6. März 2011

Kunstbiennale öffnet in 90 Tagen!

Fotos: 53. Kunstbiennale 2009

Ausstel-
lungsregion Riva degli Schiavoni





Wie freu ich mich - wieder eine große Kunstschau mit hoffentlich vielen Überraschungen und Inspirationen die uns "vor der Banalität des Alltags retten" sagt Bice Curiger, die die künstlerische Vorbereitung und Leitung dieser 54. Biennale unter dem Titel ILLUMInations besorgt.

Ein Kulturzeit-Beitrag auf 3sat im Oktober 2010 zeigte sie Küns
tler besuchend in Lateinamerika , gefiel mir sehr, steht aber leider nicht zur Verlinkung zur Verfügung.

2. Ausstellungsraum Spazio Thetis (Arsenale Novissimo)


Interessante Links zu Bice Curiger:

Interview 2003
Interview 2008
Was ist eine gute Ausstellung?


Die Website Universes in Universe gibt immer schon frühzeitig Vorausinformationen auf die Ereignisse, hier sind die aktuellen Links:

Pressemitteilung 10/2010
Vorschau Pavillons 2011
Liste der Pavillons 2011
Lateinamerikanischer Pavillon 2011


Das sind eher Übersichten, inhaltlicher wird es in den
einzelnen Pressemitteilungen der ausstellenden Länder, soweit schon vorhanden:

3. Ausstellungsraum Garten der Vergini






Island (mein Blogeintrag vom 21.1.2010)
Zypern (14.8.10), Zypern (23.2.2011), Zypern (24.2.2011)
USA (8.9.2010), USA (6.12.2010), USA (3.3.2011), USA (5.3.2011)
Norwegen (15.11.2010)
Indien, erste Teilnahme! (2.12.2010)
Australien (9.12.2010), Australien (23.3.2011)
Österreich (28.1.2011), Österreich (10.2.20100)
Deutschland (mein Blogeintrag vom 13.2.2011)
Türkei (16.2.2011)

4. Biennale-Werbung an der Accademia



Auf der Website der Biennale gibt es einen Bereich der mir früher nicht auffiel (möglicher-
weise gibt es ihn zum ersten Mal, ich weiss es einfach nicht:
Biennale Noticeboard mit dem Angebot der Mietobjekte für Biennale-Ausstellungen in der Stadt. Das ist ja ein sehr spezieller Teil der Biennale, der sie auch zusätzlich zu ihrem weltweiten Ruf so außerordentlich macht: die site-specificity, die Besonderheit des Ausstellungsraums, der einer Ausstellung zu einer zusätzlichen Impression verhilft, Location und Exponate, die gegenseitig aufeinander wirken und, wenn es gut geht, sich gegenseitig aufwerten. Davon kann in Venedig ja nun wirklich die Reden sein, bei all den Kirchen, Klöstern, Palazzi, Etagenwohnungen, Lagerräumen und welchen Ausgefallenheiten auch immer, in denen hier ausgestellt wird.

5. Ausstellungsraum Kreuzgänge S. Stefano (Finanzbehörde)




Dazu mailt A., den ich hier im Laufe der Jah
re immer wieder zitiere (danke, wieder):

"Die vielen Orte außerhalb des Biennale-Geländes dienen ja nicht nur dazu, daß die Besucher mindestens vier Tage brauchen und sich in der ganzen Stadt verteilen. Gleichzeitig ist das Öffnen leerstehender Palazzi ein riesiger Immobilienmarkt, auf dem einem möglichst großen Puublikum mögliche Hotel-Objekte präsentiert werd
en. Auch wenn dafür oft die "zwischenmieter" die Gebäude räumen müssen, wie z.B. der Arzana im letzten Jahr die historischen Boote aus der Scuola della Misericordia entfernen mußten. Die Boote sind jetzt noch auf den Terre Perse."

Das wird bestätigt z. B. durch die Tatsache, dass der Palazzo Soranzo van Axel, in dem während der Biennale 2007 Mexico ausstellte und deshalb dieses wunderbare Gebäude ENDLICH zu sehen war, zum Verkauf stand und nicht lange danach nicht mehr. Siehe Blogeintrag vom 2.8.2008. Man kann die einzelnen Angebote auf der Liste anklicken und Fotos ansehen und ihr auch Räumlichkeiten entnehmen, die zum ersten Mal zur Verfügung stehen wie z. B. das Kloster S. Gregorio an der Ecke vor der Salutekirche, das seit Jahren renoviert wurde und auf das ich schon sehr gespannt bin.

6. Ausstellungsregion Zattere


Website Biennale
Informationen
Nationale Beteiligungen

Pressemitteilung Art Daily








1. März 2011

Campanile di San Marco

Ein Hinweis (danke sehr D.!) führte mich zu diesem poetischen Dokumentarfilm über die Einweihung des wieder aufgebauten Campanile di San Marco am 28.April 1912.









Die Datumsdifferenz (25. bzw. 28.4.) liegt vermutlich daran, dass der offizielle Einweihungstag der Feiertag von San Marco, der 25.4. ist, der 25. aber kein Sonntag war, sondern erst der 28.April.
Was man sicher nachprüfen kann, aber nicht wesentlich für den Genuss des Filmes ist.



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26. Februar 2011

Fischmarkt aufs Festland oder?


Anfang Februar gab es eine kleine Medien- und Bloggererregung, ausgelöst von einem Artikel vom 4.2. in La Nuova Venezia. Es geht um Planungen, den Großmarkt von der Insel Tronchetto, hinter dem Piazzale Roma liegend, zu verlagern nach Fusina, auf das ehemalige Industriegelände Alumix, 5,5 km südwestlich.

Befürchtet werden gravierende Folgen für den
Markt am Rialto. Die in der Lagune produzierten Lebensmittel (z. B. Grünzeug aus S. Erasmo, Meeresfrüchte aus Burano) werden nachts zum Großmarkt Tronchetto gebracht, dort verkauft und direkt weiter transportiert auf den Rialtomarkt und die weiteren Einzelhändler.

Der Umzug nach Fusina, befürchten die 15 Einzelhandelsfirmen des Fischmarktes, wäre das Ende des Frischfischs auf dem Rialto. Der Transport von Burano nach Fusina, 16 km, dort per LKW zum Großmarktgelände und nach dem Verkauf der LKW- und Bootstransport zurück in die Stadt sei so zeit- und kostenaufwändi
g, je nach Wind und Wetter sogar unzumutbar, dass die Versorgung des Einzelhandels nicht mehr funktionieren könne.



Ich weiss nicht, wie seriös 'La Nuova
Venezia' ist und kann die Argumente der Fisch-
markt-
unterneh-
men nicht gut genug beurteilen. Ich sehe aber mit geringem Sachver-
stand bei einem kurzen R
undgang durch den Fischmarkt, dass der größte Teil der Ware natürlich nicht aus der Lagune stammt, was man sogar vielen Ausschilderungen entnehmen kann, da die Herkunft der Fische ausgezeichnet werden muss. Viele stammen nicht mal aus dem Mittelmeer, woher denn auch. (Und was aus der Lagune stammt, z. B. die Muscheln aus der südlichen Lagune, den Industrieabwässern, würde ich nicht essen wollen.) Ein Teil der Ware auf dem Rialto Fischmarkt ist auch heute schon tiefgekühlt, wie überall rund um das Mittelmeer, warum so tun als sei das in Venedig anders.
Der Transport und Verkauf der Lagunenwaren ließen sich wirklich organisieren, seien sie denn gewollt.



Ich denke, es geht um eine ganz andere Größenordnung, nämlich das Kreuzfahrtbusiness, dem der Großmarkt auf dem Tronchetto weichen soll. Die Zahl der Riesenpötte wird noch weiter zunehmen, dafür wurde bereits die bisher fehlende Verkehrsinfrastruktur hergestellt mit dem People Mover. Siehe auch Einträge vom
4.7.2010 und 18.5.2010


Auf dem Tronchetto möchte man ein "Panorama Riesenrad" aufstellen (von dem man die Industrieanlagen gut bewundern kann, besser jedenfalls als vom Campanile S. Marco?). Vielleicht denkt man auch an einen Ableger des Casino, damit sich die Kreuzfahrtgäste während ihres kurzen Aufenthaltes nicht auf den Lido bemühen müssen?

Es gibt sicher weitere kreative Pläne, aus der Tourismus-/ Kreuzfahrtindustrie das Lukrativste für die Stadt zu machen.


Die mehr als 1000jährige Tradition des Rialto Marktes ist ein sehr wichtiges Argument , aber traditionelles Kleinbusiness wird vom globalen Großbusiness aus dem Feld geschlagen, fürchte ich.


Hier kann man eine
Online-Petition unterzeichnen, wenn man hofft, dass es hilft. Ich habe, hoffnungslos, aber schaden wird es nicht :-) ...


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23. Februar 2011

Ach neee....!

... mit dem Auto in die Stadt.




Aus: Facebook Comune Venezia vom 23.2.11


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13. Februar 2011

Schlingensief - Website Deutscher Pavillon

Eintrag vom 21.8.2010

Seit dem 1. Februar gibt es eine Website des Deutschen Pavillons der Biennale, die als eine Art Mosaik konzipiert ist auf den Tag der Biennaleeröffnung hin, und sich ziemlich schnell und interessant entwickelt:

http://www.deutscher-pavillon.org/

Man kann nicht sagen, dass sich das deutsche Feuilleton bisher groß dafür interessieren würde, es gab weniger als eine Handvoll Reaktionen (von Regionalzeitungen) auf die Pressemitteilung:
http://www.news.de/vermischtes/855120765/schlingensiefs-biennale-projekt-als-online-puzzle/1/
und einen Bericht aus der Schweiz :
http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/02/02/Kultur/Schlingensiefs-Biennale-Projekt-als-Online-Puzzle

Ich jedenfalls fühle mich durch diese Website sehr animiert und bin gespannt auf die Präsentation im Juni. Die Arbeit von Isa Genzke 2007 habe ich nicht verstanden und diese eigenartig flache Fussbodenausstellung in dem hohem Raum machte auf mich den Eindruck eines unaufgeräumten Kindergartens, und während mich die Küche von Liam Gillick 2009 bei aller Liebe einfach überhaupt nicht hinreißen konnte...

...habe ich Hoffnung auf eine authentische Darstellung des Werkes von Christoph Schlingensief, die mich von den Füssen holt! Ein vielversprechender Anfang ist gemacht, finde ich.



6. Februar 2011

Carnevale - na gut!

Als karnevalsabstinente Bonnerin halte ich mich zum Thema Karneval normalerweise bedeckt. Straßenkarneval findet ohne mich statt, egal wo, und Bälle liegen außerhalb meines Erfahrungs- und Interessenbereichs.
Ein Venedigkenner der ab und zu in meinen Blog schaut mailt mir heute freundlicherweise einen Link zu den

Karnevalsbällen in Venedig

in den nächsten Wochen. Na gut - nicht mein Ding, aber vielleicht doch das sehr vieler Venedigbesucher und deshalb ein guter Hinweis. Danke A.!




Es findet auf solchen Bällen wohl das statt, was man sich unter dem klassischen venezianischen Carnevale vorstellt - wenn alles gut geht ein köstliches Μahl in inspirierender Gesellschaft, Musik, Tanz und die magische Umgebung eines venezianischen Palazzos.

Ich gebe mit diesem Link auch die Information weiter an andere Leser, dass man bei diesem Vergnügen zu den Eintrittspreisen noch die Kosten für den Kostümverleih (850 €), Hotel & Taxi rechnen muss. (Taxi = Wassertaxi, ich vermute mal, dass man sich bei solchen Gelegenheiten einerseits aus Stilgründen am Wassertor des Palastes vorfahren lässt, andererseits das gute Kostüm vor den Folgen einer Wanderung durch die engen Gassen bewahren muss und sich nicht mit von den Wänden abgefegtem Ziegelstaub auf dem Brokat blamieren will...).

Da fiel mir ein, dass ich bei einem Ausstellungsbesuch und interessanten Gespräch im Palazzo Albrizzi in Cannaregio erfuhr, dass es in diesem Hause wunderschöne und sehr begehrte Karnevalsbälle gäbe.
Der Palazzo ist zum Teil vermietet an die
Deutsch-Italienische Kulturgesellschaft Venedig, zum Teil wird er noch bewohnt von "der Signora", der Erbin des Hauses, einer älteren Dame, die in großem Morgenmantel und -toilette durch die (bis auf mich) morgendlich leere Ausstellung schlenderte. "Die Signora" bietet wohl besonders stilvolle Bälle mit ausgesuchter Musik und das Haus ist beeindruckend gepflegt.
Ich habe kurz gegoogelt und bin auf ein Angebot gestoßen, das ich hier anhänge:
Ball im Palazzo Albrizzi

Und hier noch ein
Link zu allen Karnevalsterminen 2011.


Viel Vergnügen und vielleicht auch ein herausragendes, unerwartetes, rauschendes Karnevalserlebnis in Venedig!



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4. Februar 2011

Noch eine schöne Ausstellung...


Titelbild, Gustav Schönleber, Ponte dei Barettari, 1874


...die ich nicht selbst gesehen habe, aber den sehr beeindruckenden Katalog (danke, V.!)












Venedigbilder in der deutschen Kunst
des 19. Jahrhunderts




Friedrich Nerly, San Giorgio Maggiore bei Mondschein, 1850/55

Zu sehen in der Städtischen Galerie Karlsruhe bis 6.März,
in der Städtischen Galerie in der Reithalle, Paderborn-Schloss Neuhaus vom 2. April bis 3. Juli.




Max Liebermann, Venezianische Gasse nach rechts, 1878

Die Austellung wird in Paderborn modifiziert gezeigt werden, da an diesem Ort schon 2008 eine umfassende Präsentation des Werks Friedrich Nerlys stattfand, dem "Portraitisten Venedigs", der in der Karlsruher Ausstellung einen deutlicheren Schwerpunkt setzt.



Die Präsentation führt von den Darstellungen, die damals wie heute unser Venedigbild begründen (Piazza, Dogenpalast, Canal Grande, S. Gio
rgio, Salute, Lagunenstücke etc.) über detaillierte Motive einzelner Palazzi, Campi, Kirchen, bis hin zu sensiblen Sujets von Menschen und Architektur und hin zur frühen Fotografie Venedigs, ein ebenfalls sehr spannender Bereich.

Es gibt Motive, die noch heute unverändert sind (z. B. der Campo SS. Zanipolo), die heute völlig verändert sind (z. B. der Fondaco dei Turchi), die es so heute nicht mehr gibt (z. B. alte Lagunensegler) und es fehlen Motive, die heute zentral sind, damals aber noch vor Armut und Dreck kein Thema waren (z. B. Torcello).

Paul von Ravenstein, Kreuzgang der Abbazia San Gregorio, um 1892




Abbildungen mit freundlicher Genehmigung des Michael Imhof Verlag, Katalog S. 44, 102, 1o4, Titelbild



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