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24. Februar 2020

24.2.2020 Venice Shutdown



Basilica di San Marco Aschermittwoch, 26.2.2020 COVID19
Patriarch Moraglia zelebriert hinter verschlossenen Türen
Quelle: La Nuova


Für aktuelle Ergänzungen bitte nach unten scrollen!

Die Notstandsverordnung des italienischen Gesundheitsministeriums 23.2.2020, gültig 24.2.-1.3. betrifft nicht nur die Beendigung aller Karnevalsveranstaltungen, sondern auch die Schließung aller Bildungseinrichtungen, Museen, Teater, Kinos, Bibliotheken, die Absage von Konzerten, Führungen, Sportveranstaltungen. (Gyms, Sporthallen und Fitnesstudios, Schwimmbäder, Spielplätze sind erstaunlicherweise nicht betroffen.)

Information der Region Veneto (Googleübersetzung möglich) 24.2.2020 18 Uhr.



Detailinformationen, die mich via www erreichen:

Städtische Museen (MUVE)
Staatliche Museen Venedig und Veneto
Palazzo Grimani
Teatro La Fenice und Informationen zur Kartenerstattung
Museo Ebraico
Fondazione Cini
Fondazione Querini Stampalia
Guggenheim Collection
Carnevale di Venezia
Palazetto Bru Zane
Teatrino Palazzo Grassi
Fondazione Bevilacqua la Masa
Fondazione di Venezia
Ca' Rezzonico
Venezia Unica
Eisbahn S. Polo
Archäologisches Nationalmuseum
Deutsches Studienzentrum
Kirchen: San Marco bleibt für Besucher*innen geschlossen, wie auch die anderen Kirchen des Patriarchats. Gottesdienste sind abgesagt. Einlass für Gebete ist normal möglich. 
Sonntag im Museum (kostenloser Museumseintritt in ganz Italien) wird am 1.3. in Venedig und im Veneto ausgesetzt.

(Um ggfs. einzelne Museen, Veranstaltungen etc. nachzufragen, empfehle ich die Links im Kulturkalender, die meist auch Kontaktangaben enthalten.)


Der ÖPNV wird nicht eingestellt, die Verkehrsmittel (Vaporetti, Busse, Tram) wurden laut Stadtverwaltung desinfiziert.
Der für Mittwoch, 25.2. angekündigte Streik an den Flughäfen Venedig und Treviso ist abgesagt

Reisehinweise des Auswärtigen Amtes für Italien und das Merkblatt Sicher Reisen.
Eurowings reduziert bis 8.3. die Flüge nach Venedig.


Ergänzung 29.02.:
Die Schließung der der Vorschulen, Schulen und Hochschulen wird um 1 Woche bis 9. 3. verlängert. Quelle: Il Mattino.

Ergänzung 01.03.
Die Notstandsverordnung ist in Venetien verlängert bis 8. März. 
Quelle: La Repubblica (Googleübersetzung ist möglich) und Website der Stadt Venedig (Übersetzung nicht im Angebot, außer über c+p in google translate). Auch hier gibt es Details:

WIEDER GEÖFFNET 
sind die städtischen Museen (MUVE) im Rahmen der Bedingungen, die Verlängerungsdekret vorgibt. Keine Führungen im Dogenpalast. 
Archäologisches Nationalmuseum
Guggenehim Collection
Accademia ab 4.3.
Museo Ebraico ab 4.3., Führungen sind weiter ausgesetzt.
Casa Tre Oci ab 4.3.

Die Verlängerung der Schließung bzw. Absage einer Veranstaltung bestätigen ausdrücklich
Deutsches Studienzentrum. Die Schließung ist verlängert bis 3. April.
Patriarchat Venedig: Weiter keine Gottesdienste während der Woche.
Teatro La Fenice bietet am 2. und 3. März 2 geplante Konzerte unter Ausschluss des Publikums an, jeweils um 18 Uhr als Lifestreaming auf dem YouTube-Konto des Opernhauses
Conservatorio Benedetto Marcello
Fondazione Cini Bibliothek, Veranstaltungen, Führungen auf S. Giorgio Maggiore und das Konzert am 7.3. (Squero Jazz mit Uri Caine, Callithump) im Auditorium Lo Squero wird verschoben und neu angekündigt.
Museo Palazzo Grimani Veranstaltung 8.3. zum Frauentag ist abgesagt.
Teatro Goldoni: keine Aufführungen und Kasse geschlossen bis 8.3.
Fondazione Querini Stampalia bleibt geschlossen bis 15.3.


Ergänzung 4.3.

Der wisssenschaftliche Ausschuss der Regierung hat Verhaltensregeln für die italienische Bevölkerung empfohlen, die in den nächsten Tagen wohl für das ganze Land erlassen und vorläufig für mindestens 30 Tage gelten werden. Tourist*innen sollten sie zur Kenntnis nehmen:
  • Personen über 75 müssen zu Hause bleiben
  • Personen über 65 mit gesundheitlichen Problemen müssen zu Hause bleiben.
  • Alle mit milden Symptomen, auch nur leichtem Fieber, müssen zu Hause bleiben.
  • Sportveranstaltungen für 30 Tage nur hinter verschlossenen Türen.
  • Absage aller medizinischen Konferenzen.
  • Grüßen und Verabschieden ohne Händedruck, Küsse, Umarmung.
  • Ein Meter Mindestabstand zwischen 2 Menschen. Auch in öffentlichen Räumen (Museen, Kirchen etc.) muss die Einhaltung des Mindestabstands möglich sein.
  • Überfüllte Orte (siehe Mindestabstand) sollen vermieden werden.
  • Der Zugang zu Seniorenheimen und Privatkliniken wird eingeschränkt.
  • Patient*innen dürfen nicht mehr in die Notaufnahme begleitet werden.
Dazu der komplette Text des Dekrets, italienisch, Google Überserzung möglich.

Noch eine Ergänzung 4.3.:
Der Termin der Architekturbiennale ist verschoben vom 23.5. auf den 29.8., Dauer bis 29.11.2020.

Ergänzung 6.3.:
Auch die venezianischen Theater und Kinos bleiben geschlossen bis 3.4.

Ergänzung 8.3.:
Ein neues Dekret für die Regionen Veneto, Lombardei und die Orte Modena, Parma, Piacenza, Reggio Emilia, Rimini, Pesaro, Urbino, Alessandra, Asti, Novara, Verbano Cusio Ossola, Vercelli, Padova und Treviso wurde als Notverordnung zur Eindämmung von Covid 19 erlassen. Verlassen oder betreten werden dürfen diese Teile Norditaliens nur noch in Notfällen und wegen "unaufschiebbarer Arbeitsmotove". Verkehrsmittel werden nicht ausgesetzt, aber alle Museen, Theater, Kinnos, Fitnescenter, Kulturinstitute, Kirchen, alle Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Universität, Schwimmbäder und Skiorte, Hochzeitsfeste, Bestattungsfeiern, religiöse Prozessionen. Einkaufszentren dürfen nur noch Mo-Frei öffnen. Bars und andere Restaurationsbetrieben nur, wenn sie den Abstand von 1 m zwischen 2 Menschen ermöglichen, und können jederzeit polizeilich geschlossen werden. Für ganz Italien gilt die Schließung von Pubs, Diskothen und Casinos. Ebenso alle Bibliotheken und Archive sowie Archäologischen Parks in ganz Italien.
Das Dektret ist in Kraft bis vorläufig 3. April. 
Man muss sich klar darüber sein, dass mit diesem Erlass der Tourismus in Venedig für diesen Zeitraum komplett abgeriegelt ist. 

Dazu verschiedene Links zu Details:
Definitiv alle Kulturinstitutionen müssen nach diesem Dekret schließen.
Ich verlinke hier trotzdem Informationen einzelner Häuser, die jetzt online veröffentlicht werden:
Guggenheim Collection
Städtische Museen (MUVE) Information zur Erstattung von Eintrittskarten  
Archäologisches Nationalmuseum
Casinos in Venedig und Ca'Noghera
Punta della Dogana, Palazzo Grassi, Teatrino Palazzo Grassi
Museo Ebraico
Museo Palazzo Grimani
Fondazione Querini Stampalia
Fondazione Cini
IVESER
La Fenice
Teatro Goldoni
Scuola Grande San Giovanni Evangelista Museum; ab 5. April wieder Führungen 


Ich habe mich bisher eines Kommentars enthalten und empfehle jetzt als Hntergrundinformation einen sehr lesenswerten Blogeintrag zum Thema 
"Warum der Corona-Virus besonders in Italien wütetaus Silencers Blog. Ich egänze mit einem weiteren sehr lesenswerten Blogeintrag: "Überlegungen zum Coronavirus" gefunden auf der Plattform Planet Blogsport.






Ergänzung 10.3.

Dekret vom 8.3. gilt jetzt für ganz Italien, Kampgagne "Io resto a casa" - "Ich bleibe zuhause".
Bemerkenswert: Sonderprogramm der RAI für Schüler*innen, Lehrer*innen und Studierende, um Unterricht und Prüfungsvorbereitungen aufrecht zu erhalten.

Ergänzung 12.3.
Jetzt Schließung aller Bars, Restaurants, Geschäfte außer Apotheken, Drogerien, Lebensmitteln, Kioske, Tabakläden, Tankstellen. (Siehe Tagesnachrichten der Medien.)

Ergänzung 16.3.
Der Friedhof San Michele ist geschlossen bis 3. April. 

Ergänzung 18.3.
Die Gewinner*innenausstellung des Arte Laguna Prize ist bis auf Weiteres abgesagt. (Normalerweise die einzige Ausstellung im Arsenale Nord in der venezianischen "Nebensaison".

Ergänzung 19.3.
Die Vogalonga wurde abgesagt.

Ergänzung 22.3.
Ab heute arbeiten zunächst befristet auf 9 Wochen nur noch 50 % der ACTV-Mitabeiter*innen. Der venezianische Verkehrsbetrieb lässt die 3000 Mitarbeiter*innen in wöchentlichen Schichten à 1500 arbeiten bzw. den bezahlten Urlaub nehmen. (Deshalb die Befristung, danach sind die Urlaube verbraucht.)

Ergänzung 23.3.
Weitere Anpassungen der Fahrpläne der ACTV bzw. Einschnitte in den ÖPNV. Tägliche weitere Anpassungen sind möglich, es wird gebeten, regelmäßig die Seite der ACTV zu überprüfen um keine Ankündigungen zu verpassen.

Ergänzung 24.3.
Der Start der Eintrittsgebühr, vorgesehen ab dem 1.7.2020, wird um 1 Jahr verschoben. (Siehe auch Einträge vom 14.1.20: Massen und Massnahmen und "Eintrittsgeld für mordi e fuggi" vom 6.1.19.)

Ergänzung 3.4.
Die Universität Ca'Foscari nutzt die außerordentliche Situation in der Stadt und Lagune für die wissenschaftliche Untersuchung der Umweltreaktionen in Fauna und Flora. Zur Beteiligung an diesem Projekt sind auch Bürgerwissenschaftler eingeladen, ihre Beobachtungen zur Verfügung zu stellen. Gefällt mir!

Teile des Lebensmittelmarktes am Rialto sind wieder geöffnet. Mundchutz und Sicherheitsabstand, strenge Kontrollen.

Ergänzung 4.4.
Auf einer Pressekonferenz des Bürgermeisters Brugnaro wurde gestern die Bankverbindung eines Solidaritätskontos veröffentlicht. Wie auch schon bei dem Spendenkonto nach dem Hochwassersturm am 12.11. ohne Angabe zur Verwaltung der Gelder und den Auswahlkriterien der Empfänger*innen. Mir gefällt das nicht wirklich, ich denke, bei Katastrophen hat die Politik andere Aufgaben als Spenden zu sammeln und zu verteilen.
Ich verlinke den Hinweis trotzdem. Soldaritätskonto der Stadt Venedig.

Ergänzung 6.4.
Penible Kontrolle der Ausgangsverbote durch die Polizei. Sogar per Helikopter  

Ergänzung 7.4.
Neue Sonderregeln für dem Lebensmittelmarkt am Rialto für die Zeit der Ausgangsreglementierungen. (Handschuhe, Gesichtsmaske etc.)
Neue Sonderregeln für den Markt auf dem Lido (Dienstag) für die Zeit der Ausgangsreglementierungen.
ACTV: Betreten von Verkehrsmitteln nur noch mit Handschuhen und Gesichtsmaske, Mindestabstand von 1 m einhalten. 

Ergänzung 9.4.
Nur noch ein Teil der öffentlichen Sanitärräume sind derzeit (zweitweise) geöffnet (Piazzale Roma, Rialto Novo, San Marco). Siehe auch Eintrag 27.8.2016 "Toiletten in Venedig? Notdürftig!"

Ergänzung 13.4.
Neue Verordnung der Regionalregierung; Verlängerung der bisherigen Regelungen bis zum 3.5.2020, darunter einige Änderungen. 

  • Schließung aller Geschäfte an den Sonntagen 19.4., 26.4., 3.1. und an den Feiertagen 25.4. und 1.5..
  • Öffnung von Innen- und Freiluftmärkten nur auf besondere Genehmigung von Bürgermeistern;
  • In der Öffentlichkeit müssen Gesichtmasken und Handschuhe getragen sowie Desinfizierungsmittel mitgeführt werden; dies betrifft auch den ÖPNV; 
  • Personen müssen bis auf Hilfsbedürftige (Alte, Kinder, Behinderte etc.) nur allein unterwegs sein und den Sicherheitsabstand von 2 m einhalten;
  • Personen mit Körpertemperatur über 37,5 dürfen das Haus nicht verlassen; 
  • An den Feiertagen 25.4. und 1.5. dürfen Picknicks nur auf Privatgrundstücken in Gemeinschaft der Hausbewohner und ohne Gäste stattfinden;
  • Sport im Freien ist nur nah beim Wohnort (200 m) und mit 2 m Sicherheitsabstand gestattet; 
  • Bewirtung jeder Art ist weiterhin nicht erlaubt, Lieferung ins Haus schon; 
  • Die Regelungen für den Schutz von Kunden (in Geschäften, Banken, etc.) gelten weiterhin; Angestellte mit über 37,5 ° Körpertemperatur müssen freigestellt werden;
  • Buchhandlungen sind an 2 Tagen/Woche geöffnet;
  • Privater Müll darf zu den Sammelstellen gebracht werden; 
  • Geschlossene öffentliche und private Grünflächen, auch Strände, dürfen gepflegt werden.
Ergänzung 19.4.
Es ist nicht zu fassen. Der Gazzettino veröffentlicht auf Twitter einen "offenen Brief" an den "lieben Touristen" mit der Aufforderung, in den Veneto zu reisen. Denn "...werden Sie sich in der Region mit dem besten Gesundheitssystem der Welt sicher fühlen. Wenn es einen Ort auf der Welt gibt, an dem Sie einen Urlaub in absoluter Sicherheit verbringen können, ist dies Venetien...". Ich verstehe die ökonomischen Probleme, aber Wirtschaft geht NICHT vor Menschenleben.

Ergänzung 21.4.

Die Region Veneto bereitet sich auf die Phase 2 - schrittweise zurück zur Normalität (naja) - vor und kündigt für einen noch festzulegenden Zeitpunkt die Übernahme des "Korea-Modells" an. 
1. Unverändert soziale Distanzierung
2. Obligatorische Verwendung von Handschuhen und Gesichtsmasken
3. Obligatorische Nutzung einer kostenlosen App, herunterzuladen mit der persönlichen Steuernummer, mit der jede*r Nutzer*in vor Corona-positiven Menschen in seiner näheren Umgebung (anonymisiert) gewarnt wird. Bei Polizeikontrollen werden nicht nur Handschuhe und Masken überprüft, sondern auch, ob die App heruntergeladen und aktiv ist. 
Hier im Detail die einzelnen Entwicklungsschritte der Phase 2 in 17 Charts.
Eine problematische Sache, über die man sich aber einstweilen nicht den Kopf zerbrechen muss, solange die Reiseeinschränkungen in Kraft sind. Dies ist wohl auch ein Signal, dass sie wohl noch lange in Kraft bleiben werden. Ich denke, für 2020 können wir Venedigpläne und -wünsche an den Nagel hängen und aufhören, auf Wochen zu hoffen. 

Ergänzung 24.4.
Die traditionelle Festa della Sensa mit Bootsparade am Vormittag  und Ruderregatten am Nachmittag ist abgesagt. 

Ergänzung 20.4.

Artikel aus 'ytali.: Redentore 2020. Come sarà la festa piu cara ai veneziani. Ist das eine Andeutung, dass Redentore 2020 nicht stattfinden wird?

Ergänzung 14.5.
Phase 3 der Wiedereröffnung. Dazu noch der Artikel mit Erläuterung der 'Nuova'. Toi toi toi...

Ergänzung 7.7.
Beginn der 2. Welle?

6.7. Gazzettino Regole rigide per chi viene dall'estero und PDF Erlass 6.7.
7.7. FAZ Zwangseinweisungen ins Krankenhaus?

Ergänzung 17.7.
Der neue Erlass der Region Veneto mit Ge- und Verboten zur Coronapandemie - gültig bis 31.7.20

Ergänzung 28.7.
Verlängerung des Ausnahmezustands in ganz Italien  bis zum 31.10.20.

Ergänzung 10.8.
Neue Verordnung des Regionalpräsidenten Luca Zaia für die Region Veneto

Ergänzung 16.8.
Ab 17.8. bis vorläufig 7.9. sind in ganz Italien Diskotheken und Clubs geschlossen, Tanzveranstaltungen verboten, Masken am Abend grundsätzlich zu tragen. Die Zahlen der Infektionen steigen nach Reiseerlaubnissen nach Italien und ins Ausland.



Die Informationen werden an dieser Stelle weiter kommentarlos ergänzt.





4.3.2020 Mittag auf der leeren Piazza San Marco.
Quelle: La Nuova 



Einträge zur Situation Covid 19 in Venedig:



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14. Januar 2020

Massen und Maßnahmen

Karte der Sensoren des neuen Personenzählsystems
(und Darstellung der 'Massentrampelpfade"!)

Es ist soweit! Oder ist es nur mal wieder soweit?

Die Massen sollen gezählt, geleitet, verteilt werden - und demnächst sogar besteuert. Keine neuen Sachen, denn die Stadt Venedig experimentiert seit Jahren an Carnevale, Redentore, Regata Storica, Silvester etc. wie die Menschenflüsse  gezählt und bei Bedarf umgeleitet werden können. Oder zumindest ist dauernd die Rede davon.

2018 z. B. sollte die Zählung mit Lasertechnik, Sensoren und Software von Hitachi stattfinden. Die zusätzliche Idee der Drehkreuze am Piazzale Roma, beim Bahnhof und am Eingang zur Piazza, großer Aufreger vor allem für die Einheimischen, waren ein Schuss in den Ofen und wurden in diesem Jahr (zunächst) wieder abgeschafft. Die veröffentlichten Zählergebnisse blieben rund, in der Regel täglich 100.000 Tagesgäste. Kann also auch mit der Zählerei nicht so gut geklappt haben.

Nun soll Karneval ein neues Zählsystem in die "Generalprobe" gehen mit 34 Sensoren (Personenzählsensoren und Sensoren zu Erfassung von Strömungen), die derzeit in den inneren Stadtbereichen, auch an einigen stark frequentieren Vaporettoanlegern, installiert werden. Die erfassten Daten werden vom städtischen IT-Unternehmen Venis in die Daten der Mobilfunknetze integriert, um eine verlässliche Schätzung der sich in der Stadt bewegenden Touristenmassen in Echtzeit zu erhalten.

Leider scheint es mit dem Lesen und Auswerten der Dateien laut Auskunft der Tourismusreferentin Mar noch zu hapern, die Software und die Datenübertragung an das neu eingerichtete Auswertungswertungszentrum auf dem Tronchetto sind noch in der Testphase. 4 Wochen vor Karneval, zu dem das System an den Start gehen soll. Dafür soll es diesmal ein wunderbar schnelles Zählsystem sein mit Aufnahmen, die laut 2 verschiedenen Lokalzeitungen alle 5 Sekunden bzw. alle 25 Hundertstelsekunden stattfinden sollen (verstehe ich nicht...). 

Die Steuerung von Menschenströmen, immer wieder erfolglos angekündigt, soll nun endlich möglich werden, weil "dank der Geschwindigkeit der Datenkommunikation" erkennbar ist, wie schnell und wie dicht sich z. B. eine Menschengruppe bewegt und von A nach B kommt, wodurch Staus verhindert und alternative Routen vorgegeben werden könnten. (Laut Frau Mar könnte sich das System theoretisch auch für Hochwasserwarnungen einsetzen lassen.) Das Personenzählsystem schließe Gesichtserkennung und Übergriffe auf Mobiltelefone aus (im Gegensatz zu bisherigen Versuchen), aber natürlich gibt es in Venedig die üblichen Kameras zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit
Alles wie gehabt: das System verspricht frühzeitige Erkennung von Personenansammlungen und ihre zeitnahe Umleitung. Wie die Praxis genau funktioniert, bleibt auch diesmal vorsichtshalber ein Geheimnis - falls es wieder nicht klappt?

Allerdings ist das Sensorenprojekt eingebunden in das Maßnahmenpaket, das mit der UNESCO zu Minderung des Tourismusdrucks vereinbart wurde, erhält entsprechende Förderung und ist mit anderen Maßnahmen Voraussetzung für den Welterbestatus Venedigs. Deshalb auch großer Medienauftrieb - man zeigt Aktivität, wenn auch im x. Anlauf und bisher ohne Gewissheit, dass die Sache funktioniert. Wir werden sehen, ob es nur wieder mal Zeit für einen venezianischen Presseautritt war.




Tronchetto: Parkhäuser, Busparkplätze, Anleger, Kontrollzentrum. (Die Großrestaurants für chinesische Reisegruppen wurden ausgegliedert.)



Das gilt auch für den Stadtratsbeschluss vom 23.12.19, die Summe von 10.000.000 € für die Verbesserung des Tourismusmanagements auszugeben. Zu vestehen ist darunter aus meiner Sicht die Erleichterung der Massenanreisemöglichkeiten nach Venedig. 
Wesentliche Inhalte sind:
  • eine elektronisches Infotafel-Leitsystem auf dem Tronchetto, 
  • ein "beleuchteter Boulevard" zwischen Marghera und Mestre
  • eine neue Verkehrsausschilderung zwischen Mestre und Venedig
  • die Verbesserung der Infrastruktur des Tronchetto: Anlegeplätze, Toiletten, Busparkplätze
  • die Neugestaltung des informationsbüros für Tourist*innen
  • weitere Investitionen in die Radwege um Venedig
  • eine App zur Verkehrsleitung der Besucher*innen
  • die Einführung des Eintrittsgeldes ab 2020. 
Das alles dauert natürlich seine Zeit, aber gerade die Strukturverbesserungen des Tronchetto dienen dem Tagestourismus, über dessen negative Auswirkungen neben den kurzzeitigen Aufenthalten der Kreuzfahrtschiffe in Venedig eigentlich am meisten gejammert wird. Der Rein-Raus-Tourismus. Mordi e fuggi.


Womit wir bei den Maßnahmen bezüglich der Massen nun beim Thema des "Contributo di accesso" sind, das ist jetzt die offizielle Bezeichnung, ZUTRITTSBEITRAG. 
Schneller als im Eintrag "Ein vorhersehbarer Flop" vom 27.7.19 erwartet, wurde mittlerweile der wirklich und wahrhaftige Einführungstermin des Zutrittsbeitrags zum 1.7.2020 festgelegt. (Ich sage schon mal: warten wir es ab.)

Im Stadtratsprotokoll vom 9.10.19 lobt der Haushaltsreferent Michele Zuin zunächst die "monatelange unentwegte und akribische Arbeit der Verwaltung, des Wirtschafts- und Finanzministeriums und Trägern der Personenbeförderung, die nun die volle Betriebsfähigkeit des innovativen Systems des Zutrittsbeitrags für Venedig ermöglichen wird." Nicht, wie ursprünglich geplant, externe Verkehrsträger sollen das Geld einsammeln, sondern es "wurden Entscheidungen getroffen, die eine Reihe von Änderungen der o. g. Regelung möglich machen. Zentral ist die Erweiterung der Einzugsberechtigten des Zutrittsbeitrags und der korrekten Erfüllung ihrer Aufgaben gegenüber den einzelnen Reisenden und von Seiten der Stadt Venedig." Wer also genau? 
Ein "angemessener Zeitraum für die Entwicklung eines funktionalen Zugangssystems, besonders auch im Hinblick auf Ausnahmefälle wie Bewohner der Altstadt und regelmäßige nicht-touristische Besucher" wurde nach vielen Arbeitstreffen mit Fachmenschen, besonders IT-Leuten und Administrativen, festgelegt, also bis zum 1.7.2020.

Aufgaben bis zu diesem Termin:

  • IT-Programm/System für Gutscheine, die von der Zahlung des Zutrittsbeitrags befreien;
  • IT-Programm/System für die online-Zahlung - Kreditkarten, Paypal, Banküberweisung;
  • adäquates Vertriebsnetz in der Metropolregion Venedig und den angrenzenden Provinzen;
  • Entwicklung und Aufbau des Vertriebsnetzwerks von Verkaufstechnologie;
  • Kommunikationskampagne für Benutzer*innen;
  • Informationssysteme an Zugangapunkten (Flughafen, Bahnhöfe);
  • Freigabesystem für Betreiber von Hotelreservierungen und zur Information ihrer Nutzer*innen;
  • Informationssystem zur Stadt Venedig und ihres nachhaltigen Tourismus;
  • Versuchsperiode aller Entwicklungen.


Das Ziel einer vollelektronischen Buchung soll im Jahr 2022 erreicht sein. 2020 wird zunächst eine niedrige Preisstaffelung und fortgesetzte Überprüfung der Systeme gelten.

Am 24.10. beschloss und veröffentlichte der Stadtrat die Vorlage zum Zutrittsbeitrag, seitdem mach die Information ihre übliche internationale Medienrunde.

Spiegel: Venedig kassiert ab Juli Eintritt.


Ergänzung 24.3.2020
Der Start des "Zutrittsbeitrags" wird um 1 Jahr verschoben. Bürgermeister Brugnaro sagt, da der Tourismus durch den Coronavirus-Notfall beseitigt wurde, "haben wir ihn ein Jahr verschoben - sagte er - weil er anachronistisch werden würde".






18. November 2019

Mails aus Venedig 13.-17.11.2019


Foto: Danilo Reato

Der venezianische Autor Danilo Reato ("Die Masken der Serenissima", "Künstler im Cafè"), der auf dem Lido von Venedig lebt, schrieb in den letzten Tagen an seinen Bonner Verleger Arnold E. Maurer (Bonner Verlags-Comptoir) einige Mails über die Zustände in Venedig.



Anlegestelle S. M. Elisabetta, Lido
Foto: Danilo Reato


12. November 2019

In dieser Nacht hätte das Schlimmst passieren können. Seit der Zeit der Aufzeichnung (1923) hat uns zum zweiten Mal eine außergewöhnliche Flut mit 187 cm über Meeresniveau erreicht. Nach der von 1966 mit einer Höhe von 194 cm war es die zweite, die mit einer Bora mit Windgeschwindigkeiten von 100 km einherging. Im Moment fließt das Wasser wieder ab. Wie Du siehst, gehört auch das zu Venedig, das früher oder später ganz in den Fluten untergehen wird. Also: wenn Du Venedig noch sehen willst, dann mach Dich bald auf den Weg, es ist nicht klar, ob es ein Morgen geben wird.


Campiello del Piovan bei San Tomà
Foto: Danilo Reato


13. November 2019

The day after.

Das ist wirklich eine Katastrophe: auf dem Lido sind am Gran Viale (der Hauptflanierstraße) zwei Geschäfte komplett zerstört worden, die Konditorei C. und ein Geschäft für Reinigungsmittel, in dem ein Feuer ausbrach. Der Supermarkt C. ist geschlossen, er ist voll Wasser gelaufen. Und auch die nächste Flut mit einer Höhe von 160 cm hat alle an der Haupteinkaufsstraße auf eine harte Probe gestellt.

In Venedig stehen Gondeln im Trockenen vor den Hotels, auf der Piazza San Marco stand das Wasser in den historischen Cafès mehr als 1 m hoch. Das gilt auch für die Basilika von San Marco, die gerade restauriert wurde. Im Arsenal ist ein Boot fast bis zum Ende einer Gasse getrieben worden, andere sind gesunken. Bei einem Schiff ist das Ankerseil gerissen, es musste von der Hafenbehörde geborgen werden. Das ist wirklich das Ende dieser Stadt.


Helfer*innen entsorgen Hochwasserschäden
Calle dei Nomboli
Foto: Danilo Reato


15. November 2019

Venedig ist am Boden: ein Hochwasser folgt auf das vorherige. Auch heute waren es fast 160 cm. Es ist sogar schwierig geworden Brot einzukaufen, weil fast alle Backstuben unter Wasser stehen, Supermärkte sind überflutet. Auch hier auf dem Lido gibt es an der Haupteinkaufsstraße nur ein Lebensmittelgeschäft, das zum Glück ein paar Stufen höher liegt als die anderen und sich so gerettet hat.

Der Gran Viale (die Haupteinkauftsstraße auf dem Lido von Venedig) war heute ein einziger Fluss, vom Anleger bis zum Meer. Auch die Vaporetto-Anlegestelle wurde verlegt. Am Dienstag fuhren die Schiffe nur von San Niccolò aus, und das nach einem improvisierten Fahrplan. 
G. (ein gemeinsamer Freund) pendelt, zwischen seinen drei Geschäften in denen gewaltige Schäden angerichtet wurden, und leider sinkt der Wasserspiegel nicht. Es gibt mehr oder weniger zwei Hochwasser pro Tag. Er hat mich heute angerufen. Sein Handy war ins Wasser gefallen und er hat so sein Adressverzeichnis verloren. Er wollte mir mitteilen, dass ein gemeinsamer Freund gestorben ist (...). Morgen werden D. und ich versuchen, die Kirche San Silvestro zu erreichen, wo die Beerdigungsfeierlichkeiten stattfinden, aber das wird ein Angang werden.

Der Markusplatz wurde für Besucher gesperrt, nur Feuerwehrleute und Polizei dürfen durch. Die historischen Cafés sind betroffen, sogar das Florian hat Schwierigkeiten, obwohl es unter den Procuratie Nuove einige Stufen höher liegt, weil das Wasser den Holzfußboden, Stühle und Tische ruiniert hat. Ein wahres Unglück. Die Querini-Bibliothek bat um Hilfe, weil ein Teil der Bestände feucht wurde. Und so helfen denn viele Jugendliche, weil schon seit Tagen die Schulen geschlossen sind. Das Szenario ist wirklich apokalyptisch, und schon zittern alle vor einer neuen Flut, die die Stadt am Sonntagmorgen treffen könnte. Von der Biberrepublik, von der Goethe schrieb, scheint sich die Stadt zu einer Stadt der Aquanauten zu entwickeln.


Lido, Santa Maria Elisabetta
Foto Danilo Reato


17. November 2019

Venedig ist in die Kniee gegangen. Zahllose Einrichtungen sind geschlossen. In der Stadt hängt eine schier endlose Zahl von Zetteln an den Geschäften, die auf die Situation reagieren und verdeutlichen, dass unklar ist, wann man wieder öffnen kann. (...)

Das Café Florian hat heute über die Presse verlauten lassen, dass man nicht vor Mittwoch den Betrieb aufnehmen könne. Das ist nicht einmal1966 passiert. Das Cafè Lavena ist seit Tagen in einer Art Belagerungszustand. Der Geschäftsführer kann ebenfalls nicht sagen, wann die Geschäfte wieder laufen können. So betrachtet erlebt Wagner, der dort komponierte, noch einen Walkürenritt.

In den Buchhandlungen haben etwa 15.000 Bände einen Wasserschaden abbekommen, sie werden einfach weggegeben, so sind sie wenigstens in Sicherheit. In der Buchhandlung "Acqua Alta" ('Hochwasser') floss das Wasser sogar in die dort aufgestellten Wannen; und die Gondel, die in der Mitte der Buchhandlung steht, hob sich an. Deshalb titelte der "Corriere del Veneto" heute: "Tränen in einer Buchhandlung für 15.000 papierne Opfer".

Auf den Inseln Pellestrina und Burano hält die Flut nun schon seit 20 Stunden an. Die Situation ist deshalb so dramatisch, weil auf diesen beiden Inseln die Häuser in einer Art Standardbauweise gebaut wurden. Das bedeutet, dass Küche und Esszimmer ebenerdig liegen, die Schlafzimmer oben. So konnte das Hochwasser Küche, Herde, Kühlschränke und Waschmaschinen, zudem die ganze Elektrik ruinieren. Auf Pellestrina hätten enorm leistungsfähige Pumpen arbeiten sollen, aber die Verteilkästen für die Stromzufuhr waren ebenerdig aufgestellt. Und dann kam das Hochwasser und setzte die zentrale Stromzufuhr für die Pumpen außer Funktion. Ein echtes Desaster.

Fischerboote, die sich losgerissen haben, treiben in der Lagune umher oder gehen am nächstbesten Strand auf Grund. In Venedig rutschte an den Zattere ein Zeitungskiosk in den Kanal und man weiss nicht einmal, wo man ihn bergen soll. Am Ponte delle Guglie hat ein Kioskbesitzer über Stunden versucht, seinen Kiosk durch sein Körpergewicht so zu beschweren, dass er nicht langsam in den Kanal gleiten konnte, bis die Feuerwehr kam und die Situation rettete. Das wäre sonst ein wirkliches Desaster geworden, da der Kanal an dieser Stelle sehr flach ist und der Kiosk (...) den Schiffsverkehr behindert hätte.

Die Piazza San Marco ist auch heute gesperrt. Die Polizei sorgt dafür, dass nur denjenigen Personen Durchlass gewährt wird, die dort ein Geschäft besitzen. In all diesem Durcheinander gab es dann auch noch ein paar mediale Trittbrettfahrer. Eine Filmgesellschaft drehte einige Szenen eines bestimmten Films. "Die Show muss weitergehen", meinten die Schauspieler, und sie ernteten damit einen Proteststurm in den Social Media. Die Produktionsfirma entschuldigte sich und stellte das Filmen ein. Verrückte Sache.

Übersetzung: Arnold E. Maurer 


Libreria Giunti bei S. Aponal
Foto: Danilo Reato







































(Siehe auch Einträge 
"Edition BN-VE" 30.4.2018
"Die Masken der Serenissima" 30.1.2019.)


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13. November 2019

Hochwassertage 12.11.2019 (und 13.-15.11.)


Quelle: Twitteraccount Bürgermeister Brugnaro

 und nach Notsituationen
(besonders für Mieter*innen von Ferienwohnungen)


Berichte zur Schreckensnacht des 12.11. (die ich bis nach Mitternacht entsetzt am Computer mit den Webcams Venedigs verbrachte) und den folgenden Tagen finden sich weiter unten mit vielen Medienlinks. 
Hier folgen einfach nur praktische Informationen.

Nach der allgemeinen Schließung aller Schulen und Hochschulen HEUTE geben bisher weitere Institutionen die Schließung bekannt: ganztags Biblioteca Marciana, Fondazione Querini Stampalia, Fondazione Cini (auf S. Giorgio Maggiore und in Dorsoduro), Fondazione Bevilacqua la Masa (Piazza S. Marco und Dorsoduro), Biennale (Giardini und Arsenale), Peggy Guggenheim Collection. Nur vormittags: alle städtischen Museen (das Hochwasser hat bei 1,60 m gegen 9:30 Uhr seinen Scheitelpunkt erreicht und geht jetzt zügig zurück). 
Kein Direktverkauf von ÖPNV-Fahrkarten heute. Alilaguna informiert über den Stand der Flughafenverbindung (Wasserkanal des Flughafens geschlossen).

Siehe auch allgemein gültige Hinweise zum Thema Hochwasser der Verkehrsgesellschaft ACTV und der Stadt Venedig. Aktuelle Informationen des Wetter- und Tideninformationsdienstes der Stadt Venedig.



Siehe auch Eintrag L'Acqua Granda 1966-2016 vom 27.10.2016

Der Zeitungskiosk von Walter Muti an der Haltestelle Zattere wurde von Flut und Sturm vernichtet und weggespült. Eine Spendensammlung wurde eingerichtet. Falls jemand spontan etwas Gutes tun und sich an der Rettung eines Arbeitsplatzes beteiligen möchte.
Ergänzung dazu am 30.11.: die Feuerwehr fand heute Walter Mutis Edicola in 7 m Tiefe und in einem Stück. 

Ergänzung dazu am 6.12.: Heute von der Feuerwehr rausgefischt! Walter Muti hat eine neue Edicola in Auftrag gegeben - vielleicht findet diese ja noch Denkmalaufgaben oder so?
Ergänzung dazu 24.7.2020 La Nuova Torna al suo post tra gli applausi l'edicola delle zattere... Der neue Kiosk ist endlich da! Immerhin eine Geschichte dieses Hochwassers mit einem guten Ende.

Und zum Glück auch das Positive: Venezianische Resilienz   💗


Ergänzung 14.11.

Auch heute noch GESCHLOSSEN: 
alle Schulen und Kindergärten
Universität Ca' Foscari mit allen Gebäuden
Fondazione Querini Stampalian 
Dogenpalast
Teatro La Fenice - Führungen und Proben und auch die Konzerte
Peggy Guggenheim Collection
"Einige" der städtischen Museen (ggfs. telefonisch nachfragen bzw. geöffnet sind Museo Correr inkl. Archäologisches Museum, Torre del' Orologio, Museo del Vetro auf Murano, Museo del Merletto auf Burano)
Biblioteca Marciana (die rechtzeitig ihre Kostbarkeiten hoch über dem Wasser deponiert hat und keine Schäden erlitt, aber aufräumen und putzen will).
Die für heute geplante Konferenz wird auf den 10.11. 17 Uhr verschoben. 

Ebenfalls verschoben (bis auf weitere Informationen) ist die Eröffnung der neuen Ausstellung 16.11.-1.3.2020 Ca' Pesaro:  "Hommage to Umberto Moggioli 1886-1919". Einzelausstellung Umberto Moggioli aus der sogenannten Scuola di Burano.


Die Ausstellungen der Biennale sind heute wieder geöffnet. Schäden an Kunstwerken werden nicht gemeldet. Unter diesem Link werden ggfs. Updates gegeben.

Der Spendenauftruf für Walter Muti bzw. seine zerstörte Edicola an der Haltestelle Zattere war ein schneller Erfolg. Bisher kamen 18.500 € von den 20.000 angestrebten zusammen, alles kleine Beträge persönlicher Solidarität. Vielleicht will noch jemand kurz entschlossen die Gelegenheit nutzen, seinem/ihrem Mitgefühl auf pragmatische Weise zu folgen?
Außerdem durfte Walter sein Leid ganz oben klagen 👍: Giuseppe Conti.

12:42 Uhr Twitteraccount der medizinischen Notfallversorgung gibt die Warnstufe 2 bis Sonntagmorgen aus: "Voralarm - konkrete Wahrscheinlichkeit von Notfällen für Menschenmassen". Heißt, man ist vorbereitet auf Alarmstufen 3 und 4 und ggfs. die  Versorgung vieler Notfallpatienten.
Tidenstandsvoraussage zur gleichen Zeit bis Sonntag.



Ergänzungen 15.11. (Mittlerweile geht es um Öffnungen bzw. Schließungen bis 24.11.)

Auch am Freitag noch geschlossen:
weiterhin alle Bildungseinrichtungen
Dogenpalast
Palazzo Fortuny bleibt geschlossen bis 24.11.
Fondazione Cini, Führungen auf der Insel S. Giorgio Maggiore abgesagt bis Sonntag, 17.11.
Fondazione Querini Stampalia komplett geschlossen bis einschließlich Sonntag, 17.11. mit Bibliothek, Museum und Veranstaltungen
Peggy Guggenheim Collection nur bis 14 Uhr, danach geöffnet. Das war wohl noch nix. Neue Information: das Guggenheim bleibt aus Sicherheitsgründen geschlossen einschließlich Sonntag 17.11. 
Universität Ca' Foscari sagt die heutige Laurea-Feier für die frischen Titelinhaber*innen ab, die regelmäßig auf der Piazza San Marco stattfindet.
Städtische Museen in den nächsten Tagen
Teatro La Fenice sagt alle öffentlichen Veranstaltungen bis 19.11. ab.
Sonntag, 17.11. bleiben alle städtischen Museen geschlossen wegen der Wetter- und Tidenvoraussagen. Außer Museo Correr.

Nicht geschlossen:
Fondazione Prada


Hier kommen die heutigen positiven Nachrichten aus dem ganzen Schrecken:

Das Spendenziel für die neue Edicola von Walter Muti wurde erreicht und wir werden auch künftig unsere Zeitungen am Kiosk an der Haltestelle Zattere kaufen können.

Wer weiterhin eine Möglichkeit sucht, sich ganz pragmatisch finanziell an Renovierungskosten zu beteiligen, kann jetzt z. B. die Fondazione Querini Stampalia mit einer Spende unterstützen. Das Haus mit Museum, Bibliothek, Garten, Bookshop, Cafeteria und Veranstaltungsräumen ist im Parterre (wie überall in Venedig) komplett abgesoffen. Es ist vorläufig bis 18.11. geschlossen um die Schäden zu registrieren und aufzuräumen und zu säubern, wobei schon Schüler*innen des Gymnasiums Marco Foscarini helfen. (Siehe auch Eintrag vom 3.8.19 "Querini Stampalia - Stiftung, Ägäisinsel, Havarie, und eine Oper")

Praktische Hilfe leisten über die Website "Venice Calls" bereits mehr als 500 junge Venezianer*innen, die auf Hilferufe hin vor allem Schrott aufräumen und bei Schäden an Privat-, aber auch Gemeineigentum helfen. (Berichte dazu auf der Website.)
Aber auch spezielle Unterstützung bei der ersten Hilfe wird gesucht, z. B. für die Rettung von Handschriften der Bibliothek des Conservatorio Benedetto Marcello (wurde erfreulicherweise gefunden).
In der Fondazione Bevilacqua La Masa arbeiten bereits Dutzende von Helfer*innen an der Rettung des Archivs. 


Schön ist auch das Angebot auf Twitter: Wohnung (für 4 Menschen kostenlos) gegen tatkräftige Arbeit beim Räumen (5 Tage). 
My only requirements please: 1. you don't buy plastic, disposable wellie boots there 2. you shop and eat locally 3. you leave the place better than you found it 4. you promise never to go on a cruise to Venice 5. you water my only house plant, and have a pizza at Gina's. Cheers.

Venipedia spendet das Essen, das für den heute ausfallenden Kurs "Tapas und Cichetti im Vergleich" vorgesehen war. Mehr zu Venipedia und seinen Angeboten (für den nächsten Besuch in Venedig).

Die katholische Sozialorganisation Caritas versorgt obdachlos gewordene Familen.

Aktuellere Medienberichte:



Ich will diesen Eintrag schließen mit zwei mich irritierenden Beobachtungen.
Die erste ist ein Tweet des italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte vom 14.11. 18:53 Uhr
Deliberato in Cdm lo stato di emergenza per #Venezia. Stanziati 20 mln, i primi fondi per gli interventi più urgenti, a sostegno della città e della popolazione. Al lavoro per il piano per gli indennizzi a privati e commercianti e per rifinanziare la legge speciale per Venezia
6:53 nachm. · 14. Nov. 2019Twitter for iPhone
Korrekt fände ich, wenn Herr Conte auch bei dieser dramatischen Ausgangslage die üblichen Kanäle seines Presseamtes einsetzen würde. Ncht er lässt "der Stadt und der Bevöälkerung" 20 Millionen freundlicherweise zukommen, sondern das Land Italien aus der Steuerkasse. Der Idiot im Weißen Haus sollte kein Vorbild für seriöse Politiker*innen sein.


Die zweite Beobachtung ist ebenfalls zunächst nur ein Tweet der Comune Venezia vom 15.11., 12:22 Uhr
Ganz lakonisch - eine Kontonummer unter dem Titel "Eine Hilfe für Venedig, ihre Bevölkerung und die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aktivitäten". Inklusive Übersetzung "für die ausländischen Leute die Venedig lieben...". 
WAS IST DAS BITTE?
Ich vermutete eine Trollaktivität und prüfte die Website der Comune Venezia. Aber nein, wirklich ein Spendenaufruf der Stadt, aus dem Handgelenk, vielleicht angezettelt nach dem Erfolg der Spendenaktion für Walter Muti und seine Edicola - ohne Details und Erläuterungen, wer für diese "Hilfsmaßnahme" verantwortlich sei une wer wann wie in den Genuss der Spenden kommen soll!
Das beflügelt die Phantasie über die Qualität von Organisation und Verteilung und mehr noch das Mitgefühl für die arme Bevölkerung, die nicht nur mit einer menschengemachten Katastrophe, sondern auch mit einer chaotischen dilettantischen Stadtregierung geschlagen ist. Ich versuche sachlich zu bleiben und empfehle deshalb noch einen letzten Kommentar zur Situation, die 



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