtschaft und Politik, bleibt alles wie es ist. 

"Dies ist die bevorzugte Hypothese der Region, der Lega, der Hafenbetreiber und der Stadt. 'Ich bleibe beim Kanal Vittorio Emanuele für die Linie Petroli-Margher und Marittima' sagt der Regionalpräsident Luca Zaia, 'es ist das Einfachste: so entfernen wir die Schiffe von San Marco und behalten die Marittima'. Gleiche Linie wie der Bürgermeister Luigi Brugnaro. Gestern zog er es jedoch vor, den Regierungserlass nicht zu kommentieren, obwohl der heute mit Minister Enrico Giovannini darüber gesprochen hatte."
(La Nuova 2.4. "Grandi navi, concorso d'idee dai tempo lunghi. Intanto il terminal crociere andrà a Marghera".)

Wie sich die Ideensammlung für die neuen Kreuzschifffahrtsdocks auch entwickeln wird: weiterhin, "vorläufig", fahren kleinere Schiffe durch die Stadt, sehr große Schiffe durch dieEinfahrt von Malamocco durch die Lagune. Ästhetisch wird das eine Verbesserung sein, aber die Fragen des Umweltschutzes für die Lagune, des Denkmalschutzes für die Stadt, der Gesundheit der Bewohner*innen, des Welterbes für uns alle, bleiben stehen wie bisher. 

Wir reden wahrscheinlich in einigen Jahren wieder über die "Verbannung" der Kreuzfahrtschiffe aus Venedig, vor welchem Hintergrund auch immer. Wollen wir hoffen, dass dann die Verbannung tatsächlich stattfindet und der jahrelange Einsatz venezianischer Bürgerinitativen erfolgreich war.


Ich füge als Ergänzung (vor allem für mich selber) Artikel an, die nach der Veröffentlichung dieses Eintrags am 5.4. erschienen und interessante, erweiterte Aspekte bringen. 

5.4. ytali. Grandi Navi fuori della laguna. Definitivamente e immediatamente
6.4. Italia Nostra La soluzione è imporre navi più piccole alle compagnie di navigazione
6.4. ytali. Fuori le Grandi Navi. Per restare dentro la Laguna
6.4. UNESCO Large cruise ships banned from entering Venice lagoon

💥


Oha. Das ging schneller als erwartet! Nach 2 Wochen ist die Verbannung schon wieder vorbei.

15.5. La Nuova Grandi navi, tornano le MSC in Marittima e a Marghera und Due grandi navi in Bacino San Marco
Im Juli fahren MSC Orechstra und MSC Magnifica wie gewöhnt durch das Bacino, vorbei am Palazzo Ducale und S. Giorgio Maggiore, um ebenfalls wie gewöhnt in der Marittima festzumachen. Weil die "Übergangslösung" des Kreuzfahrthafens in Marghera noch nicht ganz fertig ist. Was soll man machen...? Es bleibt wie gewöhnt alles beim Alten in Venedig.

16.6. CNN Cruise ships head back to Venice despite ban

17.4. Il Fatto Quotidiano Venezia, il governatore Zaia annuncia il ritorno delle crociere (Mehr als eindeutig, dass Regional- und Stadtregierung nicht im Traum an die Verwirklichung der Verordnung der Minister denken.)

19.4. Huffpost Un cavillo riporta le Grandi Navi a Venezia, in attesta di "nuove idee" (Hier die  juristische Begründung der aktuellen Situation nach dem Ministererlass)

22.4. La Nuova Grandi navi a Venezia, stop dal Senato. "Lo scavo del canale è una provocazione"

24.4. Venezia Today Crociere: ecco le offerte per il terminal canale nord, sponda nord, a Porta Marghera (Als hätte es den Ministererlass nie gegeben.)

29.4. The Art Newspaper Has Venice really banned cruise ships? It appears not.

29.4. AgCult DI Venezia: via libera Senato, testo ora alla Camera. Sehr gut. Der Senat hat den Ministererlass mit 168 Stimmen, keinen Gegenstimmen und 26 Enthaltungen passieren lassen. Jetzt kommt die Sache vielleicht langsam, langsam in die Gänge...?

8.5. CNN The truth about cruise ships in Venice


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15. März 2021

No Grandi Navi - man darf sich einmischen




Haste mal'n Euro? Oder 10? Oder 20.000?

Die venezianischen Aktionstage im September 2017 folgten einem bürgerlichen Referendum gegen die Durchfahrt der Riesenkreuzfahrtschiffe mitten durch das historische Zentrum Venedig, gegen die Luftverpestung durch ihre Brennstoffe in 9 Monaten des Jahres, gegen die Erosion des Lagunenbetts und der Fundamente der historischen Gebäude durch die Druckwellen der Riesenschiffe. Die Beteiligung der Venzerianer*innen war beeindruckend. Ganz Venedig war auf den Beinen - auf den Fondamente entlang der Zattere und auf dem Wasser, wie im Video von No Grandi Navi zu sehen. 

Am 4.3.21 wurde die Rechnung präsentiert: 20.000 €, zu zahlen innerhalb eines Monats. Das Komitee No Grandi Navi bittet um Unterstützung und hat ein Crowdfunding gestartet (Link erscheint nochmal am Fuss des Blogeintrags). Wer dank ungenutzter Reisekasse ein paar Euro übrig hat, sollte sich nicht lumpen lassen und den Kampf dieser Bürgerinitiative unterstützen.

Der Text des Aufrufs ist italienisch, gefolgt von der englischen Version. Wer keine Zeit hat, das zu lesen, nimmt vielleicht gerne mit der deutschen Google-Übersetzung vorlieb (habe gerade keine Zeit für eine ordentliche Übersetzung und die schrägen Computerformulierungen haben ja auch was): 

WER WIR SIND

Das No Big Ship Committee ist ein seit langem etabliertes Komitee mit Sitz in Venedig. Seit 2012, als das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ vor der Insel Giglio abstürzte und 32 Menschen starben, kämpft das Komitee dafür, dass Kreuzfahrtschiffe die Stadt vollständig auslöschen. Das Hauptziel des Ausschusses ist der Schutz des Ökosystems der Lagune und die Erhaltung seiner Bewohner: Kreuzfahrtschiffe stellen eine enorme Umweltbelastung für die Stadt dar, verschmutzen die Luft und verpfuschen das hydrodynamische System der Lagune.

Wenn Kreuzfahrtschiffe durch den Giudecca-Kanal fahren, bewegen sie den Meeresboden, was die bereits bestehenden Schäden durch Bergbau und Senkung verschlimmert: Jedes Mal, wenn ein Kreuzfahrtschiff nach Venedig einfährt, sinkt die Stadt buchstäblich.

Während dieser neunjährigen Aktion hat das Komitee zusammen mit Tausenden von Menschen Hunderte von Protesten aufgebaut, und sein Kampf wurde in ganz Europa als Beispiel für den Widerstand einer der fragilsten westlichen Städte angeführt. 

DIE FAKTEN 2017 

Im September 2017 organisierte das Komitee nach einem vom No Grandi Navi Committee organisierten Volksentscheid, bei dem 20.000 Menschen in Venedig gegen Kreuzfahrtschiffe stimmten, zwei Tage Kampf und Debatte zusammen mit allen Umweltkomitees aus ganz Italien und Europa.
Am Ende des zweiten Tages nahmen Tausende von Menschen an der vom Ausschuss veranstalteten Demonstration teil. Die ganze Stadt war dort, am Ufer und auf dem Wasser, segelte mit kleinen Booten, forderte die großen Schiffe auf, die Lagune von Venedig für immer zu verlassen, und genoss die Musik und die Kunst, die von einer großen schwimmenden Bühne kamen. Um die Aktivisten aufnehmen zu können, die kein Boot besaßen, mietete das Komitee einige größere Mittel.
Drei Jahre später wurden die Leute, die diese Boote an diesem Tag steuerten, durch einen enormen Zahlungsauftrag erreicht. 

DIE FAKTEN 2021

Am 4. März 2021 teilte der Hafenkapitän von Venedig sieben Aktivisten des Comitato No Grandi Navi sieben Zahlungsaufträge über einen Gesamtbetrag von 14.000 € mit, der innerhalb von 30 Tagen zu zahlen war. Zu dieser Geldsumme müssen 6.000 € für Anwaltskosten hinzugefügt werden.

Was werden den Aktivisten vorgeworfen? Ihre Schuld liegt darin, dass sie während einer Demonstration im Jahr 2017 Boote gesteuert haben. Dies war eine der vielen Aktionen des Komitees, als die "Barchini" (die kleinen privaten Boote) dem Leviathan-Kreuzfahrtschiff gegenüberstanden.

Diese Art von Aktionen kommt immer aus dem Willen, Venedig, seine Lagune, seine Umwelt und sein Leben gegen die Interessen großer multinationaler Kreuzfahrtunternehmen zu retten. An diesem Tag ereignete sich keine Gewalt. Es gab nur eine große Menge von Venezianern, viele Boote und eine schwimmende Bühne, die Musik und Worte der Hoffnung für die Zukunft der Stadt verbreitete. Die große Beteiligung von Menschen und Booten verzögerte die Überfahrt großer Schiffe, die wahrscheinlich zu beschämend waren, um den Hafen zu verlassen und sich dem Zorn Tausender Bürger zu stellen.

Diese hohe Geldstrafe ist ein weiterer Versuch, den Kampf des Komitees zum Schweigen zu bringen, da Klage und Polizei nicht genug zu sein schienen. Schlimmer noch, die Geldstrafe kommt mitten in einem Studium, in einer Zeit, in der es an Arbeit mangelt und die üblichen selbstfinanzierenden Aktivitäten schwer einzurichten sind. Darüber hinaus ist das Ziel der Geldbuße der jüngste Teil des Komitees, der großzügigste und aktivste, aber auch der prekärste und finanziell fragilste.

Dies ist eine echte administrative Rache, die in einem ganz bestimmten Moment stattfindet. Es ist genau die touristische Monokultur, die die Hauptursache für die enormen Auswirkungen von COVID19 auf Venedig ist. Für viele Menschen, die in Venedig leben, ist Pandemie ein Synonym für Wirtschaftskrise, und darüber hinaus ist dies eine Zeit, in der wir unsere traditionellen Selbstfinanzierungsaktivitäten nicht in Gang setzen können.

Aus all diesen Gründen haben wir ein Crowdfunding gestartet. Weil Dutzende kleiner Boote die Riesen des Meeres aufhalten können, können uns Tausende kleiner Spenden helfen, auf eine so große Ungerechtigkeit zu antworten. Wir brauchen die Hilfe aller, um weiter für Venedig zu kämpfen und unsere Stadt vor Spekulanten zu retten. Wir wollen, dass Venedig denen gehört, die darin leben, und denen, die sie lieben!

 

Aiutaci a difendere Venezia-
Sostieni il Comitato No Grandi Navi

Hilf uns Venedig zu verteidigen -


Möglichst bald! Bis jetzt wurden 6.240 € gespendet, noch bleiben 31 Tage um sich mit einer Spende in die Sache einzumischen. Wenn wir schon weiterhin auf einen Besuch in der schönsten Stadt verzichten müssen...!


Ergänzung 19.3.
NoGrandiNavi plant eine Auktion zur Finanzierung des Strafbescheids. 

Ergänzung 21.3.
Das Büro von NoGrandiNavi am Campo S. Maria Formosa ist wieder geöffnet. Es können auch da Spenden abgegeben werden. 

NZZ: Venedigs Umweltaktivisten droht eine Busse von 20.000 Euro

Ergänzung 24.3.
4 neue Strafzettel sind unerwartet eingetroffen: bitte Geldbeutel noch mal aufmachen!

Ergänzung 8.4.
Die Fundraisingkampagne war ein Riesenerfolg. Siehe Tweet unten.

40.631 TIMES THANK YOU! We expected solidarity, but didn't expect magic. We reached an incredible amount, and we will keep what exceeds as treasury for activists' legal defend. Thanks everybody for the solidarity! Read the full statement at facebook.com/67850318558048

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31. Dezember 2020

Ach dieses Jahr...

 

Der Stolz meines Covid Sommers: acanthus hungaricus

...ist uns ingesamt ein bisschen ausser Kontrolle geraten. Wenn auch sicher die meisten von uns versucht haben, das Beste daraus zu machen.
Ich habe alle Reisen abgesagt, schon organisierte wie nur geplante, habe die üblichen Tages(kultur)reisen per ÖPNV in die 100-km-Nachbarschaft gar nicht mehr in Betracht gezogen und mein Privatleben fand und findet weitgehend online statt. 

Geglückt aber ist die Zucht von 3 enormen Akanthuspflanzen (acanthus hungaricus) aus 3 Samen, eingesackt 2018 im Diomedes Garten in Athen (unmittelbare Nähe des Klosters Dafni), auf deren Blüte ich im Sommer 2021 hoffe! Im Bewusstsein, dass es auch 2021 nichts mit Reisen wird (und wer anderer Meinung ist, hört den Schuss immer noch nicht), ist das eine schöne Aussicht, und auch auf einen zweiten Lesesommer auf der Couch im Freien inmitten der Ergebnisse meiner mediterranen Samenbank. 

Wer wie ich wesens- lebensabschnittsmässig die stillen, heiteren Tage des physischen (und keineswegs sozialen) Rückzugs genießen kann, ist trotz begleitender Befürchtungen privilegiert. Ich war von Anfang an auf der Höhe der Covid-Information und deshalb nicht um meine, sonder eher um die Gesundheit (und Covid-Disziplin) von Familie und Freund*innen besorgt. Und ich war ziemlich erschreckt über die vielen Grüße aus dem "herrlich leeren Venedig" im Spätsommer und Herbst. Einen Wunsch aus guten Gründen aufzuschieben kann sich wohl nicht jede*r zumuten.

Ich war seit September 2019 nicht in Venedig und werde in den nächsten Monaten ab und zu aus der 'Teleoptik' schreiben, weniger um Reiseinformationen als Zukunftsperspektiven in pandemischen Zeiten (denn 'nach' Covid wird es nicht geben) zu thematisieren. MOSE, Grandi Navi, Wohnungs- und Ferienwohnungsthemen, neue Luxusresorts... stehen bereits auf der Liste.

Siehe dazu auch den Eintrag vom 10.8. "Mehr zu Zukunft Venedigs - Gedanken, Vorschläge, Projekte, Kritik, Dys- und Utopien", den ich weiter ergänzen werde um die Entwicklungen möglichst nicht zu verpassen.
Ich führe auch weiter einen Kulturkalender, eigentlich um vor allem auf virtuelle Angebote hinzuweisen, die uns den Kontakt zu Venedig ein wenig aufrecht erhalten könnten. Mit der Praxis realer Veranstaltungen ist zumindest derzeit nicht viel los - gestern wurde bekannt gegeben, dass die Städtischen Museen bis April geschlossen bleiben (siehe dazu auch 4.1. "Keine Böller in Venedig, aber ein großer Knall"). Dem werden sich möglicherweise andere Kulturstätten anschließen. Aber auch der Protest gegen diese Entscheidung ist schon im Gange, auch mit Aktionen der Angestellten, die um ihre Arbeitsplätze fürchten.

Wie meistens gibt es auf meinem Blog ein bisschen Musik zum Jahresende: ich biete tatsächlich die Neunte, die jetzt im Beethovenjahr zu jeder Gelegenheit und überall rauf und runter zu hören war. Aber dies ist die Aufnahme aus dem Fenice, die am 27.11. live übertragen wurde und die aus meiner Sicht symbolisch steht für das Umdenken, das wir alle leisten müssen:
das Fenice hat seine Bestuhlung auf die Bühne geräumt, das Publikum ist nicht anwesend (denn wir sinds, online, remote). Im Parkett sitzt und spielt das Orchester, der Chor steht in den Logen, die Gesangssolist*innen in der Königsloge.  


Und auch kostenlos als live Stream: 1.1.2021 17 Uhr  Teatro La Fenice Neujahrskonzert unter YouTube und Backstage. 

Halten wir uns an die Regeln, reduzieren wir unsere Selbstbezogenheit auf ein  Mass, das Rücksicht, Verantwortung und Anstand zeigt, geniessen wir die schönste Stadt vorübergehend aus der Ferne. Das geht.


Liebe Leser*innen, Korrespondent*innen und Freund*innen:

Saluti e Salute 2021!
Und, wie man in Venedig sagt: "Duri i banchi!"

("Duri i banchi "! Wie oft haben Sie diesen Ausdruck gesagt oder gehört? Zweifellos ist er eine der am häufigsten verwendeten Redewendungen der Venezianer, eine Art Motto, das dazu ermutigt, auch in schwierigen Zeiten nicht aufzugeben und" festzuhalten " "Duri le Banchi" ist in der Tat eine wahre Beschreibung der mutigen Seele der Venezianer, und es ist sicherlich kein Zufall, dass diese Anstiftung nach dem Hochwasser vom 12. November letzten Jahres, das eingedrungen ist, zum Symbol geworden ist Stadt, indem sie jedoch die Fähigkeit der Venezianer hervorhebt, nicht aufzugeben, zu reagieren und immer nach vorne zu schauen. Aber woher kommt dieses Sprichwort? Woher stammt der Ausdruck "hart die Bänke"? Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden: was bedeutet es und woher kommt es? Der venezianische Ausdruck "hart die Bänke" bedeutet "nicht aufgeben", "nicht durch Widrigkeiten enttäuschen", "nicht aufgeben", also im Grunde "festhalten". Aber was sind das? Figurative "Bänke", an denen Sie sich festhalten müssen? Dieses Sprichwort hat seine Wurzeln in der Geschichte der Stadt und insbesondere in der Ära der Serenissima, als während der Seeschlachten, kurz bevor mit Kanonen geschossen oder ein Schiff gerammt wurde, der Befehl gegeben wurde: "hart die Bänke! " an die Ruderer der Galeeren, damit sie die Ruder loslassen und sich vor dem bevorstehenden Aufprall an den Bänken festhalten.)


Venezianischer Abschied 2020


Seit August 2020: Sammlung von Artikeln zur Zukunft Venedigs, 
wird laufend ergänzt:

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19. November 2020

Gianni Berengo Gardin - Die Geschichte zweier Städte




Ein weiterer herausragender Dokumentarfilm ist nur heute, 19.11.2020, von 18:30-24:00 Uhr online zu sehen:


Gianni Berengo Gardin's Tale of Two Cities


Obwohl ich bisher auch nur den Trailer sehen konnte, setze ich den Hinweis schon heute Morgen in den Blog, da bei der letzten kurzfristig angekündigten Filmaktion diverse Leser*innen die Information zu spät erhielten.

Der Film basiert auf der Fotoausstellung des venezianischen Fotokünstlers Gianni Berengo Gardin "Venezia e le grandi navi", von der nach einer Terminverlegung 2016 im Negozio Olivetti am Markusplatz ein ausgewählter Teil zu sehen war. 
Der Film der amerikanischen Regisseurin Donna Serbe-Davis wurde beim 
Festival des Dokumentarfilms Thessaloniki vorgestellt.


Mehr dazu bei Artribune:

Tale of Two Cities unter der Regie der amerikanischen Regisseurin und Kunsthistorikerin Donna Serbe-Davis spricht über die Geschichte und Pracht der Serenissima, erzählt aber gleichzeitig von ihrer tiefgreifenden Zerbrechlichkeit.
Durch den Blick von Gianni Berengo Gardin wird die Öffentlichkeit auf eine ungewöhnliche Reise begleitet, die dazu beiträgt, den intimsten und authentischsten Teil der Lagunenstadt wiederzuentdecken, der im Laufe der Zeit durch unkontrollierten Massentourismus verzerrt wurde. Berengo Gardin erzählt sich und seine sechzigjährige Karriere mit einer Reihe suggestiver Bilder. Die neuesten in der Serie, die das Vorhandensein großer Kreuzfahrtschiffe in der Lagune und die daraus resultierende Gefahr für die Erhaltung des architektonischen Erbes der Stadt bezeugen. Eine starke und entschlossene Botschaft, die die allgemeine Aufmerksamkeit auf das Problem lenken und zur Schaffung einer Zivilbewegung gegen eine nicht nachhaltige Handelspolitik beitragen kann.
Der Film wird am Donnerstag, den 19. November, auf Initiative des CAMERA - Italienisches Zentrum für Fotografie (das kürzlich die Ausstellung "Gianni Berengo Gardin und Olivetti" organisiert hat, die wegen des Covid-Notfalls im Voraus geschlossen wurde) in Zusammenarbeit mit dem Cinemambiente Festival online ausgestrahlt. Um den Film zu sehen, der von 18.30 bis 24.00 Uhr verfügbar sein wird, müssen Sie sich bei der Streen.org-Plattform anmelden.


Um den Stream sehen zu können, bitte auf STREEN klicken.


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10. August 2020

Mehr zur Zukunft Venedigs - Gedanken, Vorschläge, Projekte, Kritik, Dys- und Utopien


Fortsetzung des Eintrags 


Der Eintrag wurde am 30.7.2020 beschädigt (die meisten, aber nicht alle, Links gelöscht). Die Rekonstruktion wäre nur teilweise und mit viel Zeitaufwand möglich, weg ist weg. Ich lösche den Eintrag nicht, auch verstümmelt bleiben die erhaltenen Texte interessant.
Hier geht die Linksammlung also erstmal weiter als wäre nichts passiert... als Archiv für mich und für Menschen, die Zeit haben zu lesen.



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20.5. City Lab When the Cruise Ships Stop Coming (Artikel wiedergefunden)

9.7. We Are Here Venice Whose City is it Anyway? (Artikel wiedergefunden)



4.8. La Nuova San Marco, lastre di vetro anti Acqua alta

5.8. Blog Leben in Venedig Venezianer proben den Aufstand

7.8. La Nuova Nasce l'autorità per gestire laguna per gestire laguna e Mose
* dazu ein Tweet

7.8. Luminosi Giorni Shaul Bassi: my city in the next 5 years

7.8. Springer Link Resiliance and transformation of heritage sites to accomodate for loss and learning in a changing climate

9.8. La Nuova Biennale di Venezia, 20 milioni di Mibactper ampliare gli spazi dentro l'Arsenale 

10.8. Futurism New Climate Paper: Maybe Let's Venice Sink?

10.8. North Carolina State University Landmarks Facing Climate Threats Could 'Transform' Experts Says

11.8. Nordest Economia Crociere, anche Costa sceglie Trieste come home port per i viaggi di Adriatico

11.8. Ytali. Luigi Brugnaro. Ti xe 'na crose

11.8. Cruisetricks Streit zwischen Kreuzfahrt-Gegnern und -Befürwortern erneut entbrannt 12.8. La Repubblica Venezia senza crociere per tutto il 2020

12.8. Phys Org Venice nurtures its lagoon back to health

13.8. The Guardian Venice activists plan a party after two tour operators pull out

13.8. Forbes No Cruise Ships in Venice: Environmental Victory Or Economic Blow?


14.8. Ytali. Brugnaro. Venezia non può più essere affar suo (1)
14.8. Ytali. Brugnaro. Venezia non può più essere affar suo (2)

14.8. Ytali. Venezia: primum habitare


17.8. ZDF Steigende Pegel - Wenn das Wasser kommt. In der Mediathek verfügbar bsi 18.8.2021

20.8. Petra Reski, Wähler*inneninitiative terra e acqua:  SPENDENAUFRUF zur Unterstützung des Wahlkampfes

27.8. Campaign For A Living Venice UNESCO to Venice: stop the exodus of residents

27.8.-5.9. Cinema Galleggiante "Acque sconociute" schwimmendes Kino "unbekannte Wasser" am Ufer der Giudecca. Toll. Das ist die 2. Sommerveranstaltung für Einheimische nach den Filmabenden im Arsenale, wo die Zuschauerinnen in eigenen Booten vor der Leinwand festmachten. Hier gibt es sowohl Anlegeplätze für private Boote als auch Pontons, auf denen Zuschauer*innen Platz nehmen können, die kein eigenes Boot haben. Anmeldung ab heute Abend möglich und unverzichtbar. Plätze, sortiert nach Familien (oder Freundesgruppen, nehme ich an) werden zugeteilt. Touristenfreie Kulturangebote (derzeit natürlich unter Beachtung aller Covid-Vorsorge-Regeln) sind ein guter Schritt auf dem Weg zur Erneuerung des Bürgergefühls der Venezianer*innen, denke ich. 28.8. Hier zu sehen. Kleiner Bericht von RAI.




28.8. Corriere della Sera Venezia, "sì alle crociere" il grido degli operatori in bacino San Marco.

30.8. Campaign for a Living Venice Venice. The harbour front.

30.8. ytali. Open letter to Candidates fpr Mayor of Venice. (Text von David Landau, Gründer der wunderbaren Stanze del Vetro.)

31.8. La Nuova Basilica sott'acqua, ieri nuova alta marea: i Progetti di difeso sono ancora bloccati. Am 4.8. war die Schlagzeile der Nuova noch ein wenig hoffnungsvoller: San Marco, lastre di vetro anti acqua alta. La Salvaguardia dà il via libera al progetto per Venezia. Die Bürokraten*innen sind beschäftigt mit klugscheißen, San Marco säuft ab.

3.9. ZDF Metropolen in Gefahr: Venedig gegen die Gezeiten. In der Mediathek verfügbar bis 17.9.2021

9.9. SNPA Sistema Nazionale per la Protezione dell'Ambiente: Acqua dolce a Venezia per ripopolare la Laguna di spezie ittiche e ucelli. Umweltprojekt gegen die übermäßige Versalzung der Laguna Nord zum Erhalt der Artenvielfalt.
11.9. ytali. Un piano di contrasto al cambiamento 

20.9. La Nuova Movida, come se non ci fosse il Covid. (Movida=Nachtleben). Schlechte Zukunftsaussichten, trotz weniger Tourist*innen...

21.9. Metropolitano.it Case turistiche affittateagli studenti: l'accordo funziona. Der Plan, Ferienwohnungen, die mangels Touristmus derzeit nicht den üblichen rasenden Gewinn generieren können, werden neuerdings über die Website Appartamenti per studenti a Venezia zu angemessenen Mieten Studierenden überlassen. Auch wenn wir nicht alles glauben, was in der Zeitung steht, scheint es doch voran zu gehen...!

22.9. Venezia Today Ca'Foscari si amplia: investimente da 160 milioni per il Campus di Mestre e San Giobbe. Die Universität Ca'Foscari empandiert weiter räumlich, wissenschaftlich und international.


30.9. La Nuova "Piazza San Marco "si sgretola", chiusi i negozi Veneni e Pagan". Die ersten Luxusgeschäfte der Piazza San Marco schließen, da venezianische Vermieter trotz Corona auf ihren Luxusmieten bestehen. Der Gazzettino sieht die Hälfte der Geschäfte und Hotels bedroht bzw. zum Kauf angeboten und "die Albaner" in Bereitschaft, zu übernehmen.



Öffentlichkeitsaktion zur massenhaften 
touristischen Vermietung privaten Wohnraums
(2. Detail) Quelle R.W.




8.10. La Nuova D'Incà e la ricostruzione dopo gligli scandali: "Sul Mose abbiamo voltato pagina. Basta con gli amici degli amici."  Jajaja, dein Wort in Gottes Ohr. Oder welche Ohren auch immer.



21.10. Metropolitano.it Plateatici a Venezia: pronta la proroga fino dicembre. Verlängerung und vor allem Erweiterung der Außengastronomie bis Dezember.



2.11. La Gazzetta Italiana Balancing Venice and Tourism


4.11. Comune Venezia La Giunta approva la delibera per l'ampliamento di videosorveglianza. Die Videoüberwachung wird verstärkt, im sozialen Brennpunkt Mestre, aber auch in Venedig in den Straßen des "Nachtlebens".
















11.12. Metropolitano.it Venezia riparte da artigianato, commercio e enogastronomia. Bericht über die neue Website Venice Original Travel






















25.12. domus The Rialto Market, from being at the center of the world to an uncertain present Interview mit der Autorin Donatella Calabi



3.1.2021 ytali. A che servono i musei?

4.1. Unterwegs in Venedig Keine Böller, aber ein großer Knall

















22.1. Unterwegs in Venedig Anwesenheiten - Abwesenheiten Kunst in leeren Schaufenstern geschlossener Geschäfte.











19.2. Universität Ca'Foscari Projekt "Venisia" 



25.2. Financial Times Can Venice reinvent itself?

















































21.5. Bauwelt 10/21 Locktown Venedig 

21.5. Financial Times Venice - a place for us?























22.7. ytali. Dopo la pandemia









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