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28. November 2012

Mehr als Kindergruppen und Barcodes

Seit Jahren begleitet Andreas Götz meine Einträge mit sach-
kundigen Kommen-
taren. Zum letzten Eintrag erhielt ich ein langes Mail von ihm mit (auch) kritischen Anmerkun-
gen und Beobach-
tungen, die ich nicht nur deshalb schätze, weil er "vom Fach", Architektur, ist. Er schreibt vorweg, "dass alles, was ich schreibe tendenziös ist. Ich schreibe hier keinen wissenschaftlichen Aufsatz.". Aber einen persönlichen, informativen und spannenden Standpunkt, deshalb (mit seiner ausdrücklichen Erlaubnis) hier zu lesen
.




Erst mal zu den Schülern: Ich war vom 11. bis 15. November in Venedig, war einen Nachmittag in den Giardini, einen Nachmittag im Arsenale und noch zwei Stunden im Palazzo Bembo und ganz kurz an drei-vier anderen Orten. Die Giardini waren auch bei meiner Anwesenheit voll mit Schülern. Da wird zumindest in Norditalien sehr viel gemacht. Und die Biennale, die eine Gelddruckmaschine ist, die keinen Gewinn ausschütten kann, sponsert nicht nur Musikevents und Ausstellungen in Venedig, sondern auch die Schulpädagogik, sofern sie in Projekte eingebunden sind. Die wiederum sind oft von der Provinz Venezia organisiert.
Z.B. war ich im März zum Karneval in Venedig und war begeistert vom "Karneval der Kinder". Im Zentralpavillion der Giardini waren unterschiedliche Stationen vorbereitet und die Schulklassen wurden von speziell geschulten Pädagogen von einer Station zur nächsten gebracht. Es gab Geschichten, Historisches, Installationen und Möglichkeiten Masken oder Kostüme zu basteln. So durchdacht und mit so vielen Kindern habe ich noch nie vorher eine Veranstaltung gesehen.
Modell der Elbphilharmonie
Zu den Kommunikationsmitteln: Ich habe in drei Pavillons Tablets von Samsung bekommen. Samsung scheint da also als so eine Art Sponsor aufgetreten zu sein. Einige meinten das durchaus ernst, aber den russische Pavillion fand ich im nachhinein durchaus subversiv. Die gesamten Wände und Decken waren ja lückenlos mit QR-Codes tapeziert. Wenn man die gescannt hat, kamen Informationen über ein Projekt. Diese Infos waren dann ziemlich konventionell. Außerdem habe ich in jedem Raum nicht mehr als 3 unterschiedliche Projekte gefunden.
Das Entscheidende war aber, dass gleichzeitig im gesamten Untergeschoss "verbotene Städte" gezeigt wurden. Städte der Rüstungsindustrie und der Forschung, die vor 1989 geheim waren. Bilder dieser Städte waren in den dunklen Räumen nur durch Löcher in der Wand zu sehen. Die QR-Codes im Obergeschoß waren, wenn man es positiv interpretiert, wie die Löcher in den Wänden des Untergeschosses, die den Blick auf bisher Verborgenes boten. Die reale Erfahrung war indes die, daß es ein ziemlicher Scheiß ist, wenn man ausschließlich auf die Informationen angewiesen ist, die die Codes vermitteln, wenn man keine andere Wahl hat, sich anders zu informieren. Und das haben auch die Schüler, die mit mir im Raum waren, sehr schnell erkannt.


Zum Thema der Biennale: Ich habe eben das Interview von Chipperfield angesehen und war erstaunt, daß er offensichtlich das eigene Thema, wie es im Katalog präsentiert und von etlichen der Kuratoren aufgenommen wurde, nicht verstanden hat. Sein Statement, er wolle Ideen präsentieren und nicht Architekten ist nicht deckungsgleich mit common ground, verstanden als öffentlicher Raum (der von Architekten mitgestaltet wird). Auch sein Rumstottern, daß eine Architektin, die erfolgreich ist, trotzdem weiblich sei, ließ mich hoffen, daß niemand nachfragt.

Das Thema einer Biennale ist nur für den Hauptkurator, also für den Hauptpavillon der Giardini und für die Corderie im Arsenal verbindlich. Viele der nationalen Pavillons greifen das Thema aber auf oder dekorieren ihr eigenes Thema so um, daß es anscheinend in das offizielle Thema paßt. Es kann also bei der Vielzahl der Objekte und Projekte durchaus hilfreich sein, vieles an diesem Thema zu messen. So hat man zumindest schon mal eine Fragestellung, mit der man sich den Dingen nähern kann. Dass man dann vielleicht noch Anderes findet, ist ja nicht ausgeschlossen.

Common Ground - öffentlicher Raum - ist nicht nur eins meiner Lieblingsthemen, sondern auch ein heißumkämpftes Thema in der Stadt Venedig. Der Stadtumbau ist allgegenwärtig und da in der gesamten Werbung der Titel Common Ground im Stil der venezianischen Straßenschilder, der nisioeti (auch nizioeti, selten sing. nisioeto = kleines Laken) erfolgte, war ich sehr gespannt. Und wurde sehr enttäuscht.
Im Eingangsbereich der Corderie war ein Pozzo aufgestellt, Sinnbild schlechthin des öffentlichen Raums in Venedig. Jeder hatte das Recht auf Zugang zu Trinkwasser. Die Pozzi wurden nachts abgeschlossen, Verunreinigungen des Wasser schwer betraft, bei Trockenheit waren auch die privaten Zisternen, z.B. in den Klöstern, zugänglich.

Ergänzt wurde das Ganze (im Eingangsbereich) durch einen Pavillon zur kostenlosen Trinkwasser-Versorgung und einer Zeitung, die den common ground thematisierte. Ein Professor der ETH Zürich (sie wissen, sie sind die schönsten, schlauesten und informiertesten) hat darin verschiedenste Untersuchungen zum öffentlichen Raum in Venedig angestellt. Herausgekommen ist aber nichts. Es war eher so ein methodisches Fingerspiel. Einerseits war ein Teil der Fragen nicht geeignet für eine qualitative Befragung, andererseits hatte ich den Eindruck, dass als Interviewpartner vorrangig eher die Menschen gesucht wurden, die einen Platz aufsuchen, als solche, die ihn durchqueren oder an ihm wohnen. Was ja bestimmte Ergebnisse begünstigt. Alles sehr schön designt, aber ohne Egebnisse (nach meiner Meinung).
Deutscher Pavillon

Der deutsche Pavillon. Auch hier das Thema sehr schön visualisiert: Die Hochwassergestelle und -bretter von Venedig durchqueren den Raum, Sinnbild für die Nutzung de öffentlichen Raumes selbst unter schwierigen Bedingungen. Gleichzeitig tragen Sie die Beschriftungen der großformatigen Bilder. Das eigentliche Thema ist aber Wiederverwendung und Recycling, und so stehen im öffentlichen Raum vor dem Pavillion Mülleimer für getrennte Entsorgung. Innen gibt es stapelweise bedrucktes Recyclingpapier (in deutsch vergriffen, aber im Netz ...). Die gezeigten Projekte brachten weder in Bezug auf die Struktur des öffentlichen Raumes noch in Bezug auf seine Gestaltung neue Ansätze (nach meiner Meinung, allerdings habe ich mir nicht alles, was noch dazu im Netz steht, durchgelesen).

In den Corderien vermittelten die Architekten der Hamburger Elbphilharmonie mit viel Aufwand, dass für die unglaubliche Schönheit des öffentlichen Raumes Elbphilharmonie kein Opfer der öffentlichen Hand zu groß sei. Kaum ein Freund der Architektur, der von den großen Modellen nicht begeistert war.

Den italienischen Pavillion fand ich gar nicht so schlecht. Er ist ja sehr groß. Neben der Pflanzen-Geschichte gab es noch andere Projekte und eine sehr gute Ausstellung über Olivetti, der mit Ivrea einen ganzen Ort als Standort für seine Fabrik gestalten ließ. Aber nicht nur die Gestaltung der Fabrik war sein Anliegen, auch bei der Schule war er aktiv, bei der Stadtplanung und der Planung für die Wohnungen der Arbeiter. Schließlich hat er noch als Politiker kandidiert. Selbst wenn man besten Willen unterstellt, alles in allem ganz schön viel Macht über den öffentlichen Raum und daher auf dieser Biennale goldrichtig. Und ein Grund, mal wieder den Olivetti-Laden an der Piazza zu besuchen (von Carlo Scarpa entworfen).
Pavillon Korea

Von Jean Nouvel gab es einen Entwurf für Stockholm, der mir gut gefiel und im koreanischen neben dem deutschen Pavillon gab es noch ein tolles Video, auf dem eine Kreuzung ohne Gehwege zu sehen war, auf dem Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gleichberechtigt waren und sich alle langsam und rücksichtsvoll bewegten.

Es gab natürlich noch viel mehr Bemerkenswertes. Die Projekte, die besonders konkret Beiträge zum Thema Common Ground leisteten, habe ich vor allem im Palazzo Bembo gesehen (bei Rialto), der sich zu einem guten Ausstellungsort gemausert hat.
Als letztes die von dir erwähnte Kirche San Lorenzo. Jaaaaaaaaaaaaaa, super, seit Jahrzehnten verschlossen. Ort der legendären Aufführung von Cacciari und Nono (+Renzo Piano). Endlich bin ich drin gewesen. Der Raum ist ein Hammer. Der Riesenkubus einfach quer geteilt mit einem riesigen doppelansichtigen Altar, davor die Ausgrabungen der Vorgängerkirche, die so seit den achziger Jahren liegen geblieben sind. Das ist nur etwa 25-30 Jahre nach der Redentore gebaut und so anders. Der Bereich der Mönche so groß wie der, der dem Volk zugänglich ist. Und die Mönche viel näher am Volk. Ich kann es mir gar nicht vorstellen. Hast du Infos darüber?
Im nächsten Eintrag, ich bin dran. Herzlichen Dank für Dein Mail!
Alle Fotos dieses Eintrags: Andreas Götz


24. November 2012

Kindergruppen und Barcodes


Nach endlosen Linklisten zur Architekturbiennale nehme ich mir das letzte Wort, denn ich war eben kurz vor Tores- und Jahresschluss ein paar Tage in Venedig. Aber eigentlich ist dem kaum etwas hinzuzufügen. 


Denn genau genommen ist das ja eine Fachveranstaltung, ich jedenfalls kann viele der Codes nicht entziffern, weder bildliche noch sprachliche, dazu fehlen mir einfach Kenntnisse, genauer, die Ausbildung. Eine Menge dessen, was geboten wird, ist an mich verschwendet. Andererseits: wie wollen wir dazu lernen, wenn wir uns nicht Überforderungen aussetzen die uns frustrieren und gleichzeitig staunen, grübeln, bewundern lassen? Und die Aktiven müssen damit leben, dass die KonsumentInnen nicht alle ihrer Bemühungen angemessen schätzen, sondern sich das pflücken, was ihren jeweiligen Bedürfnissen und Verwendungsmöglichkeiten entspricht.

Ich staunte: über die vielen Kinder- und SchülerInnengruppen (ich rede nicht von StudentInnen, die kann man wohl erwarten) im  Grundschul- und sogar Vorschulalter. Begleitet von offenbar gut vorbereiteten Pädagoginnen (kein großes I, es waren alle Frauen), die die Kinder zu ausgewählten Aus-
stellungen führten, zeigten, referierten, Fragen beantworte-
ten, während die Kinder NICHT herumflippten, sondern ebenfalls auf die Erfahrung vorbereitet schienen und interessiert und fokussiert waren. 




Nicht nur z. B. beim Wallhouse von Anupama Kundoo, einem 1:1 Gebäude, dessen Funktionalität und gleichzeitige Exotik junge Kinder leicht verstehen können, sondern auch z. B. bei der akkustischen Installation "Making the walls quake..." von Katarzyna Krakowiak mit komplizierter theoretischer Basis, bei der man wissen muss, welche Erklärungen vermitteln und welche das Interesse abwürgen können.  

Zum ersten Mal bei einer Biennale fiel mir ein Vaporetto "Biennale-VAP per scuole" auf, so ausgewiesen durch riesige aufgepappte blaue Folien, mit dem die Kindergruppen aus dem allgemeinen ÖPNV herausgehalten werden. Streßarmer Transport unterstützt einen Klassenausflug enorm und hält die Nerven der Kinderchen für anspruchsvolle Inhalte frisch. 

Exponat mir Barcode, nordischer Pavillon

Ich lernte: Kunst kann man heutzutage noch ohne Computerhilfe konsumieren, aber nicht Fachausstellungen. Noch gibt es an Wänden und Stellwänden klebende und von Decken hängende Erläuterungstexte. Der Trend aber sind Barcodes, befestigt an Exponaten, die sozusagen nur noch exemplarische, wenn nicht sogar symbolische, Funktion haben. Die eigentliche Information empfängt man per Smartphone über den Barcode, der direkt auf die dazugehörige Website führt, die man abspeichern und jederzeit an anderem Ort wieder abrufen kann. Das System ist praktisch, für viele mittlerweile im Alltag selbstverständlich, zwingt aber zum Erwerb und Einsatz eines Smartphones, was ich bisher überflüssig fand, da ich 24 Stunden täglich von Festnetztelefonen und Computern umgeben bin und zumindest auf dem Weg von einem zum anderen meine Ruhe will.

Russischer Pavillon, Barcodes

Die beiden oberen Räume des russischen Pavillons bestanden überhaupt nur aus Barcodes, Wände, Böden und Decken nur Barcodes, wer kein Smartphone besitzt, schnappt sich ein Tablet (Dutzende davon in einem Regal im Eingangsbereich, wo sie mit Energie betankt werden). Die Räume waren vollge-
stopft mit Jugendlichen wie eine Disco, die mit ihren Smart-
phones die Barcodes scannten und sich auf den winzigen Displays (oder den Tablets) die Hintergrundinformationen ansahen. Also bitte - ich finde das spannend und irritierend gleichzeitig. Spannend, immer neue Technologien zu nutzen im Lauf der letzten 20 Jahre, irritierend die vorbeirauschenden technologiegestützen Informationsmassen, bei gleichzeitiger Behauptung, ohne Technologie gäbe es keine Kommunkation mehr. 


Griechischer Pavillon

Bei den nationalen Ausstel-
lungen gab es Fröhli-
ches (Hänge-
matten und Gitar-
ren in Brasilien); Duftendes (Beispiele für Holzbau in Finnland); Ödes (Italiens riesige Halle voller Baumarkt-Farne, denen es nicht gut ging); Rätselhaftes (Kuwaits leere Halle mit fast unleserlichen Projektionen von Stadtplänen auf dem Boden, bis oben akustisch aufgefüllt mit dem männlichen Stimmengewirr eines vollen Souks)
; Spannendes (albanische Denkmalschutzarbeit im Palazzo Zorzi in Castello); Ärgerliches (die Ausstellung Luxemburgs in der Ca' del Duca 2 x aufgesucht und geschlossen gefunden); Zauberhaftes (Taiwan und seine "Geographie der Aufklärung" im Gefängnispalast neben der Seufzerbrücke); Respekt (die Restaurierung der Kirche S. Lorenzo durch den Staat Mexico). Mehr zu diesem Projekt im nächsten Eintrag.

Foyer de Taiwan im Palazzo delle Prigioni


Sehr interessant: Abschlussinterview mit David Chipperfield am 23.11.2012


30. August 2012

Biennale Architektur 2012

Seit gestern ist die Architekturbiennale für das Publikum geöffnet. Meinen Eintrag vom 21.07.2012  habe ich 5 Wochen lang immer fortgesetzt mit neuen Links, aber jetzt wird die Sache unübersichtlich. Die Liste von Links zu Berichten und Kommentaren der letzten Tage, an denen die Pressebesichtigungen liefen, wird sicher noch wachsen, wenn Artikel von Tages- und Wochenzeitungen dazukommen.Deshalb folgt jetzt der Eintrag zur laufenden Architekturbiennale.

Erfahrungsgemäß neigen JournalistInnen (mit bedauerlicherweise wenig Zeit) dazu, die großen Pavillons auf der Hauptachse der Giardini abzugrasen und zu kommentieren, desgleichen die Ausstellungen in der Tana. Schon die etwas abgelegeneren Ausstellungen in den Giardini und im Arsenal finden weniger Beachtung, geschweige denn die Events in der Stadt. Manche Exponate werden deshalb von allen besprochen und manche kaum oder gar nicht, obwohl sie es verdienten.


Arch Daily at Venice Biennale 2012 (27.08.2012)
A/N Blog Special Coverage from the 2012 Biennale (27.08.2012) zum Lesen vergrößern, auf 'EXPAND' klicken
Interview Sam Jacob, Ines Weizman (27.08.2012)
Interview Alison Crawshaw (27.08.2012)

Interview Cino Zuccho (27.08.20120)
designboom German Pavillon (28.08.2012)
The Daily Star: Architecture for crisis times (28.08.2012)
AMA: The Venice International Biennale of Architecture (28.08.2012)
Hürriyet Daily News: Famous architects gather in Venice Biennale (27.08.2012)

Huffington Post Video (28.08.2012)
AJ: FootprintWire 28.8.12 
Interview Norman Foster (28.08.2012)
Irish Times Irish architects vie for Venice Golden Lion (29.08.2012)
Achitecture&Design Australian architects... (29.08.2012)

Vernissage TV (29.08.2012)
Pressekonferenz Österreichischer Pavillon (27.08.2012)
World-Architects Biennale Architterura 2012 (28.08.2012)
Blog Blowin in the wind Venezia Biennale Architettura... (29.08.2012)
Architizer Continues Coverage of the Best... (28.08.2012)

The Art Newspaper This is not a talent show... (28.08.2012)
Fadwebsite Venice's Architecture Biennale... (29.08.2012)
eme3 Common Ground... (28.08.2012)
Inhabitat David Chipperfield Masterminds (28.08.2012)
Atlantic Cities The most intriguing new global architecture... (29.08.2012)

Architect #Biennale, The preview begins (27.08.2012)
Architect At the 2012 Venice Biennale (28.08.2012)
designboom Venice Biennale 2012 (28.08.2012)
Zaha Hadid Architects Venice Architecture Biennale (28.08.2012)
The Telegraph Venice Architecture Biennale 2012 (29.08.2012)

Russia beyond the headlines Skolkovo represents Russia... (28.08.2012)
dezeen Venice Architecture Biennale 28.08.2012
ArchRecords Venice Architecture Biennale announces Golden Lion (29.08.2012) 
Naharnet World Architects bring democratic.... (29.08.2102)
AJ Rem Koolhaas lands 2012 Jencks Award (29.08.2012)

La Biennale Awards... (29.08.2012) 
Metalocus Opening 'Common Ground'... (26.08.2012)
The Guardian Highlights in Pictures (29.08.2012)
Evening Standard Shoping London's Future (30.08.2012)
Interview Cristina Monteiro - David Knight (29.08.2012) 

Interview Álvaro Siza Vieira (29.08.2012)
dezeen Wall house by Anupama Kundoo... (30.08.2012)
archdaily Light house on the Nordic Common Ground... (29.08.2012)
designboom Selgascano: Between air in the Spanish pavillon... (29.08.2012) 
Architizer More of the best... (29.08.2012)

The Guardian Venice's Architecture... (28.08.2012)
Australian Design Review Snapshot 2012 Venice... (29.08.2012)
The Independent Banging techno architecture?... (30.08.2012)
Blouin Art Info Dispensing Criticism and Golden Lions... (30.08.2012)
3sat Gemeinsamer Grund (28.08.2012)


Spiegel online Der Mann mit dem glasigen Blick (28.08.2012)
Spiegel online Nur wer nicht baut, baut gut (30.08.2012)
art-tv CH 13. Architekturbiennale in Venedig (28.08.2012)
FAZ Stehen lassen! (28.08.2012)
Interview David Chipperfield (30.08.2012)

Interview Torre David (30.08.2012)
Interview Toyo Ito (30.08.2012)
Preisverleihung (30.08.2012)
ETH Golden Lion for ETH architects (29.08.2012)
Die Architektin Gender Inequality... (24.08.2012)

NZZ Vom Ich zum Wir (30.08.2012) 
Allhitecture 
ArchDaily Greek Pavillon (23.08.2012) 
1F Mediaproject Bertil Vallien, Nine Rooms...(28.08.2012) 
Il Giornale dell'Architettura (27/28/29.08.2012) 

ArtDaily Yale professor and students... (31.08.2012) 
A/N BLog Golden Lions awarded (29.08.2012) 
Interview with the architects of 13178 Moran street... (01.09.2012) 
art Kampfenossen für eine lebenswertere Stadt (28.08.2012) 
architekturclips David Chipperfield (31.08.2012)

SR DRS Tagesgespräch Architektur-Biennale... (29.08.2012)
taz Partizipationsmodelle in Beton (30.08.2012) 
ArchDaily Possible here?... (30.08.2012)
dezeen Elbphilharmonie... (30.08.2012)
Freshome Russia's Future Science City... (31.08.2012)

Posi+tive Magazine Interview Zaha Hadid (31.08.2012)
FXFowle Blog To Venice (Biennale) with Love (30.08.2012)
Interview Tod Williams - Billie Tsien (41.08.2012)
Interview Luca Zevi (31.08.2012)
dezeen Kuwaiti Pavilion at Venice... (31.08.2012) 

daily Tonic Thu 30.8. (30.08.2102)
archdaily Arum-Zaha Hadid (31.08.2012) 
architecturalvideos Russian Pavilion... (31.08.2012) 
Zeit online Luft fürs Unerwartete (31.08.2012) 
FR Die neue Bescheidenheit (29.08.2012) 

FAZ Sisyphus ist überglücklich (31.08.2012)
BauNetz (31.08.2012) 
DR Baumeister, Bauherren... (29.08.2012)
Detail Das Architekturportal Ohne Gebrüll... (31.08.2012) 
SZ Hanteln stemmen in der Hochhausruine (30.08.2012) 

SZ Langfristig mehr Sinn (30.08.2012) 
SZ Die Nationenpavillons (31.08.2012)
Der Standard Kannst du den Raum hören? (31.08.2012) 
OE1 ORF Architekturbiennale (20.08.2012) 
My Biennal Guide Collateral Events 

LA Times Venice Architecure Biennale... (01.09.2012) 
designboom Polish Pavillon making the walls quake... (31.08.2012)
dezeen United States Pavillon... (01.09.2012)
160gMagazine Biennale Architettura... (02.09.2012)
Archinect Op-ed: Questions without answers (03.09.2102)

renovation today La Biennale di Venezia... (02.09.2012)
RA Magazine The 13th Venice Architecture Biennale (02.09.2012)
New Graphic Shifting Ground - Ireland... (03.09.2012)
The Telegraph ...a grounded show (03.09.2012)
Interview Malavezzi-Kühn-Kühn (03.09.2012) 

Interview Libera-Krakowiak (03.09.2012)
designboom Mexico pavillon renovates Venetian church (30.08.2012) 
venezuelanalysis.com The "socialising" city... (03.09.2012) 
BauNetz Chile, Polen, Albanien... (03.09.2012) 
Wirtschaftswoche Alte Gebäude im neuen Gewand (02.09.2012)

Interview Muck Petzet (29.08.2012) 
Interview Brillembourg-Klumpner (29.08.2012)
Detail das Architekturportal Raumkondensate (03.09.2012) 
The Guardian Stararchitects and squatters (03.09.2012) 
Archdaily Architecture and its effects... (04.09.2012) 

Interview Gigon-Guyer (04.09.2012)
Wallpaper Venice Architecture Biennale... (04.09.2012)
Interview Shelley McNamara (04.09.2012)
Arts No room for 'stararchitects'... (06.09.2012)
Interview Kazuyo Sejima - Ryue Nishizawa (05.09.2012) 

Interview Peter Eisenman (05.09.2012) 
Interview Johanna Hurme (05.09.2012)
Interview Jo Noero (06.09.2012) 
Interview Christophe Gantenbein (06.09.2012)
Interview Steve Roth - Peter Maerkli (06.09.2012)

Interview Mario Nanni (06.09.2012)
Interview Patrik Schumacher (06.09.2012)
Interview Vanessa Norwood - Vicky Richardson (06.09.2012)
Interview Stefano Rambolli Pansera (06.09.2012)
A daily dose of architecture  (06.09.2012)

World Architects Biennale architettura Extra (05.09.2012)
ArchDaily Common Grounds/Different Worlds (06.09.2012)
Interview Laurids/Manfred Ortner (07.09.2012) 
Interview Toshiko Mori (07.09.2012)
Interview Jay Gort (07.09.2012)

Interview Juna Herreros (07.09.2012)
Huffington Post Irish Isle's Designs on Venetian Isles (07.09.2012) 
ArchDaily Questions without answers (07.09.2012)
Interview Anthony Burke - Gerard Reinmuth (05.09.2012)
Havard Gazette Venice and the built world (08.09.2012)

Interview Alexander Eisenschmidt (08.09.2012) 
Interview Jonathan Sergison - Stephen Bates (08.09.2012)
Der Standard Venedig, die Architektur und der Polterer (07.09.2012) 
ArchDaily Hungarian Pavillon (08.09.2012) 
I like Architecture Venice Takeaway (08.09.2012)

smu-research SMU at 13. Biennale (10.09.2012)
Interview Mark Randel (10.09.2012) 
Irish Times Irish architcture roars... (1ß.09.2012)
artlyst Common Ground... (10.09.2012)
ArchDaily The filigree maker...(09.09.2012)

Daily Icon Nordic pavilion... (10.09.2012)
archdaily The most political biennale yet (10.09.2012) 
The Dirt Landscape architects nowhere in sight... (09.09.2012)
The wall street journal Wrestling for Relevance (12.09.2012) 
Homes and Property Flooding no threat... (12.09.2012)

Interview Zahra Ali Baba (12.09.2012)
archdaily Pictrgraph - Statements... (12.09.2012)
Notes on becoming a famous architect What ist the Venice... (12.09.2012)
archilovers Vessel Venezia 2012 (14.09.2012)
dwell Venice Biennale 2012... (03.09.2012) 

archdaily Märkli Architekt (14.09.2012) 
dezeen Architecure as new geography (15.09.2012)
archdaily Unmediated Democracy... (15.09.2012) 
Interview O'Donnel-Tuomey (13.09.2012) 
Detail Space condesates... (16.09.2012) 

archdaily Swiss Pavilion (17.09.2012)
artlyst Architecture foundation presents... (17.09.2012)
archdaily Facecity/C+S Architects (22.09.2012)
Archinect Editor's picks '283 (24.09.2012)
archdaily O'Donnell & Tuomey (24.09.2012)

Biennale Padiglioni Nazionali (14.09.2012)
elculture Made in Athens (19.09.2012)
archdaily Greenhouse talk (25.09.2012)
Venetoinside Special Feature Biennale (25.09.2012)
Biennale Konferenz EU City Manifesto (26.09.2012)

Biennale Folk in a box (26.09.2012)
Biennale Unconcsious places (26.09.2012) 
Architect's Newspaper William Menking Feature (26.09.2012) 
Rolex Mentoring Lecture (26.09.2012)
Washington Univ. St. Louis Sam Fox School... (28.09.2012)

CBC Manitoba Venice Biennale... (27.09.2012) 
Biennale Dialogue on details (26.09.2012)
Biennale Within the sound of Baucity (26.09.2012)
Corkman The Vessel is pure Cork... (20.09.2012) 
The Architectural Review Venice by the book (28.09.2012)

Archdaily New forms in wood... (17.09.2012) 
Daily News Egypt Egyptian architects shine... (24.09.2012)
Habitusliving Archives of Venice... (03.10.2012) 
Archdaily Ucraine Pavilion (04.10.2012)
Biennale Writing in Architecture (26.09.2012)

Archdaily Five Northamerican... (04.10.2012)
designwire First-time nations highlighted... (04.10.2012)
Le Courier de l'Architecte Visite... (05.10.2012)
Mastermercencyarchitecure Disaster reconstruction... (05.10.2012)
Archdaily Macedonian Pavilion (05.10.2102)

architechnophilia FCAA 2012 Biennale... (05.10.2012)
Architectureau Common threads beyond... (27.09.2012) 
Archdaily Spainlab... (01.10.2012)
Biennale A Critical Reader (26.09.2012)
Strelka Alejandro Aravena... (09.10.2012)

Archdaily Feeling at home (08.10.2012)
TU Delft The Why Factory... (03.10.2012)
Lancia Marcio Kogan... (05.10.2012) 
Archdaily Gateway/Norman Foster... (09.10.2012)
Austrian Pavillon Hands have no tears to flow (07.10.2012)

Archdaily Vitorio Magnano Lampugnani (11.10.2012)
Metalocus Radix by Aires Mateus... (10.10.2012) 
Aalto University Wooden Pavilion... (14.10.2012)
Daily Tonic Salon Suisse... (15.10.2012)
Snowdrops Garden Common Ground... (15.10.2012)

Urban Change Best of... (12.10.2012) 
Al Jazeera Phoenix rising as Beijing builds... (18.10.2012) 
Artfetch Arkward Politics in Venice (18.10.2012) 
Macleans Canada digs deep... (22.10.2012) 
Archdaily Torre David, Gran Horizonte... (23.10.2012)

Expatica The wisdom of doubt: Ivaro Siza (24.10.2012) 
The Cornell Daily Sun Back to the Ground (25.10.2012) 
Die Architektin Ladies of the Architecture Biennale... (24.10.2012)
Julien Bouvet Maquette animée... (22.10.2012) 
ArchDaily Yucún or... (31.10.2012) 

Archi-Ninja Giardini... (06.11.2012)
MetropolisMag Moving Design... (13.11.2012)
Ben Huser La Biennale di Venezia... (16.11.2012) 
Archi-Ninja Venice Architecture Biennale 2012... (14.11.2012)
ArchDaily Meetings on Architecture Event... (18.11.2012)

Indian Country Building on the Indigenous Culture... (19.11.2012)
Irish Times Belfast's architectural renaissance... (20.11.2012)
ArchDaily Vogardors... (21.11.2012) 
Macleans Architecture for the other 99 per cent... (21.11.2012)
ArchDaily Dialogue Architecture... (22.11.2012)

Archinect Live chat with David Chipperfield... (21.11.2012)
Dezeen Chilean Pavilion at Venice... (24.11.2012)
Biennale Finissage... (17.11.2012) 
Telecom Italia Intervista David Chipperfield (23.11.2012) 
Biennale Video Chat David Chipperfeld (23.11.2012) 

Dezeen A look back...(24.11.2012) 
Disegno Venice Architecture Biennale (21.11.2012)
Biennale Mediathek Architettura (2.11.2012) 
Biennale Chiusura (27.11.2012) 
David Report Biennale Architecture... (07.12.2012) 

Biennale The work by Álvaro Siza Vieira (16.01.2013)

 
 


21. Juli 2012

Architekturbiennale 2012

Bürgerinitiative zur bequemeren Gestaltung des
campo della confraternitá, S. Francesco della vigna


In gut fünf Wochen startet die 13. Architekturbiennale, Laufzeit drei Monate vom 29.8. - 25.11., unter dem Titel 'Common Ground' verantwortet vom britischen Architekten David Chipperfield.

Er ist dem deutschen Publikum bekannt durch seine Arbeiten auf der Museumsinsel in Berlin, wohl vor allem durch den bewundernswerten Wiederaufbau des Neuen Museums

Hat aber auch in Venedig gearbeitet: die Friedhofserweiterung auf San Michele liegt in seiner Verantwortung. Seit meinem letzten Eintrag über die Friedhofsinsel bzw. 5 Jahre nach Fertigstellung des ersten Planteils  hat sich dort nichts getan was für mich erkennbar wäre. Auch die neue Barena, die Salzwiese nördlich des Arsenale und östlich der Friedhofsinsel, dient wohl nur der Pflege der Lagune und der Verkehrsregelung entlang des Canale delle fondamente nove. Bei aller Wertschätzung - da wurde wohl ein Preis gewonnen, ein Teil des Plans umgesetzt und Ende. Ich frage mich, wer da wen abgespeist hat mit Nichtvollzug und wer da was verdient und was eingespart hat?
.
Gesamtplan der Erweite-
rung der Friedshofs-
insel S. Michele. Leider bis auf die 1. Bauphase nix geworden.





Die Sache scheint kein Thema zu sein, es werden zumindest öffentlich auch keine peinlichen Fragen gestellt, man geht zur Tagesordnung über, sprich Biennale.


Neben den beiden Biennale-Ausstellungsgeländen Giardini und Arsenale zu den üblichen Preisen und Bedingungen gibt es auch 18 "Collateral Events",  16 in der Stadt, 2 auf dem Festland. Die in der Regel nicht mit Eintrittskosten verbunden sind bzw. sein sollten. Einige befinden sich allerdings innerhalb eines kostenpflichtigen Museums (z. B. in der Fondazione Querini Stampalia), andere folgen möglicherweise dem Trend der Kunstbiennale, ihr eigenes finanzielles Ding zu machen, aber als "Collateral Event" vom roten Biennale-Logo vor der Tür zu profitieren. (Ich habe da im Verdacht z. B. die Ausstellungen in der Casa Tre Oci und im Palazzo Bembo, aber möglicherweise noch mehr). Und Achtung: sehr unterschiedliche Termine, nicht alle entsprechen der Biennale-Dauer!

Besonders spannend unter diesen Nebenveranstaltungen scheinen diese zu sein, aber das ist natürlich eine Frage des persönlichen Interesses: 

Archipelago Cinema by Ole Scheeren
Arsenale, Darsena Grande
August 27th and 28th
Archipelago Cinema, a floating auditorium designed by architect Ole Scheeren, hosts a floating round-table discussion and the world première of the film Against All Rules by filmmaker Horst Brandenburg, presenting a profound insight into the work and philosophy of Ole Scheeren.
Organization: KT Wong Foundation
(ZEIT-Interview mit Ole Scheeren 23.11.2011)

Finding Country Exhibition
Spiazzi 1, Arsenale, Castello, 3865 (Calle del Pestrin)
From August 29th to September 29th
The Finding Country Exhibition is aboriginal in origin and trajectory. It seeks a contest between the traditions of aboriginal space (country), and European space (property). The central exhibit is an 8x3m drawing of the city of Brisbane consisting of approximately 50 submissions emptying individual grids by half to reveal something lost. The challenge is to negotiate decline and find country.
Organizzation: Venti di Cultura

Links zu deutschsprachigen Medienbeiträgen:

ZEIT-Interview mit David Chipperfield 02.03.2012
Architekturclip: David Chipperfield, Ausblick auf die Biennale
Deutscher Pavillon:Muck Petzet
Neue aufgeschüttete Salzwiese östlich des Friedhofs,
nördlich des Arsenale
Ergänzungen:

Green City Italia 07.08.2012
LI Latvia 08.08.2012
The Korea Times 14.08.2012
Homeless 20.08.2012
La Biennale Newsletter 22.08.2012
DesignWeek 22.08.2012
DaringToDo 23.08.2012
Video vom 25.08.2012 'Making of'
Video vom 25.08.2012 'Crimson Architectural Historians'
Collateral event in der Casa Tre Oci 'The Way of Enthusiasts' 26.08.2012 
Kuwait News Agency 26.08.2012
ArtDaily 27.08.2012
Palais Lumière 27.08.2012
Blouin Artinfo 27.08.2012
ArtDaily 28.08.2012
Gigon Guyer Architekten 28.08.2012 
Biennale Apps 28.08.2012
BIG Possible Greenland 28.08.2012
Pressemitteilung Schweiz 28.08.2012
ArtDaily 29.08.2012
ArchDaily 28.08.2012





Fortsetzung mit Links zu Kommentaren und Berichten zur 13. Architekturbiennale